Sonntag, 1. November 2026

Ali G: Who Iz I? (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt43655467/
https://letterboxd.com/film/ali-g-who-iz-i/

Zwei Jahrzehnte hat Ali G. (Sacha Baron Cohen) regelrecht vergammelt. Mehr als „chillin', tokin' and bonin'“ stand offenbar nicht auf dem Programm. Dem wird jedoch ein abruptes Ende bereitet, als klar wird, dass seine Freundin Julie (Morgana Robinson) schwanger ist – und zwar schon im achten Monat. Ali G. muss sich also in kürzester Zeit mit seiner neuen Rolle als Vater arrangieren. Denn schon bald muss der Kühlschrank voller sein als bisher. Die große Chance wittert er in den USA, wo er noch mal nach seinem eigentlich längst verblassten Ruhm greifen will. Doch die Nummer ist nicht so einfach, wie er sich das vorgestellt hat.

Sacha Baron Cohen holt seine Kultfigur zurück - doch was vor über 20 Jahren herrlich provokant und entlarvend war, wirkt heute oft wie ein müder Aufguss alter Gags. "Ali G: Who Iz I?" will mit maximaler Geschmacklosigkeit politische Extreme, kulturelle Aneignung und die Absurditäten der amerikanischen Gesellschaft aufs Korn nehmen. Dabei gibt es durchaus ein paar gelungene Treffer, aber viel zu oft verwechselt der Film Provokation mit bloßem Krawall. Ali G (Sacha Baron Cohen) ist inzwischen ziemlich abgestürzt. Als seine Freundin Julie (Morgana Robinson) hochschwanger ist, versucht er in den USA, an seinen früheren Ruhm anzuknüpfen. Dort gerät er zwischen politische Grabenkämpfe, selbsternannte Freiheitskämpfer und ideologische Überzeugungstäter. Das Konzept kombiniert eine lose Rahmenhandlung mit inszenierten Situationen und echten, teils ahnungslosen Gesprächspartnern. Genau diese Mischung war einst Baron Cohens große Stärke - hier wirkt sie jedoch erstaunlich unausgegoren.

Cohen wirft sich mit gewohntem Körpereinsatz in seine Rolle und scheut weder vulgäre Sprüche noch peinliche Grenzüberschreitungen. Einzelne Begegnungen sind tatsächlich absurd genug, um für befreiendes Lachen zu sorgen. Doch die Satire trifft längst nicht immer ins Schwarze. Die Seitenhiebe auf rechte Verschwörungsideologen und selbstgerechte Linke wirken häufig plump, während der Film seine eigene Aussage ständig erklären muss. Ausgerechnet eine Komödie, die Doppelmoral und ideologische Verblendung entlarven will, scheint sich ihrer Wirkung nicht mehr ganz sicher zu sein. Das größte Problem ist die Dramaturgie. Statt einer pointierten Geschichte reiht der Film Sketche, Provokationen und aufwendige Prank-Situationen aneinander. Der Wechsel zwischen Ali Gs fiktiver Lebensgeschichte und den vermeintlich realen Konfrontationen bremst den Erzählfluss zusätzlich. Was als kurzer Sketch funktionieren könnte, zieht sich über Spielfilmlänge. Auch die Nebenfiguren bleiben weitgehend Stichwortgeber, und die Musik sowie die solide technische Umsetzung können den Mangel an erzählerischer Stringenz nicht ausgleichen.

"Ali G: Who Iz I?" hat durchaus Momente, in denen Baron Cohens Talent für Improvisation und unangenehme Situationen aufblitzt. Doch der Film wirkt zu bemüht, zu lang und erstaunlich wenig treffsicher. Die einstige Schärfe seiner Kunstfigur ist einer Mischung aus Nostalgie und grobem Schockhumor gewichen. Zwei Sterne für einige gelungene Einfälle und Cohens kompromisslosen Einsatz - insgesamt ist diese Rückkehr aber deutlich weniger bissig, als sie gern wäre. Dann lieber ein neuer Borat - mit den alten Qualitäten.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Four by Two Films/Amazon MGM Studios/Working Title Films (GB)

Das verschwundene Kind (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt33115197/
https://letterboxd.com/film/where-is-aaron/

Als der zwölfjährige Aaron Buchholz (Sammy Schrein) im Wendland spurlos verschwindet, beginnt für seine Eltern Sophie (Julia Koschitz) und Thies Buchholz (Mark Waschke) eine verzweifelte Suche. Zunächst steht die Befürchtung im Raum, dass Aaron ertrunken sein könnte. Doch während Familie und Freunde nach dem Jungen suchen, brechen immer mehr Spannungen auf, die lange zwischen den Bewohnern der Hofgemeinschaft geschwelt haben. Sophie und Thies leben dort mit ihren Freunden Inga (Anna Schudt) und Bodo Herzog (Hans Löw) sowie deren Kindern Lasse (Jona Levin Nicolai) und Jella (Cäcilia Kirchner). Einst wollten die vier gemeinsam ein naturverbundenes Leben führen und ihre Kinder zusammen aufziehen. Doch Aarons schwieriges Verhalten, seine Konflikte in der Schule und wiederholte Auseinandersetzungen haben das Verhältnis der Familien zunehmend belastet. Mit seinem Verschwinden stellt sich nun die Frage, ob tatsächlich alle nur sein Bestes wollten oder ob sich jemand insgeheim gewünscht hat, dass Aaron nicht mehr da ist. Eine Lüge verschärft das Misstrauen und droht das gemeinsame Leben endgültig zu zerstören.

Eine alternative Hofgemeinschaft, große Ideale und ein Kind, das zunehmend zum Problem erklärt wird: Sabine Bernardis Familiendrama "Das verschwundene Kind" erzählt weniger einen klassischen Vermisstenfall als die Geschichte einer Gemeinschaft, deren harmonische Fassade längst Risse bekommen hat. Das ist psychologisch interessant und hervorragend gespielt, verliert sich aber gelegentlich in allzu konstruierten Erklärungen. Der Film interessiert sich dabei weniger für kriminalistische Spannung als für die Frage, wie eine Gemeinschaft mit einem vermeintlich schwierigen Kind umgeht - und welchen Anteil die Erwachsenen selbst an der Situation haben.

Julia Koschitz und Mark Waschke vermitteln glaubwürdig die Überforderung von Eltern, die zwischen Sorge, Schuld und Selbstrechtfertigung schwanken. Anna Schudt und Hans Löw setzen dazu überzeugende Kontrapunkte. Auch Sammy Schrein hinterlässt als Aaron einen bleibenden Eindruck, obwohl seine Figur vor allem durch die Erzählungen und Erinnerungen anderer Gestalt annimmt. Gerade diese indirekte Annäherung macht den Jungen interessant: Ist er tatsächlich das Problem, für das ihn alle halten, oder übersehen die Erwachsenen etwas Entscheidendes? Regisseurin Sabine Bernardi und Drehbuchautorin Silke Zertz setzen auf leise Zwischentöne statt auf einen reißerischen Krimi. Die Landschaft des Wendlands, die stimmungsvolle Kameraarbeit von Moritz Schultheiß und die zurückhaltende Musik unterstützen das realistische, melancholische Gesamtbild. Allerdings entwickelt sich die Handlung nicht immer gleich überzeugend. Manche psychologischen Erklärungen wirken etwas konstruiert, und die vielen Konflikte werden bisweilen zu deutlich auf ihre dramaturgische Funktion hin angelegt. Wer einen spannenden Ermittlungsfilm erwartet, könnte außerdem das vergleichsweise geringe Interesse an der eigentlichen Suche vermissen. Zudem macht es sich das Ende etwas zu einfach und konstruiert einfach eine Situation herbei, die darauf abzielt beim Zuschauer ein wohliges Gefühl zu hinterlassen, aber andererseits völlig deplatziert, konstruiert und unglaubwürdig ist.

"Das verschwundene Kind" ist damit ein solides, darstellerisch starkes Familiendrama über verdrängte Wahrheiten, fragile Freundschaften und die Schattenseiten vermeintlich idealer Lebensentwürfe. Die gesellschaftlichen und psychologischen Fragen regen zum Nachdenken an, werden aber nicht in jedem Moment so subtil behandelt, wie es möglich gewesen wäre. Drei Sterne für ein sehenswertes Ensemble und ein relevantes Thema - überzeugend im Schauspiel, mit kleinen Schwächen in Dramaturgie und Figurenzeichnung - und einem absolut unglaubwürdigem Ende.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Relevant Film/ZDF

Sleeping Beauty - Dornröschen und der Prinz - Dornröschen (1959)

https://letterboxd.com/film/sleeping-beauty/

Prinzessin Aurora wurde von der bösen Hexe Malefiz verflucht. Noch bevor Aurora ihren 16. Geburtstag feiert, soll sie sich an der Nadel eines Spinnrades stechen und in einen hundertjährigen Schlaf fallen. Um dem vorzubeugen versteckt das Königspaar sie im Schloss, bewacht von drei liebevollen aber schusseligen Feen.

