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Sonntag, 24. Juli 2022

OSS 117: Alerte rouge en Afrique noire - OSS 117: Liebesgrüße aus Afrika (2021)

https://www.imdb.com/title/tt7972012/

Die außerordentlichen Fähigkeiten von Frankreichs berühmt-berüchtigtem Spitzen-Agent Hubert Bonisseur de La Bath (Jean Dujardin) – besser bekannt als OSS 117 – sind wieder einmal gefragt: Während sich der Kalte Krieg nämlich weiter zuspitzt, verlangt die politische Situation im afrikanischen Françafrique nach Feingefühl, Klarheit und diplomatischem Geschick. Eine Mission wie gemacht für den selbstbewussten Macho OSS 117, der aber nicht nur mit allerhand kulturellen Herausforderungen zu kämpfen hat, sondern auch noch mit seinem ebenso jungen wie motivierten Nachfolger. Denn La Bath wird nicht allein in den Kampf geschickt, sondern bekommt mit OSS 1001 (Pierre Niney) einen Nachwuchs-Agenten an die Seite. Na wenn das mal gut geht... 

Nach "nur" 12 Jahren kehrt endlich Jean Dujardin als französischer Geheimagent "OSS 117" zurück. Und man muss sagern: die Zeit zwischen Teil 2 und 3 waren viel zu lang. Doch gleich zu Anfang hofft man, das es nicht wieder auch nur annähernd so lang dauern möge, bis Dujardin sich in den Smoking wirft, seine Widersacher mit mehr Glück als Verstand aus dem Weg räumt und die Herzen der Frauen auf allen Kontinenten der Welt erobert. Naja, bis er den Mund aufmacht jedenfalls.

Doch nun Teil 3. Diesmal (leider muss man sagen) nicht unter der Regie von Michel Hazanavicius, sondern von Nicolas Bedos inszeniert. Und hier liegt ganz klar der ziemlich deutige Schwachpunkt des Films. Es scheint, als habe Bedos nicht immer das richtige Gespür für Timing. Die Story jedenfalls ist OSS-117-typisch, fügt sich nicht nur wunderbar in das geschaffene "Universum" ein, sondern führt es auch noch wunderbar und sehr unterhaltsam weiter. Auch Dujardin ist wieder großartig und zeigt ein fantastisches Mimenspiel zum niederknien. Auch die wieder tolle Synchro von und mit Oliver Kalkofe darf man im deutschen auf keinen Fall vergessen zu erwähnen. Es ist ein wirklicher Genuss dem heutigen Schlefaz Gastgeber beim Sprücheklopfen zuzuhören. 

Die Schauplätze (ebenfalls teilweise am Computer entstanden) sind eines  James Bond würdig und bieten ein schön nostalgisches Abenteuergefühl. Und doch ist dieser Film hier tatsächlich (und es bricht einem wirklich das Herz dies hier zu schreiben, weil die Figur so großartig ist) deutlich schwächer als seine beiden Vorgänger. Zwar sind alle Zutaten vorhanden, und doch will einfach nicht jeder Gag zünden. Die bereits zuvor erwähnte, stark erkennbare Timingschwäche von Regisseur Nicolas Bedos verhindetr viele Lacher. Doch durch Dujardins verdammt sympathischen Spiel wird hier aber viel ausgeglichen und auch wenn der dritte Teil nicht so rund läuft und auch mit etwas Leerlauf zu kämpfen hat, schafft es die sympathische Fettnäpfchen anziehende Figur einiges wett zu machen. Und doch weiß man am Ende, dass man gern wieder ein Abenteuer von Dujardin als OSS 117 sehen will. Gerne auch wieder unter der Regie von Michel Hazanavicius. 

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Sonntag, 8. Januar 2017

OSS 117: Rio Ne Répond Plus - OSS 117: Er selbst ist sich genug (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1167660/

Der Altnazi Von Zimmel (Rüdiger Vogler), der sich im südamerikanischen Exil befindet, erpresst Frankreich mit einer Liste ehemaliger Nazi-Kollaborateure. Deswegen beauftragt die Grande Nation ihren besten Geheimagenten Hubert Bonnisseur de La Bath alias OSS 117 (Jean Dujardin) mit der Lösung der verzwickten Aufgabe. Zusammen mit der Mossad-Agentin Dolorès Koulechov (Louise Monot) reist er nach Rio, um die kompromittierende Liste in seinen Besitz zu bringen. Bei ihrer Mission hilft ihnen unerwarteterweise Heinrich (Alex Lutz), der Sohn des Nazi-Offiziers, der sich ein sympathisches Dasein als Hippie aufgebaut hat. Gemeinsam machen sie das Versteck der Nazis aus, wo sie bereits erwartet werden.

"OSS 117 - Er selbst ist sich genug!" wartet mit einem großartig aufspielenden Jean Dujardin auf, der in der Rolle des ebenso selbstgefälligen wie politisch vollkommen unkorrekten Geheimagenten OSS 117 förmlich aufblüht. Zusammen mit Regisseur Michel Hazanavicius ("The Artist") schuf er einen mit absurdem, aber nur selten wirklich albernen Humor gespickten Film, der mit trockenem Wortwitz mehr erreicht als manch andere sogenannte Komödie mit wilden Grimassen. Aber was für eine Überraschung: leider kommt der zweite "OSS 117" nicht an die Klasse des großartigen Vorgängers heran. Das liegt weniger an Jean Dujardin, der hier wieder den Hubert auf seine charmante Art und Weise verkörpert. Irgendwie wollen viele Gags und Sprüche einfach nicht wirklich zünden, teils aufgrund ständiger sich wiederholender Kalauer oder viel zu flacher Witzchen.

Wie schon beim Vorgänger gelingt dennoch eine weitestgehend punktgenaue, durchaus intelligente Parodie auf die alten "James Bond"-Filme mit Sean Connery und die in den 60er Jahren populären Bondableger der "OSS 117"-Reihe. Die Kostüme und Settings sind sorgsam ausgewählt und wirken äußerst authentisch. Hier merkt man, mit welcher Begeisterung und mit welchem Respekt Hazanavicius den Vorbildern entgegentritt und diese würdigt. Anspielungen auf die Hitchcock-Filme wie "Der unsichtbare Dritte", "Vertigo" oder "Saboteure" sind superb gesetzt und runden das zitatenreiche Vergnügen ab. Selten kam ein sexistischer, rassistischer, vollkommen unsenibler Chauvinist sympathischer rüber als in diesem Film. Gerade eben, weil Hazanavicius diesen auf unnachahmliche Weise entlarvt und bloßstellt.

Welcher Geheimagent käme schon Mitte der 60er Jahre auf die Idee, in Südamerika in die Deutsche Botschaft zu spazieren und am Empfang nach einer Liste mit untergetauchten Naziverbrechern zu fragen? Bei solcher Dreistigkeit bleibt dem Zuschauer tatsächlich die Spucke weg. Diese Szene ist beispielhaft dafür, dass Humor und Hintersinn durchaus zusammenpassen können. Brasilien funktioniert als Schauplatz wirklich gut und im Großen und Ganzen macht diese Fortsetzung auch Spaß, aber trotzdem kann dies alles nicht über die seltsame Story und die teils flachen Witze hinwegtäuschen, so dass der Film nicht immer ganz rund wirkt.

6,5/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Dienstag, 12. Januar 2016

OSS 117: Le Caire, Nid D'espions - OSS 117: Der Spion, der sich liebte (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0464913/

Wir schreiben das Jahr 1955: Gamal Abdel Nasser übernimmt die Macht in Ägypten und gibt seiner Politik eine panarabische Ausrichtung. Die Sueskrise spitzt sich langsam zu. Aufgrund der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Position des Sueskanals zeigten sich der britische Geheimdienst und die französischen Kolonialherrscher wenig erfreut über die Ereignisse. Als dann auch noch Jack Johnson (Philippe Lefebvre), ein Agent des amerikanischen Nachrichtendienstes spurlos verschwindet, wird OSS 117 (Jean Dujardin) nach Kairo entsandt, auf dass er das Fass vorm Überlaufen bewahre...

"OSS 117: Der Spion, der sich liebte" ist eine herrlich amüsante Parodie auf gängige Agentenfilme. Herrlich allein schon deswegen, weil bisherige Vertreter dieser Sparte, wie "Johnny English" oder dem wesentlich besseren "Austin Powers", sich vor allem durch einen recht platten und albernen Humor und wenig Respekt vor der Vorlage auszeichneten. Doch "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" geht einen ganz anderen Weg. Man vergisst während des Films irgendwann beinahe, dass der Film nicht tatsächlich aus den 60ern ist. Aufbau des Bildes, Schnitt, Kamerafahrten, Kulissen, Ausstattung - das alles ist so liebevoll und akkurat an die "James Bond"-Filme der 60er angelehnt, dass einem als Kenner und Fan dieser Filme wirklich das Herz aufgeht.

Dazu kommt noch der herrliche Charakter des französischen Geheimagenten OSS 117. Eine Parodie auf den frühen James Bond und wie dieser auch rassistisch, sexistisch, gewalttätig, ignorant, arrogant und obendrein ein Arschloch. Dennoch gelingt es dem Film, seinen Hauptcharakter nie komplett unsympathisch erscheinen zu lassen. Das liegt zum einen an der sehr naiven, fast kindlichen Freude, die die Figur an Fremden Dingen und kindischen Spielereien hat und zum anderen am genialen Jean Dujardin, der charmant und witzig wie selten spielt und den Zuschauer sofort in seinen Bann zieht.

Auch die Handlung des Films ist unglaublich skurril und bietet immer wieder einen gut platzierten Gag, der nicht mit der Brechstange herbeigeführt, sondern ganz geschickt eingesetzt wird. Hühnerkämpfe, sowjetische U-Boote und Nazi-Archäologen ergeben zusammen eine extrem abgedrehte und witzige Handlung, die aber gar nicht so weit von den oft genauso absurden Geschichten der frühen "Bonds" entfernt ist und sie oft genug treffend parodiert. Zudem muss man unbedingt ein Wort zur Synchronisation verlieren, denn Oliver Kalkofe macht hier einen unglaublich guten Job. Die deutsche Synchronisation sprüht nur so vor Witz und man merkt hier wieder einmal Kalkofes Liebe zu Filmen. "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" ist eine wirkliche Filmperle für alle Bondfans und diejenigen, die feine, liebevoll gemachte Filme zu schätzen wissen. Tatsächlich - und wer hätte das geahnt? - eine der besten Agentenfilm-Parodien.

7,5/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films