Samstag, 3. August 2013

Deep Blue Sea (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0149261/

Mitten im Atlantik haben amerikanische Wissenschaftler das Unterwasserlabor “Aquatica” eingerichtet, wo sie medizinische Experimente mit genmanipulierten Haien durchführen. Doch plötzlich entwickeln die Versuchstiere beunruhigende Eigenschaften: Sie werden immer größer, immer intelligenter und immer boshafter. Als ein gewaltiger Sturm über die künstliche Insel hereinbricht, gelingt es den Haien, sich zu befreien. Für die Wissenschaftler beginnt eine Jagd auf Leben und Tod.

Technisch klasse gemachter, sehr unterhaltsamer Hai-Thriller, der Spass macht. Renny Harlin ("Stirb langsam 2") inszenierte mit "Deep Blue Sea" einen klaustrophobischen Hai-Thriller. Prominent besetzt mit Thomas Jane, Saffron Burrows, Samuel L. Jackson, Michael Rapaport und LL Cool J bietet er zudem ein ordentliches, gut aufgelegtes und schön zusammenpassendes Schauspieler-Ensemble. Er hat ein für einen Horrorfilm auch ein ganz schönes Tempo, echt fiese Szenen (eine ganz bösartige Szene, die einen immer wieder zusammenzucken lässt, ist, wenn Jim Whitlock (gespielt von Stellan Skarsgård) von einem Hai angeknabbert wird), ein ordentlicher, stimmiger Score, eine sehr tolle und unterhaltsame Mischung aus Komik und Dramatik und einen sehr klaren Aufbau. Genau das fehlt vielen Tierhorrorfilmen. Es gibt meistens "nur" ein gefährliches Tier und das muss irgendwie aufgehalten werden. Da keiner versucht es einzufangen, wird es eben getötet. Hier ergibt es aber viel mehr Sinn, dass die Leute die Tiere auszuknipsen versuchen. Die Szenerie der Flucht durch die langsam versinkende Unterwasserstation lässt den Film hier auf beinahe allen Ebenen absolut gewinnen. Es gibt hier und da ein paar Ungereimtheiten und Logiklöcher, über die man aber gern hinwegsieht. "Deep Blue Sea" ist toll. Kann man sich immer mal wieder ansehen.

7,5/10

Sudden Death (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0114576/

Im Civic-Stadion fiebern 17.000 begeisterte Eishockey-Fans dem Finale um den Stanley-Cup entgegen – unter ihnen auch der Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Keiner der Zuschauer ahnt, dass Terroristen planen, das Stadion samt Zuschauern in die Luft zu sprengen. Jean-Claude van Damme ist Darren McCord, ein Vater, der seine beiden Kinder zu diesem Endspiel der Pittsburgh Penguins gegen die Chicago Blackhawks mitgenommen hat. Als aber seine Tochter plötzlich als Geisel in die Hände der Terroristen fällt, beginnt für McCord ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Der zu allem entschlossene Kidnapper fordert bis Spielende eine Milliarde Dollar vom U.S.-Finanzministerium. Tausende von Menschenleben stehen auf dem Spiel als Van Damme den scheinbar aussichtslosen Kampf aufnimmt, um bis zu Schlusssirene die drohende Explosion des komplett verminten Stadions zu verhindern und seine Tochter zu retten.

Van Dammes zweitbester Film: Sudden Death, eine Art "Stirb langsam" im Eishockestadion. Ja na klar ist der Tenor von vornherein klar, aber genau aus dem Grund gucke ich ja Actionfilme: weil ich verdammt nochmal sehen will, wie ein van Damme, Schwarzenegger oder Stallone den Bösen am Ende möglichst effektvoll ausknipst. Hier geht die Action in einer schönen Spannungskurve steil bergauf bis zum Showdown. Langeweile gibt es nicht. Somit bleibt unterm Strich abwechslungsreiche und gut choreographierte Action, verhältnismäßig hohe Spannung und ein herrlich zynischer Powers Boothe. Schade, dass Herr van Damme nicht noch mehr solche Streifen abgeliefert hat.

8/10

Mittwoch, 31. Juli 2013

Life Of Brian - Das Leben des Brian (1979)

http://www.imdb.com/title/tt0079470/

"Moin Heiland."

Der zweite Streich der Pythons. Ein Film, der den christlichen Vertretern unserer kleinen Menschheit ganz schön sauer aufstieß und die den Film anfänglich sogar verbot. Noch während der Dreharbeiten sorgte ein weitreichendes Urteil in Großbritannien für Aufsehen und in der Folge für Sorge bei allen Beteiligten des Projekts: Die religiöse Organisation Nationwide Festival of Light konnte vor den Gerichten des Landes die erste Verurteilung wegen Blasphemie seit 55 Jahren erreichen. Ein Brief an den Vorsitzenden der britischen Zensurbehörde British Board of Film Censors (BBFC) warnte: "Sie wissen selbst um die Folgen heimtückischer Schmähungen Gottes, Christi und der Bibel." Als problematisch beschrieben Gutachter vor allem die Szene mit dem Ex-Leprakranken, der sich über Jesus als "verdammten Wohltäter" beschwert. Nach Rücksprachen weigerten sich die Pythons regelmäßig, Änderungen vorzunehmen. (Quelle: Wikipedia)

Noch ein Grund mehr (für mich), diesen Film zu sehen, zu lieben und über alle Maßen in den Himmel zu heben (welch ein Wortspiel!)

In der Krippe liegt das Kind, seine Mutter steht glücklich daneben und drei Astrologen aus dem Orient huldigen dem Neugeborenen mit ihren kostbaren Gaben. Als idyllisches Beisammensein könnte die Situation beschrieben werden, bis der vorliegende Irrtum festgestellt wird: Das Messias wurde im Stall nebenan geboren. Bevor sie sich versieht, sitzt Brians Mutter wieder alleine und ohne Geschenke mit ihrem Nachwuchs in der ärmlichen Behausung. Auch später nimmt das Spiel der Verwechslungen kein Ende, denn anstatt dem Sohn Gottes zu folgen, schließt sich das Volk Brian an, der, ehe er sich versieht, Mitglied der Volksfront von Judäa (oder war es doch die judäische Volksfront?) wird. Was der Wundertäter wider Willen allerdings nicht weiß: Das ihm auferlegte Schicksal schließt den Tod am Kreuz mit ein...

"Was soll das heißen? "Romanes Eunt Domus" - Menschen, genannt Romanes gehen das Haus?" - "Es soll heißen 'Römer, geht nach Haus!'." - "Heißt es aber nicht!" - "Was ist lateinisch für 'Römer'? Na komm schon, komm schon!" - "Romanus." - "Deklinieren!" - "-anus." -  "Vokativ Plural von 'anus' ist?!" - "-ani?" - "RomANI!  - 'eunt', was heißt 'eunt'?!" - "Geh?" - "Konjugiere das Verb 'gehen'!!" - "eo, is, it, imus, itis, eunt." - "Also ist 'eunt'...?" - "3te Person Plural Präsens Indikativ 'sie gehen'." - "Aber 'Römer, geht nach Hause!' ist ein Befehl, also musst du was gebrauchen??" - "Den Imperativ?" - "Der lautet?" - "i" - "Wie viele Römer?" - "Plural! Ite!! ite!!!!!" - "'ITE! Domus.' Nominativ. Aber das ist eine Bewegung auf etwas zu, nicht wahr, Junge?" - "Dativ?... Oh nein, nein, nein. Akkusativ! Akkusativ! Akkusativ!!! 'Ad domus', Herr." - "Nur fordert 'domus' den ...?" - "Den Lokativ!" - "Welcher lautet ..." - "Domum?" - "DOMUM. Also ergibt das ...'Romani ite domum'. Hast du das begriffen?"

Wieder einmal siegt der Wortwitz, die absolute Absurdität, der übele Klamauk und die offensichtliche Blödheit der Protagonisten, allesamt wie immer in mehreren Rollen von der Python-Truppe selbst verkörpert. Genau wie der erste Film der Pythons, "Die Ritter der Kokosnuß", ein Volltreffer mit Lachgarantie - auch noch nach der hundersten Sichtung und auch, wenn man schon (wie ich) quasi jeden Satz mitsprechen und ganze Passagen aus dem Stehgreif heraus mitspielen kann. Das hat schon was. Und allein der Running Gag des Imperators mit Sprachfehler...

 "Also weißt du mein Pester, ich pin üperrascht einen so stämmigen Schwertträger wie dich vor dem Pöpel wanken zu sehen!"

