Sonntag, 22. Juni 2014

Batman Forever (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0112462/

Der dunkle Ritter von Gotham City hat es diesmal mit zwei äusserst gefährlichen Schurken zu tun: Der frühere Staatsanwalt Harvey Dent (Tommy Lee Jones), der durch einen schrecklichen Unfall im Gerichtssaal entstellt wurde und zu Harvey Two-Face mutierte, macht fälschlicherweise Batman für seine Leiden verantwortlich. Dann ist da noch Edward Nygma (Jim Carrey), der ein neuartiges Fernsehvergnügen für die Einwohner von Gotham erfunden hat, und zeitweilig in der Person des Riddler Batman (Val Kilmer) knifflige Rätsel zu lösen gibt…

Gar nicht so grottenschlecht wie ich ihn in Erinnerung hatte. Bevor man sich den Streifen ansieht ist es allerdings wichtig, sich drauf einzustellen ihn ja nicht mit Tim Burtons Vorgängern zu vergleichen und schon gleich überhaupt nicht mit Christopher Nolans Nachfolgern.

Es hat lange gedauert bis ich drauf gekommen bin, was sich Joel Schumacher eigentlich dabei dachte und die Antwort ist eindeutig: die 60er Jahre. Denn Schumacher hat eindeutig die Serie und den Film ("Batman hält die Welt in Atem") als Vorlage verwendet - was als dritter Teil einer Filmreihe gar nicht geht. Schon gar nicht nach solch hervorragenden Adaptionen von Burton, die ja einen gewissen Stil prägten. Diesen wunderbaren Stil einfach in die Tonne zu treten und damit das Franchise fast zu zerstören ist einfach ein gigantischer Faux-pas.

Und dabei beginnt der Film sogar recht gut und annährend ähnlich wie Tim Burtons Versionen. Sobald Harvey "Two-Face" Dent (Tommy Lee Jones) auftaucht, verliert der Film allerdings stetig an Niveau. Jim Carrey als der Riddler ist da hingegen wenigstens schauspielerisch gesehen der bessere. Val Kilmer als Bruce Wayne ist eine adäquate Besetzung, wenngleich ich Michael Keaton bevorzuge. Als Batman ist Kilmer viel zu ernst - gerade im Hinblick auf die Richtung des Films. Chris O'Donnell als Robin ist total unnötig und steht den ganzen Film lang Batman nur im Weg. Selbst am Ende als sie den zwei Schurken gemeinsam das Handwerk legen wollen ist Batman wieder auf sich selbst gestellt und Robin hat nichts zu melden. Nicole Kidman spielt ihre Rolle als Chase Meridian enorm heiss und reizvoll, allerdings ist sie ein genauso unnötiger Charakter.

Etwas positives hat der Film dann aber doch, denn trotz des Abgangs von Danny Elfman überzeugt Elliot Goldenthal mit seinem Soundtrack. Der Batman Score ist nun wesentlich aggressiver und eher im Bereich Marschmusik. Auch unterhalten kann der Streifen, wenn auch auf viel niedrigerem Niveau als seine beiden Vorgänger.

"Batman Forever" ist eine moderne Version von "Batman hält die Welt in Atem". Im Vergleich zu Burtons Filmen wirkt dieser aber wesentlich kindischer und man bemerkt enorm die Kommerzialisierung des Franchises. Dass es noch schlechter werden könnte, bewies dann aber die Fortsetzung, was diesen Film hier fast schon wieder aufwertet...

5,5/10