Montag, 21. Juli 2014

Diamonds Are Forever - James Bond 007: Diamantenfieber (1971)

http://www.imdb.com/title/tt0066995/

Geheimagent ‘007’ James Bond (Sean Connery) spürt seinen Erzfeind Blofeld (Charles Gray) auf, als dieser gerade dabei ist, sich einen perfekten Doppelgänger schaffen zu lassen. Nach hartem Kampf befördert Bond den Superschurken ins Schlammbad. Das ist Blofelds Ende (meint Bond). Anschließend erwartet ‘M’ (Bernard Lee) von seinem Spitzenmann ein Stück solider Alltagsarbeit, als er ihn unter falscher Flagge auf internationale Diamantenschmuggler ansetzt. Der Fall scheint fast unter Bonds Niveau zu liegen, lediglich die aufregende Tiffany Case (Jill St. John), an die er dabei in Amsterdam gerät, entspricht seinem Format. Die hart gesottene Schöne ist ebenso attraktiv wie undurchsichtig, mit der Haarfarbe scheint sie auch öfters die Fronten zu wechseln.

So also kehrt Ex-Bond Sean Connery noch ein letztes Mal zurück. Und nachdem er am Anfang Katzenliebhaber und Erzfeind Blofeld nun endlich erlegt hat... ach nein, Halt! Der Kerl ist einfach nicht totzukriegen! Aber dennoch darf sich Bond, so scheint es, niederen Tätigkeiten widmen, denn es geht mal nicht um die Weltherrschaft, sondern nur um ein paar gestohlene Diamanten. Gut, so harmlos die Ausgangssituation auch ist, umso spannender ist die Story, die sich daraus ergibt. Aus meiner Sicht tut es dem Film gut, dass Bond seinen Gegner am Anfang noch nicht kennt. Auch fällt mir auf, dass Diamantenfieber der bislang witzigste Teil der Reihe ist: beispielsweise ertrinkt Blofeld in einer Chemie-Suppe und wird damit ironischerweise mit seinen eigenen Waffen geschlagen und die Verfolgungsjagd durch Las Vegas ist aufgrund der völlig überforderten Polizisten gestaltet sich auch durchaus spaßig.


Auch das Gespräch mit dem doppelten Blofeld ist eine witzige Angelegenheit. Die Krönung sind aber die beiden verrückten und albernen Auftragskiller und vor allem Bonds Flucht im Mondauto, dass er vorher aus einem Fernsehstudio geklaut hat. Ein Schelm, wer böses denkt. Sehr positiv finde ich, dass der Film damit etwas realistischer ist. Die Vorgänger (zum Beispiel "You Only Live Twice") hatten meist übertriebene Sci-Fi- und Action-Effekte, welche damals vermutlich auf der Höhe der Zeit waren, heute aber eher etwas lächerlich wirken. Diesem Teil fehlen solche Elemente zum größten Teil, sodass der Film für mich optisch etwas aufgewertet wird. Zumindest gilt das für die ersten neunzig Minuten, danach nehmen die albernen Effekte wieder zu.

Geblieben sind auch die riesigen technischen Applikationen (zum Beispiel die Satellitensteuerung oder die Superlaser), die ebenfalls etwas albern sind, aber, wie in den anderen älteren Filmen, den besonderen Charme aus dieser Zeit und vor allem einen der vielen Teile der Bondfilme ausmachen, weswegen man sich den Superagenten eben auch gern ansieht. Die hiesige Story finde ich ganz nett, aber leider nicht außergewöhnlich. Leider ist es letztendlich doch wieder die Untergrundorganisation "Spectre", die es zu bekämpfen gilt, aber dadurch, dass dies erst am Ende klar wird und Bond immer wieder erheiternde Gespräche mit ihrem Anführer führen darf, weil er mehrmals gefangen genommen wird, geht das in Ordnung. Ich habe auch das Gefühl, dass Sean Connery etwas mehr Spaß an seiner Rolle als Bond hatte als in seinem letzten Film, zumindest sieht er nicht mehr so gelangweilt aus wie zuvor.

Alles in allem ein spannender Bond-Film mit Comedy-Elementen und ein würdiger endgültiger Abschluss von Sean Connerys Karriere als Darsteller des britischen Super-Agenten. Ab hier übernimmt Roger Moore in seinem ersten Auftritt, der klären soll, wen man leben oder besser sterben lassen soll.

7,5/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".