http://www.imdb.com/title/tt1277953/Der Löwe Alex (Ben Stiller/Jan Josef Liefers), das Zebra Marty (Chris Rock/Rick Kavanian), die Giraffe Melman (David Schwimmer/Bastian Pastewka) und das Nilpferd Gloria (Jada Pinkett Smith/Claudia Urbschat-Mingues) wollen wieder zurück in ihre wahre Heimat Big Apple New York, nachdem sie nach Afrika geflüchtet sind und dort einige Zeit verbracht haben. Im Vertrauen auf das technische Verständnis der Affen entwickeln die Freunde einen Plan, der dann gründlich schiefgeht und wegen dem sie in Monaco stranden. Dort treffen sie auf die Pinguine sowie den dreizehnten Lemurenkönig Julien (Sacha Baron Cohen) und sorgen zusammen in einem Casino in Monte Carlo für mächtig Aufregung. Vor der Großwildjägerin (Frances McDormand) auf der Flucht quer durch Europa, schließen sie sich zu Tarnungszwecken einem Wanderzirkus an, um heimlich wieder zurück in den Zoo New Yorks zu kommen. Angeführt vom ehrwürdigen Tiger Vitaly (Bryan Cranston), hat der auf Tierattraktionen fokussierte Zirkus allerdings schon bessere Tage erlebt. Nach ihrer Reise durch mehrere europäische Städte endet die Tour schließlich im Herzen der englischen Metropole London, wo die Crew zum letzten Mal ihr märchenhaftes Zirkuszelt aufschlägt. Alex, Marty, Gloria und Melman wollen, dass der letzte Auftritt etwas ganz Besonderes wird. Und so helfen sie Vitaly, dem Jaguar Gia (Jessica Chastain) und dem Seelöwen Stefano (Martin Short) dabei, ihre Leidenschaft für die Show wiederzuentdecken und erfinden eine völlig neue Art der Zirkusperfomance...
Nachdem der zweite Teil durchaus ein paar Längen hatte, nimmt die Madagascar-Reihe mit ihrem Europa-Trip wieder wesentlich mehr Fahrt auf. "Madagascar 3: Flucht durch Europa" ist ein Film, der weiß, was er ist: ein lautes, buntes, atemloses Zirkusspektakel, das die Zuhörer nicht fragt, ob sie mitkommen wollen, sondern sie einfach mitnimmt - auf einer Achterbahnfahrt von Monte Carlo über Rom bis nach London, mit einem Stopp im Herzen der Frage: Was bedeutet "Zuhause"? Die Regisseure Eric Darnell, Tom McGrath und Conrad Vernon haben das "Madagascar"-Franchise lauter, bunter, frenetischer und rasanter gemacht. Die Verfolgungsjagden sind visuell atemberaubend, die Zirkus-Stunts fantastisch, und die 3D-Technik wird effektvoll genutzt, um Tiefe und Bewegung spürbar zu machen - besonders in der Londoner Schlussvorstellung, wo die Tiere ein „unglaubliches artistisches Feuerwerk" abbrennen, fast schwerelos durch den Raum fliegen, mit schwindelerregenden Sprüngen und Trapez-Stunts. Das ist 3D, das nicht nur ein Gimmick ist, sondern Teil der Inszenierung. Der Film wechselt munter zwischen Roadmovie, Liebesfilm und Actionkomödie und balanciert sein wackeliges Handlungsgerüst mit Detailverliebtheit und Popkultur-Referenzen aus. Er ist experimentierfreudiger und brachialer als die Vorgänger, und die Abnutzungserscheinungen eines dritten Teils bleiben überraschend aus.
Der Humor und der Charme der ersten beiden Teile sind etwas zurückgenommen, vor allem wegen des sparsam dosierten Wortwitzes. Die Figuren rufen sich nur noch Befehle zu oder reagieren panisch - ihre charakterlichen Konturen verwischen. Die Story ist zu flach, schwankt zwischen völliger Überzogenheit und platten "Glaub' an dich"-Botschaften und erreicht nicht die Qualität des ersten Teils. Die Wendungen kommen oft plötzlich und sind nicht immer nachvollziehbar; hinsichtlich der Logik wird das ein oder andere Auge zugekniffen. Chantal DuBois, die gnadenlose Gegenspielerin, ist entweder herrlich schräg oder ermüdend nervig - je nach Geschmack. "Madagascar 3: Flucht durch Europa" ist im Kern ein Film über die Suche nach Zugehörigkeit. Die Tiere wollen nach New York zurück - doch der Zoo entpuppt sich als Gefängnis. Die echte Familie finden sie nicht im Zoo, sondern im Zirkus: einer Gemeinschaft von Außenseitern, die gemeinsam Neues wagen. Der Film lehrt Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt - auch wenn der moralische Zeigefinger manchmal zu spürbar ist. "Madagascar 3: Flucht durch Europa" ist ein sehr ansehnlicher Animationsfilm, der vor allem Fans der ersten beiden Teile freuen wird. Er ist rasantes, mitunter frenetisches Animationsspektakel mit visuell atemberaubenden Verfolgungsjagden und fantastischen Zirkus-Stunts, die 3D effektvoll nutzen. Der Humor ist weniger wortgewandt als früher, die Story flacher, aber die Energie und Artistik der Geschichte sind so groß, dass der Film kurzweilig und unterhaltsam bleibt. Für Kinder sehenswert - und für Erwachsene, die wissen, dass manche Filme nicht tief sein müssen, um zu funktionieren. Manchmal reicht es, wenn sie einfach nur großartig theatralisch sind.
6,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Dreamworks/Twentieth Century Fox
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Dreamworks/Twentieth Century Fox
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen