Pech für den Computer-Sicherheitsexperten Jack Stanfield (Harrison Ford): Der angebliche Vertreter der Konkurrenz (Paul Bettany), mit dem er sich zwecks eines neuen Jobs trifft, entpuppt sich als der abgebrühte Ganove Bill - und hat mit seinem Team Jacks Frau Beth (Virginia Madsen) und die beiden halbwüchsigen Kinder Sarah (Carly Schroeder) und Andy (Jimmy Bennett) entführt. Jack soll ihnen helfen, seinen Arbeitgeber um 100 Millionen Dollar zu erleichtern. Nur durch einen virtuellen Einbruch ist diese Summe zu beschaffen. Während die resolute Beth versucht, ihre Kinder zu retten, muss Jack nach Bills Regeln spielen. Die pfiffige Assistentin (Mary Lynn Rajskub) muss entlassen werden, weil Bill ihr suspekt vorkommt, die Computeranlagen werden ausspioniert. Leider entpuppt sich der virtuelle Diebstahl als ziemlich schwierig...
Regisseur Richard Loncraine präsentiert mit "Firewall" einen gut besetzten und solide inszenierten, im Gegenzug aber leider auch sehr konventionellen und daher nur bedingt spannenden Thriller. Im Grunde weiß man von der ersten Minute an, wie die Geschichte enden wird. Allzu neue Ideen oder gar raffinierte Storykniffe sucht man im Verlauf der 105 Minuten fast vergebens, alles läuft mehr oder weniger genauso ab, wie man aus beliebig vielen anderen Entführungsthrillern ähnlicher Bauart kennt. Ein schwerwiegendes Defizit und nicht selten das Todesurteil für einen Film, der genrebedingt von seiner Spannung lebt. Selbst als Jack (Harrison Ford) im Wolkenkratzer der Bank verfolgt von unzähligen Videokameras und hellhörig gewordenen Vorgesetzten während des heimlichen Netz-Coups massiv unter Zeitdruck gerät, eigentlich beste Vorraussetzungen für schweißtreibende Minuten, will der Thrillerfunke einfach nicht so recht überspringen.

Beachtenswert ist dann schließlich noch die gute Besetzung diverser Nebenrollen: die fast schon in der Vergessenheit verschwundene Virginia Madsen findet sich da ebenso ein wie Robert Patrick und Mary Lynn Rajskub. Man vermutet es schon, in Sachen harter Action ist hier nicht viel zu holen. Lediglich zum Ende hin nimmt der Film etwas an Fahrt auf, dennoch kommt der Film über ein mehr als "zweckmäßig" auch in qualitativer Hinsicht nicht hinaus. Trotzdem ist "Firewall" ein Film, der irgendwie zu den guten gehört. Nicht ganz besonderes, aber doch ansprechend und für einen unterhaltsamen Abend geeignet.
6,5/10
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