Dienstag, 19. Juni 2018

Up - Oben 3D (2009)

https://www.imdb.com/title/tt1049413/

Seine geliebte Frau ist tot. Was Carl Fredricksen (Stimme: Edward Asner) noch bleibt, sind sein kleines Häuschen, Erinnerungen an bessere Zeiten und der alte Wunsch, wie das große Vorbild Charles Muntz ein weltbekannter Abenteurer zu werden. Dazu bekommt Carl die Chance, als er per Gerichtsbeschluss aus seiner Behausung bugsiert wird, die einem moderneren Bau weichen soll. Doch Carl verspürt keinen Bock aufs Altersheim. Der frühere Ballonverkäufer bindet sich lieber abertausende Heliumballons an sein Dach und hebt ab. Sein Ziel: Südamerika. Aber Carl hat die Rechnung ohne den blinden Passagier Russell (Stimme: Jordan Nagai) gemacht, einen übergewichtigen, Schokolade liebenden Pfadfinder... 

"Oben" ist ein sehenswerter Film aus dem Hause Disney/Pixar, auch wenn er etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt. Dies liegt zum einen an der etwas seltsam anmutenden Story, als auch an der Entwicklung derselben, die sich von einer rührenden Geschichte zu einem Over-the-Top-Action-Adventure entwickelt und an vielen Stellen zu beliebig ist, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit fesseln zu können. Das macht auf der einen Seite zwar Spaß und bringt jede Menge Gags und Unterhaltung mit sich, ist auf der anderen Seite aber auch so unglaubwürdig und übertrieben, dass am Ende ein seltsames Gefühl zurückbleibt.

Dafür trumpft der Film mit sympathischen und liebevollen Charakteren und einem tollen Humor bzw. lustigen Einfällen auf. Die sprechenden Hunde sind zwar ein Teil der "Over-the-Top"-Problematik, aber dafür an vielen Stellen nicht minder witzig. Regisseur Pete Docter schafft es, die Charakterentwicklung des Carl Fredricksen, der dem Tod seiner Frau und alten Träumen hinterhertrauert, mit großartigen Bildern einzufangen. Hier kommt es für den Zuschauer des Öfteren zu rührseligen und herzerwärmenden Szenen. Nebenfiguren wie dem Jungen Russell oder dem Hund Dug wird ebenfalls genug Zeit gewidmet.


Nicht zu vergessen sind die grandiosen Animationen, wie man es von Pixar gewohnt ist. Des Weiteren gefällt immer noch an Pixar, dass sie gegenseitige Anspielungen in ihre Filme einbauen. So ist in "Oben" in einer Szene z.B. der Teddybär Lotso aus dem ein Jahr später erschienenen "Toy Story 3" zu sehen. Für den Abspann des Films haben sich die Macher ebenfalls etwas Geniales einfallen lassen. Zu jedem Arbeitsbereich haben die Macher ein Bild animiert, welches auf den jeweiligen Bereich anspielt. Z.B. für den Bereich "Sound Supervisor" ein Bild, in dem Carl und Ellie via Dosentelefon miteinander sprechen. So etwas sieht man in einem Film selten und man merkt spätestens hier, wieviel Liebe und Herzblut in diesem Projekt steckten..

Den Kampf gegen den bösen Abenteurer Charles Muntz ist aber das größte Manko des Films. Sicherlich, er ist notwendig zur Charakterentwicklung von Carl Fredricksen, wirkt aber dennoch Fehl am Platz. Man nimmt ihm die Schurken-Rolle nicht wirklich ab und er wirkt insgesamt recht unglaubwürdig. Alles in allem ist "Oben" ein netter Familienspaß für die ganze Familie - auch oder gerade in 3D - aber er ist beiweitem nicht der beste Pixar-Film.

7,5/10

Samstag, 16. Juni 2018

[KINO] Jurassic World: Fallen Kingdom - Jurassic World: Das gefallene Königreich 3D (2018)

https://www.imdb.com/title/tt4881806/

Drei Jahre, nachdem der Themenpark Jurassic World vor marodierenden Dinosauriern zerstört wurde, haben die Urzeitechsen die Isla Nublar komplett für sich zurückerobert. Dort leben sie ungestört von den Menschen, sehen jedoch bald einer ganz neuen Bedrohung ins Auge: Auf der Insel befindet sich ein aktiver Vulkan, der auszubrechen und die gesamte Gegend unter Feuer und Asche zu begraben droht. Dinosaurierflüsterer Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) möchten das erneute Aussterben der Dinos um jeden Preis verhindern und kehren zur Rettung der Tiere auf die Insel zurück. Vor allem um seinen Saurier-Schützling Blue ist Owen besorgt. Der Raptor ist scheinbar unauffindbar in der Wildnis verschollen. Während Owen sich auf die Suche begibt, kommen die anderen Mitglieder seiner Expedition einer Verschwörung auf die Spur...

In dem gleichnamigen Neustart des Franchise war der Ort namens "Jurassic World" nur eine "Welt" im Sinne von Disney World: ein größerer Park mit immer größer werdenden Attraktionen und zahllosen Möglichkeiten für Familien, um ihr Geld auszugeben. Und natürlich folgte man auch 2015 dem altbekannten Schema und lies, nachdem der Park ausführlich mit allen Attraktionen vorgestellt worden war, sehr bald einen besonders bösen (und noch dazu selbsterdachten) Dino auf die Parkbesucher los. Im Prinzip war dies nur eine weitere Abwandlung vom ursprünglichen "Jurassic Park", der 1993 so gut funktionierte. Warum auch Konzepte ändern, die doch das Publikum in die Lichtspielhäuser ziehen? Mit "Jurassic World: Das gefallene Königreich" bricht aber letztlich der spanische Regisseur J.A. Bayonas mit dieser Tradition, verabschiedet sich endgültig vom Park und bringt nicht nur die Dinos von der Insel, sondern befreit sich von den Genre-Insignien der vorherigen vier Filme.

