Montag, 31. Juli 2017

Hobo With A Shotgun (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1640459/

Ein Landstreicher (Rutger Hauer) zieht in eine Stadt namens Hope Town, in der das Gesetz nichts zu melden und das Verbrechen die Gegend beherrscht. Er macht sich jedoch nichts daraus und will dort als Landschaftsgestalter seinen Lebensunterhalt bestreiten. Dafür benötigt er jedoch einen Rasenmäher, der in einem Pfandhaus knappe 50 Dollar kostet. Um sich diesen kaufen zu können, geht er betteln. Dabei beobachtet er, wie die mörderischen Brüder Ivan (Nick Bateman) und Slick (Gregory Smith), deren Vater „The Drake“ (Brian Downey) das Sagen in Hope Town hat, einen Jungen bedrohen. Nachdem die Prostituierte Abby (Molly Dunsworth) erfolglos eingreift, schnappt sich der Landstreicher Slick und bringt ihn zur Polizeistation. Aufgrund eines perfiden Korruptionssystems wollen ihm die Gesetzeshüter jedoch nicht helfen. So macht es sich der Landstreicher zur Aufgabe, sich selbst um das verbrecherische Gesindel zu kümmern – inklusive pädophiler Weihnachtsmänner und Drogendealer – und kauft sich für sein erbetteltes Geld keinen Rasenmäher, sondern eine Shotgun...

"Hobo With A Shotgun" ist genau das, was "Machete" gern sein wollte: ein Grindhouse- Film, ein Trashfilm. Es ist eie ins Groteske überzeichnete und mit den Stilmitteln des Splatter-Films umgesetzte Gesellschaftskritik. Die Botschaft, dass eine Gewaltherrschaft nur mit Gewalt bekämpft werden kann, mag Pazifisten ärgern, aber sie ist - im Sinne dieses Streifens - wahr. Der rechtsfreie Raum, in dem die Mächtigen dieser Stadt agieren, die Gewalt gegen das Volk, Brot und Spiele zur Ruhigstellung der Bürger und als ultima ratio das Aufeinanderhetzen der Massen - all das zeigt der Film in comic-artig verfremdeter und durch bestialische Gewaltorgien überspitzter Weise. "Hobo With A Shotgun" eröffnet damit eine (gefühlt) politisch angehauchte Botschaft, wenn es gelingt, den schweren Vorhang der plakativen Gewalt zu lüften und dahinter zu blicken. Rudger Hauer, der einzige große Name des Films, mimt den namensgebenden Penner mit Schrotflinte, welcher, erstmal in dieser Stadt angekommen, feststellen muss, dass er in einer, von Kriminellen beherrschten, Hölle gelandet ist. Er macht sich nun mit seiner Shotgun auf, die Stadt zu säubern. So weit so einfach.

Der Schluss ist da an Symbolkraft kaum zu überbieten, denn tatsächlich braucht hier eine Revolution die einfachen Leute , die Straße und das Ausschalten der korrupten Ordnungsmacht. Der Film ist bis zu diesem Zeitpunkt ein einziges Feuerwerk aus Overacting, Splatter und Zynismus. Einige Witze sind tatsächlich sehr makaber und sensiblen Menschen auf keinen Fall zu empfehlen. Auch der Gewaltgrad ist sehr hoch: abgerissene und abgeschossene Körperteile, Eingeweide und sonstige Unappetitlichkeiten am laufenden Band. Jeder der also eher aus dem Action- Bereich als dem Horror- Splatter-Bereich kommt sei hiermit gewarnt. Hier werden einige Grenzen überschritten. Vordergründig wurde der Film aufgrund des Vorwurfs der Gewaltverherrlichung beschlagnahmt, aber man kann sich beinahe sicher sein, dass dies aus Kalkül geschah.

7/10

Von Universum Film (LFG) kommt der Film in seiner ungeschnittenen (und indizierten) Fassung als "2-Disc Limited Editon" im Mediabook: