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In der eleganten Landhausvilla ihres Bruders richtet Marlene Frischmann (Jeanne Goursaud) für ihren Sohn Theo (Levin Wopp) einen perfekt durchorganisierten Kindergeburtstag aus. Ballons, glutenfreier Kuchen, Piñata und sogar exotische Tiere sollen den Tag unvergesslich machen. Doch die sorgsam geplante Feier gerät schnell außer Kontrolle und verwandelt sich in ein turbulentes Durcheinander voller Streitgespräche über Erziehung, Rollenbilder und elterliche Ideale. Für das eskalierende Chaos sorgen nicht zuletzt Marlenes lautstarker Bruder Timo (Edin Hasanović), ihr eigenwilliger Vater Hans (Heiner Lauterbach), die engagierte Kollegin Jenny (Amal Keller) und ein Geschenk, das unerwartete Folgen hat.
Ein Kindergeburtstag, ein Spielzeuggewehr und jede Menge Menschen, die offenbar nur darauf gewartet haben, sich gegenseitig die Meinung zu sagen: Vanessa Jopps Komödie "Das Geschenk" hat eine durchaus brauchbare Ausgangsidee. Zwischen Helikopter-Eltern, ideologischen Grundsatzdebatten und familiären Konflikten wird die Feier zunehmend zum chaotischen Kräftemessen. Das erinnert in seiner Anlage durchaus an "Der Vorname", erreicht aber weder dessen Dialogwitz noch dessen dramaturgische Treffsicherheit. Denn was als bissige Gesellschaftskomödie über Erziehung, politische Korrektheit und unterschiedliche Weltbilder beginnt, entwickelt sich schnell zu einem ziemlich angestrengten Schlagabtausch, dem es vor allem an wirklich guten Pointen fehlt.
Dabei ist die Besetzung eigentlich ein echtes Pfund. Jeanne Goursaud und Edin Hasanović liefern sich einige unterhaltsame Wortgefechte, und insbesondere Hasanović kann mit seiner lockeren, angenehm unprätentiösen Art punkten. Auch Heiner Lauterbach bringt als exzentrischer Vater etwas Leben in das Geschehen, doch insgesamt bleibt eher ein prolliges Auftreten der Figuren im Gedächtnis. Die jungen Darsteller sorgen gelegentlich für erfrischend freche Momente, sind aber überwiegend nur nervig. Leider können selbst die spielfreudigeren Schauspieler nicht verhindern, dass viele Figuren eher viel zu überzeichnete Karikaturen als glaubwürdige Charaktere bleiben. Inszenatorisch ist das Ganze dagegen ganz ordentlich, aber wenig aufregend. Die begrenzte Handlung rund um einen einzigen Geburtstag bietet zwar Raum für ein temporeiches Kammerspiel, doch der Film verliert sich zunehmend in Wiederholungen und vorhersehbaren Konflikten. Die Diskussion um das Spielzeuggewehr hätte durchaus eine interessante Auseinandersetzung mit Gewalt, Männlichkeitsbildern und Erziehung ermöglichen können. Stattdessen dient sie hauptsächlich als Anlass für immer neue Streitereien. Auch musikalisch und visuell bleibt die Komödie weitgehend unauffällig."Das Geschenk" hat einzelne amüsante Szenen, einen guten Cast und eine durchaus zeitgemäße Grundidee. Doch das Drehbuch verwechselt Lautstärke zu oft mit Witz und Provokation mit cleverer Satire. Was als bissige Familienkomödie beginnt, wird mit zunehmender Laufzeit eher anstrengend als unterhaltsam. Zwei Sterne für die Darsteller und einige gelungene Dialogmomente - ein wirkliches Geschenk an das Komödiengenre ist dieser Film leider nicht.


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