Natürlich ist auch hier die Story nur Mittel zum Zweck, aber sie ist deutlich gradliniger als noch im ersten Film, auch wenn es hier Szenen gibt, für die es offensichtlich keine Erklärung gibt und die nur dazu da sind um eine weitere Absurdität oder einen grandiosen Gag einzuleiten. Mit ihrer bissigen, abgedrehten, kreativen und ihrer einfach nicht zu kopierenden Art, machen sich die Pythons eben nicht über den Glauben her, sondern über die Dogmen, die dieser oft als Joch mit sich trägt. Dies zu unterscheiden ist nicht so sehr eine Frage des Verstandes, sondern des Willens. Hier geht es nicht gegen Jesus, oder um den Disput, ob es ihn nun gab oder nicht, karikiert wird das, was Menschen tun, und dass dies nicht immer Sinn macht, sollte keine bahnbrechende Erkenntnis sein.

"Hm, nunja, ich glaub ich sollte dich erstmal fairerweise darauf hinweisen, daß wir nicht das Rettungskommitee sind. Wie auch immer. Man hat mich gebeten namens der Bewegung folgende vorbereitete Erklärung zu verlesen:
'Wir die Volksfront von Judäa - Klammer auf  - offizielle - Klammer zu - wollen hiermit Dir, Brian, unsere Aufrichtigen brüderlichen und schwesterlichen Grüße übermitteln, anläßlich Deines hier stattfindenden Martyriums." - "Was?!" - "Dein Tod wird dastehen als ein Markstein in unserem fortgesetzten Ringen, das Vaterland zu befreien, aus den mörderischen Krallen der Römisch-Imperialistischen Aggressoren, ausschließlich jener, die befaßt sind mit Entwässerung, Medizin, Straßenbau, Wohnungsbau, Weinanbau und sonstigen römischen Beiträgen zum Wohlergehen der Freiheitsgläubigen und zwar beiderlei Geschlechts und Hermaphroditen. Gez. im Namen der VVJ. Etcetera.' - Und ich möchte noch ein persönliches Wort hinzufügen betreffs meiner Bewunderung für das, was du für uns tust, Brian. Ich meine davon ausgehend, daß es immerhin eine recht schwere Zeit für dich sein muß."

Unverkennbar, unvergleichlich, genial, grandios.

9,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Sony/Python (Monty) Pictures

Dienstag, 30. Juli 2013

The Wolverine - Wolverine: Weg des Kriegers (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1430132/

Als vor nunmehr 4 Jahren "X-Men Origins: Wolverine"  ins Kino kam, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Genauso war es nun hier, als mit "Der Weg des Kriegers" die vielversprechende Fortsetzung und als Gegener der "Silver Samurai" angekündigt wurde.

"The Wolverine" knüpft einige Zeit nach den Geschehnissen in "X-Men: The Last Stand" an und lässt den Vorgänger beinahe unbeachtet links liegen. Es wird somit in keiner einzigen Szene zumindest auf diesen Teil angespielt. Das dies gar nicht so schlecht ist, zeigt sich aber nach und nach im Verlauf des Films. Nachdem viele der X-Men gestorben sind und die Allianz der Kämpfer mit den übernatürlichen Kräften aufgelöst wurde, befindet sich Logan aka Wolverine (Hugh Jackman) in einer Situation, in der er von der Verantwortung gegenüber seinem alten Team entbunden ist. Auf der Suche nach einem Grund zu leben, begibt er sich in das moderne Japan. Dort trifft er sowohl ihm gut und schlecht gesonnene Menschen und muss sich fragen, wem er trauen kann. Neben Feinden wie Industriellen, Politikern, Frauen und Ninjas trifft er auch auf seinen Erzfeind: Silver Samurai. Als Mutant kann dieser verschiedene Stoffe mit Energie beladen und so mit seinem Samurai-Stahl jede Materie durchdringen. Wolverine entdeckt zum ersten Mal, dass es etwas gibt, das ihn verwundbar macht und stößt an seine körperlichen und emotionalen Grenzen. In einem seiner schwierigsten Kämpfe stellt er sich seiner eigenen Unsterblichkeit...

Ähnlich wie in aktuellen Superheldenverfilmungen werden wir hier einen anfänglich zurückgezogenen Wolverine konfrontiert, der in Ruhe leben und seine Kraft eigentlich nur noch loswerden will. Es ist klar, das dies nicht wirklich funktionieren kann, gerät Logan doch immer wieder in Situationen, in denen er latent für Gerechtigkeit sorgt und so letztendlich seinen Weg nach Japan und zu seinem alten Freund Yashida findet, den er im zweiten Weltkrieg vor den Auswirkungen eines Feuersturms, ausgelöst durch eine Atombombe, rettete. Das Setting im heutigen Japan ist auch in einer gewissen Art das Beste, was dem Film passieren konnte, denn nicht nur die Umgebung, sondern auch die (im Original gehaltene) Sprache und die oft angesprochene japanische Kultur sind etwas, was den Film eine gewisse Authentizität und Originalität verleiht.

Die Story selbst ist geschickt mit kurzen Elementen der vorangegangenen "X-Men"-Trilogie verknüpft, konzentriert sich aber im Wesentlichen auf Charakterentwicklung, sowie die titelgebende Figur und dessen Weg der Selbstfindung. Dabei kommen auch die (meiste durch Logans Coolness ausgelöste) Gags nicht zu kurz, die spärlich aber treffsicher eingesetzt wurden. Und natürlich vernachlässigt die interessante Story auch nicht die Action, die im Laufe des Films immer mehr und mehr an Fahrt aufnimmt, die Gewalt aber dennoch angemessener dosiert, um dann letztendlich in einem großen Showdown zu gipfeln. Dabei möchte ich auch den Einsatz von Viper (Svetlana Khodchenkova) auf keinen Fall vernachlässigen. Selbst wenn "Silver Samurai" (Hal Yamanouchi) der eigentliche Gegner ist, so trägt sie doch maßgeblich zu Logans Problemen bei und spielt ihre Rolle als einziger weiterer Mutant punktuell genau hinterlistig, faszinierend und frei von Klischees.

Insgesamt eine eher ungewöhnliche Geschichte für einen X-Men-Streifen. Aber: sie funktioniert und ist trotz 126 Minuten Laufzeit auch nicht zu lang oder gar langweilig. Die ständige Selbstreflexion des Adamantium-Mannes wird leider etwa ab der Mitte des Films etwas ermüdend, da hätte man gut ein bisschen was kürzen können. Trotzdem macht Hugh Jackmann als Logan/Wolverine wieder einmal mehr eine sehr gute Figur und wie ich bereits zum Vorgänger schrieb: für die Verkörperung dieser Comicfigur kann es auch nur einen geben: ihn.


"Was für ein Monster sind Sie nur?" - "Ich bin... Wolverine!"

Marco Beltrami liefert einen zum Geschehen stimmigen Soundtrack, der unaufdringlich ist und zur Szenerie passt. Er bietet aber auch Elemente, die einen aufhorchen lassen und ein Thema, dass sich unbemerkt einschleicht und irgendwie im Kopf bleibt.

Fazit: Für FSK-12 hart an der Grenze, ganz ehrlich. Manche Szenen sind sehr graphisch, vor allem die Ansicht des durch den Feuersturm schwerverletzten Wolverine. Aber auch einige Actionszenen und Fights sind nicht gerade zimperlich und blutarm. Das 3D bietet zwar eine schöne Tiefenschärfe, ist aber für den Filmgenuss belanglos und somit völlig überflüssig. Aber darüber hinaus ist "The Wolverine" genau das, was ich mir erhofft hatte: eine (im Rahmen des Superheldenkonstrukts) nicht zu übertriebene kurzweilige Unterhaltung, die vor allem nicht die ernste Story vernachlässigt, nur um möglichst viele Actionsequenzen aneinander zu reihen. Das ist gut und wird honoriert. Dieses Drama-Thriller-Actionfeuerwerk ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert!

8,5/10

PS: Nicht gleich nach der ersten Namenseinblendung das Kino verlassen, es folgt noch (wie fast immer) eine kleine Szene, die Lust auf mehr macht - und einen WTF-Effekt innehat.

Quellen
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox

Montag, 29. Juli 2013

Monty Python And The Holy Grail - Die Ritter der Kokosnuß (1975)

http://www.imdb.com/title/tt0071853/

Wo fängt man hier mit einer Rezension an? Am besten gleich mit einem Zitat, die noch am ehesten verdeutlicht, in welche Richtung diese grandiose Satire geht:

"Wie seid Ihr dann König geworden ?" - "Die Herrin der See, ihr Arm war in reinster golddurchwirkte Seide gekleidet, reichte empor das Zepter aus den Tiefen des Wassers und kündigte damit an, dass ich Artus durch göttliche Vorsehung bestimmt, dies Zepter tragen soll. Deswegen bin ich euer König!" - "Hör zu! Fremde Weiber, die in irgendwelchen Tümpeln hocken, sind keine Basis für irgendein Regierungssystem! Die oberste Exikutivmacht leitet sich her von einem Mandat der arbeitenden Massen und nicht von einer verlogenen Wasserzeromonie!"- "Halts Maul!"

