Montag, 3. November 2014

Beowulf 3D - Die Legende von Beowulf 3D (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0442933/

Der junge Held Beowulf steht Hrodgar, dem König der Dänen, im Kampf gegen das trollähnliche Ungeheuer Grendel bei. Das angelsächsische Gedicht, das der Geschichte zu Grunde liegt, gehört zu den ältesten Schätzen der altenglischen Literatur. Nähere Infos zu dem Thema findet man bei wikipedia.org. In grauer Vorzeit der Heldensagen stellt sich der mächtige Krieger Beowulf dem Duell mit dem monströsen Dämon Grendel. Der Sieg über ihn erregt den höllischen Zorn von Grendels ruchlos-verführerischer Mutter, der für ihre Rache jedes Mittel recht ist. Gewaltige Schlachtpanoramen, spektakuläre Kämpfe mit sagenhaften Drachen, Verrat und Intrigen am Königshof, die urwüchsige Gier des Menschen nach Reichtum und Macht – sie alle verwebt der Oscar-preisgekrönte Regisseur Robert Zemeckis (“Forrest Gump”) zu einem digital gefilmten und animierten Monumentalepos, das mit seinen buchstäblich grenzenlosen Fantasy-Dimensionen alle bisherigen Seherfahrungen in den Schatten stellt.

Robert Zemeckis' "Beowulf" ist - für einen ernsten computeranimierten Film - eine durchaus positive Überraschung. Zwar sehen die Charaktere (gemessen an heutigen Maßstäben) eher nach Computerfiguren aus, bewegen sich hölzern (und das obwohl die Gesichter fast schon perfekt und echt aussehen) und ich denke noch heute, dass es mit klassischen Effekten und Darstellern aus Fleisch und Blut umso vieles besser geworden wäre, doch die insgesamt guten Sprecherleistungen von u.a. Ray Winstone, Anthony Hopkins und John Malkovich machten es mir möglich die Figuren so zu akzeptieren und auch noch ernst zu nehmen. Vor allem jedoch stellte ich erstaunt fest, dass sich hier jemand über die Story wirklich Gedanken gemacht hat. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit in diesem Genre und das weiß ich zu würdigen.


"Beowulf", das Gedicht, ist vor allem sprachgeschichtlich von Interesse und für England von ideellem Wert. Die darin erzählte Geschichte ist nichts als ein wenig originelles Heldenepos: Beowulf tötet das Monster Grendel sowie dessen Mutter, wird König und erledigt später sogar noch einen Drachen.

Die filmische Umsetzung dieses Werks fällt, gerade weil sie sich nicht zu eng an den Text hält, etwas interessanter aus. Bei näherer Betrachtung machen die vielen Änderungen im Kontext des Gedichts durchaus Sinn und verleihen der Geschichte und den Charakteren mehr Tiefe. Zemeckis' Film gibt nur teilweise den Text wieder, erscheint vielmehr die Geschichte hinter der erzählten Geschichte sein zu wollen. Schließlich mochte ich, dass tatsächlich auch ein wenig altes English ins Drehbuch eingebaut wurde. Das passt. Aber das wohl hervorstechendste Merkmal sind und bleiben die grandiosen 3D-Effekte, die dann letztendlich jeden letzten Zweifler gebannt auf den Bildschirm starren lassen. Kein Film für Kinder (falls man dies aufgrund der Stilrichtung vermuten mag), aber eine spannende Unterhaltung für Erwachsene - wenn man sich darauf einlässt.

7/10