Nach einem Drehbuch von Derek Connolly und Colin Trevorrow, die bereits am Vorgänger beteiligt waren, bewegt sich Bayona nicht nur in Gefilden klassischer Monsterfilme und hommagiert Spielbergs Vermächtnis, er bringt auch eigene Ideen ein, behandelt die hiesigen Monster wie Charaktere und hält den Zuschauer so gefangen, wie einst in seinem großartigen Streifen "Das Waisenhaus" von 2007. Zuschauer, die im letzten Film durch einige dumme Charakterisierungen beleidigt waren, haben hier damit sicher weniger zu meckern, während diejenigen, die nur einige spektakuläre Raubtiere und aufregende Verfolgungsjagden benötigen, diesen Ausflug genauso herzlich begrüßen sollten wie beim Vorgänger, denn Action gibt es wieder reichlich. Drei Jahre, nachdem auf der kleinen Insel Isla Nublar die Hölle los war, droht ein neuer aktiver Vulkan, die überlebenden Dinosaurier dort zu verschlingen. In Amerika drängen Aktivisten auf eine Rettungsmission, denn nachdem diese Arten wieder zum Leben erweckt wurden, sind sie der Ansicht, dass die Menschheit ihnen etwas schuldig ist. Ein Ausschuss holt einen Sachverständigen heran, dessen zwar nicht so ausgesprochene aber darauf abzielende Phrasen wie "Der Geist ist aus der Flasche" und "Das Leben findet einen Weg" jedem mittlerweile bekannt vorkommen dürften, denn es handelt sich um niemand geringeren als Jeff Goldblums Dr. Ian Malcolm, dessen Beteiligung am Film sich auf dieses Zeugnis beschränkt, aber beim nächsten Mal vielleicht eine größere Rolle nach sich zieht.

Spätestens auf der Insel stellt sich das nostalgische "Jurassic Park"-Feeling ein, denn wenn einer von Claires Arbeiterinnen "Ich will das sehen!", und dem Jeep klettert und fasziniert einen Brachiosaurus anstarrt, erinnert das schon sehr an "Jurassic Park" und an den Moment, als die beiden Archäologen Dr. Alan Grant (Sam Neill) und Dr. Ellie Sattler (Laura Dern) zum ersten Mal einen Dino sahen. Natürlich gibt es auch viele emotionsgeladene Szenen, wenn zum Beispiel Owen (Chris Pratt) benommen aufwacht und von der triefenden Zunge eines Triceratops abgeleckt wird. An einem Punkt ziehen Owen und Claire (Bryce Dallas Howard) Blut von einem eingesperrten und schlafenden T-Rex, als dieser plötzlich erwacht. Und an anderer Stelle wird geradezu mitleiderregend ein augenscheinlich verängstigter Brachiosaurus von einer Wolke aus Asche und Glut verschlungen. Es muss jedoch auch gesagt werden, dass keiner dieser Momente einen Hinweis auf die Ehrfurcht, das gigantische Märchenwunder und die Überraschung, hervorbringt, die das Franchise "Jurassic Park" seit 25 Jahren aufrecht erhält. Spielbergs ursprünglicher "Jurassic Park" hatte eine eher funktionale als inspirierte Handlung, die aber als Rahmen diente, an dem der Regisseur seine brillant vorgestellte, atemlos choreographierte Dino-Magie aufhängen konnte.

Denn alle Filme, die nach "Jurassic Park" kamen, erreichten nie wieder die Klasse des Originals. "Jurassic World" war eine Orgie tödlichen Overkills, alles Prosa und kaum eine Spur von Monster-Fantasy-Poesie - und so ergibt es in gewisser Weise Sinn, dass "Das gefallene Königreich "sich in eine neue Strategie verabschiedet. "Jurassic World: Fallen Kingdom" ist ein liberaler Pulp-Message-Film, der sich selbst mit noch mehr Nüchternheit behandelt. Die Dinosaurier, so stellt sich heraus, wurden von Mills ins Visier genommen, um an den Meistbietenden verkauft zu werden - und zieht damit Parallelen zu heutigen Wilderern, die sich an seltenen Tieren bereichern. Das reicht offenbar als Aufhänger, denn tiefgreifendere Fragen lässt der Film dann fallen. Nichts davon nimmt den Zuschauer wirklich auf eine nachdenkliche Art mit, obwohl die Darsteller das politische / genetische / soziale Futter sicherlich so behandeln, als ob es etwas bedeuten würde. Pratt spielt den kumpelhaften Typ, der immer einen frechen Spruchauf den Lippen hat, wie immer perfekt und strahlt eine schlanke und ehrliche Aufrichtigkeit aus. Bryce Dallas Howard projiziert eine geradezu leuchtende Sorge um Gottes alte wiederbelebte Kreaturen. Justice Smith, ein IT-Freak, der fast schon eine lächerlich-seltsame Angst davor hat, sich im selben Raum wie ein T-Rex zu befinden, kommt wie eine Nerd-Version von Will Smith, ist aber dennoch äußerst ansprechend.

Der Film gipfelt in einer Dinosaurierauktions-Szene, die Anleihen von "King Kong" in sich trägt. An diesem Punkt benutzt dieser "Jurassic Park"-Film seine Dinosaurier sowohl als unschuldige Opfer als auch als Raubtier mit riesigen Zähnen, und es gibt etwas abgedroschenes und opportunistisches über den leichten (wenn nicht sinnlosen) Weg, auf dem "Fallen Kingdom" hin und her hüpft. Während der Film nahtlos durch verschiedene Modi läuft, bleibt es in der Abhandlung der Charaktere altmodisch.

Der Film braucht eine lange Zeit, um sich seinem ultimativen Kampf mit einem (erneut aus verschiedenstem Genmaterial erschaffenen) Indoraptor zu stellen. Dieser ist an sich effektiv, aber es ist nichts, was man nicht schon vorher gesehen hat - und wenn man dann in dieser Szenen angelangt ist, weiß man wieder, worum es bei einem solchen Film geht, nämlich nicht um soziale oder genetische Verantwortung, sondern um große, Viecher mit riesigen Zähnen, die uns essen wollen. Dies soll der zweite Film in einer neuen Trilogie sein. Aber die Schlussszene von "Jurassic World: Fallen Kingdom" scheint auf etwas viel Größeres zu zielen, wie eine "Planet Of The Apes"-artige Saga, die gerade erst begonnen hat. Aber so ist das eben: man melkt die Kuh, bis sie tot von der Weide kippt und das Publikum weiter Kinokarten kauft. War der erste "Jurassic World" einfach nur eine wieder aufgewärmte Brühe des Originalkonzepts, so ist "Fallen Kingdom" in dieser Beziehung und in Anbetracht der Story eine Verbesserung, aber es ist der erste "Jurassic Park" -Film, der beinahe vergisst, wo er eigentlich herkommt und avanciert damit schon beinahe zum schlechtesten Teil der Reihe.

