Sonntag, 8. Januar 2017

OSS 117: Rio Ne Répond Plus - OSS 117: Er selbst ist sich genug (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1167660/

Der Altnazi Von Zimmel (Rüdiger Vogler), der sich im südamerikanischen Exil befindet, erpresst Frankreich mit einer Liste ehemaliger Nazi-Kollaborateure. Deswegen beauftragt die Grande Nation ihren besten Geheimagenten Hubert Bonnisseur de La Bath alias OSS 117 (Jean Dujardin) mit der Lösung der verzwickten Aufgabe. Zusammen mit der Mossad-Agentin Dolorès Koulechov (Louise Monot) reist er nach Rio, um die kompromittierende Liste in seinen Besitz zu bringen. Bei ihrer Mission hilft ihnen unerwarteterweise Heinrich (Alex Lutz), der Sohn des Nazi-Offiziers, der sich ein sympathisches Dasein als Hippie aufgebaut hat. Gemeinsam machen sie das Versteck der Nazis aus, wo sie bereits erwartet werden.

"OSS 117 - Er selbst ist sich genug!" wartet mit einem großartig aufspielenden Jean Dujardin auf, der in der Rolle des ebenso selbstgefälligen wie politisch vollkommen unkorrekten Geheimagenten OSS 117 förmlich aufblüht. Zusammen mit Regisseur Michel Hazanavicius ("The Artist") schuf er einen mit absurdem, aber nur selten wirklich albernen Humor gespickten Film, der mit trockenem Wortwitz mehr erreicht als manch andere sogenannte Komödie mit wilden Grimassen. Aber was für eine Überraschung: leider kommt der zweite "OSS 117" nicht an die Klasse des großartigen Vorgängers heran. Das liegt weniger an Jean Dujardin, der hier wieder den Hubert auf seine charmante Art und Weise verkörpert. Irgendwie wollen viele Gags und Sprüche einfach nicht wirklich zünden, teils aufgrund ständiger sich wiederholender Kalauer oder viel zu flacher Witzchen.

Wie schon beim Vorgänger gelingt dennoch eine weitestgehend punktgenaue, durchaus intelligente Parodie auf die alten "James Bond"-Filme mit Sean Connery und die in den 60er Jahren populären Bondableger der "OSS 117"-Reihe. Die Kostüme und Settings sind sorgsam ausgewählt und wirken äußerst authentisch. Hier merkt man, mit welcher Begeisterung und mit welchem Respekt Hazanavicius den Vorbildern entgegentritt und diese würdigt. Anspielungen auf die Hitchcock-Filme wie "Der unsichtbare Dritte", "Vertigo" oder "Saboteure" sind superb gesetzt und runden das zitatenreiche Vergnügen ab. Selten kam ein sexistischer, rassistischer, vollkommen unsenibler Chauvinist sympathischer rüber als in diesem Film. Gerade eben, weil Hazanavicius diesen auf unnachahmliche Weise entlarvt und bloßstellt.

Welcher Geheimagent käme schon Mitte der 60er Jahre auf die Idee, in Südamerika in die Deutsche Botschaft zu spazieren und am Empfang nach einer Liste mit untergetauchten Naziverbrechern zu fragen? Bei solcher Dreistigkeit bleibt dem Zuschauer tatsächlich die Spucke weg. Diese Szene ist beispielhaft dafür, dass Humor und Hintersinn durchaus zusammenpassen können. Brasilien funktioniert als Schauplatz wirklich gut und im Großen und Ganzen macht diese Fortsetzung auch Spaß, aber trotzdem kann dies alles nicht über die seltsame Story und die teils flachen Witze hinwegtäuschen, so dass der Film nicht immer ganz rund wirkt.

6,5/10