Dienstag, 8. Juli 2014

Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0425112/

Nicholas Angel (Simon Pegg) ist vielleicht der beste Polizist Londons. Er lässt nichts durchgehen, niemanden entwischen und leider mit einer 400prozentigen Aufklärungsrate auch seine Kollegen schlecht aussehen. Mit einer Beförderung wird Angel ins verschlafene Sandford abgeschoben, wo Ladendiebstahl und entlaufene Schwäne zu den Höhepunkten im Dienst gehören. Sein neuer Kollege ist der naiv-übereifrige Danny Butterman (Nick Frost), der ihm anfangs gehörig auf die Nerven geht. Und gerade als Angel schon kurz davor ist, sich seinem trübsinnigen Schicksal zu ergeben, sorgen ein paar schaurige und nach Mord riechende Unfälle für das Einsetzen seiner Instinkte. Mit Danny im Schlepptau beginnt Angels Mission, Sandford aus seinem friedlichen Schlaf wachzurütteln – wenn nötig mit quietschenden Reifen, Sirenengeheul und der einen oder anderen Schießerei.

Simon Pegg und Nick Frost nehmen das Action und Buddy-Cop Genre unter Beschuss - und hier sitzt jeder Treffer! Ausnahmepolizist Nicholas Angel, immer korrekt und mit hervorragender Leistung arbeitet er in London - bis ihn seine Kollegen und Vorgesetzten (Gastauftritt: Martin Freeman, Bill Nighy, Steve Coogan) kurzerhand in das Provinzkaff Sandford abschieben, da Nicholas so gut ist, dass die anderen im schlechten Licht erscheinen.
Doch für Nicholas könnte Sandford glatt ein anderer Planet sein. Jugendlich die im Pub ein- und ausgehen, Bürger die irgendwie neben der Spur scheinen und ihr Dorf etwas zu perfekt in Ordnung halten - und Kollegen, die offensichtliche Morde als Unfälle abwiegeln, darunter auch sein Partner Danny (Nick Frost). Nicholas beginnt zu ermitteln und das Gag-Feuerwerk das folgt, zieht locker Thriller, Action, Slasher und andere Filmgenres durch den Kakao. Die grandiosen, immer wiederkehrenden Wortwitze und Running Gags können über die ganze Spieldauer hinweg überzeugen und helfen diesem Film dadurch enorm, sich von anderen platten und einfallslosen Komödien abzuheben.

Die komplette Geschichte ist clever durchdacht und greift hier und da mal ein Ereignis aus dem vorhergegangen Storyverlauf auf und lässt die Leute, die genau aufgepasst haben, ihren Spaß daran haben. Das Besondere allgemein ist allerdings die schmale Gratwanderung zwischen Komödie, Action, Kriminalfilm und Thriller. Bei kaum einem anderen Film habe ich bis jetzt eine derartig gute - und bis zum Äußersten ausgereizte - Zusammenführung dieser verschiedenen Genres gesehen. Es ist schlichtweg atemberaubend mit welcher Leichtigkeit dieses Kunststück gelingt und welch Vielfalt an Emotionen dadurch während der Laufzeit des Filmes hervorgerufen werden. Schnelle Schnitte (wie schon bei "Shaun Of The Dead") passen hervorragend zum Stil und geben dem Film eine ganz persönliche Note, die mir auch noch sehr gut gefällt. Auch Sandford strotzt nur so vor bekannten britischen Schauspielern. Darunter Jim Broadbent, Timothy Dalton und der inzwischen als "der Hund" aus Game of Thrones bekannte Rory McCann. Nach dem erfolgreichen "Shaun Of The Dead" schaffen es Pegg und Frost hier erneut, die Lachmuskeln bis an ihre Grenzen zu bringen. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme in Sachen britischer Comedy - mit einem teils sehr geilen schwarzen Humor.

9/10