6,5/10

Freitag, 15. Juni 2018

Elvira: Mistress Of The Dark - Elvira: Herrscherin der Dunkelheit (1988)

https://www.imdb.com/title/tt0095088/

Eigentlich träumt die extravagante Fernsehmoderatorin Elvira (Cassandra Peterson) von ihrer eigenen Show in Las Vegas, doch stattdessen kündigt sie nur B-Movies im Nachtprogramm an. Als sie sich jedoch weigert, mit ihrem neuen Chef zu schlafen, wird sie gefeuert. Da kommt die plötzliche Botschaft einer überraschenden Erbschaft gerade Recht. Elvira reist ins erzkonservative Fallwell in Massachusetts, um das in Aussicht stehende Erbe - eine Villa - entgegenzunehmen. Doch in der Kleinstadt angekommen stellt sich heraus, dass die Villa eine Ruine ist. Noch dazu erbt Elvira einen neurotischen Pudel und ein seltsames Kochbuch. Während Elvira Ruine und Pudel in ihrem eigenen Stil knallig aufstylt, wird immer klarer, dass das Buch keine Kochrezepte, sondern Zauberformeln enthält. Elviras Onkel Vinnie versucht ihr das Buch, hinter dem er schon seit über 300 Jahren her ist, abzukaufen. Nachdem Elvira dies ablehnt, hetzt er durch eine Intrige die Dorfbewohner auf sie...

"Elvira: Herrscherin der Dunkelheit" ist eine charmante 80er-Jahre-Trash-Klamotte, in der die großbusige und nicht auf den Mund gefallene Elvira (Cassandra Peterson) als sexy Vamp mit Rock 'n' Roll und B-Movies wie "Angriff der Killertomaten" im Gepäck, ein erzkonservatives Provinznest burschikos aufmischt und dafür auf dem Scheiterhaufen landet. Elvira ist eine starke, renitente, gestandene Frau im Gothic-Look. und mit beachtlicher Oberweite ausgestattet, die mit der Bigotterie, dem Spießertum und den Kleinstadt-Moralismus keck abrechnet. Ihre Waffen sind nicht nur ihre Doppel-Ds, sondern auch vulgärer Wortwitz und sympathische Schlagfertigkeit. Die Figur Elvira ist schon ziemlich stark und Peterson agiert mit viel Spielfreude. Daniel Greene kommt als Elviras Auserwählter Bob Redding, der in seinem Lichtspielhaus nur jugendfreie Filme zeigen darf, etwas blass daher und gelegentlich fehlt es der Handlung an Pep, aber dennoch ist "Elvira: Herrscherin der Dunkelheit" ein schriller, bunter, locker-flockiger sowie flapsiger Hexen-Ulk mit überlebensgroßen Klischeefiguren und kitschig-versöhnlichen Ende, der einfach Spaß macht. Zum Kult musste man den Film nun nicht unbedingt machen, denn dafür fehlt ihm das gewisse Etwas. Aber die Inszenierung ist dennoch solide. Wirklich stark ist die Atmosphäre und auch wenn es nur selten so richtig lustig wird, amüsiert der Film über die gesamte Laufzeit und langweilt deshalb auch nie. Sicherlich kein Meisterwerk, aber kurzweilig und spaßig.

6,5/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 1.000 Stück limitierten Mediabook:

Donnerstag, 14. Juni 2018

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017)

https://www.imdb.com/title/tt5027774/

Die Tochter von Mildred Hayes (Frances McDormand) wurde vor Monaten ganz in der Nähe ihres Zuhauses vergewaltigt und ermordet, aber noch immer tut sich in dem Fall nichts. Von einem Hauptverdächtigen fehlt jedenfalls noch jede Spur und so langsam glaubt Mildred, dass die örtliche Polizei einfach ihre Arbeit nicht richtig macht. Und ganz anders als ihr Sohn Robbie (Lucas Hedges), der einfach nur sein Leben weiterleben möchte, kann sie das nicht akzeptieren. Darum lässt sie eines Tages an der Straße, die in ihren Heimatort Ebbing, Missouri führt, drei Werbetafeln mit provokanten Sprüchen aufstellen, die sich an Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) richten. Klar, dass die Situation nicht lange friedlich bleibt. Als sich dann noch Officer Dixon (Sam Rockwell) einmischt, ein unreifes und gewalttätiges Muttersöhnchen, eskaliert die Lage...

Mit seinem neuesten Werk hat Regisseur Martin McDonagh den Finger ganz dicht am Puls der Zeit. Die Figuren der Kleinstadt Ebbing repräsentieren jene Gruppe Amerikas, die sich abgehängt fühlt in einer Welt der stetigen Veränderungen und die sich sehnsüchtig an alte Werte klammert. Vor der Einreise in das konservative Missouri wird ausdrücklich gewarnt, da dort rassistische Diskriminierung weit verbreitet ist. Der Bundesstaat, der als einer der letzten die Sklaverei abschaffte und bis heute an der Todesstrafe festhält, gilt als Hochburg der Republikaner. Die Protagonistin Mildred Hayes verkörpert in gewisser Weise ein altes Amerika, wie es etwa in den Westernklassikern anzutreffen ist. Als eine weibliche Variante John Waynes nimmt sie das Gesetz selbst in die Hand, nachdem die örtliche Polizei bei der Aufklärung des Mordes an ihrer Tochter versagt hat. Ihr Vorgehen erscheint dabei zunächst wie ein plumper Rachefeldzug, doch mehr und mehr wird deutlich, dass sie Polizeichef Willoughby und seinen Kollegen nicht persönlich ans Leder will. Vielmehr zielt Mildred auf etwas Übergeordnetes ab. Sie will einerseits Gerechtigkeit für ihre ermordete Tochter und gleichzeitig Buße tun, da sie mit dieser im Streit auseinander gegangen ist und sich seither eine Mitschuld an ihrem Tod gibt. Die Gewalt gegenüber ihren Mitmenschen funktioniert dabei wie ein Ventil, durch welches sie den erlittenen Schmerz und die Selbstvorwürfe in die Welt hinauslassen kann. Dementsprechend ist "Three Billboards" auch kein konventioneller Rachethriller, sondern eher ein berührendes Drama, welches von seinen vielschichtigen wie skurrilen Figuren lebt. Denn ebenso präzise wie Mildred sind auch die anderen Charaktere des Films ausgearbeitet. Der tumbe Polizeichef offenbart nach und nach den ausgeprägten Wunsch um eine diplomatische Lösung und selbst der rassistische Officer Dixon zeigt sich zunehmend als ungeahnt facettenreich.


Es sind besonders die feinen Nuancen, die "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" so sehenswert machen. Der tiefschwarze Humor existiert hier nicht um der bloßen Belustigung willen, sondern fügt sich stets organisch in die Handlung ein. Jeder Witz sagt hier etwas über Denjenigen aus, der ihn erzählt. Das Wechselspiel zwischen humorvollen und melancholischen Momenten gelingt hier auf absolut herausragende Weise. Mit dem Feingefühl eines Artisten, der über ein Seil balanciert, bewegt sich der Film über diese beiden Ebenen zwischen Freude und Schmerz. Möglich wird dies auch durch den ausgezeichneten Cast. Frances McDormand gibt Mildred als die nach außen hin schroffe Powerfrau mit einer inneren Verletzlichkeit, die die Identifikation nie schwer fallen lässt. Neben ihr darf Sam Rockwell als von Hass gegenüber allem Andersartigen zerfressener Officer, der von seiner Mutter zu immer neuen Schandtaten getrieben wird, so richtig aufdrehen. Und auch Woody Harrelson, Caleb L. Jones, Peter Dinklage u.v.m. bringen hier jede Menge Schauspieltalent mit ein.

Doch nicht nur die ungemein lebendigen Figuren und ihre starken Darsteller machen "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" zu einem Erlebnis. Auch die Handlung ist unverbrauchter und wendungsreicher, als es vielleicht nach einem ersten Aufmerksamkeitswerden den Eindruck macht. Das liegt auch daran, dass sich der Film durchgängig ein gewisses Krimielement beibehält und immer auch ein bisschen die klassische "Whodunit" Frage über allem schwebt. Ganz nebenbei wartet der Film auch mit einigen wirklich starken Bildern auf und hat ausschließlich realistisch wirkende Effekte zu bieten. McDonagh ist somit insgesamt ein Film gelungen, der geschickt Komisches mit Tragischem verbindet. "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" stimmt nachdenklich, lässt bisweilen das Lachen im Halse stecken und hat ganz viel über unsere heutige Gesellschaft zu erzählen.

9/10

Mittwoch, 13. Juni 2018

Kalifornia (1993)

https://www.imdb.com/title/tt0107302/

Serienmörder üben eine starke Faszination auf den Journalisten Brian Kessler (David Duchovny) aus. Er und seine Freundin, die Fotografin Carrie (Michelle Forbes), unternehmen eine Reise durch die USA, klappern dabei die berüchtigsten Tatorte ab und sammeln so Material für ihr Buch. Eine Frage treibt sie im Speziellen an: "Was unterscheidet den Killer vom Normalo?" Um die Fahrtkosten zu teilen, annoncieren Brian und Carrie ihren Trip. Nur ein Pärchen meldet sich auf die Anzeige: Early Grayce (Brad Pitt) und Adele Corners (Juliette Lewis), White Trash, wie er im Buche steht, und somit das vollendete Gegenbild zu den yuppiesken Brian und Carrie. Die Fahrt beginnt und Brian versucht, den beiden Mitreisenden mit einem Höchstmaß an Toleranz und Offenheit zu begegnen. Carrie hingegen hat von Anfang an kein gutes Gefühl...

Die Kollision zweier Welten ergreift einen manchmal auf eine ganz besondere Weise. So auch in "Kalifornia", der ein Stück weit an den in Jahr später erschienenen "Natural Born Killers" erinnert - auch wenn er lange nicht so wahnsinnig ist. So extrem blutig ist "Kalifornia" auch nicht unbedingt, Gewalt aber bringt Brad Pitts Darstellung des Killers Early mehr als genug ins Leben der Hauptdarsteller. David Duchovny alias Brian Kessler und seine Freundin Carrie, suchen Mitfahrer für einen Road-Trip nach Kalifornien. Brian ist Autor und arbeitet an einem Buch über die bekanntesten Serienkiller Amerikas und will deshalb die Schauplätze dieser All-American-Murder aufsuchen. Da weder Brian als Autor noch Carrie als Fotografin genügend Geld verdienen, werden die Benzinkosten durch ihre Mitfahrer Early und Adele gedeckt.
Juliette Lewis als Adele wohnt diesmal kein Killer inne, vielmehr glänzt sie als die naive Freundin des White-Trash Prolls Brad Pitt alias Early Grayce. Early ist ein ekelhaft-fieser, verschwitzter Kerl mit Alkoholproblem und üblem texanischen Slang - nimmt man Brad Pitt nicht ab? Tut man, und wie man das tut! Die Chemie zwischen "Dummchen" Adele und dem rücksichtslosem Killer Early lässt selbst die (wenigen) langatmigen Momente von“Kalifornia“ wie im Flug vergehen.

Zentrum des Films ist nicht der Road-Trip oder die abgefahrene Musik, sondern die Kollision der beiden Welten. Die verkopften Möchtegern-Künstler und der heruntergekommene "Bodensatz" der amerikanischen Bevölkerung. Natürlich kommt es zur Eskalation. Aber hätte es dazu kommen müssen? Immer wieder zwingt der Film einen zu überlegen, ob der Konflikt nicht hätte verhindert werden können, wären die Vorurteile nicht so groß. Brian ist fasziniert und abgestoßen zugleich, er will sich mit Early verbrüdert fühlen – ist aber letztendlich nicht fähig Akzeptanz zu zeigen. Earlys Ausraster kommt daher überraschend, obwohl er in dieser Art Film ja obligatorisch zu sein scheint. Hätte die Handlung harmlos verlaufen können? Sicher.

"Kalifornia" ist hin und wieder unrythmisch und immer wieder tun sich klaffende Logiklücken auf oder ein Loch im Spannungsaufbau entsteht und will einfach nicht weg. Aber das kann einem herzlich egal sein, denn Pitts und Lewis Darstellungen packen einen an den Eiern und lassen so schnell nicht mehr los. Die beiden geben ihren Rollen eine naive Tragik von ungeahntem Ausmaß und haben am Ende fast mehr Tiefe als Publikums-Lieblinge Mickey und Mallory. "Kalifornia" ist nicht immer leicht goutierbar, macht auch nicht immer Spaß - zeigt aber viel mehr Menschlichkeit als manch anderer Killer-Pärchen Film und ist damit etwas ganz Besonderes.

