Dienstag, 26. Februar 2013

Looper (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1276104/

In der Zukunft sind Zeitreisen möglich. Das organisierte Verbrechen hat eine besonders innovative Verwendung: Er schickt Menschen ins Jahr 2046 zurück, wo sie von Loopern getötet und beseitigt werden. Der Beste seiner Zunft ist der eiskalte Joe Simmons, bis er eines Tages einem neuen Opfer gegenübersteht: seinem dreißig Jahre älterem Ich. Joe zögert einen kurzen Augenblick. Zu lang! Es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod ...


Looper ist ein guter, in Teilen sogar sehr guter Film. Speziell das erste Drittel bietet einen atmosphärischen Zeitreise-Thrill. Und Looper will neben der ohnehin vertrackten Grundthematik noch viel mehr und ist damit storytechnisch ein echtes Schwergewicht. In dieser Zukunftsvision treffen die Gegensätze von Armut und Dekadenz gnadenlos aufeinander. Zudem kommen weitere thematische Elemente wie zum beispiel menschliche Mutation und bedingungslose Liebe hinzu. So hat der Film dann an mancher Stelle doch etwas zu viel Storybalast. Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson schafft mit einer sehr ökonomischen und klaren Erzählstruktur zwar eine atmosphärische, an Noir-Filme angelehnte Grundstimmung zu etablieren, doch die vielen verschiedenen Elemente verhindern zeitweise eine genaue Fokussierung auf einen Plot-Teil, verwirren zusehends und die Stimmung bleibt leider so nicht konstant. Es gibt Tempo, dann wird urplötzlich gebremst - und zwar mit voller Wucht - um dann wieder abrupt Gas zu geben. Das gibt dem Film aber nur einen ganz leichten Wermutstropfen, denn am Ende finden alle Stränge wieder malerisch zusammen. Man muss Johnson Respekt dafür zollen, ein so ambitioniertes und mutiges Stück Kino auf die Leinwand gebracht zu haben. Nur der Status als kleines SciFi-Meisterwerk bleibt ihm von mir verwehrt.

8/10