Samstag, 18. Mai 2013

Django (1966)

http://www.imdb.com/title/tt0060315/

Ein mexikanischer Mob foltert die Halbmexikanerin Maria (Loredana Nusciak) und droht, sie zu hängen. Da erscheint plötzlich der wortkarge Revolverheld Django (Franco Nero), der einen Sarg mit sich herumschleift. Nachdem er sich der Banditen entledigt hat, kommt Django mit Maria in die Stadt Nogales. Das Nest im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet ist Schauplatz eines blutigen Kleinkriegs zwischen dem rassistischen Major Jackson (Eduardo Fajardo) und dem Revoluzzer-Ganoven General Rodriguez (José Bódalo). Django gerät zwischen die Fronten, aber das ist nur ein Nachteil für seine Kontrahenten. Die erfahren schon bald leidvoll, was er in seinem Sarg mit sich trägt. Ein kleiner Tipp: Es ist tödlich...

Nachdem in den kommenden Tagen "Django Unchained" seine Heimkinoauswertung erfährt, ist es eigentlich mal wieder Zeit für den Original-Django... Sergio Leone hatte im selben Jahr gerade seine Dollar-Trilogie beendet und damit den Italo-Western auf eine nicht für möglich gehaltene hohe Ebene gehoben, da kam Regisseur Sergio Corbucci und kreierte einen weiteren Meilenstein des Western-Genres. Franco Nero spielt den namensgebenden Einzelgänger Django, der in eine kleine, matschige Wüstenstadt kommt, um sich am Mörder seiner Frau zu rächen und auch sonst ordentlich aufzuräumen. Die ganze Stadt wirkt dreckig und baufällig, die wenigen Menschen die dort noch leben, machen einen mehr als erbärmlichen Eindruck und auch Django selbst ist alles andere als der typische Westernheld...  "Django" ist eben anders als die üblichen Western, der Film hat rein gar nichts mit dem üblichen Westernimage zu tun. 

Das Corbuccis Film etwas schäbiger und roher wirkt als die von Leone macht auch seinen Charme aus. Mit einer -  für damaligen Verhältnisse - ungewohnten Kompromisslosigkeit lässt Franco Nero das Bild des wortkargen Fremden mit dem Sarg im Schlepptau auf den Zuschauer wirken. Corbucci serviert seinen sehr einfachen Plot unglaublich zielgerichtet und mit einer wahnsinnigen Durchschlagskraft. Der Bodycount ist für eine damaligen Produktion vermutlich einmalig, die expliziete Gewaltdarstellung ebenso. Vor allem die Ohrszene, die für Tarantino eine grosse Inspiration für "Reservoir Dogs" war.

7,5/10