Montag, 13. April 2015

GoldenEye - James Bond 007: GoldenEye (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0113189/

Der berühmteste Spion der Welt ist wieder zurück. Doppelnullagent James Bond (Pierce Brosnan) erhält von seinem Boss, Geheimdienstchefin M (Judi Dench), den Auftrag, die Zugangscodes für die potenzielle Superwaffe "GoldenEye" zurückzugewinnen, einem Satelliten, der mit elektromagnetischer Strahlung alles Leben auf der Erde vernichten könnte. Die Codes wurden von der militärischen Organisation "Janus" in ihre Gewalt gebracht, der russische General Orumov (Gottfried John) versucht damit, die Macht in seinem nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion chaotischen Land zu übernehmen. Gemeinsam mit der Computerspezialistin Natalya Simonova (Isabella Scorupco) macht sich James Bond Jagd nach den Schurken, die sie quer über den ganzen Erdball führt. Doch jemand ist ihnen immer einen Schritt voraus, ein Verräter aus den eigenen Reihen, den Bond für einen Freund hielt. 

Nach dem etwas härteren Bond-Actioner "Lizenz zum Töten" von 1989 sollte es glatte 6 Jahre dauern, bis ein neuer Mann ans Ruder gelassen wurde. Grund dafür waren Lizenzstreitigkeiten zwischen den Produzenten und den Studios und obwohl Timothy Dalton noch einen Vertrag über einen weiteren Film hatte, stieg er innerhalb dieser Jahre aus und hatte anscheinend keine Lust mehr auf das ständige Hin und Her. Stattdessen verpflichtete man den Darsteller, der schon erste Wahl für Daltons Debüt "Hauch des Todes" war, allerdings aus vertraglichen Gründen absagen musste: Pierce Brosnan.

Man kann schon sagen, dass die beiden Darsteller sich optisch sehr ähneln und das daher der Übergang recht leicht fällt. Zudem verkörpern beide einen modernen, kälteren und härteren Typ von Geheimagent, allerdings ist Brosnans Bond doch der deutlich charmantere und smartere der beiden, hat desöfteren auch mal einen lässigen One-Liner parat und ist ebenso der größere Frauenheld. Das ist wohl auch der Grund, weshalb er und seine Filme deutlich besser beim Publikum ankamen, diese typischen Bond-Elemente fehlten wohl der Mehrheit der Bond-Fans bei Dalton.

Ähnlich verhält es sich auch, wenn man beide Filme miteinander vergleicht. So ist "GoldenEye" zwar wieder sehr düster gehalten (und dunklen und monotonen Farbtönen) und ist auch von der Action einer der härteren Bond-Filme, allerdings erhalten wieder mehr Bond-Elemente Einzug in den Film, die bei "Lizenz zum Töten" noch schmerzlich vermisst wurden. So gibt es wieder ein Bond-Auto (auch wenn es leider nicht wirklich zum Einsatz kommt), viele Bond-Gadgets, ein paar mehr Gags und mehr Techtelmechtel mit den Frauen. Zudem sind die Ziele der Gegner nun wieder etwas "höher gesteckt" und die Motive auch wieder etwas Bond-typischer. Die Bond-Girls, allen voran Famke Janssen sind taff und bösartig, ganz anders also als die debilen Blondchen von damals. Auch der Gegenspieler kann sich mit Sean Bean in der Hauptrolle sehen lassen. Und eine Erwähnung gebührt auch Gottfried John, der im September 2014 starb, und hier einen tollen hinterhältigen russischen General abgibt.

Zudem gibt es auch viel Neues in Brosnans Debüt, so sind die Figuren M und Moneypenny neu besetzt worden, wobei natürlich vor allem von Judi Dench als M Neuland ist, da Bond erstmals einer Frau unterstellt ist. Hier zeigt sich die Entwicklung, die die Serie im Laufe der Zeit durchzieht. Auch ist neu, dass sich erstmals die Welt in keiner angespannten Situation befindet und der Kalte Krieg, der so oft als Aufhänger für die Stories der Bond-Filme diente, innerhalb der 6 Jahre Wartezeit zu Ende gegangen war. Aber auch diese Entwicklung wurde durch den 9 Jahre früher spielenden (und übrigens auch sehr spektakulär inszenierten) Prolog sehr gut in den Film integriert. M drückt das sehr gut aus indem sie Bond als "frauenfeindlichen Dinosaurier" und "ein Relikt des Kalten Krieges" bezeichnet - denn genau das ist er und genau diesen Bond stellt Pierce Brosnan dar.

7,5/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".