Sonntag, 15. Juni 2014

Gattaca (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0119177/

In der nahen High-Tech-Zukunft entscheidet ein Gentest gleich nach der Geburt über das Schicksal der Kinder. Futuristische Biochemie macht es möglich, dass fast alle Eltern sportliche, hochintelligente Superbabies zur Welt bringen. Vincent aber hat Pech gehabt. Wegen seiner körperlichen Schwächen wird er nie zur Elite gehören. Doch er träumt davon, als Gattaca-Pilot die Galaxis zu erforschen. Bald trifft Vincents aufJerome. Er hat beste Gene, ein Unfall hat ihn allerdings an den Rollstuhl gefesselt. Beide tauschen ihre Identität. Ein äußerst riskanter Plan, denn die strengen Sicherheitskontrollen des perfekt organisierten Überwachungsstaates sind kaum zu umgehen. Und bald hat Vincent die Geheimdienste auf den Fersen...

Es wurden schon viele Arten der Diskriminierung gezeigt: aufgrund der Religion, der Hautfarbe, der Herkunft, der Finanzen... aber "Gattaca" zeigt eine Welt, in der dies alles nur noch Nebensache ist. Was wirklich zählt, das sind die Gene. Werdende Eltern lassen sich ihr Baby im Labor anfertigen, damit es die perfekten Gene bekommt. Bloß keine Erbkrankheiten noch sonstige Schwächen. Wenn man nicht ein Supergenie und Olympischer Sportler zugleich sein kann, warum sollte man leben? Mit einem Drehbuch von Andrew Nicol, der schon Filme wie "The Truman Show", vor wenigen Jahren "In Time" und ähnlich erhellende Filme gedreht hat, Ethan Hawke, Jude Law und Uma Thurman in den Hauptrollen, was könnte da noch schiefgehen? Tatsächlich sind die drei Hauptdarsteller erste Sahne und die Handlung erinnert wunderbar an die Romane von George Orwell. Zudem ist das bitter-süße Ende zur Abwechslung sehr zufriedenstellend, ein wenig offen und gleichzeitig tragisch. Jedoch hat der Film auch kleinere Schwachpunkte. Beispielsweise finde ich, dass die Figur von Vincent besser ausgebaut sein könnte. Irgendwie finde ich, dass die Geschichte von Jerome besser durchdacht ist, obwohl er nicht der hauptsächliche Protagonist der Story ist. Auch bin ich der Meinung, dass der Fokus irgendwann im Film zu sehr verrutscht. Ich versuche, keine Spoiler zu schreiben, also sagen wir es so: der orwellianische Aspekt des Films wird nach einer Weil mehr zur Nebensache und ein Anderer tritt dafür in den Vordergrund, was schade um die geniale, schaurige Story ist.

Insgesamt ist der Film, trotz einiger kleiner Schwachstellen, einfach genial und lässt sich ohne Umschweife weiter empfehlen. Trotz eventuell aufkeimender philosophischer Albträume.

8/10