Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald… und kommen nach 15 Jahren mit "Hänsel & Gretel: Hexenjäger" als professionelle, gnadenlose Hexenjäger wieder! Das gerissene Geschwisterpaar hat sich nicht nur seine eigene Peinigerin vorgenommen. Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) haben das Pfefferkuchenhaus hinter sich gelassen und aus ihrem traumatischen Erlebnis eine Lebensaufgabe gemacht. Sie ziehen nun durch das Land, um böse Hexen zur Strecke zu bringen. Praktischerweise sind die beiden immun gegen böse Zaubersprüche und Flüche prallen an ihnen ab wie Kugeln an Panzerglas. Der Ruf der Geschwister als der Hexen schlimmster Albtraum bringt Hänsel und Gretel gutes Geld ein.
In Zeiten, in denen Hollywoodstudios nicht viel riskieren wollen und entweder auf bewährte Namen oder Fortsetzungen/Remakes/Reboots usw. setzen, um Geld zu verdienen, ist "Hänsel & Gretel: Hexenjäger" ein ungewöhnlicher Exot. Man nimmt sich zu keiner Sekunde ernst und das ist das große Plus des Streifens. Allein schon der originelle Ansatz, die beiden Geschwister als erwachsene Kopfgeldjäger zu zeigen, die mit großkalibrigen Waffen und kernigen Sprüchen auf Tuchfühlung mit den Hexen gehen, verdient schon mal Applaus. Natürlich darf man hier keine ausgefeilte Story erwarten und Laufzeit von knapp 98 Minuten lässt auch nicht viel anderes zu, doch das kurzweilige Rezept geht auf und Leerlauf bekommt man nicht zu sehen. Die andere mutige Studioentscheidung war es, den Film mit einem R-Rating in die Kinos zu bringen. Und sieht man sich an, was "Dead Snow"-Regisseur Tommy Wirkola mit dieser Freiheit gemacht hat, dann war das ohne Frage der richtige Schritt. In einem solch unernsten Kontext kann man sich auch entsprechend viel erlauben und der Raum dafür wird mit rotzfrechen Dialogen, diversen Ekel- und Splattereinlagen sowie ausgedehnten Prügeleien konsequent ausgenutzt. In der hier besprochenen Unrated-Fassung nochmal deutlich mehr.

8/10
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