Samstag, 1. November 2014

Ôdishon - Audition (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0235198/

Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau beschließt Geschäftsmann Aoyama, nach einer neuen Frau Ausschau zu halten. Mit Hilfe eines befreundeten TV-Produzenten inszeniert er eine ungewöhnliche Form der Partnersuche: Sie veranstalten ein Vorsprechen für ein fiktives Filmprojekt, um sich einen Überblick über die Damenwelt zu verschaffen. Aoyamas Wahl fällt schließlich auf die ebenso schöne wie rätselhafte Asami. Eine Entscheidung, die er alsbald bedauern wird.

Ein Horrorfilm? Hm. Als Horrorfilm würde ich "Audition" nun gerade nicht bezeichnen, er ist vielmehr ein düsteres und sehr melancholishes wenngleich blutiges Psychodrama. Der Film beginnt sehr langsam und ruhig und man könnte nach 45 Minutn auch denken, das ganze könnte ebenso eine romanstische Komödie sein, aber sobald man anfängt der mysteriösen Frau zu misstrauen beginnt der eigentlich Reiz des Films. Man sucht selbst nach Antworten auf die vielen Fragen des Films und versucht herauszufinden was mit der Frau nicht stimmt. Obwohl sie mir schon zu Beginn nicht gänzlich sympatisch war, steigert sich das Gefühl stets immer kontinuierlicher und das ist ganz toll in Szene gesetzt von Miike, denn obwohl "Audition" - aus meiner bisherigen Erfahrung gesprochen -  kein typischer Miike ist und er hier etwas ganz Neues probiert, gelingt ihm das auf ganzer Linie. Der Schock am Ende sitzt tief und der Film regt weit über das Ende noch zum Nachdenken an, denn die letzten 20 Minuten werfen nur noch mehr Fragen auf über die man sehr lange diskutieren könnte. So ist "Audition" ein sehr spannender wie tiefsinniger Film. Er ist sehr eigen, zugegeben und man muß sehr viel Geduld mitbringen, um ihn bis zum Ende durchzustehen. Wer sich jedoch die Mühe macht wird belohnt. Miike schlägt eine neue tiefsinnigere, verstörendere und deutlich weniger bildgewaltige Richtung ein, die zwar deutliche Längen hat, aber trotzdem sehenswert ist.

8/10