Mit "Dornröschen" (oder auch "Dörnröschen und der Prinz") liefert Disney einen der visuell beeindruckendsten Klassiker seiner Zeichentrickgeschichte. Die Geschichte ist schnell erzählt: Weil die böse Fee Malefiz nicht zur Taufe von Prinzessin Aurora eingeladen wird, belegt sie das Kind mit einem Fluch. An ihrem 16. Geburtstag soll Aurora sich an einer Spindel stechen und sterben. Drei gute Feen versuchen, das Schicksal abzuwenden, doch als der Fluch schließlich eintritt, liegt es an Prinz Philipp, Aurora zu retten und Malefiz zu besiegen. Was dem Film an erzählerischer Komplexität fehlt, macht er durch seine außergewöhnliche Gestaltung mehr als wett. Die Hintergründe von Eyvind Earle sind unverkennbar von mittelalterlicher Kunst inspiriert: kantige Formen, ornamentale Muster, tiefe Wälder und majestätische Schlösser schaffen eine märchenhafte Welt, die sich deutlich von den weicheren, runderen Bildern früherer Disney-Filme abhebt. Die breite CinemaScope-Bildgestaltung wird dabei konsequent genutzt. Jede Einstellung wirkt sorgfältig komponiert, beinahe wie ein bewegtes Gemälde. Diese stilistische Eigenständigkeit macht "Dornröschen" auch Jahrzehnte später zu einem visuellen Erlebnis.

Die größte Stärke des Films ist jedoch seine Gegenspielerin. Malefiz, gesprochen von Eleanor Audley, gehört zu den eindrucksvollsten Disney-Schurkinnen überhaupt. Ihre kühle Eleganz, die spöttische Überlegenheit und die unheimliche Präsenz verleihen der Geschichte eine überraschend düstere Note. Der Höhepunkt ist ihre Verwandlung in einen gewaltigen, feuerspeienden Drachen: Der Kampf gegen Philipp ist packend inszeniert und für einen Familienfilm von 1959 erstaunlich bedrohlich. Auch die drei guten Feen Flora, Fauna und Sonnenschein sorgen mit ihren Streitereien und ihrem unbeholfenen Zaubern für Humor und Wärme. Sie sind es, die der Geschichte einen großen Teil ihrer Persönlichkeit verleihen. Aurora selbst bleibt dagegen eine eher passive Hauptfigur. Sie ist sympathisch, ihre Szenen im Wald besitzen einen verträumten Charme, doch als Charakter entwickelt sie kaum Tiefe. Auch die Liebesgeschichte mit Philipp ist knapp gehalten und emotional wenig ausgearbeitet. Das Drehbuch folgt dem bekannten Märchenstoff zügig, nimmt sich aber wenig Zeit, seine Figuren über ihre Rollen im Märchen hinaus zu entwickeln. Dadurch wirkt die Handlung im Vergleich zu späteren Disney-Klassikern etwas schlicht. Wer vor allem eine ausgefeilte Geschichte oder komplexe Charaktere sucht, dürfte hier weniger finden als in der beeindruckenden visuellen Welt.

Musikalisch geht der Film einen eigenen Weg. George Bruns verarbeitet Motive aus Tschaikowskis Ballett "Dornröschen" zu einer opulenten Orchesterbegleitung, die den märchenhaften Charakter unterstreicht und besonders in den dramatischen Momenten hervorragend funktioniert. "Einmal in einem Traum" ("Once Upon A Dream") bleibt als zentrales Lied im Gedächtnis, auch wenn der Film insgesamt weniger eingängige Songs bietet als etwa "Schneewittchen und die sieben Zwerge" oder "Cinderella". Die Animation überzeugt vor allem durch flüssige Bewegungen, die präzise Abstimmung von Bild und Musik sowie die aufwendige Gestaltung der fantastischen Schauplätze. Die düsteren Passagen und der finale Drachenkampf zeigen, wie wirkungsvoll klassische Zeichentrickkunst Spannung erzeugen kann, ohne auf moderne Effekte angewiesen zu sein. "Dornröschen" ist nicht Disneys stärkster Film, wenn es um Figurenzeichnung und Dramaturgie geht, aber einer seiner schönsten. Die märchenhafte Atmosphäre, Eyvind Earles unverwechselbare Bildsprache, Malefiz als ikonische Bösewichtin und das mitreißende Finale machen den Film zu einem zeitlosen Klassiker. Die etwas dünne Handlung und die passive Titelheldin verhindern die Höchstwertung. Als visuell kunstvolles, musikalisch opulentes Märchen bleibt "Dornröschen" dennoch ein Erlebnis, das seinen besonderen Zauber bis heute bewahrt hat.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Walt Disney Productions

Samstag, 31. Oktober 2026

Contra el huracán - Surviving Hurricane Otis - Gegen den Hurrikan (2026)

https://www.imdb.com/title/tt37961714/
https://letterboxd.com/film/surviving-hurricane-otis/

Wirpul (Benny Emmanuel) und sein Halbbruder Candi (Kristyan Ferrer) haben sich voneinander entfremdet. Ein Job bringt die beiden jedoch unerwartet wieder zusammen, als sie auf die Yacht eines wohlhabenden Mannes aufpassen sollen. Während Wirpul das Schiff als Kapitän steuert, ist Candi an Bord als Mechaniker tätig. Als sich vor der Küste der mexikanischen Touristenmetropole Acapulco ein Sturm zusammenbraut, sind die beiden allein an Bord. Während Candi Schlimmes befürchtet und das Boot zurück in den Hafen bringen will, will Candi den Anweisungen seines Chefs Folge leisten und auf See bleiben. Tatsächlich entwickelt sich der Sturm zum gefährlichen Hurrikan und bald kämpfen die zwei Halbbrüder um ihr Überleben.

Ein Hurrikan der höchsten Kategorie, eine manövrierunfähige Yacht und zwei entfremdete Halbbrüder, die gemeinsam ums Überleben kämpfen müssen: "Gegen den Hurrikan" bringt eigentlich alles für einen packenden Katastrophenfilm mit. Regisseur Jorge Michel Grau orientiert sich am Hurrikan Otis, der 2023 Acapulco verwüstete, erzählt jedoch eine fiktionale Geschichte über Wirpul und Candi, die trotz einer Sturmwarnung auf See bleiben, um die Yacht ihres wohlhabenden Arbeitgebers zu schützen. Der Film verbindet den Überlebenskampf mit einem Brüderkonflikt und deutet zugleich die soziale Ungleichheit an, durch die Menschen für fremdes Eigentum ihr Leben riskieren. Doch weder das Familiendrama noch die gesellschaftliche Ebene werden konsequent vertieft. Die Konflikte zwischen den Brüdern wirken oft konstruiert, Dialoge erklären Gefühle, statt sie glaubwürdig zu vermitteln, und manche Entscheidungen sind angesichts der drohenden Katastrophe kaum nachvollziehbar. Benny Emmanuel und Kristyan Ferrer bemühen sich zwar um emotionale Tiefe, können die Schwächen des Drehbuchs aber nur teilweise ausgleichen.

Handwerklich hat der Film durchaus seine Momente. Wenn Wind und Wellen zunehmen und die Yacht immer stärker von der Naturgewalt bedroht wird, entsteht zeitweise eine beklemmende Atmosphäre. Die beengte Umgebung passt gut zum Survival-Szenario, und einige Sturmsequenzen sind für eine mexikanische Produktion dieser Größenordnung durchaus eindrucksvoll. Allerdings schwankt die Qualität der visuellen Effekte deutlich. Gerade bei den Szenen auf offener See wirken Größenverhältnisse und Bewegungen mitunter künstlich, wodurch die Illusion des lebensgefährlichen Überlebenskampfs verloren geht. Kameraarbeit und Musik erfüllen ihren Zweck, entwickeln aber wenig Eigenständigkeit und können die Spannung nicht dauerhaft aufrechterhalten. Das größte Problem ist aber der unausgewogene Erzählrhythmus: Statt die Gefahr stetig zu steigern, wiederholt der Film seine familiären Auseinandersetzungen, während die Figuren nur begrenzt an Tiefe gewinnen. Dabei hätte die reale Katastrophe genügend Stoff für ein intensives Survival-Drama mit gesellschaftlicher Relevanz geboten. Die Geschichte bleibt jedoch überwiegend ein konventionelles Versöhnungsmelodram, dessen emotionale Höhepunkte zu deutlich auf Wirkung angelegt sind. Damit ist "Gegen den Hurrikan" ein gut gemeinter Katastrophenfilm mit einer interessanten Grundidee und einigen wirkungsvollen Sturmbildern. Doch blasse Figurenzeichnung, vorhersehbare Konflikte und sichtbar wechselhafte Effekte verhindern, dass wirkliche Spannung oder emotionale Anteilnahme aufkommen. Für einen einmaligen Netflix-Abend mag das reichen - das Potenzial dieser Geschichte bleibt jedoch weitgehend ungenutzt.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Perro Azul

Freitag, 30. Oktober 2026

The Chronicles Of Narnia: The Voyage Of The Dawn Treader - Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte (2010)

https://www.imdb.com/de/title/tt0980970/
https://letterboxd.com/film/the-chronicles-of-narnia-the-voyage-of-the-dawn-treader/

Nachdem ein weiteres Jahr in England vergangen ist, ruft das Schicksal Lucy (Georgie Henley) und Edmund Pevensie (Skandard Keynes) sowie deren Cousin Eustachius Knilch (Will Poulter) erneut nach Narnia. Diesmal erweist sich ein Bild als Portal ins sagenumwobene Reich, das die drei Kinder direkt auf das Segelschiff Morgenröte verfrachtet. Die Aufgabe der Schiffsbesatzung besteht darin, zusammen mit dem Kommandanten König Kaspian (Ben Barnes) sieben Lords aufzuspüren, die vom vormaligen Herrscher Miraz aus dem Reich der Telemarer getrieben wurden. Die Reise zu den Lords entwickelt sich zu einem gefährlichen Abenteuer, bei dem nicht nur Sklavenhändler als Gegner auftauchen, sondern auch ein geheimnisvoller Nebel für Angst und Schrecken sorgt. Kaspian und die jungen Abenteurer begreifen schließlich, dass der Schlüssel zur Bewältigung ihrer Aufgabe eng mit dem bedrohlichen Nebel und geheimnisvollen Schwertern verbunden ist.

Mit "Die Reise auf der Morgenröte" setzt die Narnia-Reihe die Segel und tauscht die großen Schlachten des Vorgängers gegen ein klassisches Seefahrerabenteuer. Die Geschwister Lucy und Edmund Pevensie landen gemeinsam mit ihrem nervigen Cousin Eustace erneut in Narnia. An Bord des königlichen Schiffs Morgenröte treffen sie auf König Kaspian und den kampflustigen Mäuserich Riepischiep. Ihre Mission führt sie von Insel zu Insel, wo sie magische Schwerter finden, gefährlichen Kreaturen begegnen und sich schließlich einer unheimlichen Macht stellen müssen, die Narnia bedroht. Regisseur Michael Apted verleiht dem dritten Film einen leichteren, märchenhafteren Ton als "Prinz Kaspian von Narnia". Das tut der Reihe grundsätzlich gut: Statt sich fast ausschließlich auf Krieg und politische Konflikte zu konzentrieren, stehen diesmal Entdeckungsreisen, fantastische Begegnungen und persönliche Prüfungen im Mittelpunkt. Der Einstieg, in dem das Wasser eines Gemäldes plötzlich zum Durchgang nach Narnia wird, gehört zu den schönsten Momenten des Films. Auch die Idee einer Reise über unbekannte Meere verspricht Abenteuer im besten Sinne. Allerdings fehlt der Geschichte ein durchgehend überzeugender Spannungsbogen. Die einzelnen Inselstationen wirken häufig wie voneinander getrennte Episoden, und die Suche nach den sieben Schwertern verkommt stellenweise zu einer bloßen Aufgabenliste. So bleibt die Handlung zwar abwechslungsreich, entwickelt aber nur selten echten Sog.

Bei den Darstellern gibt es Licht und Schatten. Georgie Henley trägt als Lucy einen großen Teil der emotionalen Handlung und vermittelt überzeugend ihre Neugier, ihren Mut und ihre Selbstzweifel. Skandar Keynes gibt Edmund erneut mehr Reife und Entschlossenheit, während Ben Barnes als Kaspian inzwischen souveräner wirkt, aber nicht immer genügend Raum erhält, um seine Figur weiterzuentwickeln. Der eigentliche Szenendieb ist Will Poulter als Eustace. Seine zunächst selbstgefällige, besserwisserische Art sorgt für humorvolle Reibung, und seine Wandlung vom unangenehmen Außenseiter zu einem mutigeren Menschen bildet einen der stärksten Charakterbögen des Films. Auch Simon Pegg verleiht Riepischiep mit seiner Stimme genau die richtige Mischung aus Ritterlichkeit, Selbstbewusstsein und liebenswerter Überheblichkeit. Liam Neeson bringt als Aslan die erwartete gravitätische Ruhe mit, wobei die spirituellen Botschaften seiner Figur bisweilen etwas zu direkt ausgesprochen werden. Visuell bleibt Narnia eine reizvolle Fantasywelt. Die Morgenröte ist ein gelungen gestaltetes Schiff, die exotischen Inseln bieten Abwechslung, und fantastische Wesen wie der Drache oder die unsichtbaren Bewohner einer Insel sorgen für einige einprägsame Bilder. Besonders die Verwandlung Eustaces in einen Drachen verbindet Spektakel mit seiner persönlichen Entwicklung. Dennoch schwankt die Qualität der Effekte. Manche Kreaturen wirken überzeugend, andere verraten deutlich ihre digitale Herkunft. Auch die aufwendige 3D-Präsentation kann nicht jede Szene mit zusätzlichem Zauber versehen. Wo die Bilder Fantasie und Atmosphäre verbinden, funktioniert der Film am besten; in den stärker computergenerierten Passagen wirkt die Welt dagegen gelegentlich künstlich.