„When you dream there are no rules. People can fly. Anything can happen. Sometimes there's a moment as you're waking and you become aware of the real world around you, but you are still dreaming. You may think you can fly but you better not try.“

8/10

Dienstag, 12. Juni 2018

AVPR: Aliens vs Predator - Requiem - Aliens vs. Predator 2 (Kinofassung) (2007)

https://www.imdb.com/title/tt0758730/

Ein Raumschiff mit Aliens und einem Mischwesen - dem Predalien - an Bord stürzt in der Kleinstadt Gunnison ab. Die Predators wollen das Schlamassel beseitigen und schicken einen der ihren auf die Erde. Der Kampf der Giganten geht an den Bewohnern des US-amerikanischen Kaffs nicht spurlos vorbei, denn Aliens, Predalien und Predator lassen ordentlich die Sau raus. Sheriff Morales (John Ortiz) schwant nichts Gutes, als Einwohner spurlos verschwinden und einer seiner Mitarbeiter komplett gehäutet an einem Baum aufgehängt baumelt. Der ehemalige Knacki Dallas (Steven Pasquale) schwingt sich zum Anführer auf, dem sein kleiner Bruder Ricky (Johnny Lewis) und dessen Angebetete Jesse (Kristen Hager) blind folgen, während der Sheriff noch darauf hofft, dass die Nationalgarde die Stadt evakuiert…

Natürlich musste "Alien vs. Predator" fortgesetzt werden und sicherlich haben sich da auch viele damals drauf gefreut. Die Freude hat aber den meisten bestimmt nicht viel gebracht, denn man bekommt einen noch viel seelenloseren Film geboten, als es der ohnehin schon stumpfe erste Teil war. Storytechnisch hat man nun noch viel weniger zu bieten. Es geht eigentlich erneut nur um den Kampf Predator gegen viele Aliens. Nur mit dem Unterschied, dass es nun einen Hybriden, das Predalien, gibt, der am Ende des ersten Teils entstand. Dort setzt auch der Film direkt an, das Raumschiff der Predators stürzt ab, landet auf der Erde und die Menschen müssen sich mit der Alienplage herumschlagen. Zum Glück kommt ein Predator um die Sache zu bereinigen. Das ist zwar eine sehr dünne und völlig einfallslose Geschichte, doch zumindest die Sache mit dem Predalien hätte Potenzial gehabt. Dieses verschenkt man jedoch komplett, denn dieses Vieh ist nur wenig ausgearbeitet, und ist kaum ein echter Gegner. Schade, dass man hier nicht kreativer zur Sache ging und das zeigt schon das große Problem des Drehbuchs auf. Man hat einfach nichts zu erzählen und daraus konnte letztlich nur vor sich hin plätschernde Unterhaltung resultieren.

Erst recht, wenn man dazu noch dermaßen belanglose Charaktere serviert bekommt. Die Figuren sind zwar nicht unbedingt unsympathisch, sie interessieren nur überhaupt nicht. Da es anfangs viel um diese Figuren geht, wird es dadurch nicht gerade spannender und der Überlebenskampf der Protagonisten ist so selbstverständlich auch nicht gerade packend. Da hätte man noch so tolle Darsteller verpflichten können; etwas gebracht hätte dies nicht. Bei all dieser Kritik kann man zwar nicht sagen, dass die Schauspieler hier total schlecht wären, aber sie passen sich der Belanglosigkeit an und niemand wird damit in Erinnerung bleiben. Handwerklich ist "Aliens vs. Predator 2" noch ganz gut gemacht, wobei das Problem mit der Dunkelheit schon damals im Kino ein großer Aufreger war. Das Bild wurde damals nämlich dermaßen abgedunkelt, dass man munkelte, es wäre eine Zensurmaßnahme. Sollte es als Stilmittel gemeint sein, dann wäre es völliger Nonsens, denn wenn man nichts erkennt, ist das einfach dämlich. Später für das Heimkino wurde das Bild nachgehellt und das erkennt man, trotzdem ist es in manchen Szenen noch grenzwertig. Dazu gesellen sich noch schnelle Schnitte, die das Ganze nicht unbedingt übersichtlicher machen. Die tollen Schauwerte aus dem ersten Teil sind verschwunden und dennoch ist die Inszenierung insgesamt noch halbwegs brauchbar. Zwar ist der Film deutlich brutaler als sein Vorgänger, aber leider wirkt das auch hier kaum so richtig hart. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Gewalt einfallslos präsentiert wird und fast alle Effekte aus CGI bestehen. Da sehen die Aliens noch am besten aus, wenn man denn mal etwas von ihnen erkennt.

Fazit: "Aliens vs. Predator 2" ist eine Fortsetzung, aus der man etwas hätte machen können, doch man wollte wohl nur schnelles Geld einspielen und hat sich gar keine Mühe gegeben. Aus der simplen Ausgangsidee hätte man viel herausholen können, man hat sie allerdings verschenkt und die Figurenzeichnung ist schrecklich belanglos. Da können die Darsteller definitiv nichts reißen, das Bild ist immer noch manchmal zu dunkel und die blutigen Effekte wirkten nur selten wirklich hart. Handwerklich ist das immerhin noch ganz solide gemacht. Wer mit dem Vorgänger etwas anfangen konnte und nichts dagegen hat, dass es nun noch stumpfer wird, kann "Aliens vs. Predator 2" mal vorsichtig antesten, der Rest braucht allerdings erst gar nicht einschalten. Allerdings sollte man den Film auch in der wesentlich härteren "Extended Version" sehen, die Kinofassung verzichtet doch hier und da auf Schauwerte.

4,5/10

Im Rahmen der "Limited CINEDITION"-Reihe von FOX kam auch dieser Film in den Genuss der schicken Mediabook-Aufmachung mit Lenticular-Front, Sentitype und Booklet. Diese ist allerdings schon seit Ewigkeiten ausverkauft. Die größte Frechheit bei dieser Edition ist allerdings, dass die "Extended Version" des Films nur auf DVD vorliegt. Warum?


Montag, 11. Juni 2018

[SERIE] How I Met Your Mother, Season 04

https://www.imdb.com/title/tt0460649/

Ted ist 27, angehender Architekt und Single. Zusammen mit seinem Freund Marshall teilt er sich eine WG im Big Apple. Während Marshall glücklich verlobt ist, befindet sich Ted noch auf der Suche nach der Frau fürs Leben - und der Mutter seiner Kinder, denen er im Jahr 2030 erzählt, wie er sie kennen lernte. Wie sich zeigt, hat Ted es sich nicht leicht gemacht. Und so rauscht er in seinen Berichten vor einer verrückten Beziehung in die nächste. Hinter welcher der zahllosen Affären sind allerdings am Ende die Mutter von Teds Kindern verbirgt, bleibt ein großes Geheimnis!

https://www.imdb.com/title/tt1256606/
4.1 Kennen wir uns? (Do I Know You?)
Nachdem Stella Teds Heiratsantrag angenommen hat, will er sie besser kennenlernen und erfährt dabei, dass sie noch nie Star Wars gesehen hat. Währenddessen erzählt Barney Lily, dass er in Robin verliebt sei, woraufhin Lily ein Date arrangiert. Allerdings schafft Barney es nicht, Robin seine Liebe zu gestehen, und ihm wird klar, dass eine feste Beziehung zu ihr ein Fehler wäre. Nachdem Stella dann Star Wars gesehen hat, lügt sie Ted vor, dass sie den Film möge, da das für Ted sehr wichtig ist. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt1256181/
4.2 Der beste Burger in New York (The Best Burger in New York)
Im MacLaren’s Pub erzählt Marshall den anderen, wie er nach seiner Ankunft in der Stadt den besten Burger von New York gegessen hat. Darauf machen sich die fünf auf die Suche nach dem Laden. Für Marshall scheint es sehr wichtig zu sein, den „besten Burger von New York“ zu essen, da er wegen seiner Arbeitslosigkeit frustriert ist. Währenddessen wirbt Barney immer wieder für die Goliath National Bank. Als die Fünf glauben den Laden gefunden zu haben, stellt sich heraus, dass aus der Burgerbude eine Filiale der Goliath National Bank wurde. Lily erfährt nun auch, dass Marshall bei der GNB entgegen seinen Vorstellungen einen Job gefunden hat. Durch die Hilfe eines Mannes kommen sie an diesem Abend doch noch zum besten Burger von New York. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256185/
4.3 Ich liebe New Jersey (I Heart NJ)
Weil Ted seine Zeit hauptsächlich im Zug verbringt, um Stella in New Jersey und seine Freunde in New York zu treffen, lädt Stella seine Freunde zu sich ein. Obwohl sie New Jersey hassen, stimmen sie dem Besuch aber letztlich zu. Es kommt zwischen Ted und Stella zum Streit: Ted will nicht nach New Jersey ziehen, Stella nicht nach New York. Währenddessen kündigt Robin den Job bei Metro News 1 aufgrund einer vermeintlichen Stelle bei einem größeren Sender, was sich jedoch nur als Zusage zu einem Casting herausstellt. Nachdem Ted und Stella sich wieder versöhnt haben, will Ted nach New Jersey ziehen. Robin, die zuvor ihren alten Job gekündigt hatte, bekommt bei dem neuen Sender eine Stelle als Auslandskorrespondentin und wird nach Japan gehen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256186/
4.4 Der alte Mann und drei Umzüge (Intervention)
Barney will verkleidet als alter Mann eine Frau im MacLaren’s aufreißen, was ihm gelingt. Ted, Marshall, Lily und Robin packen währenddessen, da Ted zu Stella ziehen wird, Robin nach Japan und Marshall und Lily in ihre neue Wohnung. Bei den Umzugsarbeiten findet Ted einen verschlossenen, an ihn adressierten Brief. Darin rieten die Freunde ihm ab, Stella so schnell zu heiraten. Ted und Marshall wird klar, dass sie nicht wegziehen wollen. Auch Lily und Robin wollen nicht wegziehen. Doch dann wird Ted klar, dass es ein Fehler ist, nicht umzuziehen, da das Leben Veränderung brauche. Sie schwören in einem Jahr alle wieder in die Bar zu kommen, um einen teuren Scotch, für den sie ab sofort sparen, zu trinken. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt1256187/
4.5 Unerwünschte Gäste (Shelter Island)
Ted und Stella wollen auf Shelter Island ihre Hochzeit feiern. Alle Freunde sind eingeladen und dazu Robin, die Ex von Ted und Toni, der Ex von Stella und der Vater ihrer gemeinsamen Tochter. Stella will nicht, dass die Ex-Partner bei der Hochzeit dabei sind und so redet Ted mit Robin und Stella mit Toni. Barney ist währenddessen darauf aus, erneut mit Robin zu schlafen. Sein Plan war, Robin an Teds Hochzeit betrunken zu machen und so mit ihr im Bett zu landen. Allerdings schnappt er sich davor gleich die nächste – Stellas Schwester, die eigentlich auf Shelter Island heiraten wollte. Nach dem Gespräch mit Robin entdeckt Ted eine Karte auf dem kleinen Tisch in seinem Zimmer, die Stella geschrieben hat. Stella lässt Ted vor dem Altar sitzen und fährt mit Toni zurück nach New York. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256188/
4.6 Unter dem Tisch (Happily Ever After)
Nach Teds Hochzeitsdesaster erholt sich dieser überraschender Weise sehr schnell. Seine Methode, den Kummer zu verdrängen, verstehen die anderen nicht. Er versucht Stella aus dem Weg zu gehen und zeigt eine Karte mit all den Orten, wo Stella sein könnte. Als sie in einem Tapasladen sind, der eigentlich außerhalb der Zone liegt, wo Stella sein könnte, kommt Stella prompt zur Tür herein. Die fünf Freunde verstecken sich vor ihr unter dem Tisch und jeder erzählt von Personen, die sie niemals wiedersehen möchten, wie etwa Lilys Schulkamerad Stinker, Barneys Gefängnisfreundin Bekka de Lucci oder Robins Dad. Ted wird klar, dass er sich seiner Angst stellen und mit Stella reden sollte. Gerade in diesem Augenblick ist Stella verschwunden und die Freunde folgen ihr mit dem Taxi. Ted weiß genau, was er ihr sagen will, aber als er Stella, Toni und deren Tochter sieht, wird ihm klar, dass die beiden füreinander geschaffen sind, und Ted ist nicht mehr sauer. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt1256189/
