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Sonntag, 5. Juli 2026

Piranha 3DD - Piranha 2 (2012)

https://www.imdb.com/title/tt1714203/
https://letterboxd.com/film/piranha-3dd/

Es ist wieder etwas im Wasser! Und dieses Mal ist niemand vor den fleischfressenden Fischen mit messerscharfen Zähnen sicher. Denn jetzt schwimmen die monsterhaften Räuber aus der Urzeit stromaufwärts, in Richtung des Big Wet Water Parks, einer der meistbesuchten Attraktionsorte des Sommers. Fast ein Jahr nach den Geschehnissen im Lake Victoria macht sich eine Schar der äußerst angespannten und vor allem blutdürstige Piranhas auf, um ein Wasser-Massaker anzurichten und dabei kein einziges Körperteil unverschont zu lassen. Die resolute Maddy (Danielle Panabaker) und ihre beiden Freunde Kyle (Chris Zylka) und Barry (Matt Bush) beschließen dem blutigen Wahnsinn ein Ende zu bereiten und gehen dabei in die Offensive. Mit allen Mittel, die sie zu Verfügung haben, tauchen sie tief hinab, um es mit den überproportionierten Fleischfressern aufzunehmen...

Mit "Piranha 3D" gelang Alexandre Aja 2010 ein überraschend unterhaltsames Remake, das seinen B-Movie-Charme mit kreativen Splattereffekten und einer gehörigen Portion Selbstironie verband. Die Fortsetzung "Piranha 3DD" versucht, diesen Erfolg zu wiederholen - setzt dabei jedoch fast ausschließlich auf das Motto "mehr ist mehr". Mehr Gore, mehr Albernheiten, mehr nackte Haut und noch absurdere Ideen. Das Problem ist nur: Mehr bedeutet eben auch nicht automatisch besser. Schon nach wenigen Minuten wird deutlich, dass Regisseur John Gulager gar nicht erst versucht, die Geschichte ernst wirken zu lassen. "Piranha 3DD" versteht sich als überdrehte Horrorkomödie, die bewusst jede Grenze des guten Geschmacks überschreiten möchte. Immer wieder gibt es augenzwinkernde Anspielungen auf das Horrorgenre, absurde Dialoge und völlig überzogene Splattereinlagen. Immerhin verleugnet er seine trashige Identität nie.

Die praktischen Gore-Effekte sind stellenweise ordentlich umgesetzt und liefern einige erfreulich blutige Momente. Gerade das Finale setzt noch einmal auf kreativen Splatter und übertriebene Gewalt, die bewusst an klassische B-Movies erinnert. Wer genau diese Art von Unterhaltung sucht, wird zumindest punktuell seinen Spaß haben. Leider reichen diese Qualitäten nicht aus, um die zahlreichen Schwächen zu überdecken. Das größte Problem ist das Drehbuch, das kaum mehr als eine lose Aneinanderreihung alberner Einfälle bietet. Die Handlung wirkt konstruiert, die Figuren bleiben eindimensional und viele Witze zünden schlicht nicht. Statt den selbstironischen Ton des Vorgängers fortzuführen, driftet "Piranha 3DD" häufig in plumpen Klamauk ab. Gastauftritte von Christopher Lloyd und David Hasselhoff sorgen zwar für nostalgische Schmunzler, letztlich wirken sie aber eher wie Gimmicks als echte Bereicherungen. Gerade Hasselhoffs selbstironischer Auftritt gehört zwar zu den unterhaltsameren Momenten des Films, kann den Gesamteindruck jedoch nicht entscheidend verbessern.

