Dienstag, 8. September 2015

Before I Go To Sleep - Ich. Darf. Nicht. Schlafen. (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1726592/

Die 40-jährige Schriftstellerin Christine Lucas (Nicole Kidman) ist nach einem schrecklichen Unfall, den sie in ihren Zwanzigern hatte, unfähig, neue Erinnerungen zu behalten. Sie wacht jeden Tag auf und kann sich weder an den vorhergehenden Tag noch an irgendetwas aus den vergangenen Jahren erinnern. Ihr Ehemann Ben (Colin Firth) und ein Videotagebuch helfen ihr jeden Morgen auf's Neue, ihr Leben zu rekonstruieren. Doch an eine baldige Verbesserung ihres Zustandes ist nicht zu denken. Deswegen besucht sie den Psychologen Dr. Nash (Mark Strong), der ihr helfen soll, Erinnerungen länger zu behalten. Mit ihm begibt sie sich auf eine aufwühlende Reise in die eigene Vergangenheit, bei der sie sich irgendwann nicht nur fragen muss, wem sie noch trauen kann, sondern auch, wer sie selbst eigentlich ist.

Der Auftakt dieses Amnesie-Psychothrillers ist recht vielversprechend und verspricht elektrisierende Spannung - gerade auch in der Einführung seiner Protagonisten. Obwohl die Geschichte vom Grundsatz her das Rad nicht neu erfindet, glaubt man doch zunächst an das Besondere. Jedoch verheddert sich Regisseur Rowan Joffe vor lauter Euphorie auf seinen nicht ganz so unvorhersehbaren Twist in Logik-Stolperfallen und bleibt letztlich einige Erklärungen schuldig. Obwohl Nicole Kidman die ganze Zeit über hervorragend spielt - ebenso wie ihre männlichen Gegenparts Colin Firth und Mark Strong - und optisch auch trotz ihrer Schönheits-OPs natürlich wirkt, was insofern von Belang ist, da man ihr so ihre Rolle durchaus abnehmen kann ohne von Künstlichkeit abgelenkt zu werden, wird man das Gefühl nicht los, das alles so oder so ähnlich schon einmal gesehen zu haben, auch wenn der Streifen sich durchaus alle Mühe gibt seine Fährten zu verwischen.

Sich über den umpassenden deutschen Titel aufzuregen bleibt müßig, da er im Original mit "Before I Go To Sleep" tatsächlich deutlich zutreffender beschrieben ist. Allerdings hätte auch Kidmans Wachbleiben nicht wirklich etwas an ihrer verunsichernden Situation geändert... bis zu jenem Moment in dem sie Dinge erfährt, die sie der Wahrheit näher bringen. Und ab da gibt sie sich ihrem Schlaf ja auch nicht mehr ganz freiwillig hin. Leider zutreffend ist aber auch das Gefühl, dass hier durchaus mehr drin gewesen wäre. Zu zahm, zu wenig Thrill und ein sehr unbefriedigendes Happy-End, welches bei Thrillern dieser Art nun so ganz und gar nicht ins Geschehen passen will. Als sehr ungünstig erwies sich dabei auch der dem Plot geschuldete Fakt, dass die Hauptakteurin wieder und wieder über ihr Vorleben aufzuklären war, das dem Zuschauer allerdings noch recht vertraut geblieben ist.

So bleibt letztlich der Film, der so sicher nur zur einmaligen Sichtung geeignet ist, ebensowenig im Gedächtnis wie die Lebenserinnerungen der gebeutelten Christine.

6/10