Donnerstag, 19. Januar 2017

Don't Breathe (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4160708/

Der Vater von Alex (Dylan Minnette) arbeitet im Sicherheitsgeschäft – sehr praktisch, wenn man wie Alex ein Dieb ist. Das Insiderwissen hilft dem jungen Mann, die teuren Sicherheitssysteme reicher Leute zu überwinden und in Villen fette Beute zu machen. Alex ist auf diesen Diebestouren nicht allein: Rocky (Jane Levy), als sein heimlicher Schwarm die Hauptmotivation für die Einbrüche, begleitet ihn, um sich und ihrer kleinen Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Dritter im Bunde ist Money (Daniel Zovatto), Rockys Freund, der des Kicks wegen mitmacht. Ein Kick der besonderen Art steht dem Trio bevor, als es in das Haus eines Kriegsveteranen (Stephen Lang) einsteigt, der nach dem Unfalltod seines einzigen Kindes ein großes Schmerzensgeld bekommen haben soll. Der Veteran ist blind, was kann also schiefgehen? Nun, eine Menge...

Nach dem sehr guten (Remake) "Evil Dead" beweist Regisseur Fede Alvarez, dass er auch (fast) ohne Blut eine gute Stimmung, eine hochspannende Atmosphäre, eine fesselnde Geschichte und somit einen echt guten Horrorthriller zustande bringt. "Don't Breathe" ist sensationell gut inszeniert und noch besser gestaltet. Der Home Invasion-Psychothriller fängt durchaus gefestigt an und steigert sich dann immer mehr. Das Setting passt, der (im Vorfeld) unterschätzte Gegner, die insgesamt gut gecasteten Schauspieler (allen voran Steven Lang als blinder Mann) und die Story allgemein bringen eine im Grunde bekannte Geschichte mittels kleiner Varianzen auf ein ganz neues Level und verstehen es, den Zuschauer von Anfang an bei der Stange zu halten.

Und so muss ein Thriller sein, genau so. Der Film ist sauspannend, teils dank des subtilen Spannungsaufbaus, teils durch fesselnde und temporeiche Spannung. Diese ergibt sich dabei hauptsächlich aus der Identifikation des Zuschauers mit der Rolle der Einbrecher - der Zuschauer kann sich recht gut in diese hineinversetzen. Der Blinde, der jederzeit aus jeder Ecke des Hauses kommen könnte, das unbekannte Terrain, das jedoch dem Hausherren natürlich alles andere als unbekannt ist. Auf die Charaktere wird zwar nur sehr geringfügig eingegangen; mehr ist hier allerdings auch nicht nötig, denn der relativ simple Plot funktioniert auch so, oder gerade deswegen bestens. Mit knapp 89 Minuten ist der Film weder zu kurz noch zu lang, sondern hat genau die richtige Laufzeit für das was erzählt werden muss. "Don't Breathe" ist schlicht ein kompromissloser und robuster Vertreter unter den neuesten Genre-Beiträgen und ein Film der zwar sicher nicht in Innovation badet, aber gerade durch seine beengende Grundstimmung Wirkung hinterlässt. Auf jeden Fall ein kleines (Horror-/Thriller-)Highlight des Jahres 2016.

8/10

Auch im limitierten Steelbook erhältlich: