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Zwei Jahrzehnte hat Ali G. (Sacha Baron Cohen) regelrecht vergammelt. Mehr als „chillin', tokin' and bonin'“ stand offenbar nicht auf dem Programm. Dem wird jedoch ein abruptes Ende bereitet, als klar wird, dass seine Freundin Julie (Morgana Robinson) schwanger ist – und zwar schon im achten Monat. Ali G. muss sich also in kürzester Zeit mit seiner neuen Rolle als Vater arrangieren. Denn schon bald muss der Kühlschrank voller sein als bisher. Die große Chance wittert er in den USA, wo er noch mal nach seinem eigentlich längst verblassten Ruhm greifen will. Doch die Nummer ist nicht so einfach, wie er sich das vorgestellt hat.
Sacha Baron Cohen holt seine Kultfigur zurück - doch was vor über 20 Jahren herrlich provokant und entlarvend war, wirkt heute oft wie ein müder Aufguss alter Gags. "Ali G: Who Iz I?" will mit maximaler Geschmacklosigkeit politische Extreme, kulturelle Aneignung und die Absurditäten der amerikanischen Gesellschaft aufs Korn nehmen. Dabei gibt es durchaus ein paar gelungene Treffer, aber viel zu oft verwechselt der Film Provokation mit bloßem Krawall. Ali G (Sacha Baron Cohen) ist inzwischen ziemlich abgestürzt. Als seine Freundin Julie (Morgana Robinson) hochschwanger ist, versucht er in den USA, an seinen früheren Ruhm anzuknüpfen. Dort gerät er zwischen politische Grabenkämpfe, selbsternannte Freiheitskämpfer und ideologische Überzeugungstäter. Das Konzept kombiniert eine lose Rahmenhandlung mit inszenierten Situationen und echten, teils ahnungslosen Gesprächspartnern. Genau diese Mischung war einst Baron Cohens große Stärke - hier wirkt sie jedoch erstaunlich unausgegoren.
Cohen wirft sich mit gewohntem Körpereinsatz in seine Rolle und scheut weder vulgäre Sprüche noch peinliche Grenzüberschreitungen. Einzelne Begegnungen sind tatsächlich absurd genug, um für befreiendes Lachen zu sorgen. Doch die Satire trifft längst nicht immer ins Schwarze. Die Seitenhiebe auf rechte Verschwörungsideologen und selbstgerechte Linke wirken häufig plump, während der Film seine eigene Aussage ständig erklären muss. Ausgerechnet eine Komödie, die Doppelmoral und ideologische Verblendung entlarven will, scheint sich ihrer Wirkung nicht mehr ganz sicher zu sein. Das größte Problem ist die Dramaturgie. Statt einer pointierten Geschichte reiht der Film Sketche, Provokationen und aufwendige Prank-Situationen aneinander. Der Wechsel zwischen Ali Gs fiktiver Lebensgeschichte und den vermeintlich realen Konfrontationen bremst den Erzählfluss zusätzlich. Was als kurzer Sketch funktionieren könnte, zieht sich über Spielfilmlänge. Auch die Nebenfiguren bleiben weitgehend Stichwortgeber, und die Musik sowie die solide technische Umsetzung können den Mangel an erzählerischer Stringenz nicht ausgleichen."Ali G: Who Iz I?" hat durchaus Momente, in denen Baron Cohens Talent für Improvisation und unangenehme Situationen aufblitzt. Doch der Film wirkt zu bemüht, zu lang und erstaunlich wenig treffsicher. Die einstige Schärfe seiner Kunstfigur ist einer Mischung aus Nostalgie und grobem Schockhumor gewichen. Zwei Sterne für einige gelungene Einfälle und Cohens kompromisslosen Einsatz - insgesamt ist diese Rückkehr aber deutlich weniger bissig, als sie gern wäre. Dann lieber ein neuer Borat - mit den alten Qualitäten.