4.7 Der Nicht-Vatertag (Not a Father’s Day)
Barney bekommt einen Anruf von einer Frau, die sagt, sie sei von ihm schwanger. Das lässt Marshalls und Lilys Kinderwunsch wieder entflammen. Währenddessen erfährt Barney, dass er doch nicht Vater wird. Kurzerhand erfindet er den „Nicht-Vatertag“ für Singlemänner, denen es gefällt, kinderlos zu sein. Lily holt währenddessen Ted und Robin zu sich und fragt beide, ob sie bereit wären Eltern zu werden. Ted ist für Kinder und Robin dagegen. Lily ist ratlos und betrinkt sich, woraufhin sie zu Marshall auf die Arbeit fährt und sofort ein Baby von ihm haben will. Marshall bringt sie nach Hause und erklärt am nächsten Morgen, er sei wegen des Jobs und der Finanzen noch nicht bereit für Kinder. Barney wird klar, dass der Nicht-Vatertag nur für Loser ist, die keine Freundin abbekommen, und er beendet die Sache. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt1256190/
4.8 Woooo! (Woooo!)
Lily und Robin wollen zu einem Geburtstag der Kindergartenkollegin Jillian gehen, allerdings ist Jillian ganz anders als auf der Arbeit. Sie ist ein Woooo-Girl! Robin schließt sich dieser Gruppe von Woooo-Girls an. Währenddessen bekommt Ted von Barney den Auftrag, einen Entwurf für die neue Hauptverwaltung der GNB zu entwerfen. Dieser Entwurf wird aber abgelehnt, woran vor allem Barney schuld ist, da er das schwedische Architekturkollektiv SVEN toll findet. Lily versucht nun ebenfalls in die Gruppe der Woooo-Girls aufgenommen zu werden, bis Robin mit ihr ein ernstes Gespräch führt, dass Lily nicht in diese Gruppe hineinpasst. Robin erklärt, dass die Woooo-Girls „Woooohen“, weil ihnen das Leben nichts Besseres bietet. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt1256191/
4.9 Nackter Mann (The Naked Man)
Als Ted zu Hause ankommt, findet er einen nackten Mann auf, der ein Date mit Robin hat und sie mit seiner Taktik namens „der nackte Mann“ überraschen und ins Bett kriegen will. Die Freunde müssen feststellen, dass „der nackte Mann“ bei Robin gelandet ist. Während Marshall enttäuscht ist, dass es andere Gründe als Liebe für Sex gibt, ist Barney begeistert von dieser einfachen Strategie und fordert Ted dazu auf, den „nackten Mann“ auch bei seinem geplanten Date zu probieren. Als das Date nicht gut läuft, entscheidet sich Ted, der Aufforderung nachzukommen und hat Erfolg. Barney dagegen wird bei seinem Versuch nackt von der Frau aus der Wohnung geworfen. Robin lädt den Mann zu einem zweiten Date ein, zu beweisen, dass sie nicht nur Sex mit ihm hatte, weil er nackt war, doch lässt schließlich von ihm ab. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256171/
4.10 Weicheier (The Fight)
Der Barkeeper Doug provoziert einen Streit mit zwei Männern, die am Stammtisch der fünf Freunde sitzen. Er fordert diese auf ihm zu helfen, wobei sich Ted und Barney nach längerer Diskussion darauf einlassen. Doug hat die Männer in der Zwischenzeit alleine verprügelt, aber glaubt, der Sieg sei eine Gemeinschaftstat. Alle sind begeistert von den „harten Männern“. Doch als die beiden wegen Körperverletzung angezeigt werden, geben sie zu, dass sie unbeteiligt waren und fallen Doug somit in den Rücken – es kommt zum Streit zwischen ihnen und Doug und dieser schlägt Ted K. o. Wie sich zeigt, hat Marshall früher mit seinen Brüdern gekämpft und schlägt seinerseits Doug nieder. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256172/
4.11 Im Exil (Little Minnesota)
Es ist Weihnachten und Teds jüngere Schwester Heather kommt zu Besuch. Ted sieht diese immer noch als Teenager und will sie bei der Job- und Wohnungssuche nicht unterstützen. Barney, der schon länger ein Auge auf Heather geworfen hat, täuscht mit ihr vor, dass sie eine Affäre hätten, um Ted zu beweisen, wie wenig Vertrauen er in beide hat. Unterdessen führt Marshall Robin in eine „Themen-Bar“ ein, die ganz im Zeichen seiner Heimat Minnesota steht. Robin täuscht vor auch von dort zu stammen und lebt sich so gut ein, dass der eifersüchtige Marshall ihre kanadische Herkunft verrät. Schließlich findet Robin eine kanadische Bar und Ted unterstützt seine Schwester. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256173/
4.12 Sex mit der Ex (Benefits)
Teds und Robins Zusammenwohnnen endet regelmäßig im Streit. Um diesen zu vermeiden, beschließen sie, als Ventil miteinander zu schlafen. Barney, der eifersüchtig ist, versucht daraufhin die Wohnung in Ordnung zu halten um jeden Grund für Streit zu vermeiden. Als Ted merkt, dass Barney verletzt ist, beendet er die Affäre mit Robin. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt1256174/
4.13 Drei Tage Schnee (Three Days of Snow)
Lily und Marshall wollen mit ihrer Tradition, den anderen mit Bier am Flughafen abzuholen, brechen, weil sie sich zu erwachsen fühlen. Unabhängig voneinander entscheiden sie sich aber doch für diese Tradition. Es schneit und Barney und Ted dürfen auf die Bar aufpassen. Sie sehen die Chance, sich ihren Traum von einer Bar ohne Sperrstunde zu erfüllen und lassen Gäste herein, doch es bricht Chaos aus und so entscheiden sie sich gegen eine Bar. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256175/
4.14 Die Tänzerhüfte (The Possimpible)
Robin muss schnell einen neuen Job finden, ansonsten muss sie zurück nach Kanada. Barney bietet ihr an, für sie ein Bewerbungsvideo zu erstellen, wie auch er eins hat. Anlässlich der Bewerbungen beschließen alle Freunde einen unnötigen Fakt aus ihrem Lebenslauf zu streichen. Marshall hat eine Verletzung namens Tänzer-Hüfte, die tatsächlich daher stammt, dass er oft heimlich tanzt. Obwohl Robin von dem Bewerbungsvideo nicht überzeugt ist, kann Barney ihr damit einen Job verschaffen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256176/
