Sonntag, 9. November 2014

The Great Escape - Gesprengte Ketten (1963)

http://www.imdb.com/title/tt0057115/

Im Zweiten Weltkrieg werden britische, amerikanische und französischer Kriegsgefangene in ein großes Gefangenenlager zusammengelegt. Die Nazis versprechen sich hiervon, die Insassen besser bewachen zu können. Sie haben jedoch nicht damit gerechnet, daß die Aliierten sich auch hier zusammentun und einen Fluchtplan schmieden. Zuerst sind es nur einzelne Fluchtversuche, doch irgendwann wird daraus eine große Organisation, die 250 Gefangenen zur Flucht verhelfen will. Viele Experten werden speziellen Jobs zugewiesen, so gibt es zum Beispiel einen, der für gefälschte Ausweise zuständig ist, ein anderer muß Erde, die beim Tunnelbau angefallen ist, unauffällig entsorgen. Doch ist es wirklich möglich, einen Ausbruch in diesem großen Ausmaß überhaupt durchzuführen?

Ein großer Klassiker des Films. Mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, Charles Bronson, Donald Pleasence und James Coburn wartet der Film mit einer wirklichen Starbesetzung wie man sie (angesichts der zeitlichen Entstehung des Films) besser nicht hätte hinbekommen können. Dabei gilt er wohl als Großvater des Gefängnisausbruch-Films, als Vorlage für tausende andere, wie zum Beispiel "Die Verurteilten", was man merkt wenn man sich daran erinnert, was der gute Andy Dufresne mit der Erde anstellt, als er sie nach draußen auf den Hof trägt. Man könnte es als 1:1-Kopie ansehen, eine Art der Hommage - und so etwas ist es letztendlich auch. Selbst Leslie Nielsen parodierte diese Szene in "Die nackte Kanone 33 1/3". Aber, wer kann's einem verübeln, mit "Gesprengte Ketten" hat man hier wirklich ein Vorbild geschaffen, das es verdient hat, dass weitere Generationen sich daran orientieren. Zwar hat der Streifen mit beachtlichen 172 Minuten eine ordentliche Überlänge, jedoch merkt man diese eigentlich weniger, vielmehr tut es dem Film in keinster Weise schlecht. Wie immer unter dem Gesichtspunkt, dass man sich darauf einlässt.

Der Streifen kommt zwar zu Beginn etwas langsam in Fahrt, aber auch darüber kann man mit einem zugedrückten Auge größtenteils hinwegsehen. Man glaubt anfänglich, man habe es mit einer Komödie zu tun, eine Art "M*A*S*H*" oder "Ein Käfig voller Helden", aber wenn man hinter die Kulisse schaut (und das Entstehungsjahr im Hinterkopf behält), dann fallen einem plötzlich ganz andere Dinge auf. Natürlich in erster Linie der Spaß, wenn der Genosse wegen der fehlenden Latten unter seiner Matratze bis nach ganz unten durchbricht, aber auch Spannung, wenn alle Flüchtlinge auf einmal durch ein dummes Versehen von den Wachen dabei erwischt werden, als sie ihre Körper gerade versuchen, auch dem Tunnel zu quetschen, und letztendlich natürlich die Freude des Sieges, des Willens, die man verspührt, wenn man das erste mal wieder richtige frische (freie) Luft atmen und sich über den geglückten Ausbruch freuen darf. Aber auch Trauer, wenn man erfährt, was danach passiert.

Sicherlich sieht man "Gesprengte Ketten" an, dass er schon so einige Jahre auf dem Buckel hat, jedoch lenkt das nicht davon ab, was ein toller Film hier gezaubert wurde, der jede Menge Unterhaltung bietet und auch nach mittlerweile über 50 Jahren immer noch vom Start weg überzeugen kann. "Gesprengte Ketten". Viel wahrer hätte der Titel kaum ausfallen können.

8/10