Die Kameraarbeit fängt die Weite des Meeres und die farbenprächtigen Landschaften ansprechend ein, während die Actionsequenzen für ein Familienabenteuer ordentlich inszeniert sind. Ein Kampf mit einem Seeungeheuer und die unheimlichen Szenen rund um die Dunkle Insel liefern Spannung, erreichen aber nicht immer die Intensität, die ihre Bilder versprechen. David Arnolds Filmmusik unterstützt die Reise mit einem kraftvollen, abenteuerlichen Klang und knüpft an den musikalischen Charakter der Vorgänger an. Auch die Themen Mut, Versuchung, Selbstannahme und Verantwortung sind vorhanden. Gerade Eustaces Entwicklung veranschaulicht sie auf nachvollziehbare Weise. Die religiöse Symbolik der Romanvorlage bleibt dabei spürbar, wird jedoch nicht immer organisch in die Handlung integriert. Im Vergleich zu den beiden Vorgängern ist "Die Reise auf der Morgenröte" weniger episch und stärker auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten. Das ist nicht grundsätzlich ein Nachteil, doch der Film findet keine ganz sichere Balance zwischen kindlicher Abenteuerlust und ernsteren Themen. Manche Prüfungen wirken beliebig, die Gegenspieler bleiben wenig greifbar, und der zentrale Konflikt gewinnt erst spät an Gewicht. Dafür besitzt das Finale eine schöne emotionale Note und gibt Lucy und Edmund einen angemessenen Abschied von Narnia.

Unterm Strich ist "Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte" ein solides Fantasyabenteuer mit sympathischen Figuren, einigen gelungenen Schauwerten und einem überzeugenden Will Poulter. Die märchenhafte Seefahreridee und Eustaces Entwicklung sorgen für echte Höhepunkte, während die episodische Erzählweise, wechselhafte Effekte und ein wenig packender Hauptkonflikt verhindern, dass der Film sein volles Potenzial ausschöpft. Ein unterhaltsamer, stellenweise berührender Abschluss der ursprünglichen Narnia-Filmtrilogie - aber kein Abenteuer, das dauerhaft mit den stärksten Momenten des ersten Films mithalten kann.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Fox 2000 Pictures/Walden Media/Mark Johnson Productions/Dune Entertainment

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Other Mommy (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt36586020/
https://letterboxd.com/film/other-mommy/

Für die kleine Bela (Arabella Olivia Clark) ist ihre Mutter (Jessica Chastain) der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Doch nach und nach wächst in ihr der Verdacht, dass von der Person, der sie am meisten vertraut, eine unheimliche Gefahr ausgeht. Je stärker sich fortan ihre Ängste verdichten, desto mehr gerät auch ihr Gefühl von Sicherheit ins Wanken. Während Bela versucht zu begreifen, was um sie herum geschieht, wird aus ihrem Zuhause zunehmend ein Ort, an dem nichts mehr so ist, wie es scheint. Denn ist das wirklich noch ihre Mutter, oder hat schon längst unbemerkt eine finstere Macht deren Platz eingenommen?

Was wäre, wenn die eigene Mutter plötzlich nicht mehr die Person wäre, für die man sie hält? Mit dieser unheimlichen Vorstellung eröffnet "Other Mommy" eine vielversprechende Grundlage für psychologischen Horror. Regisseur Rob Savage, der bereits mit "The Boogeyman" Erfahrungen im Genre gesammelt hat, erzählt die Geschichte der achtjährigen Bela (Arabella Olivia Clark), die von einer unheimlichen Gestalt heimgesucht wird, die genauso aussieht wie ihre Mutter Ursula (Jessica Chastain). Das Wesen verspricht Nähe und Zuneigung, verfolgt jedoch eigene, zunehmend bedrohliche Absichten. Während die Spannungen zwischen Bela und ihren Eltern wachsen, wird es immer schwieriger, Realität und übernatürlichen Schrecken voneinander zu unterscheiden. Die Idee besitzt reichlich Potenzial, doch der Film macht es sich mit der Umsetzung häufig zu einfach. Savage selbst sprach von 50 Jump-Scares im Film - das macht im Schnitt einen Jump-Scare in 90 Sekunde Laufzeit - und ich fürchte, das reicht als Argument gegen diesen Film.

Das größte Plus ist aber Jessica Chastain, die sowohl Ursula als auch deren unheimliches Gegenstück verkörpert. Als emotional schwer greifbare Mutter überzeugt sie mit einem zurückgenommenen Spiel, das hinter der kontrollierten Fassade unterschwellige Spannungen erkennen lässt. Als Other Mommy setzt sie dagegen auf verstörende Körperlichkeit, starre Blicke und ein unnatürliches Lächeln. Gerade wenn sie sich kaum bewegt und einfach nur im Dunkeln steht, entfaltet sie eine unangenehme Wirkung. Arabella Olivia Clark schlägt sich als Bela ebenfalls ordentlich, während Jay Duplass als Vater Russ für einige menschliche Momente sorgt. Allerdings bleiben die familiären Beziehungen zu oberflächlich, um den emotionalen Konflikten wirklich Gewicht zu verleihen. Auch Nebenfiguren wie Dichen Lachman und Karen Allen werden kaum sinnvoll genutzt. 