Hinzu kommt, dass die computergenerierten Effekte sichtbar hinter denen des Vorgängers zurückbleiben. Während "Piranha 3D" seine Mischung aus CGI und praktischen Effekten noch vergleichsweise stimmig präsentierte, wirken viele Szenen hier deutlich günstiger und weniger überzeugend. Dadurch verliert selbst der eigentliche Star des Films - die Piranhas - einen Teil seiner Bedrohlichkeit. Am Ende bleibt "Piranha 3DD" ein Film, der seine Zielgruppe kennt, dabei aber zu oft über das Ziel hinausschießt. Der Spaß am hemmungslosen Trash ist durchaus spürbar, doch ohne die straffe Inszenierung und das Gespür für Timing des Vorgängers verpuffen viele Ideen. Statt einer gelungenen Fortsetzung entsteht so ein Creature-Feature, das zwar gelegentlich unterhält, insgesamt aber deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkDimension Films/Mark Canton Productions/Intellectual Properties Worldwid

Piranha 3D - Piranha (2010)

https://www.imdb.com/de/title/tt0464154/
https://letterboxd.com/film/piranha-3d/

Wenn der Frühling beginnt, flippen die amerikanischen Studenten aus: Spring Break, das ist die ultimative Party-Zeit. Am sonst eher verschlafenen Lake Victoria treffen sich tausende Feierwütige zum Tanzen, Trinken und Schwimmen. Doch sie ahnen nicht, dass ein Erdbeben unter Wasser preisgegeben hat, was zwei Millionen Jahre im Verborgenen blieb - Schwärme von prähistorischen Piranhas, die ihre Beute in Sekundenschnelle mit rasiermesserscharfen Zähnen zerfleischen. Das Buffet ist eröffnet! Auf der potentiellen Speiseliste stehen unter anderem: Deputy Fallon (Ving Rhames), Sheriff Julie Forester (Elisabeth Shue), ihr Sohn Jake (Steven R. Mcqueen), der Porno-Produzent Derrick Jones (Jerry O'Connell) und zwei vollbusige Kalender-Hotties (Kelly Brook, Riley Steele)...

Es gibt Horrorfilme, die ernst genommen werden wollen - und dann gibt es "Piranha 3D". Alexandre Ajas Remake des Kultfilms von 1978 macht von der ersten Minute an klar, dass hier weder Tiefgang noch subtiler Horror im Vordergrund stehen. Stattdessen setzt der Film auf eine wilde Mischung aus Creature-Feature, Splatter, nackter Haut und augenzwinkerndem B-Movie-Charme. Das Ergebnis ist herrlich hemmungslos, allerdings auch nicht frei von Schwächen. Die Handlung ist dabei bewusst simpel gehalten und dient in erster Linie als Grundlage für spektakuläre Angriffsszenen. 

"Piranha 3D" nimmt sich selbst auch nie zu ernst und feiert den klassischen Exploitation-Horror mit sichtbarer Begeisterung. Wo andere Remakes versuchen, ihre Vorlagen zu modernisieren oder realistischer zu gestalten, dreht Aja sämtliche Regler bis zum Anschlag. Blutfontänen, abgetrennte Gliedmaßen und absurde Todesarten gehören hier ebenso zum Programm wie überzeichnete Figuren und jede Menge schwarzer Humor. Der Film liefert genau das, was sein Titel verspricht - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Besonders das große Massaker während des Spring Breaks zählt zu den Höhepunkten des Films. Die aufwendig inszenierte Sequenz verbindet Chaos, Splatter und makabren Humor zu einem der denkwürdigsten Creature-Feature-Momente der 2010er-Jahre. Die handgemachten Gore-Effekte sehen auch heute noch erstaunlich gut aus, selbst wenn die computergenerierten Piranhas nicht immer überzeugen.

Auch die Besetzung trägt zum Unterhaltungswert bei. Elisabeth Shue spielt ihre Rolle angenehm bodenständig und verleiht dem Film einen sympathischen Mittelpunkt. Adam Scott sorgt für trockenen Humor, während Jerry O'Connell als schmieriger Pornofilm-Produzent sämtliche Klischees genüsslich überzeichnet und einige der unterhaltsamsten Szenen für sich beansprucht. Allerdings stößt der Film mit seiner bewusst übertriebenen Ausrichtung auch an Grenzen. Die Figuren bleiben überwiegend oberflächlich und dienen meist nur als zukünftiges Fischfutter. Wer auf Spannung, Charakterentwicklung oder echten Horror hofft, dürfte eher enttäuscht werden. Statt Atmosphäre setzt der Film fast ausschließlich auf Schockeffekte, nackte Haut und immer größere Gewaltexzesse. Der Mittelteil hat auch etwas zu viel Leerlauf, bevor das große Finale schließlich sämtliche Zurückhaltung über Bord wirft. 

