Freitag, 4. Januar 2019

Species II (1998)

https://www.imdb.com/title/tt0120841/

Die Astronauten Dennis Gamble (Mykelti Williamson) und Patrick Ross (Justin Lazard) sind gerade auf einer bemannten Erkundungsmission auf dem Mars. Patrick wird dabei von einer fremden Macht befallen, an der er zunächst keine sichtlichen Merkmale davon trägt. Doch schon auf dem Weg nach Hause zeigt er erst Anzeichen von Veränderungen in seinem Gemüt. Nach dem Abschluss der Mission zieht er sich zurück und hat ein unbändiges Verlangen danach, sich fortzupflanzen. Ungehemmt beginnt er Frauen zu vergewaltigen, die kurz Zeit später seine Kinder gebären und danach sterben. Regierungsagent Press Lenox (Michael Madsen) wird damit beauftragt, Ross aufzuspüren und zu liquidieren. Als er auf einem geheimen Militärstützpunkt nach Anhaltspunkten sucht, stößt er auf eine noch gefährlichere Bedrohung als der frei herumlaufende Ross...

Die erste Fortsetzung zum Science-Fiction-Horror "Species" aus den 90er Jahren hat, wie das bei Sequels ja so ist, allgemein einen schweren Stand. Es stimmt zwar, dass "Species 2" noch wesentlich trashiger als sein Vorgänger ist, die Handlung ist noch hanebüchener, die Dialoge noch dümmer und allgemein ist das produktionstechnische Niveau deutlich unter dem des ersten Teils angesiedelt. Von den Darstellern sind nur noch Michael Madsen (der sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem absteigenden Ast befand), Natasha Henstridge und Marg Helgenberger übrig geblieben, wobei Henstridges Charakter (der allerdings nicht derselbe ist, denn hier verkörpert sie einen Klon) praktisch die Seiten gewechselt hat. Der eigentliche Antagonist wird nun vom eher unbekannten Justin Lazard verkörpert, der einen Astronaut spielt, welcher sich auf einer Marsmission mit derselben Aliensubstanz aus dem Vorgänger infiziert und sich selbst zu einem solchen Monster entwickelt. Dabei wird der im ersten Teil noch die weibliche Sexualität als Bedrohung darstellende Bodyhorror umgekehrt, denn die Gefahr geht nun vom Mann aus und Frauen sind die Leidtragenden. Denn alle Frauen, mit denen er Sex hat, gebären weitere Alienmonster, was für sie tödlich ausgeht.

Der zweite Teil ist dabei in seinen Splatter-Effekten noch härter als der erste (hier platzen reihenweise Bäuche auf), weswegen die deutsche Freigabe ab 16 Jahren einmal mehr sehr verwundert. Man sollte bedenken, dass wir uns immer noch in den 90ern befinden, in denen die deutschen Jugendschützer noch weniger liberal als heute waren. Bei den Darstellern ist mit James Cromwell als Lazards Filmvater und amerikanischer Senator hier immerhin ein weiterer Hochkaräter dabei. Und Mykelti Williamson, der da neue Alienjäger-Team komplettiert, ist auch nicht schlecht. H.R. Giger war hier leider hier nicht mehr beteiligt, allerdings orientierten sich die Effektemacher doch sehr deutlich an seiner Arbeit am Vorgänger. Sils Design wurde sogar praktisch 1:1 übernommen. Die Creature-Effekte sind auch hier mit das beste am Film.

Insgesamt ist "Species 2" zwar eine weitestgehend unlogische und oft dilettantisch inszenierte Fortsetzung, macht aber immer noch viel Laune. Kann man sich durchaus ansehen. Übrigens führte der kommerzielle Misserfolg dieses Films in Verbindung mit den später veröffentlichten Flops "Red Planet", "Mission To Mars" und "Ghosts Of Mars" (letzterer ebenfalls mit Natasha Henstridge) dazu, dass der rote Planet in Hollywood als Kassengift angesehen wurde. Zumindest hier ist das aber eher verwunderlich. Denn der Mars ist nur am Anfang ein Schauplatz, ansonsten spielt der Film auf der Erde. Wobei man bezweifeln darf, dass es bei den Filmen am Handlungsort lag, dass sie gefloppt sind.

6/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 333 Stück limitierten Mediabook.