Montag, 22. Januar 2018

Victor Crowley (2017)

http://www.imdb.com/title/tt5534434/

Zehn Jahre nach den Ereignissen der ersten drei "Hatchet"-Filme will Andrew Yong (Parry Shen), der den Bayou Butcher überlebt hat, seine Geschichte zu Geld machen. Doch seine Biografie verkauft sich trotz vieler Talkshow-Auftritte nicht wirklich gut. Viele glauben, dass Yong selbst der Mörder ist und Victor Crowley (Kane Hodder) nur eine Legende, ein Märchen ist, das er sich ausgedacht hat, um seine Taten zu verschleiern. Für einen PR-Stunt reist Yong schließlich an den Ort des grausamen Geschehens zurück – allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn Victor Crowley wurde kurz vorher durch ein YouTube-Video von den Toten zurückgeholt. Als Yong und die ihn begleitende TV-Crew im Sumpfgebiet abstürzen, müssen sie daher bald ums Überleben kämpfen. Denn Victor Crowley denkt nicht daran, eines seiner Opfer entkommen zu lassen...

Es kommt einem schon so vor, als erfüllte sich der Schöpfer der Reihe, Adam Green, mit "Victor Crowley" vor allem selbst einen Wunsch, als er Ende August im Rahmen einer vermeintlichen Anniversary-Aufführung von "Hatchet" überraschend den heimlich gedrehten, neusten Eintrag ins Franchise präsentierte. Von seinem ursprünglichen "Old School American Horror"-Anspruch (so die Tagline des ersten Teils, "Hatchet") hat sich die Reihe mittlerweile eher zu einer Splatter-Komödie entwickelt und konsequenterweise hat Adam Green für Teil 4 die komödiantischen Elemente noch einmal ordentlich aufgebohrt. Das funktioniert hier mal mehr, mal weniger, korreliert aber jederzeit wunderbar mit der grellen, sitcomartigen Ausleuchtung der vollkommen künstlich wirkenden Sumpf-Kulissen, die seit jeher eines der visuellen Markenzeichen der Reihe gewesen sind.

Da Victor Crowley der Akkordschlachter unter den cineastischen Serienkiller ist, bleibt die spannendste Frage bei "Hatchet"-Filmen, ob es gelingt eine ausreichend große Anzahl an einigermaßen interessanten Kanonenfutter einzuführen. In diesem Punkt hat Adam Green - im Rahmen eines Splatterfilms versagt. Er nimmt sich einen Haufen Zeit, um jeder Figur zumindest eine kleine Szene und Spleens mit maximalen Wiederkennungswert zu spendieren, was - für so einen Streifen - überhaupt nicht nötig ist, will doch der geneigte Fan sehen, wie sich ein Killer möglichst bluttriefend durch eine Vielzahl von Opfern schnetzelt. Immerhin: wo andere Genrevertreter schon bei einer Handvoll Charaktere krachend daran scheitern, diese unterscheidbar zu machen, jongliert Adam Green souverän mit einem guten Dutzend Figuren, bei denen bis zum Ende nicht wirklich klar ist, wer das Rennen macht.

Weniger gut gefällt dieses Mal aber der Splatter-Anteil, dessen lächerliche Künstlichkeit auch hier wieder offensiv in Szene gesetzt wird, diesmal aber ziemlich unkreativ abgehandelt wird und viel zu kurz kommt. Mit "Victor Crowley" knüpft Green damit also halbwegs, trotz einiger Schwächen, an die Qualität des Originals an und erweist sich als fähiger Komödienregisseur. Das ist alles natürlich weit davon entfernt die hohe Schule der Filmkunst zu sein, unterhält aber auf dem vermutlich auch angestrebten B-Movie-Niveau ganz gut.

6/10