Sonntag, 11. Oktober 2015

Hope Lost (2015)

http://www.imdb.com/title/tt3610576/

In den finsteren Ecken des Rotlichtmilieus herrscht keine Moral, hier kämpft jeder ohne Rücksicht auf Verluste für seinen Profit. Die junge Rumänin Sofia (Francesca Agostini), die für ein besseres Leben und die Aussicht auf eine Rolle in einer Fernsehshow nach Italien gekommen ist, gerät in Rom in Prostitutionskreise und fristet ihr Dasein von nun an auf dem Straßenstrich, auf Männer und ihre Bedürfnisse wartend. Dabei hat sie kaum mehr Rechte, wird misshandelt, erpresst und gedemütigt. Sie steckt in einem wahren Alptraum voller Pein und Gewalt, gibt die Hoffnung auf Besserung aber noch nicht auf. Vor allem ihre neu gewonnene Freundin Alina (Mischa Barton) ist ein Lichtblick im dunklen Alltag. Sofia ahnt jedoch nicht, dass noch viel Schlimmeres vor ihr liegt: Denn als schnöde Ware wird sie schließlich von ihren zwielichtigen und sadistischen Zuhältern Manol (Michael Madsen) und Marius (Danny Trejo) an den schmierigen Ettore (Daniel Baldwin) verkauft. Der will sie nur als reines Produktionsmittel für einen brutalen Film haben, in dem Blut fließen soll...

"Hope Lost" ist kleines und zudem recht eindringliches B-Movie aus Italien, das von der Thematik nicht uninteressant ist. Danny Trejo , Michael Madsen, Daniel Baldwin sind hier gute, echt fiese Charaktere. So richtig ekelige Zuhältertypen. Die noch unbekannte Francesca Agostini behauptet sich in der Riege der guten B-Stars. Sie spielt die Rolle der etwas naiven, lebenshungrigen Rumänin und Zwangsprostituierten kompetent wie eine erfahrene Charakterdarstellerin. Wenn die Geschichte nicht so düster und abstoßend wäre, denn jeder weiß dass sowas auch real passiert, bekäme "Hope Lost" eine bessere Bewertung. Weil der Streifen bei dem Thema auch spannungserzeugende Thriller- Elemente einbaut, wird der Unterhaltungswert eher gemindert als gesteigert. Das hatte Paul Hyett in dem meiner Ansicht nach intensiveren "The Seasoning House" besser drauf.

Doch die Macher von "Hope Lost" zeigen jedoch das Potenzial, realistisch packende Filme zu produzieren. Von daher ist bestimmt noch Luft nach oben und Francesca Agostini wird die nächsten Jahre sicherlich von sich reden machen. "Hope Lost" ist ein guter Thriller, der gegen Ende immer mehr zum Drama wird, jedoch verfällt er auch mehr diesem letztgenanntem Genre, anstatt beide konsequent bis zum Schluss zu nutzen.

6,5/10