Mittwoch, 22. Januar 2014

Black Hawk Down (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0265086/

Am 3. Oktober 1993 in Mogadischu tritt die amerikanische Armee zu einer wichtigen Mission an. Um den korrupten Clan-Chef Mohamed Aidid zu schwächen, sollen zwei seiner wichtigen Generäle entführt werden. Eigentlich als kurzes Kommandounternehmen geplant, wird daraus eine der größten militärischen Katastrophen der USA, bei der es 18 tote Soldaten und über 1000 tote Somalis zu beklagen gibt. Black Hawk Down erzählt die Geschichte der Soldaten, die, nachdem ihre Hubschrauber abgeschossen wurden, in der Stadt versprengt sind und von Milizen und Zivilisten zugleich angegriffen werden.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman des Journalisten Mark Bowden, spiegelt "Black Hawk Down" die Ereignisse vom 3. Oktober 1993 in Somalia/Mogadishu wieder. Das Militär unterstützte dieses Projekt nicht nur mit Waffen und Fahrzeugen, sondern stellte auch einige der Statisten. Um die Authentizität von "Black Hawk Down" zu wahren, mussten die Schauspieler vorher sogar auf ihrem Gebiet eine Ausbildung absolvieren. Regisseur Ridley Scott ("Gladiator", "Blade Runner") scheute keine Kosten und Mühen um für Black Hawk Down eine Starbesetzung an Land zu ziehen: neben Josh Hartnett ("Pearl Harbor") als SSgt. Matt Eversmann, sind auch Ewan McGregor, Tom Sizemore und Eric Bana in den Rollen der Soldaten zu sehen.

Es ist schwierig "Black Hawk Down" zu bewerten. Das liegt vor allem daran, dass es schwierig ist, diesen Film irgendwie einzuordnen, denn rund zwei Stunden sieht man fast pausenlos Soldaten rennen, kämpfen, schießen, bluten, sterben. Abgesehen von wenigen emotionalen Momenten beschränken sich selbst die Dialoge auf miltärisches Fachjargon, das Brüllen von Kommandos und Informationen, Einsatzbefehlen, Lageberichten, Anforderungen, Absagen und Flüchen. Aber vielleicht ist es gerade das, was "Black Hawk Down" so realistisch und auch so gut macht.

Ridley Scott hat hier wohlmöglich einen der authentischten Kriegsfilme gedreht (soweit man das als Aussenstehender beurteilen kann). Alles wirkt unglaublich realistisch. Die Orte, die Gefechte, jede Bewegung der Akteure, jede Aktion der Hubschrauber und Humvees, jedes Staubkorn, jede Patrone, jeder Tropfen Blut. So etwas schafft Beklemmung. Was der Film allerdings kaum beherscht, ist die emotionale Ebene. Über sehr wenige Charaktere erfährt man etwas - mal abgesehen von Namen und Rang. Schade, da klasse Schauspieler wie Josh Hartnett, Ewan McGregor, Tome Sizemore, Jason Isaacs, Eric Bana, William Fichtner, Kim Coates, Nikolai Costar-Waldau, Orlando Bloom, Hugh Dancy oder Tom Hardy in dem Film spielen. Und dass sind noch nicht einmal alle.

Alles in allem ein interessantes Projekt, Krieg realitätsnah darzustellen. Auf übertriebenen, nervigen Patriotismus wird größtenteils verzichtet, ebenso auf den ebenso nervigen erhobenen Zeigefinger. Aber braucht den auch schon um im Angesicht von toten Kindern in den Straßen oder Luftabwehrraketen, die in Soldaten stecken, zu erkennen, dass Krieg keine gute Sache ist.

"Black Hawk Down" spielte weltweit über 170 Millionen Dollar ein, gewann zwei Oscars (Bester Schnitt, Bester Ton) und war für zwei weitere nominiert (Beste Kamera, Beste Regie). Gegen Black Hawk Down ist also kaum etwas auszusetzen. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass absolute Meister des Kinos hier am Werk waren (neben Ridley Scott auch Jerry Bruckheimer und Hans Zimmer). Ein sehr spannender Film, den man unbedingt gesehen haben muss.

8,5/10