Dienstag, 24. Februar 2015

American Hustle (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1800241/

Ende der 1970er Jahre betreibt der windige Geschäftemacher Irving Rosenfeld (Christian Bale) zwar auch ganz legal eine Reihe von Waschsalons in New York, seine Haupteinnahmequellen sind aber entschieden illegal. Mit seiner Partnerin und Liebhaberin Sydney Prosser (Amy Adams) verkauft er gefälschte Kunstwerke und betrügt Leute, die in extremen finanziellen Schwierigkeiten stecken, indem er ihnen für die vermeintliche Vermittlung eines Kredits hohe Gebühren abverlangt. Nachdem der ambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) ihrer Masche, bei der sich Sydney als adlige Engländerin Edith Greensly ausgibt, auf die Schliche gekommen ist und sie verhaftet, bietet er ihnen einen Deal an. Richie setzt die Betrüger auf den Politiker Carmine Polito (Jeremy Renner) an, den er als korrupt entlarven will. Irving und Sydney sollen den umtriebigen Bürgermeister von Camden, New Jersey dazu verführen, Bestechungsgelder anzunehmen. Doch schnell wächst ihnen die Sache über den Kopf, denn nicht nur Irvings Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) sorgt für Ärger, sondern bald mischt auch noch die Mafia mit.

Ein schier beeindruckendes Staraufgebot, gleich 10 Mal für den Oscar nominiert und dennoch ging der Streifen leer aus. Und auch ich wurde nicht zu 100% warm mit dem Aufbau und den Figuren der Geschichte. Der Beginn des Films ist aber schon ein kleines Meisterwerk, Irving richtet sich mühsam sein Toupet, nur damit es 5 Minuten später schon wieder zunichte gemacht wird. Ab da hatte ich grosse Erwartungen an den Film, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Ich finde beispielsweise die Figur von Irving Rosenfeld (Christian Bale) etwas überzeichnet und unglaubwürdig. Bale kann dafür wenig, er spielt seinen Part großartig. Ich hätte die Figur einfach anders gezeichnet.

Die Story dreht sich um Grunde genommen um einen grossen "Clou", der sich etwa aber Mitte des Films langsam abzeichnet. Der Film schafft es daher lange etwas undurchsichtig zu sein, was die Motivation der Figuren und deren Handeln genau bedeutet, und ob da ein Doppelspiel stattfindet oder nicht. Leider fand ich auch die Figur der Rosalyn (Jennifer Lawrence) etwas blass und irgendwann auch sehr nervig. Der restliche Cast überzeugte mich aber sonst durchwegs, Amy Adams spielt unglaublich sexy und auch Bradley Cooper zeigt, dass er sich flexibel in jede Rolle einspielen kann und man Ihm gerne zuschaut. Am besten gefiel mir alelrdings Jeremy Renner, jedoch ist sein Part eher bescheiden, dafür aber auch äusserst unterhaltsam gespielt.


Der Film schwankt von genial bis durchschnittlich was die Dialoge und Wendungen angeht, und man hat zu Beginn immer das Gefühl dass einem hier ein zukünftiger Kultfilm vor die Augen kommt, was durch den nicht aufdringlichen aber sehr passenden Soundtrack auch immer unterstrichen wird. Dennoch schafft es der Film nicht diese letzte Hürde zu nehmen, zu verworren wird die Geschichte und daher unnötig kompliziert erzählt. Es gibt verschiedene Subplots mit denen sich die Figuren herumschlagen müssen, die der Geschichte leider ein wenig den "Drive" nehmen. Dass das Drehbuch also unnötig kompliziert zu sein scheint ist das eine, was der Regisseur daraus macht ist das andere. Und ich muss sagen, es ist schade dass David O. Russell es nicht geschafft hat, das Potenzial voll auszuschöpfen.

Ich vermisse hier irgendwo die Coolness eines "Pulp Fiction" oder den klaren Aufbau eines "Ocean's Eleven". So bleibt "American Hustle" am Ende ein guter Film, aber eben doch keiner der einem lange in Erinnerung bleibt oder wirklich überzeugen kann um Ihn zu den ganz grossen Filmen zu zählen bei denen es um eine ähnliche Thematik geht und das "gewisse Etwas" fehlt einfach. 

7/10