Im frühen Mittelalter durchwandert König Artus (Graham Chapman) das noch relativ unbewohnte England mit seinen edlen Recken, um das Reich von den einfallenden Franzosen zu befreien und den sagenhaften Heiligen Gral zu erobern. Leider handelt es sich bei seiner Truppe um eine Ansammlung irrer Trottel und Feiglinge und sein Unternehmen erleidet schnell zahlreiche Rückschläge... - "Die Ritter der Kokosnuss" ist ohne Wenn und Aber eine der besten Komödien aller Zeiten. Dabei wird alberner Humor mit gewitzter Gesellschaftsparodie und dreckiger Anarchismus mit edler Hochnäsigkeit gekonnt vermischt. Ohne Respekt, Konventionen und jeden Erwartungen trotzend ist der Film eine der besten Lachgranaten überhaupt. Gesetz dem Fall, man kann mit dem speziellem Humor der Python-Truppe auch etwas anfangen.

"Hör zu mein Junge. Ich hab das Alles aus dem Nichts aufgebaut. Als ich hier anfing, hatte ich nichts als Sumpf. Alle anderen Rancher, ähhh, Könige sagten ich sei verrückt, hier zu bauen. Aber ich habe trotzdem hier gebaut. Das erste Schloss versank im Sumpf. Dann hab ich ein zweites gebaut. Das versank ebenfalls im Sumpf. Also baute ich ein drittes. Das brannte dann ab, weil du gekokelt hast. Aber das vierte, das ich baute, das blieb stehen."

Ein absoluter Klassiker, der selbst nach dem zwanzigsten Mal noch lustig ist - wieviele Komödien können das (gerade heutzutage) schon von sich behaupten? Dabei ist es vor allem der Wortwitzund die teils so offensichtliche Blödheit, die einen immer wieder zum herzhaften Lachen bringen kann.

"Ordonanz, sorgt dafür, dass der Prinz den Raum nicht verlässt, bis ich komme und ihn hole!" - "Nicht den Raum verlassen, selbst wenn ihr kommt, um ihn zu holen." - "Nein, Du Idiot! BIS ich komme, ihn zu holen!" - "O.K. Bis Sie kommen, dürfen wir den Raum nicht betreten?!" - "Herr im Himmel, ihr bleibt in diesem Raum, und sorgt dafür, das er nicht fortgeht, O.K.??" - "Bis Sie kommen und ihn abholen!" - "Genau!!" - "Wir brauchen also nichts weiter zu tun, als ihn daran zu hindern, den Raum zu betreten!" - "Nein, den Raum zu verlassen!" - "Den Raum zu verlassen, O.K." - "Alles klar?" - "Klar!!" - "Ehm, falls er..., falls er wirklich, ich meine äh, falls er wirklich..." - "Falls er was?!" - "...was soll ich dann? ...na ja?" - "Hör zu, es ist ganz einfach!" - "Ich weiß nicht!" - "Ihr bleibt hier, und sorgt dafür, das er den Raum nicht verlässt! ...Alles klar? " - "Oh, da fällt mir was ein, er könnte doch den Raum mit uns verlassen?!!" - "Oh Gott, nein, ihr haltet ihn hier drin fest, und sorgt dafür, das er auf keinen Fall..." - "Natürlich halten wir ihn fest, wir sind ja fest angestellt! Aber wenn er nur mal muss oder so..." - "Ich habe gesagt, ihr sollt ihn hier drin festhalten." - "Bis irgendjemand kommt, und..." - "Nein, nicht irgendjemand, sondern ICH!!!" - "Dann meinetwegen nur Sie!" - "Ist das klar??" - "Völlig klar!" - "Wirklich??" - "Klar! Wir bleiben hier stehen, bis Sie zurückkommen." - "Und sorgt dafür, das er nicht raus kann!" - "Der Prinz??" - "Ja, sorgt dafür, das er nicht abhaut!" - "Ahh, ihr meint den Prinzen - ich dachte, ihr hättet meinen Kameraden gemeint. Ich kam mir schon ein bisschen dämlich vor, einen von der Wach- und Schließgesellschaft bewachen zu müssen, hehe." - "Na gut... wohin wollt ihr?" - "Wir gehen mit euch, Herr." - "Nein, ich möchte, das ihr hier bleibt..., und darauf achtet, das er den Raum nicht verlässt!" - "Oh, wieso sagt ihr das nicht gleich?"

