Montag, 2. November 2026

Solo (2018)

https://www.imdb.com/de/title/tt6699860/
https://letterboxd.com/film/solo-2018/

Basierend auf wahren Begebenheiten. Am 6. September 2014 sucht der spanische Surfer Álvaro Vizcaíno (Alain Hernández) auf Fuerteventura die perfekte Welle, als er an einer abgelegenen Küste schwer verunglückt. Mit einer gebrochenen Hüfte und weiteren Verletzungen ist er auf sich allein gestellt und muss gegen Schmerzen, Erschöpfung und die unerbittlichen Naturgewalten kämpfen. Während die Zeit vergeht, wird der Überlebenskampf zunehmend auch zu einer Auseinandersetzung mit seinen eigenen Ängsten und seiner Vergangenheit...

Ein Sturz, eine gebrochene Hüfte und 48 Stunden ganz allein in einer unwirtlichen Küstenlandschaft: Der spanische Survivalfilm "Solo" erzählt die wahre Geschichte des Surfers Álvaro Vizcaíno, der 2014 auf Fuerteventura schwer verunglückte und unter extremen Bedingungen um sein Leben kämpfen musste. Regisseur Hugo Stuven macht aus diesem Überlebenskampf ein Drama, das vor allem dann funktioniert, wenn es sich auf die unmittelbare Gefahr konzentriert - und deutlich an Wirkung verliert, sobald es tiefer in die Vergangenheit und Gefühlswelt seines Protagonisten eintaucht. Die stärksten Momente sind eindeutig die Szenen am Meer. Die raue Küstenlandschaft, die schroffen Felsen und die scheinbar endlose Weite des Atlantiks werden eindrucksvoll eingefangen. Kameramann Ángel Iguácel macht die Natur gleichzeitig faszinierend und bedrohlich. Der Unfall selbst ist intensiv inszeniert, und auch danach gelingt es dem Film immer wieder, die körperliche Qual, die Hilflosigkeit und die zunehmende Erschöpfung spürbar zu machen. Gerade die klaustrophobische Wirkung eines Menschen, der mitten in einer gewaltigen Landschaft vollkommen auf sich allein gestellt ist, funktioniert erstaunlich gut.

Alain Hernández geht in der Hauptrolle körperlich an seine Grenzen und vermittelt die Verzweiflung eines Schwerverletzten mit großer Hingabe. Allerdings gelingt es ihm nur bedingt, Álvaro als Persönlichkeit greifbar zu machen. Die Rückblenden auf seine Beziehung zu Ona, gespielt von Aura Garrido, sollen erklären, welche Fehler und Konflikte ihn vor dem Unfall beschäftigt haben. Doch diese Passagen wirken häufig konstruiert und bremsen den Überlebenskampf aus, statt ihm zusätzliche emotionale Tiefe zu verleihen. Auch Ben Temple als Freund Nelo bleibt im Vergleich dazu eher blass. Das Drehbuch von Stuven und Santiago Lallana möchte aus der Extremsituation eine Geschichte über Schuld, Reue und einen Neuanfang machen, erklärt seine Themen aber zu ausführlich, anstatt sie aus den Bildern und Handlungen entstehen zu lassen. Problematisch ist deshalb vor allem die Erzählstruktur. Die Wechsel zwischen Gegenwart, Erinnerungen und Halluzinationen sollen Álvaros zunehmend verwirrten Zustand spiegeln, wirken auf Dauer jedoch redundant. Immer wieder wird seine Verzweiflung betont, ohne dass sich die Situation oder die Figuren wesentlich weiterentwickeln. Dadurch verliert der Film einen Teil seiner Spannung. Die ruhige Inszenierung und die langen Einstellungen passen zwar zur Isolation des Protagonisten, doch nicht jede gedehnte Szene erzeugt auch die gewünschte Intensität.

Handwerklich ist "Solo" dennoch durchaus bemerkenswert. Die Naturaufnahmen gehören zu den größten Stärken, und die Geräuschkulisse unterstreicht die Einsamkeit, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen. Auch die Musik unterstützt die melancholische Atmosphäre, wird aber zusammen mit den emotionalen Rückblenden mitunter zu aufdringlich. Gerade hier hätte etwas mehr Zurückhaltung geholfen: Die tatsächliche Überlebensgeschichte ist bereits dramatisch genug und braucht nicht in jeder Szene zusätzliche emotionale Betonung. Unterm Strich ist "Solo" ein visuell eindrucksvoller, körperlich engagierter Survivalfilm, der seine besten Momente im unmittelbaren Kampf gegen die Natur findet. Die schwach ausgearbeiteten Beziehungen, die wiederholenden Rückblenden und die allzu offensichtliche Dramatisierung verhindern jedoch, dass aus der außergewöhnlichen wahren Geschichte ein durchgehend packendes Filmerlebnis wird. Ein interessanter Überlebenskampf mit starken Bildern - aber ein nur bedingt überzeugendes Charakterdrama.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Playa Jarugo/Miramar Media Entertainment/Gold Tower Producciones/Filmax/Fargo Entertainment

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