Freitag, 18. November 2016

Fritt Vilt - Cold Prey: Eiskalter Tod (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0808276/

Für Jannicke (Ingrid Bolsø Berdal), Eirik (Tomas Alf Larsen), Ingunn (Viktoria Winge), Mikal (Endre Martin Midtstigen) und Morten (Rolf Kristian Larsen) sollte es ein Urlaub ganz im Zeichen des Snowboardings werden, doch schon bald ereignet sich ein tragischer Unfall, der den Spaß zunichtemacht: Mitten im verschneiten Nirgendwo stürzt Morten und bricht sich das Bein. Notgedrungen suchen die Freunde Unterschlupf in einem abgelegenen Hotel. Das allerdings ist nicht so verlassen, wie es auf den ersten Blick wirkt...

Rein storytechnisch betrachtet bietet "Cold Prey" wahrlich nichts Neues, klingt diese doch wie ein Slasher unter vielen. Doch das stimmt nicht ganz, denn bis auf die bekannte Handlung weiss "Cold Prey" sich von der breiten Masse doch irgendwie abzusetzen. Das liegt einerseits daran, das die Darsteller erfrischend unverbraucht wirken und noch dazu ihre Rollen überaus überzeugend spielen. "Cold Prey" schafft tatsächlich ein Ding, welches man in den jüngeren Horrorfilmen schon fast für unmöglich gehalten hatte: im Zuschauer eine gewisse Sympathie für die Protagonisten zu wecken. Hier möchte man tatsächlich mit den Opfern mitleiden, was dem Film sehr hoch anzurechnen ist.

Herausheben sollte man dabei Ingrid Bolsø Berdal, die mehr oder weniger auch den Hauptpart übernimmt. Ihre Darstellung gibt dem Film eine eiskalte Extra-Note. Regisseur Roar Uthaug hat seine Hausaufgaben eben gemacht, denn die fehlende Originalität überspielt er sehr geschickt. Auch handwerklich muss sich dieser norwegische Slasher keinesfalls vor seinen amerikanischen "Vorbildern" verstecken. Bild, Ton, die herrlichen Winterlandschaften, ein Score, der ebenfalls mal etwas anderes ist und eine fantastische Kameraarbeit überzeugen auf ganzer Linie. Kriegsentscheidend ist aber letztlich, das hier nicht willen- und wahllos gemeuchelt und gehackt wird. Uthaug legt es gezielt drauf an, beim Zuseher Bauchkribbeln zu erzeugen , was er mit einer stetig ansteigenden Spannungskurve auch super hin bekommt. "Cold Prey" ist zwar kein überharter aber ein durchaus heftiger, reinblütiger Slasher, der sich im ersten Teil des Films die Zeit nimmt auf seine Charaktere einzugehen, um dann im zweiten Teil auf den Survival-Part überzugehen der naturgemäß auch ein paar Opfer fordert.

Letztendlich ist "Cold Prey" ein Film der erwartungsgemäß abläuft ohne großartige Überraschungen aufzubieten. Dies ist dank toller Darsteller und einer hervorragenden Regie aber dennoch kein Problem. Dieser Film aus Norwegen lässt Hoffnungen aufkeimen, das sich in Zukunft auch andere Länder mit diesem Genre beschäftigen und Resultate liefern, die aus dem überaus großen Einheitsbrei herausstechen können. "Cold Prey" ist der Beweis dafür, das dies durchaus im Bereich des Machbaren liegt.

7/10