Auch der Humor trifft nicht immer ins Schwarze. Manche Gags wirken bewusst albern oder geschmacklos, doch genau diese Selbstironie macht einen Großteil des Charmes aus. "Piranha 3D" weiß jederzeit, dass er im Grunde ein glorreiches B-Movie mit großem Budget ist und versucht gar nicht erst, etwas anderes vorzugeben. Damit ist "Piranha 3D" einer dieser Filme, die man entweder akzeptiert oder ablehnt. Wer intelligente Horrorunterhaltung sucht, wird hier kaum fündig. Wer dagegen Lust auf eine kompromisslose Mischung aus Creature-Horror, Splatter und schrägem Humor hat, bekommt genau das geliefert. Laut, blutig, albern und herrlich respektlos - eben ein selbstironisches Creature-Feature mit jeder Menge Gore und das macht erstaunlich viel Spaß.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkAtmosphere Entertainment MM/Chako Film Company/Dimension Films/Aja / Levasseur Productions

Donnerstag, 23. Juli 2015

Piranha - Piranhas (1978)

http://www.imdb.com/title/tt0078087/

Als von zwei Teenagern nach ihrem Badeausflug nur mehr Fetzen übrigbleiben, stößt die ermittelnde Privatdetektivin Maggie McKeown im abgelassenen Becken auf hochaggressive und für den Einsatz im Vietnamkrieg gezüchtete Killerfische. Diese entkommen in den örtlichen Fluss und richten ein regelrechtes Blutbad an. Unter Einsatz ihres Lebens versuchen Maggie und ihre Helfer der tödlichen Bedrohung Herr zu werden. Wie mehrere nachfolgende Sequels unterstreichen, vergeblich...

Hier zeigt "Gremlins"-Regisseur Joe Dante schon sein ganzes Können und seinen Hang zu bekannten und altgedienten Genrestars wie Kevin MacCarthy, der immer wieder in seinen späteren Filmen auftrat. Als 1975 "Der weiße Hai" die Kinoleinwände bevölkerte, brach kurz darauf eine Welle des Unterwasser-Tier-Horror los. "Piranha" kam 1978 dazu. Joe Dante, der Regiesseur dieses kultigen Trash-Horror-Films lieferte hiermit seine erste richtige Arbeit hab und schuf zugleich einen wichtigen Beitrag für das Horror bzw. Grindhousekino der 70er. Auch wenn der Film zwischen zwei Welten steht (günstiger Mainstream und Grindhouse-Kino) so ist er doch mehr im Bereich der Midnight Movies anzusiedeln. Der Film fährt auch ganz klar im Kielwasser von "Der weiße Hai", ist aber eben kein billiger Abklatsch.

Es ist ein eigenständiger höchst ironischer Film, der mit einigen guten Effekten aufwartet und das Genre liebevoll auseinander nimmt und leicht parodiert. Die Geschichte ist wirklich nichts neues, aber die Art und Weise wie Dante mit den Erwartungen spielt und was er aus dem Script (im Übrigen geschrieben vom späteren Regisseur John Sayles) rausholt ist wirklich gut.

Man bekommt alles geboten, was man sich von so einer Trash-Perle erhofft. Wer sich einfach gut unterhalten lassen will und etwas Grindhouseluft schnuppern will sei dieser Kultfilm ans Herz gelegt. Schmunzeln wechselt sich mit Horror ab und den ganzen Film über hat man ein Grinsen im Gesicht. Aber nicht aus Bosheit, sondern weil Dante immer mit einem Augenzwinkern inszeniert. Spannend und witzig.

7/10

Als 3-Disc Limited Collector's Editon erschien der Film nun endlich in HD von KOCH Films im Mediabook und der Dokumentation "UFOS, Sex und Monster - Das wilde Kino des Roger Corman".

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films