4.15 Die Stinsons (The Stinsons)
Die Freunde haben den Verdacht, dass Barney eine Freundin hat. Als sie nachforschen, entdecken sie, dass Barney eine Schauspielerin und einen Kinderdarsteller engagiert hat, die vortäuschen Barneys Frau und Sohn zu sein, damit Barneys Mutter mit ihm zufrieden ist. Bei einem gemeinsamen Abendessen küsst Ted Barneys „Ehefrau“ und Barney sagt seiner Mutter die Wahrheit, die ihm gesteht, dass sie die Frau nie leiden konnte und froh ist, dass Barney nicht deren Mann ist. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256177/
4.16 Hosenlos (Sorry, Bro)
Ted trifft sich wieder mit seiner Ex-Freundin Karen, die Ted früher betrogen hat und die Lily und Marshall nicht leiden können. Barney findet es sehr lustig, dass Marshall auf der Arbeit seine Hose vergessen hatte und Barney die neue Hose zerschnitten hat. Es zeigt sich, dass Karen einen Freund hat und diesen mit Ted betrügt. Erst macht Ted mit ihr Schluss, trifft sich aber dann doch wieder mit ihr. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt1256178/
4.17 Der Veranda-Test (The Front Porch)
Karen macht mit Ted wegen eines fremden Ohrrings in seinem Bett Schluss. Lily hatte den Ohrring dort mit Absicht deponiert, da Karen den „Veranda-Test“ nicht bestanden hat: Bei diesem Test stellt Lily sich vor, ob Teds aktuelle Freundin auch noch mit ihnen im Rentenalter auf einer Veranda sitzen kann und zu ihnen passt. Wie sich herausstellt, hat Lily Teds Beziehungen schon öfter sabotiert, auch die zu Robin. Barney entdeckt durch Marshall, wie toll ein Nachthemd sein kann. Lily sagt Karen die Wahrheit, woraufhin sie Ted vergibt, von ihm aber verlangt, Lily nicht mehr zu sehen. Daraufhin macht er mit Karen Schluss und verträgt sich mit Lily. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256179/
4.18 Old King Clancy (Old King Clancy)
Teds Entwürfe für die GNB kommen nicht gut an. Er wird entlassen, was Barney und Marshall ihm aber nicht sagen. Stattdessen gaukeln sie vor, dass Ted einen neuen Chef hat und täuschen ihn mit Laienschauspielern. Lily versucht aufgeregt herauszufinden, mit welchem Promi Robin fast im Bett war, der sich am Ende als ein ihr unbekannter kanadischer Sportler herausstellt. Ted beschließt, nachdem er alles weiß, dass er sich selbstständig machen will. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt1256180/
4.19 Die Murtaugh-Liste (Murtaugh)
Ted hat eine Murtaugh-Liste – eine Liste auf der alles steht, wofür er sich zu alt fühlt. Barney möchte Ted beweisen, dass er für nichts davon zu alt ist und beginnt, alles, was auf der Liste steht zu machen und muss schon bald zugeben, dass er für einiges wirklich zu alt ist. Ted dagegen versucht sich wie ein alter Mann zu verhalten. Marshall trainiert Lilys Kindergartengruppe im Basketball und ist dabei zu Lilys Entsetzen sehr streng. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256182/
4.20 Mosbius Designs (Mosbius Designs)
Ted macht seine eigene Firma auf, errichtet ein Büro in der eigenen Wohnung und stellt einen Sekretär ein. Als Robin mit diesem ein Verhältnis beginnt, entbrennt ein Streit um den jungen Mann. Am Ende kündigt er und macht mit Robin Schluss. Marshall versucht sich auf der Arbeit stärker zu profilieren um nicht entlassen zu werden, was ihm auch gelingt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1256184/
4.21 Die Dreitageregel (The Three Days Rule)
Ted lernt eine Frau kennen und will sie direkt anrufen. Barney meint, man müsse damit drei Tage warten und tauscht die Telefonnummer der Frau mit seiner eigenen aus. Ted, der meint, romantische SMS mit der Frau auszutauschen, schreibt nun in Wahrheit mit Barney und Marshall. Als er das herausfindet, dreht er den Spieß um. Die Frau stellt sich dann als Reinfall heraus. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt1256183/
4.22 Zur richtigen Zeit am richtigen Ort (Right Place Right Time)
Ted trifft an einer Straßenecke Stella und beschreibt die kleinen Zufälle, die alle dazu beigetragen haben, dass es zu diesem Treffen gekommen ist. Dazu gehören vor allem Robins Lebensmittelvergiftung, Marshalls Sucht nach Statistiken und Barneys 200. Eroberung, deretwegen Ted genau den Weg die Straße herunter nimmt, wo er Stella trifft. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt1410619/
4.23 Hilfe wider Willen (As Fast as She Can)
Stellas Mann Toni hat ein schlechtes Gewissen Ted gegenüber und versucht ihm einen Auftrag als Architekt zu verschaffen, was aber nicht klappt. Ted sagt Toni, dass er Stella gar nicht wiederhaben will, nach dem, was sie ihm angetan hat, was Toni die Augen öffnet, weshalb er mit Stella Schluss macht. Ted hilft ihnen, wieder zusammenzukommen. Barney versucht sich bei einem Strafzettel für zu schnelles Fahren rauszureden, was ihn am Ende ins Gefängnis bringt. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt1425523/
4.24 Der Absprung (The Leap)
Teds erster Auftrag ist zu seiner Frustration der Entwurf eines Fastfood-Restaurants. Marshall möchte vom Dach ihres Hauses über den Abgrund zu den Nachbarn hinüber aufs Dach springen. Wegen der bereits eine Staffel zuvor erwähnten Ziege landet Ted im Krankenhaus, wo Barney und Robin sich nach einigem Hin und Her küssen. Ted erhält den Auftrag für den Fastfood-Laden nicht und entschließt sich, Dozent zu werden. Am Ende trauen sich alle Freunde, auf das benachbarte Dach zu springen. - 9/10