Natürlich ist die Story mehr oder weniger zusammengeschustert, um den einen oder anderen Gag hervorzuzwingen. Die Handlung besteht somit eigentlich nur aus einer einzigen Aneinanderreihung von Gags, aber was solls, denn man kommt aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass es jemals ein komplett ausgearbeitetets Drehabuch gab. Ich kann einfach nicht.

"Im Schloß von Aaaaaaaaaah...?" - "Vielleicht meinte er die Camaaaaargue!" - "Wo ist das?" - "In Frankreich, glaube ich." - "Gibt´s nicht ein St. Aaaaaaaaaaaives in Cornwall?" - "Nein, das ist St. Ives."

Ich weiß nicht, wie oft man auf einer Party die Sätze der Pythons zitiert und damit immer noch einen großteil der Gäste zum fröhlichen Miitlachen anregen kann. Uns geht es zumindest so.

"Zuerst ziehe die heilige Zündnadel aus dem Gehäuse. Sodann sollst du zählen bis 3, nicht mehr und nicht weniger. 3 allein soll die Nummer sein, die du zählest, und die Nummer, die du zählest, soll 3 und nur 3 sein. Weder sollst du bis 4 zählen, noch sollst du nur bis zur 2 zählen, es sei denn, dass du fortfährst zu zählen bis zur 3. Die 5 scheidet völlig aus. Wenn dann die Nummer 3, welches ist die 3. Nummer von vorne, erreicht ist, dann schleudere mit Kraft deine Heilige Handgranate von Antiochia gegen deinen Feind."

Ein absoluter Kultklassiker des derben Humors.

9/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Sony/Python (Monty) Pictures

Die Hard 2 - Stirb langsam 2 (1990)

http://www.imdb.com/title/tt0099423/

Es war im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis nach "Stirb langsam" der zweite Teil kommen würde. "Dieselbe Scheiße passiert demselben Mann zum zweiten Mal" – das dürfte wohl der Leitsatz von John McClane (Bruce Willis) in Stirb langsam 2 – Die Harder sein. Diese Weihnachten will McClane nur seine Frau Holly (Bonnie Bedelia) vom Flughafen abholen und stolpert dabei direkt in den Weg von Terroristen, die einen Drogenbaron befreien wollen. Dafür hat Colonel Stuart (William Sadler) die Kontrolle über den Flughafen übernommen und droht die Maschinen in der Warteschleife nacheinander abstürzen zu lassen, sollte der ehemalige südamerikanische Diktator General Ramon Esperanza (Franco Nero) nicht freigelassen werden. Aber er hat seine Rechnung ohne John McClane gemacht, dessen Frau in einem der bedrohten Flugzeuge sitzt...

Statt einem Wolkenkratzer inmitten der Großstadt gilt es nun einen der größten Flughäfen der Stadt von skrupellosen Gangstern zu säubern. Der Szenenwechsel war natürlich notwendig und gibt dem zweiten "Die Hard" einen nicht ganz so beengten Raum wie seinem grandiosen Vorgänger. John McClane ist diesmal auch theoretisch nicht vollkommen auf sich gestellt, genug Helfer sind ja nun mal vor Ort, aber praktisch erledigt er das Ganovenpack erneut im Alleingang. Was bleibt ihm auch anderes übrig, denn so richtig hilfreich ist hier kaum jemand von der Anwesenden: McClane wird in einer Tour angemault und ihm mit rechtlichen Konsequenzen für sein Handeln gedroht, obwohl er der Einzige ist, der dem ganzen Treiben auch effektiv (und effektvoll) Einhalt gebietet.

