Dienstag, 1. Juli 2014

King Kong (Extended Version) (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0360717/

In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts macht sich eine Gruppe von Filmemachern, angeführt von Carl Denham (Jack Black), auf den Weg einen Film zu drehen. Darunter Theaterautor Jack Driscoll (Adrien Brody) und angehende Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts). Dabei landen sie nach einem Sturm auf der unheimlichen Insel Skrull Island. Ann wird sogleich von den Eingeborenen als Opfergabe auf die andere Seite der Insel geschickt. Dort trifft sie als erste auf den mehr als ausgewachsenen Riesenaffen Kong, der begeistert von der weißen Frau ist. Ann beginnt ihre Angst vor dem Tier zu verlieren, als sie sieht wie er sie gegen Dinosaurier verteidigt und im Herzen auch nur ein halber Mensch ist. Die Schiffscrew (darunter Thomas Kretschmann, Colin Hanks und Jamie Bell )gerät derweilen in ganz andere Schwierigkeiten. Nachdem die Existenz von Kong mehrfach bestätigt ist, kommen Carl und die Überlebenden der Crew auf die Idee den Riesengorilla zu fangen. Mit dem Plan ihn als Attraktion nach New York zu verfrachten bändigen sie Kong und nehmen ihn mit nach Amerika. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von King Kong und dem New York in den 30er Jahren? Das es für Peter Jackson ein Kindheitstraum war eine Neuauflage von " King Kong" zu drehen, merkt man diesem Film deutlich an. Gerade zu Beginn des Films fühlt man sich zurückversetzt in das frühere New York in den 30ern. Die Kostüme, die Fahrzeuge, die Musik und viele andere Kleinigkeiten zeugen eine dichte Atmosphäre und lassen den Film dadurch stark beginnen. Auch die Fahrt und Ankunft auf der Insel ist geheimnisvoll und düster in Szene gesetzt worden. Gerade in diesem Abschnitt des Films wird die Spannung hoch gehalten und man möchte einfach wissen was auf der Insel vor sich geht und was nun folgt. Auf der Insel beginnt dann auch endlich das Abenteuer um King Kong. Und hier wurde vor allem die Insel mit ihren Kreaturen sehr gut gestaltet, sodass dabei eine fesselnde Urwald-Atmosphäre aufkommt. Hier haben Peter Jackson und sein Team wieder einmal mehr richtig gute Arbeit geleistet. Das letzte Drittel mit dem allseits bekannten Ende in New York wiederum ist sehr dramatisch Inszeniert. Vor allem das Ende ist traurig und packend zugleich - wie schon beim Original.

Schauspielerisch spielen Darsteller allesamt solide. Nebenfiguren wie z.Bsp. die Schiffscrew mit ihrem verrückten Koch Lumpy, der fest daran glaubt es auf der Insel mit dem sagenumwogenen Schneemenschen zu tun zu haben, oder aber auch die Schauspieler an Bord, wie der selbstverliebte Bruce Baxter, sind in sich herrlich stimmig. Man hat nie das Gefühl, dass sie überflüssig wären, sondern vielmehr, dass sie alle ihren Platz im Film haben. Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung nach Naomi Watts in ihrer Rolle der Ann Darrow. Sie spielt sehr überzeugend und schafft es ihre Gefühle auf den Zuschauer zu übertragen. Besonders deswegen fühlt man jeden Moment mit ihr mit, weswegen das Ende des Films auch umso packender ist. Aber auch Jack Black in seiner Rolle des Carl Denham, der nur auf Geld und Ruhm aus ist, hat mich überzeugt.  Auch der Soundtrack von James Newton Howard bedarf einer Erwähnung: er ist kraftvoll und eingänglich, nervt nie und untermalt hervorragend.

Schwächen hat "King Kong", wie fast jeder Film, natürlich auch. Da wäre zum einen, dass manche Abschnitte zu Computergeneriert aussehen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Brachiosaurierherde, die von den Raptoren durch die Schlucht gehetzt wird. An dieser Stelle muss man aber auch erwähnen, dass die titelgebende Figur King Kong dagegen besonders gut und echt aussieht, eben wie ein leibhaftiger Riesengorilla. Man muss aber auch sagen, dass der Kampf zwischen Kong und den beiden T-Rex einfach nur fetzt. Ein weiterer negativer Punkt ist dafür die teilweise fehlende Logik (von dem Riesenaffen mal abgesehen). Ein Beispiel dafür wäre die Szene in der Schlucht, in der Jimmy mit seinem Maschinengewehr die Rieseninsekten erschießt, die überall an Jack's Körper hängen. Jimmy hat hauptsächlich geschlossene Augen und hält einfach mal auf Jack drauf, trifft aber wie durch ein Wunder nur die Insekten. Auch dass Kong die weiße Frau so herumschleudern kann ohne dass sie sich etwas tut, erscheint mir - gelinde gesagt - lächerlich. Wem will man das denn weißmachen?

Dennoch: "King Kong" ist ein Film, der mit einer sehr guten Atmosphäre und interessanter Inszenierung punkten kann und neben Spannung und Action auch viele gefühlvolle Szenen, wie auch einige witzige Momente zu bieten hat. Auch schauspielerisch braucht sich der Film nicht zu verstecken, wobei Naomi Watts besonders überzeugend die Rolle der Ann Darrow spielt. Wieder einmal mehr ein sehr sehenswerter Film von Peter Jackson!

Der ca. 12 Minuten lange Extended Cut ist der Kinoversion deutlich vorzuziehen, bietet er doch einiges mehr an Action und Kreaturen, die wohl aus Straffungsgründen aus der Kinoversion entfernt wurden. Einen genauen Bericht über die neuen Szenen findet man wie immer hier: schnittberichte.com.

8,5/10