Inszenatorisch zeigt Savage durchaus Gespür für eindringliche Bilder. Dynamische Kamerabewegungen, kreative Übergänge und traumartige Sequenzen verleihen dem Film stellenweise eine surreale Qualität. Auch das Sounddesign kann überzeugen: Knarrende Dielen, leise Umgebungsgeräusche und gezielt eingesetzte Stille erzeugen Momente echter Anspannung. Das Problem ist, dass der Regisseur diesen Stärken offenbar nicht genug vertraut. Statt die Angst langsam wachsen zu lassen, setzt „Other Mommy“ immer wieder auf laute Geräusche, abrupte Schnitte und möglichst heftige Schreckmomente. Die angekündigte Fülle an Jump-Scares wird dadurch eher zur Belastung als zum Vorteil. Einige Kreaturenbilder bleiben dennoch im Gedächtnis, und einzelne drastische Effekte sorgen für einen willkommenen Schuss handfesten Body-Horrors.

Besonders enttäuschend ist das Drehbuch von Nathan Elston, das auf Josh Malermans Roman "Incidents Around the House" (den ich nicht gelesen habe) basiert. Die Geschichte nimmt früh viele ihrer Geheimnisse vorweg und beraubt sich damit eines Teils ihrer Spannung. Hinzu kommen bekannte Genrebausteine, eine stellenweise unglaubwürdige Reaktion der Figuren auf die übernatürlichen Ereignisse und eine Mythologie, deren Regeln nicht immer überzeugend erscheinen. Statt die Bedrohung konsequent aus Belas kindlicher Perspektive zu erzählen, springt der Film hastig von einer Eskalation zur nächsten. Das Ergebnis ist daher trotz seiner attraktiven Bilder vor allem eine Ansammlung von Schreckmomenten und unausgereiften übernatürlichen Ideen. Dabei hätte "Other Mommy" durchaus mehr zu erzählen. Hinter dem übernatürlichen Schrecken stecken Fragen nach emotionaler Vernachlässigung, elterlicher Verantwortung und dem Bedürfnis eines Kindes nach Geborgenheit. Die unheimliche Doppelgängerin wird gerade deshalb interessant, weil sie Bela zunächst genau das zu geben scheint, was ihr im Alltag fehlt. Doch diese psychologische Ebene bleibt weitgehend Behauptung. Der Film deutet familiäre Probleme an, arbeitet sie aber kaum aus und lässt seine Monsterhandlung immer wieder die Figuren verdrängen. Auch das schnelle Erzähltempo hilft nur bedingt: Mit rund 93 Minuten ist "Other Mommy" zwar kompakt, fühlt sich durch die ständige Abfolge von Schockmomenten aber zunehmend repetitiv an. 

Unterm Strich ist "Other Mommy" ein Horrorfilm mit einer starken Grundidee, einigen gelungenen visuellen Einfällen und einer engagierten Jessica Chastain, der sich jedoch zu selten auf seine eigenen Stärken verlässt. Die Atmosphäre stimmt punktuell, und einzelne Bilder sind durchaus verstörend. Doch die überstrapazierten Jump-Scares, die dünne Figurenzeichnung und eine nur halb entwickelte Mythologie verhindern, dass daraus ein wirklich nachhaltiger Albtraum wird. Für einen kurzweiligen Genreabend reicht es gerade noch; gemessen an seinem Potenzial bleibt der Film eine verpasste Gelegenheit. Vor allem, weil der Trailer so gut war.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Blumhouse Productions/Atomic Monster/Spin a Black Yarn

Mittwoch, 28. Oktober 2026

The Chronicles Of Narnia: Prince Caspian - Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia (2008)

https://www.imdb.com/de/title/tt0499448/
https://letterboxd.com/film/the-chronicles-of-narnia-prince-caspian/

1941: Nach dem Ende des ersten Abenteuers im sagenumwobenen Land Narnia leben die Pevensie-Geschwister Lucy (Georgie Henley), Edmund (Skandard Keynes), Peter (William Moseley) und Susan (Anna Popplewell) wieder in London. Ihr Alltagsdasein hat jedoch ein jähes Ende, als sie durch magische Kräfte zurück nach Narnia transferiert werden. Dort ist aber viel mehr Zeit vergangen, sodass die Situation nicht mehr so ist, wie sie die Pevensies in Erinnerung haben. Die vier jungen Abenteurer geraten in eine Auseinandersetzung hinein, die zwischen Prinz Kaspian (Ben Barnes), dem rechtmäßigen Thronerben der Telemarer, und dem aktuellen Herrscher Miraz (Sergio Castelitto) tobt. Miraz soll nur so lange auf dem Thron sitzen, bis Kaspian alt genug ist, selbst zu regieren. Um die Macht nicht zu verlieren, will Miraz den Thronfolger Kaspian töten lassen. Der flüchtet jedoch und schließt sich mit den Pevensie-Geschwistern sowie den Narnianern zusammen, um Miraz in die Schranken zu weisen.

