Freitag, 17. Juni 2016

Midnight Run - Midnight Run: 5 Tage bis Mitternacht (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095631/

Der Ex-Cop Jack Walsh (Robert De Niro) verdient sich seinen meist eher gering ausfallenden Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger, dabei will er sich lieber zur Ruhe setzen. Mit dem nächsten Auftrag könnte ihm das sogar gelingen. Für 100.000 Dollar soll er den flüchtigen Mafiabuchhalter Jonathan Mardukas (Charles Grodin) von New York nach Los Angeles bringen und das innerhalb der nächsten fünf Tage. Einfacher gesagt, als getan, denn schon bald sind den beiden nicht nur der Mafiaboss Jimmy Serrano (Dennis Farina), sondern auch das FBI unter Führung von Agent Alonzo Mosely (Yaphet Kotto) und der Kopfgeldjäger Marvin Dorfler (John Ashton) auf den Fersen.

Kultiger 80ger Action-Comedy-Spaß von "Beverly Hills Cop"-Regisseur Martin Brest. Im Vordergrund steht Robert DeNiro als Kopfgeldjäger, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen trägt und seine Verfolger trickreich mit all seinen Assen im Ärmel auszuschalten weiß. Dazu sehnt er sich mit diesem Coup endlich den schmierigen Job loszuwerden und mit dem wohlverdienten Geld ein anderes, besseres Leben zu führen.

Der Film hat einen wahnsinnig sympathischen Flair, weil er einerseits ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde und dank Danny Elfmanns poppig, rockigen Soundtrack viele verschiedene Stimmungen auf einem einzigartigen Trip quer durch Amerika einfangen kann. Auch wird diese anmutende "Reise", wie könnte es anders sein, eine Selbstfindung für den Kopfgeldjäger, indem ihn sein quassliger Gefährte, und gleichzeitig seine "Lebensversicherung" Charles Grodin, über seine Vergangenheit ausquetscht und ihm einzureden versucht, seine Einstellungen zu überdenken. Doch DeNiro ist eher genervt über die ganze sinnige Plauderei und möchte ihm am liebsten ein dickes Pflaster auf seinen Mund kleben (wenn er nur eines dagehabt hätte).

Deswegen erfährt man gerade witzige Dialoggefechte, gepaart mit teilweise ein wenig zu viel Sentimentalität. Trotzdem merkt man von Minute zu Minute, dass gerade diese beiden unterschiedlichen Figuren, sich mehr und mehr zusammenraufen. Natürlich gibt es wieder die obligatorischen Gangster, die in Las Vegas unter Millionen von Dollar hausen und sich, wenn es was zu tun gibt, kurzerhand die Stadt verlassen, um dann pünktlich und unvorhergesehen am passenden Ort erscheinen. Das FBI ist selbstverständlich auch mit von der Partie. Es gibt die typischen Personen mit Regenmäntel, Hüten und coolen Sonnenbrillen.

Vor allem aber nimmt sich der Film nicht allzu ernst, was ihm sehr gut tut. Er ist eben leicht, locker, witzig und mag vor allem bei Nostalgikern richtig gut ankommen. Der Streifen wirkt eben so, als wenn man noch einmal in die 80ger zurück katapultiert wird und bei einer nie endenden schnittigen Verfolgsjagd quer über den Kontinent dabei ist und ihn am eigenen Leibe miterleben darf. Fetzt.

7,5/10