Freitag, 11. Juli 2014

Thunderball - James Bond 007: Feuerball (1965)

http://www.imdb.com/title/tt0059800/

Der skrupellose Mitarbeiter Largo (Adolfi Celi) der Verbrecherorganisation Spectre stiehlt ein Natoflugzeug mit 2 Atombomben an Board. Spectre’s Forderung: 300 Millionen britische Pfund oder es werden 2 Großstädte der Welt von ihnen vernichtet. Dem britischen Geheimdienst ist klar, für diesen Auftrag kann es nur einen geben: 007! Doch die Zeit ist knapp, das Ultimatum läuft in Kürze ab. Doch der frisch erhohlte James Bond folgt einer Spur und reist auf die Bahamas, wo er auf die wunderschöne Domino trifft...

"Feuerball" hat allgemein gesehen kein so hohes Ansehen, wie seine drei Vorgänger. Nach Gert Fröbe alias "Goldfinger" kann dieser einfach keine besseren Akzente setzen, sei es storytechnisch oder in Bezug auf seinen Antagonisten. Letzteres mag vielleicht stimmen, denn Adolfi Celi ist, bis auf seinen Charakterkopf und seine im Film vorherrschende Vorliebe für gefährliche Haie, nicht sonderlich einprägsam. Macht aber rein gar nichts, ist der Rest doch zumindest spannend und mitreißend.

Zum allerersten Mal wagen sich hier die Macher für längere Zeit unter Wasser. Vor der malerischen Kulisse der Bahamas muss Bond nun nach gestohlenen Atomraketen suchen. Schon der Raub der Waffen ist unglaublich spektakulär aber unaufgeregt gestaltet und in seiner Art tatsächlich noch äußerst originell. Zwar entwirrt sich die Story relativ langsam, doch ist diese fein konstruiert, mit allerlei seltsamen Nebenfiguren, die allesamt in das Spiel des Raketendiebstahls verwickelt sind. Doch, obwohl dieser Film wie auch die Vorherigen für seine Zeit extrem gute Action hat, so hapert es bei diesem Film mal so mächtig an der Story bzw. deren Umsetzung: sie ist löchrig und man hat ständig das Gefühl, wichtige Sachen verpasst zu haben. Bond ist aber immer noch ein Chauvinist erster Klasse, jedoch beschränkt sich sein diesbezügliches "Treiben" hier auf das erste Drittel des Filmes. Mittlerweile scheint sich bei ihm aber auch schon Routine eingestellt zu haben, denn er spielt den Superagenten gut wie immer, seine Darstellung allerdings wirkt schon ein wenig zu abgehoben.


Nachdem sein direkter Vorgänger "Goldfinger" auch noch etwas komödiantisch war, so ist "Feuerball" wieder gemäßigter, was Ton und Klamauk-Einlagen betrifft. Natürlich treffen Bonds zynische Kommentare immer noch ins Schwarze, dennoch wirkt sein neuester Auftritt reifer und wesentlich ernster - wie schon in "Liebesgrüße aus Moskau". Neben wiedergewonnener Ernsthaftigkeit tritt endlich nochmals die geheimnisvolle Untergrundorganisation 'Spectre' aus dem Schatten hervor. Eine Entwicklung, die ich eigentlich schon im Vorgänger "Goldfinger" erwartet hatte, dessen Ausbleiben mich jedoch auch nicht enttäuschte.

Zusammen mit der Tiefsee als neuen Hintergrund entspinnt sich also ein spannendes Katz- und Mausspiel, das Bond in bisher unbekannte Gefilde führt. So findet der Showdown komplett unter Wasser statt. Das kommt dermaßen unerwartet, dass der Zuschauer sofort mitgerissen wird. Kein lautes Actionfeuerwerk, keine Prügeleien - nur stille Messer- und Harpunenangriffsgeschwader. Das hat was, macht Spaß, ist tatsächlich interessant und spannend, wobei mir die letzte, große Schlacht dann aber doch ein wenig lächerlich und vor allem langatmig vorkam (vor allem auch, weil trotz sichtbar eindringender Harpunen in allerlei menschliches Gewebe kaum oder nur selten Blut zu sehen ist).

Abseits des unüblichen Schauplatzes gibt es mit Claudine Auger als Domino und Luciana Paluzzi als Fiona Volpe zwei äußerst interessante Frauenfiguren auf beiden Seiten des Gesetzes. Auch optisch sind beide wieder eine Augenweide und zeigen, dass Frauen damals um ein Vielfaches mehr an natürlichem Sexappeal ausstrahlten, als Hungerhaken heutzutage. "Feuerball" agiert für mich im guten Mittelfeld aller Sean Connery-Bonds, auch wenn das Jammern auf hohem Niveau ist.

7,5/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".