Mit "Prinz Kaspian von Narnia" schlägt die Fantasyreihe einen deutlich düstereren Ton an. Ein Jahr ist in der Menschenwelt vergangen, doch in Narnia sind seit der Herrschaft der Pevensie-Geschwister mehr als 1.300 Jahre verstrichen. Das einst magische Königreich wird von den Telmarern beherrscht, während die verbliebenen alten Narnians im Verborgenen leben. Gemeinsam mit dem jungen Prinzen Kaspian müssen Peter, Susan, Edmund und Lucy den tyrannischen König Miraz stürzen und Narnia seine Freiheit zurückgeben. Regisseur Andrew Adamson setzt stärker auf mittelalterliche Kriegsführung, politische Intrigen und große Schlachten als auf den märchenhaften Entdeckergeist des Vorgängers. Das verleiht dem Film zwar mehr Ernsthaftigkeit, nimmt ihm aber auch einen Teil seines Zaubers. Die Geschichte um den rechtmäßigen Thronfolger ist vertraut und funktioniert als klassisches Abenteuer um Macht, Verrat und Selbstfindung. Allerdings gerät der Weg zum großen Konflikt mitunter unnötig kompliziert, während die politische Dimension nicht tief genug ausgearbeitet wird, um wirklich zu fesseln. Mit rund zweieinhalb Stunden ist der Film zudem deutlich zu lang geraten - gerade die ausgedehnten Kampfsequenzen ziehen sich stellenweise.

Die jungen Darsteller sind aber erneut ein Pluspunkt. William Moseley gibt Peter als zunehmend selbstbewussten, aber auch stolzen Anführer, dessen Rivalität mit Kaspian für einige der interessanteren Konflikte sorgt. Georgie Henley verleiht Lucy Wärme und Neugier, während Skandar Keynes als Edmund spürbar gereift wirkt. Anna Popplewell bleibt als Susan etwas blasser. Ben Barnes fügt sich als Kaspian solide in das Ensemble ein, auch wenn die Figur neben den bereits bekannten Geschwistern nicht immer genügend Profil entwickelt. Unter den Nebenfiguren stechen Peter Dinklage als mürrischer Zwerg Trumpkin und Eddie Izzard als Schwert schwingende Maus Riepischiep hervor. Sie bringen Humor und Persönlichkeit in eine Handlung, die sich ansonsten stark auf Krieg und Pflicht konzentriert. Sergio Castellitto sorgt als Miraz für einen passenden Gegenspieler, bleibt aber eher ein klassischer machtgieriger Bösewicht als eine wirklich vielschichtige Figur.

Visuell kann sich das Abenteuer durchaus sehen lassen. Die Landschaften, Kostüme und mittelalterlich anmutenden Kulissen schaffen eine glaubwürdige Fantasywelt, und die Effekte bringen zahlreiche fantastische Kreaturen eindrucksvoll auf die Leinwand. Besonders die bewegten Bäume und einzelne magische Begegnungen erinnern daran, was Narnia als Welt so reizvoll macht. Gleichzeitig wirken manche computergenerierten Bilder weniger überzeugend, als man es von einer Produktion dieser Größenordnung erwarten würde. Die Schlachten sind groß angelegt und übersichtlich inszeniert, ersetzen aber zu oft echte Spannung durch schiere Länge. Wo der Film auf kleinere Figurenmomente und die Magie seiner Welt setzt, funktioniert er deutlich besser als in den ausufernden Massenszenen. Die Musik von Harry Gregson-Williams unterstützt die epische Ausrichtung mit kraftvollen, emotionalen Themen und verbindet den Film hörbar mit seinem Vorgänger. Auch die Themen Mut, Verantwortung, Glaube und der schwierige Übergang vom Kindsein zum Erwachsenwerden sind weiterhin vorhanden. Besonders Peters Umgang mit seiner eigenen Bedeutung und Lucys Vertrauen in das Gute geben der Geschichte emotionale Ankerpunkte. Doch die Botschaften werden bisweilen recht eindeutig vermittelt, und Aslan bleibt lange aus dem Geschehen heraus, wodurch ein wichtiger Teil der mystischen Faszination fehlt.

"Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia" ist eine solide Fortsetzung, die technisch ambitionierter und actionreicher daherkommt als der erste Film, dafür aber weniger märchenhaft und stellenweise überraschend schwerfällig wirkt. Gute Darsteller, eine liebevoll gestaltete Fantasywelt und einzelne starke Momente stehen einer überlangen Erzählung, blasseren Figuren und zu ausgedehnten Schlachten gegenüber. Ein durchaus unterhaltsames Abenteuer für Fantasyfans, das sein Potenzial nicht voll ausschöpft und den besonderen Zauber des ersten Narnia-Films nur teilweise wiederfindet.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Walt Disney Pictures/Walden Media/Gran Via Productions/Silverbell Films