Warum McClane von Anfang an wie ein Störenfried behandelt wird und sich die Beteiligten lange Zeit nur gegenseitig auf den Füßen stehen ist zwar "sinnvoll", um McClane erneut in ein Einer-gegen-Alle-Szenario zu schicken, aber richtig glaubwürdig ist es jedoch nicht. Dennoch: der zweite Teil ist erstaunlich gut gelungen und ihn trennen nur wenige Patzer von dem genialen ersten Teil.  Die angesprochenen Drehbuchholperer sind zwar nicht zu übersehen, aber mal ehrlich: wen interessierts? Handwerklich lässt sich über "Die Hard 2" kein schlechtes Wort verlieren. Die Action ist rasant, knallhart und exzellent choreografiert - und hat zudem keine Längen. Es geht rasant vorwärts und der bemitleidenswerte McClane wird von einer Schießerei in die nächste tollkühne Halsbrecheraktion gejagt. Macht immer wieder Spaß anzusehen. Klasse. 

8,5/10

Von Twentieth Century Fox wurden die komplette Reihe (inklusive des "Recut" von "Stirb Langsam 4.0") in einer schicken Box im DigiPak veröffentlicht, welches darüber hinaus eine exklusive Bonus-Disc mit Hintergrundinformationen zu allen Filmen und ein Begleitbuch beinhaltet.


Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

Sonntag, 28. Juli 2013

X-Men Origins: Wolverine (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0458525/

Wolverine war schon immer der coolste X-Men-Held. Da ist es völlig legitim, dass er seinen eigenen Film bekommt. So hat man hier eine unterhaltsame Verfilmung der Ursprünge des Wolverine. Dabei verlässt sich der FIlm verläßt sehr auf seinen hervorragenden Hauptdarsteller - Hugh Jackmann, dem die Rolle des Wolverine passt wie ein maßgeschneiderter Anzug. Ehrlich - ich könnte mir derzeit keinen besseren Schaupieler für den Job denken. Die anderen interessanten Figuren, wie Gambit und vor allem Deadpool kommen dadurch aber leider etwas zu kurz. Liev Schreiber als Sabretooth ist fantastisch und kann Jackman durchaus auch schauspielerisch Paroli bieten.

"X-Men Origins: Wolverine" erzählt die Vorgeschichte Logans mit Augenmerk auf seine mysteriöse Vergangenheit, seine komplexe Beziehung zu Victor Creed (Liev Schreiber) alias Sabretooth und das ominöse Weapon X-Programm. Der Zuschauer erfährt, wer Wolverine wirklich ist. Woher kommen seine Klingen, sein Adamantium-Skelett und seine Selbstheilungskräfte? Was hat seine Persönlichkeit geprägt? Was steckt hinter seinem inneren Konflikt und seiner Rache? Auf der Suche nach Antworten verbündet sich Wolverine u.a. mit Gambit (Taylor Kitsch) gegen Colonel Stryker (Danny Huston) und dessen Armee aus Supersoldaten, unter denen sich auch Wade Wilson (Ryan Reynolds) alias Deadpool befindet. Als Wolverine den früheren Tod seiner Geliebten Kayla Silverfox (Lynn Collins) durch Sabretooth rächen will, muss er eine bittere Überraschung erleben…

Ryan Reynolds spielt in diesem Film zu Beginn den Wade Wilson, der mit seinen beiden Schwertern einige gradiose Szenen bietet, so den "Wow-Effekt" erreichen kann und vor allem durch seine große Klappe auffällt. Dankenswerter Weise hat Reynolds aber insgesamt wenig Screentime und so nervt sein Geplapper nur anfänglich. Prinzipiell ist die Story dazu auch gut aufgebaut und beginnt erst so richtig ab dem Moment, in dem Wolverine sein Adamantium-Skelett erhält. Unglücklicherweise bedient sie sich aber auch fast aller Klischees, die das Genre so zu bieten hat. Das drückt leider etwas auf Atmosphäre und Spannung. Dafür kann der Film aber auch satte Action und Effekte bieten - und mehr verlange ich von so einem Blockbuster eigentlich auch nicht. Gerade die Kampfszenen sind teilweise grandios inszeniert, sodass ich als Actionfan auf jeden Fall auf meine Kosten gekommen bin.

Fazit: Der Film ist erzählerisch sicher nicht so schön rund wie der erste "X-Men", aber trotzdem ein gut inszenierter und unterhaltsamer Mainstream-Streifen.Da freue ich mich umso mehr auf Dienstag, wenn ich mir den zweiten Teil ansehen werde...

8/10

Quellen
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox