Dienstag, 15. Oktober 2019

[SERIE] The Fresh Prince Of Bel-Air - Der Prinz von Bel-Air, Season 06

https://www.imdb.com/title/tt0098800/

Will Smith (Will Smith) ist ein 17-Jähriger Teenager, der seine Zeit am liebsten mit Basketball oder Rap-Musik verbringt, doch er ist ohne Frage ziemlich intelligent! Doch irgendwann wird die Lage in West-Philly ziemlich heiss für Will, da beschließt seine Mutter, ihn zu seinen Verwandten nach Bel-Air zu schicken, um in bessere Kreise zu kommen. Als Will dann bei den Banks in Bel-Air einzieht, freundet er sich sogleich mit seiner Cousine Ashley (Tatyana Ali) an. Seine Tante Vivian hat zum Glück Verständnis für Wills freche Art. Nur mit seinem Onkel Philip Banks (James Avery), erfolgreicher Staatsanwalt, seiner Cousine Hilary (Karyn Parsons) und seinem Cousin Carlton (Alfonso Ribeiro) kann er sich am Anfang nicht so recht anfreunden. Doch alle verstehen sich immer besser.

https://www.imdb.com/title/tt0582953/
6.1 Flambierte Bananen (Burnin’ Down The House)
Bei einem Abendessen mit Richter Walker soll Onkel Phil ein besonders wichtiger Fall übertragen werden. Ausgerechnet an diesem Abend versucht sich Will in der Küche als Koch. Flambieren will schließlich geübt werden. Schade nur, dass dabei nicht nur das Flambiergut in Flammen aufgeht. Das extrem wichtige Abendessen droht in einer Brandkatastrophe zu enden. Phils Karriere wird wohl den Bach runter gehen. Oder? Vielleicht rettet ein Brathähnchen aus der Imbissbude die Situation... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582973/
6.2 Rache ist süß (Get A Job)
Will bringt es tatsächlich fertig, Carlton den Job bei der Talkshow seiner Cousine Hilary abzujagen. Seine Aufgabe: Er soll die Schwester eines berühmten Komikers ausführen. Die Dame ist jedoch ganz und gar nicht nach Wills Geschmack und zieht sich schon bald wieder in ihr Hotel zurück. Hilary ist stinksauer, doch Carlton rettet die Situation und damit Wills Job. Trotzdem: Rache ist süß! - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0583032/
6.3 Nur ein durchgeknallter Cousin (Stress Related)
Hilary hat eine schreckliche Erkältung und weiß nicht, wie sie das Meeting mit einem wichtigen Sponsor ihrer Show überstehen soll. Will ergreift die Initiative und besorgt seiner Cousine Medizin. Natürlich vergisst er, das Kleingedruckte zu lesen, und Hilary ist schon bald völlig benebelt von dem Zeug. Will versucht zu retten, was zu retten ist, und verkleidet sich als schwuler Maskenbildner. Keine gute Idee! Der Sponsorenvertrag droht nun endgültig zu platzen. Derweil bleibt Carlton bei der Jobsuche erfolglos, muss aber am "Karriere-Tag" anstelle seines Vaters eine Rede in Ashleys Schule halten. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0582946/
6.4 Keiner liebt mich (Bourgie Sings The Blues)
Carlton hat immer noch keinen Job. Er bekommt eine Absage nach der anderen und fühlt sich absolut nutzlos und überflüssig. Er flüchtet sich in ein Blues-Café, um dort seinen Frust auszuleben. Währenddessen gibt sich ausgerechnet Will als Carlton aus und versucht, ein Vorstellungsgespräch an der Universität von Princeton zu bestehen. Im letzten Augenblick bekommt Carlton das ersehnte Empfehlungsschreiben für Princeton. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0583053/
6.5 Rabenvater Richter Banks (The Script Formerly Known As)
Carlton hat wieder ein Problem. Er findet einfach keine Freundin. Also wendet er sich verzweifelt an eine Partnervermittlung. Derweil haben Hilary und Will ganz andere Probleme. Sie haben einen Mann in die Talk-Show eingeladen, der zuvor von Onkel Phil als Geschworener abgesetzt wurde. In der Sendung zieht der Talkgast dermaßen über Onkel Phil ab, dass hinterher der Familiensegen ziemlich ramponiert ist. Will und Hilary entschuldigen sich über den Sender, aber damit fängt der Ärger erst an... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583015/
6.6 Sturmfreie Bude (Not, I Barbecue)
Ein Spieleabend mit Sandras Cousine Tiffany entpuppt sich vor allem für Carlton als der schlimmste Tag seines Lebens. Mitten in einem neckischen Strip-Spiel, bei dem Will und Carlton dauernd verlieren, taucht Tiffanys Freund Mad Dog auf. Den beiden halbnackten Jungs gelingt zwar die Flucht, doch dabei müssen sie sich schon die allergrößte Mühe geben, damit sie nicht für lebensmüde Selbstmörder gehalten werden. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0583013/
6.7 Der Lauschangriff (Not With My Cousin You Don’t)
Bevor Ashleys langjähriger Freund Derek am nächsten Tag die Stadt verlässt, um zur Uni zu gehen, nimmt sich das junge Paar vor, ihr "Erstes Mal" zusammen zu erleben. Zufällig erfahren Carlton und Will über die Sprechanlage von diesem Plan und versuchen alles, um das Schlimmste zu verhindern. Ashley ist bitter enttäuscht, dass die beiden sich so in ihr Privatleben einmischen. Ashley und Derek beschließen dann allerdings, dass ein Abschied nicht unbedingt der beste Anlass für ein "Erstes Mal" ist und verschieben das Ganze. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583061/
6.8 Der Zockerkönig (Viva Lost Wages)
Carlton bekommt zum 21. Geburtstag eine Reise nach Las Vegas geschenkt. Zusammen mit Will besucht er die Spielerstadt. Als er nachts nicht schlafen kann, weil er sich so auf einen Staudammbesuch freut, gerät er in einen Spielrausch und plündert sämtliche Kreditkarten von Will und ihm. Er versetzt sogar ihre Rückflugtickets – und verliert alles. Die letzte Rettung ist ein Tanzwettbewerb. Will und Carlton gewinnen den Trostpreis, der ihnen wenigstens die Rückreise finanziert. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0583056/
6.9 Die Spezialbehandlung – Teil 1 (There’s The Rub (1))
Zu Thanksgiving gibt es das traditionelle große Familientreffen. In der Küche streitet man sich um die beste Truthahnfüllung. Hilary arbeitet als PR-Aktion für ihre Talk Show in einer Sozialstation. Doch zu ihrem Ärger taucht das angekündigte Fernsehteam nicht auf. Phillip holt sich einen Hexenschuss und Will überredet ihn zum Besuch eines Massagesalons. Doch der entpuppt sich als illegales Bordell und die beiden werden verhaftet. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0583057/
6.10 Die Spezialbehandlung – Teil 2 (There’s The Rub (2))
Will und Phillip wurden in einem erotischen Massagesalon, in den sie versehentlich geraten waren, erwischt und sitzen im Gefängnis. Hilary entdeckt bei der Armenspeisung ihre soziale Ader und bestellt einen Luxus-Party-Service, um den Obdachlosen ein schönes Feiertagsessen zu bescheren. Phillip und Will gelingt es schließlich doch noch, ihre Freilassung zu erreichen, und alle finden sich zum trauten Truthahnessen am heimischen Tisch wieder. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582991/
6.11 Hilarys großer Auftritt (I, Ooh, Baby, Baby)
Hilarys Talk Show wird endlich landesweit übertragen. Doch auch das macht sie nicht glücklich. Sie ist davon überzeugt, dass nur ein Baby ihre Erfüllung sein kann. Nach einem schrecklichen Erlebnis auf der Samenbank versucht sie selbst den genetisch geeigneten Kindsvater ausfindig zu machen. Zur großen Erleichterung der ganzen Familie kommt Hilary doch noch zur Vernunft. Sie sieht ein, dass man nicht eben mal ein Baby in die Welt setzen kann, um sich selbst zu verwirklichen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582947/
6.12 Fit ins neue Jahr (Boxing Helena)
In Onkel Phils Villa hat jeder gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst. Ashley beschließt, die Hälfte ihres neuen Autos selbst zu finanzieren und nimmt deshalb einen Job in einem Hot-Dog-Laden an. Dort verbreitet sie in kürzester Zeit das totale Chaos. Der Rest der Familie will sich gemeinsam im Fitness-Studio in Form bringen. Carlton gerät an einen Trainer, der ihn so richtig in die Mangel nimmt. Will vergehen seine flotten Sprüche, als er im Boxring von der schönen Helena niedergestreckt wird. Sein männlicher Stolz ist zutiefst verletzt. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582988/
6.13 Carlton als Leibwächter (I, Clownius)
Am Tag einer wichtigen Urteilsverkündung erhält Onkel Phil eine Morddrohung. Carlton ernennt sich todesmutig zum Chef-Leibwächter. Auf dem Weg zum Gericht machen sie kurz an einer Tankstelle halt. Dort werden sie von dem arbeitslosen Clown Juggels als Geiseln genommen. Er will den Medienrummel im Gerichtssaal ausnutzen, um alle Welt von seinen herausragenden Fähigkeiten als Clown zu überzeugen. Er zwingt das versammelte Gericht seine erbärmliche Show anzuschauen. Will und Carlton bleibt nichts anderes übrig, als seine Assistenten zu spielen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582949/
6.14 Familienpolitik – Teil 1 (Breaking Up Is Hard To Do (1))
Ashley bekommt das Angebot, bei einer namhaften Modelagentur zu arbeiten. Will und Carlton übernehmen die Vertragsverhandlungen und vermasseln alles. Onkel Phil bekommt unterdessen das Angebot, in die Politik zu gehen. Vivian ist alles andere als begeistert. Ashley bekommt als Model eine letzte Chance, allerdings unter der Bedingung, dass Will und Carlton bei einer Show als Notnagel einspringen. Zufällig sitzen Phil und Vivian im Publikum. Phil ist empört über deren frivolen Auftritt und will ihnen die Leviten lesen. Doch er kommt nicht dazu, da ihn Vivian vor eine endgültige Entscheidung stellt: Sie oder die Politik. Bis zu seiner Entscheidung zieht sie zu ihrer Schwester. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582950/
6.15 Familienpolitik – Teil 2 (Breaking Up Is Hard To Do (2))
Weil sich Phil, ohne mit seiner Frau zu sprechen, für ein politisches Amt beworben hat, ist Vivian zu ihrer Schwester gezogen. Die Familie malt sich aus, wie es sein würde, sollten sich die beiden für immer trennen. Will und Co beschließen einzugreifen und die beiden wieder zu versöhnen. In einem Karaoke-Restaurant arrangieren sie ein Treffen. Mit kräftiger gesanglicher Unterstützung der Familie gelingt es Phil, Vivian zur Rückkehr zu bewegen. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0582987/
6.16. Das Bowlingduell (I, Bowl Buster)
Es ist soweit: Carlton wird an der Princeton University angenommen. Doch als er erfährt, wie erfolgreich sein Vater dort zu seiner Studienzeit war, bekommt er es mit der Angst zu tun. Bei einem Spiel mit Will entdeckt er seine Leidenschaft für Bowling und beschließt, die Uni sausen zu lassen und Profi-Spieler zu werden. Will fordert ihn zum Bowling-Duell auf, um ihn zur Umkehr zu zwingen. Doch Carlton gewinnt das Spiel. Schließlich besinnt er sich jedoch und tritt in Princeton in die Fußstapfen seines Vaters. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583043/
6.17 Geoffrey wird Papa (The Butler’s Son Did It)
Butler Geoffrey, der eigentlich durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist, fällt in Ohnmacht, als plötzlich ein junger Mann namens Frederick vor ihm steht und ihn Papa nennt. Tatsächlich ist er ein Sprössling aus seiner kurzen Ehe in England. Von der Geburt seines Sohnes hat der Butler jedoch nie erfahren. Der frischgebackene Vater tut alles für seinen Sohn, der in seine Fußstapfen treten will, und gibt ihm einen Scheck, damit er eine Butlerschule besuchen kann. Dann erwischt Will Frederick jedoch dabei, wie er Geld aus Wills Geheimversteck stiehlt. Als Frederick auch noch plötzlich verschwindet, durchschaut Will, dass er es nur auf Geoffreys Scheck abgesehen hatte. Auf dem Flughafen hält er ihm eine Gardinenpredigt. Reuevoll kehrt der Sohn zurück und Geoffrey verzeiht ihm väterlich. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582977/
6.18 Ostern bei den Banks (Hare Today...)
Der kleine Nicky bekommt von Will zu Ostern einen Hasen geschenkt. Carlton und Ashley beteiligen sich am Wettbewerb, wer an Ostern das Solo in der Kirche singen darf. Bei den Vorbereitungen in der Kirche gesteht der Pfarrer Vivian seine Liebe. Vivian ist bestürzt und weiß nicht, wie sie sich bei einem gemeinsamen Abendessen mit der Familie verhalten soll. Onkel Phil hat seine liebe Not, einen Ersatzhasen für Nicky zu besorgen – auf den ersten hat er sich nämlich versehentlich gesetzt und ihn dabei zerquetscht. Bei der Ostermesse herrscht dann wieder Eintracht: Der Pfarrer entschuldigt sich bei Vivian und Carlton und Ashley gestalten gemeinsam das musikalische Programm. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0582994/
6.19 Wie war das noch mal? (I, Whoops, There It Is)
Will Smith führt uns heute hinter die Kulissen der Serie. Eine ganze Sendung voller Patzer, vergessenen Textzeilen, absurden Situationen und spontanen Lachanfällen. Heute kriegt garantiert jeder sein Fett weg. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582993/
6.20 Ein Pferd auf dem Sofa (I, Stank Horse)
Carltons Lieblingsrennpferd soll eingeschläfert werden, weil es zu alt ist. Er beschließt, es zu retten und stellt es erst mal im Garten unter. Ashley möchte sich an der Schauspielschule in New York bewerben und ihr erster Auftritt in einer Cola-Werbung scheint ein gutes Sprungbrett zu sein. Als Will sieht, dass sie in einer Strandszene im Bikini auftritt, schleppt er sie vom Set weg. Onkel Phil ist empört und verbietet ihr den Spot zu drehen. Am Drehort überlegt er es sich dann doch noch einmal anders. Als sie zurück nach Hause kommen, entdeckt Phil das Pferd. Zwar hat sich inzwischen eine Farm gefunden, wo man ihm sein Gnadenbrot gewährt – doch der greise Gaul ist nicht mehr vom Wohnzimmersofa herunterzulocken. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582992/
6.21 Das Golfturnier (I, Stank Hole In One)
Carlton sagt das traditionelle Golfturnier mit seinem Vater ab, weil sie ohnehin verlieren werden und er lieber an einem Seminar teilnehmen will. Will springt für ihn ein. Als Carlton sieht, wie viel Spaß die beiden haben – und das obwohl sie verlieren – wird er neidisch. Hilary springt als Co-Moderatorin in einer berühmten Talk Show ein und wirft die ganze Sendung über den Haufen. Will täuscht eine Verletzung vor, damit Carlton doch noch mit seinem Vater das Turnier beenden kann. Und die beiden gewinnen sogar! - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582964/
6.22 Captain Kirk beim Zahnarzt (Eye, Tooth)
Heute soll William Shatner, alias Captain Kirk, als Gaststar in Hilarys Talk Show auftreten. Carlton ist sein größter Fan und völlig aus dem Häuschen. Will geht mit dem Star Billard spielen, doch Carlton spürt die beiden auch dort auf. Bei einem Streit um die Billardqueue bekommt Shatner versehentlich einen Zahn ausgeschlagen. Beim Zahnarzt fummelt Carlton an den Geräten herum und alle bekommen eine gehörige Dosis Lachgas ab. Das hat natürlich verheerende Auswirkungen auf Hilarys Sendung. Trotzdem soll sie mit ihrer nächsten Sendung nach New York gehen. Ashley ist begeistert, denn jetzt kann sie auch dort auf die Schauspielschule gehen. Nach langem Sträuben stimmt auch Onkel Phil der Sache zu. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0582989/
6.23 Ein neues Leben – Teil 1 (I, Done (1))
Onkel Phils 50. Geburtstag steht bevor. Der Tag scheint ein Wendepunkt für die gesamte Familie Banks zu werden. Selbst Butler Geoffrey beschließt, zurück nach London zu gehen. Nur Will hat keinerlei Zukunftspläne. In seiner Not behauptet er, er würde ausziehen und hätte schon eine Wohnung gefunden. Jetzt muss er den Worten schnell Taten folgen lassen, doch die Wohnungssuche in L.A. gestaltet sich ausgesprochen schwierig. Als er gerade seine Lüge gestehen will, offenbaren Phil und Vivian, dass sie das Haus verkaufen werden und an die Ostküste ziehen wollen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582990/
6.24 Ein neues Leben – Teil 2 (I, Done (2))
Will hat noch immer keine Wohnung gefunden und versucht deshalb den Hauskauf zu verhindern. Doch seine Bemühungen erreichen nur das Gegenteil. Dank ihm geht der Verkauf schneller über die Bühne als erwartet: In sieben Tagen müssen die Banks ausgezogen sein. Will gesteht, dass er noch keine Wohnung hat und Onkel Phil hilft ihm bei der Suche. Bei einem herzlichen Abschied versichert man sich, in Kontakt zu bleiben. - 9/10

Montag, 14. Oktober 2019

Pokémon: Detective Pikachu - Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu (2019)

https://www.imdb.com/title/tt5884052/

Tim (Justice Smith) arbeitet als Versicherungsvertreter und erhält die Nachricht, dass sein Vater, ein seit jeher pflichtbewusster und hochdekorierter Polizist, verstorben sei. Tim muss sich nun darum kümmern, den Haushalt seines Vaters aufzulösen, und macht sich kurzerhand auf den Weg nach Ryme City, einer Metropole, in der Menschen und Pokémon in friedlicher Koexistenz zusammenleben. Als Tim in der Wohnung seines Vaters eintrifft, entdeckt er ein verstörtes Pikachu (Stimme im Original: Ryan Reynolds), mit dem er auch noch in der Lage ist, zu kommunizieren. Obwohl Pikachu sein Gedächtnis verloren hat, ist er der festen Überzeugung, ein Meisterdetektiv zu sein und glaubt außerdem, dass Tims Vater noch am Leben ist. Also tun sich Pikachu und Tim zusammen und machen sich in Ryme City auf Spurensuche. Dabei treffen sie auf die CNM-Nachwuchsreporterin Lucy Stevens (Kathryn Newton), die mit ihrem Pokémon Enton ebenfalls einer großen Sache auf der Spur ist. Gemeinsam decken die vier eine Verschwörung auf, die das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Pokémon in Ryme City für immer zerstören könnte...

"Pokémon" ist und bleibt ein Phänomen der Popkultur, welches selbst über 20 Jahre nach der Entstehung noch kaum Abnutzungserscheinungen zeigt. Nicht nur, dass die Serie über hunderte Folgen besitzt, zusätzlich gibt es mehr als 20 Trickfilme und Spiele gab es wohl bisher auf so ziemlich jedem Medium. Überraschend ist dabei am ehesten, dass es bis 2019 noch keine einzige Realverfilmung gab, was irgendwann ja meistens zur Pflicht wird. "Dragon Ball" hat das ja immerhin auch getan. Nach dem überragenden Erfolg des Spieles "Pokémon Go" wurde man bei den Studios scheinbar mutiger und mit "Meisterdetektiv Pikachu" steht jetzt tatsächlich die erste Realverfilmung von "Pokémon" bereit. Als Vorlage diente das gleichnamige Videospiel. Mit stolzen 150 Millionen Dollar Budget war man scheinbar bereit ein Risiko einzugehen, aber "Pokémon" macht seinem Name auch weiterhin alle Ehre. Der Erfolg blieb nicht aus und auf eine Fortsetzung wird man nicht sonderlich lange warten müssen.

Die Handlung dreht sich um den jugendlichen Tim. Der erfährt plötzlich, dass sein Vater, ein Polizist, gestorben sein soll. Er wohnte in der Stadt Ryme City, in welcher Pokémons und Menschen friedlich zusammenleben und eines Tages beim Dienst soll er umgekommen sein. Tim besucht die Wohnung seines Vaters und stößt dabei auf Pikachu. Dass Tim allgemein nichts mit Pokémons anfangen kann, ist noch nicht das Schlimmste für ihn, aber dass er dieses Pikachu verstehen kann, weil es in menschlichen Worten zu ihm spricht, kann Tim einfach nicht glauben. Scheinbar hat das Schicksal die Beiden zusammengeführt, denn Pikachu ist der ehemalige Partner seines Vaters und zusammen versuchen sie nun den Fall zu lösen.


Es ist schon reichlich kurios, ja fast etwas befremdlich, wenn man sich den ersten "Pokémon"-Realfilm anschaut, weil das einfach neu ist und die Sehgewohnheiten überfordern kann. Wenn dann auch noch Pikachu mit (Ryan Reynolds) Stimme spricht, weiß man erst mal nicht genau, ob man das albern oder gut finden soll. Die Pokémons sind zudem von sehr unterschiedlicher Qualität. Pikachu und auch Enton sehen sehr gut aus, aber bei etwas unwichtigeren, nicht so oft zu sehenden Pokémons hat man sich leider weniger Mühe bei den Animationen gegeben. Die Optik ist zudem ungewohnt, da viele Wesen hier nicht mehr glatt wie im Zeichentrick, sondern flauschig mit Fell aussehen. Die Effekte können also nicht komplett überzeugen, sind überwiegend aber dennoch eine ziemliche Wucht. Kaum eine Szene kommt ohne CGI aus und oftmals sieht das auch echt stark aus. An Aufwand mangelte es hier garantiert nicht und wo die 150 Millionen Dollar Budget geblieben sind, kann man sofort erkennen. Die Inszenierung weiß zudem ebenfalls zu überzeugen und so ist "Meisterdetektiv Pikachu" aus rein handwerklicher Sicht eine solide Sache geworden.


Die Story hingegen ist etwas altbacken und in Teilen vorhersehbar. Man kann den Twist leicht erahnen und was dort hinterher so geschieht, ist nicht mehr als eine passable Krimigeschichte für Kinder. Dass es einem kaum negativ auffällt, dass das Drehbuch etwas mau geraten ist, liegt vor allen Dingen daran, dass der Film in seiner Grundprämisse so abgefahren ist. Die Welt der Pokémon wird einem überhaupt nicht näher erläutert.

Die Geschichte setzt voraus, dass der Zuschauer schon weiß, worauf er sich da einlässt. Weil das alles doch ziemlich verrückt und bekloppt ist und das Tempo zusätzlich reichlich hoch ist, hat man also sowieso keine große Zeit nachzudenken. Und deshalb geht die Handlung dann doch in Ordnung, selbst wenn man sich hier etwas mehr Mühe hätte geben dürfen. Langweilig wird es dafür zum Glück nie, denn in den rund 100 Minuten ist reichlich viel los. Es gibt so manch eine Actionszene und es macht irgendwie Spaß die verschiedenen Pokémons zu entdecken, wobei man hier froh darüber sein kann, dass man sich mehr auf die ersten 150 Arten konzentriert hat - und selbst von denen nur wenige näher beleuchtete werden. Ist man Fan der Serie und der Spiele wird man auch so manch eine Anspielung finden können und zusätzlich gibt es ja Ryan Reynolds als Sprücheklopfer Pikachu zu hören. Der Humor ist schon eher alberner Natur, aber manchmal tatsächlich ganz amüsant und heiter. Justice Smith gibt sich in der zurückhaltenden Rolle recht brauchbar und Kathryn Newton ist ebenfalls solide. Dazu gesellt sich noch ein Bill Nighy, der gut spielt, nur Ken Watanabe hat man leider total verschenkt.


"Meisterdetektiv Pikachu" ist eine von den Darstellern gut gespielte Videospielverfilmung und ein geglücktes Debüt der Pokémons in der Realwelt. Auf mich wirkte der Film ziemlich abgedreht und verrückt, weil es einfach absurd ist die Pokémons in der Realwelt zu sehen. Gerade dadurch konnte mich das aber ziemlich gut unterhalten. Es gibt zahlreiche lockere Sprüche, Effekte, die manchmal atemberaubend und manchmal etwas enttäuschend aussehen, relativ viel Action, albernen Humor und Stereotypen, welche die obligatorische Dramaturgie bedienen. So wirklich begeisternd ist das alles nicht, aber da man kurzweilig unterhalten wird und der Film optisch einfach mal etwas anderes ist, gibt es dennoch eine kleine Empfehlung an alle, die mit Pokémon etwas anfangen können. Der Rest wird wohl leider nur verständnislos den Kopf schütteln.

6,5/10

Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "Limited 2-Disc-Edition" mit Ultra HD Blu-ray und Blu-ray im Steelbook. 

Sonntag, 13. Oktober 2019

Stan & Ollie (2018)

https://www.imdb.com/title/tt3385524/

Das legendäre Komiker-Duo Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly), auch bekannt als Dick und Doof, feierte einst große Erfolge. Doch im Jahr 1953 ist ihr Ruhm etwas verblasst. Der Promoter Bernard Delfont (Rufus Jones) kann sie daher überzeugen, eine Bühnentour durch Großbritannien zu machen. Während die ersten Vorführungen vor nur wenig gefüllten Rängen stattfinden, spricht sich nach und nach rum, dass es die Comedians noch draufhaben und die Hallen füllen sich. Doch bei Stan und Ollie kriselt es. Während Stan, der kreative Kopf des Duos, davon träumt, noch einen großen Film über Robin Hood zu machen, geht es Ollie gesundheitlich immer schlechter. Und als Lucille Hardy (Shirley Henderson) und Ida Laurel (Nina Arianda), die beiden Frauen der Komiker, zur Tour stoßen, verkomplizieren sie die Lage zusätzlich. Und so steht bald die Frage im Raum: Wird es nach der Tour überhaupt noch Stan und Ollie als Duo geben?

Hinter "Stan & Ollie" verbirgt sich keine typische Biographie des Kultduos, welche dem Zuschauer üblicherweise noch einmal die komplette Lebensgeschichte von Stan Laurel und Oliver Hardy aufzeigt. Hier konzentrierte man sich nach einem kurzen Abstecher ins Jahr 1937 ans Set ihres Kultfilms "Zwei ritten nach Texas" zur legendären Tanzszene sonst nahezu komplett auf die Zeit während ihrer England Tournee im Jahre 1953. "Stan & Ollie" ist dabei so viel mehr als nur ein Biopic, es ist ein Feel Good-Movie und vor allem ist es ein Andenken. Das Vermächtnis von Stan Laurel und Olliver Hardy lebt in den Köpfen vieler Generationen und in den Analen der Filmgeschichte weiter. Diejenigen, die mit dem Werk der beiden Hollywood-Legenden nicht vertraut sind, werden eine solide und gute Filmbiografie zu sehen bekommen. Diejenigen aber, die die Geschichte des Komikerduos Laurel und Hardy kennen, die werden ihre Freude mit "Stan & Ollie" weit über die 99 Minuten hinaus haben. Viele Menschen sind mit dem Humor von Laurel und Hardy aufgewachsen und manch einer mag sie als Helden feiern: Dieser Film ist das verdiente Andenken an zwei Große des Humors.


1953 liegt die Filmkarriere des Duos bereits hinter ihnen und beide sind körperlich nicht mehr wirklich auf der Höhe. Zwar träumen beide immer noch von einem Film mit "Robin Hood"-Thema zu dem sie fleißig Gags entwickeln und der sie wieder nach oben bringen soll doch bis dahin müssen beide immer noch irgendwie Geld verdienen. Dies dauerhaft in den Taschen zu halten - dazu hatten beide nämlich leider nicht wirklich Talent. Obwohl beide die Kunst, die sie ausüben, nach wie vor noch sehr lieben, kommen während dieser Zeit fernab von Heim und Frau ein paar schwerwiegende Konflikte aus der Vergangenheit, Probleme während der Tour und Ängste um die Zukunft zu Tage, die von beiden als Freunde und nicht bloss als Berufskollegen gemeistert werden müssen.

Die schauspielerische Leistung von Steve Coogan und John C. Reilly ist grandios, die musikalische Begleitung harmonisch und die Kamera geschickt geführt. Die gezeigten Bilder sind bewegend und voller Emotionen. Viele Szenenbilder und Momentaufnahmen vermitteln mehr als nur oberflächliches Spiel. Es stecken Ideen dahinter: Eine Idee von einer Geschichte Hollywoods, eine Idee von Humor und eine Idee von Freundschaft. Hier bekommt man einen glaubhaften Blick auf die beiden zu einer bestimmten Zeit ihres Lebens und ihres Schaffens und vor allem dem persönlichen Umgang miteinander. Dies als kauzige Komödie mit zwei Dickschädeln die aber nicht laut werden, sich aber trotzdem gegenseitig manchen verbalen Schlagabtausch liefern. Dazu zeigt der Film diverse Clips und Szenen aus ihrem Bühnenprogramm und mag so den ein oder anderen nostalgischen Lacher und Moment erzeugen. Für Leute die in der Thematik bewandert sind ist dieser Film sicherlich ein Hit, für alle anderen ein solides, kleines Filmchen mit einer Menge Herz und Charme.

8,5/10

Samstag, 12. Oktober 2019

Aladdin (2019)

https://www.imdb.com/title/tt6139732/

Der Straßendieb Aladdin (Mena Massoud) macht am liebsten mit seinem Affen Abu die Straßen von Agrabah unsicher. Auf den Basaren der Stadt ist kein noch so wertvoll aussehender Gegenstand vor ihm sicher. Doch er möchte dieses Leben als kleiner Gauner gerne hinter sich lassen, da er der festen Überzeugung ist, zu etwas Größerem bestimmt zu sein. Bei seinen Streifzügen lernt er eines Tages die Prinzessin Jasmin (Naomi Scott) kennen. Um sich in der Öffentlichkeit unerkannt bewegen zu können, verkleidet sich die Prinzessin und hat so auch die Möglichkeit, mit den Bewohnern ihrer Stadt in Kontakt zu treten. Nachdem sich Aladdin unsterblich in sie verliebt, setzt er alles daran, sie wiederzusehen - und das ist gar nicht so einfach. Er wird schließlich bei dem Versuch, die Mauern ihres Palastes zu überbrücken, erwischt und landet kurzerhand im Kerker. Da tritt der zwielichtige Jafar (Marwan Kenzari) auf den Plan. Denn der bietet Aladdin an, ihn zu befreien, wenn er ihm im Gegenzug die berühmte Wunderlampe aus einer sagenumwobenen Höhle stiehlt. Doch der Großwesir denkt gar nicht daran, sein Versprechen einzuhalten. Er will nur an die Lampe kommen, damit sie ihm die nötige Macht verleiht, um das Land an sich zu reißen und als alleiniger Herrscher darüber regieren zu können.

Es hat alles angefangen, als Disney 2016 mit "Das Dschungelbuch" entdeckt hat, dass Realverfilmungen von Kinder-Zeichentrick-Filmen beim Publikum ebenso beliebt sein könnten, wie die Klassiker im Zeichentrickgenre. Die neueste Technik macht es möglich die alten Geschichten im schönsten Gewand auferstehen zu lassen. Danach folgten "Die Schöne und das Biest" (2010), "Dumbo" (2019) aus der Hand Tim Burtons und "Der König der Löwen" (2019). Bevor es "Mulan" als reale Figur im Jahr 2020 in die Kinos schaffen wird, nimmt der Regisseur Guy Ritchie den Zsuchauer auf sein buntes Morgenland-Spektakel "Aladdin" mit.


Bei den bisherigen Umwandlungen von Zeichentrickfilmen in Realfilme haben sich besonders die Stoffe angeboten, die man mit früherer Technik so hätte nicht umsetzen können – dabei standen vor allem Tiere oder auch sprechende Gegenstände im Fokus. Der 1992 entstandene Zeichentrickfilm "Aladdin" besitzt eine lange Vorgeschichte. Als Teil der Märchensammlung "Tausendundeine Nacht", gehörte er zum festen Geschichtenkanon. Doch in dem ursprünglichen Buch stand diese Geschichte gar nicht drin. Der Orientalist Antoine Galland (1646–1715) der die Geschichtensammlung im Jahre 1701 erwarb, machte aus den ursprünglich 282 teils sehr erotischen Erzählungen 1001 auf ein westliches Publikum zugeschnittene Geschichten, die sich auch für junge Leser und Zuhörer eigneten. Es wurden nicht nur "Ali Baba und die 40 Räuber" und "Sindbad der Seefahrer", sondern auch "Aladdin" ergänzt. So ist die Geschichte des Straßenjungen per se immer bereits westlich gewesen und legt ihren Blick auf einen Fantasie-Orient. Disney übernahm den Stoff und verwandelte schon mit dem Eingangssong den Stoff in einen bunten Morgenlandspaß. Doch wie sollte das in die heutige Zeit adaptiert werden? Der Regisseur Guy Ritchie entschied sich dafür, den Stoff nicht zu modernisieren oder politisch zu problematisieren, sondern den Zeichentrickfilm mit all seiner Unbeschwertheit nahezu 1:1 als Realfilm umzusetzen. Dabei wählt er die richtige Mischung aus actionreichen Szenen, der Liebesgeschichte und einer großen Packung Humor, für die vor allem der Dschinni und der Teppich sorgen.

Die Filmaufnahmen, die Ritchie wählt, sind wunderbar angelehnt an den Zeichentrick von 1992 und den Spielfilmklassiker "Der Dieb von Bagdad" (1924) mit Douglas Fairbanks in der Hauptrolle. Die Filmaufnahmen sind dabei träumerisch und malerisch und absichtlich weitab jeder Realität. Der Disney-Zuschauer soll sich hier wohlfühlen. Und das tut er: es ist fantastisch, bunt und voller Hollywood-Klischees über die arabische Welt. Reflexionen und Modernitätsansprüche sind hier nicht erwünscht und so kann man sich in die Kostüme und die überdimensionalen Kulissen verlieben ohne ein politisch schlechtes Gewissen zu bekommen. Einzig und allein bei der Schauspielerwahl wurde penibel auf die richtige Besetzung geachtet, nachdem bekannt wurde, dass manche Rollen mit weißen Schauspielern besetzt werden sollten. Doch mit dem Newcomer Mena Massoud als Aladdin und der scheinbar perfekt ausgewählten Jasmin-Darstellerin Naomi Scott bauten sie einen zwar unbekannten aber überzeugenden Cast auf. Auch Will Smith, der in letzter Zeit eher in langweiligeren Rollen aufgefallen ist, überzeugt hier mit Spielfreude als Dschinni. Auch wenn man ihn sich vorher nicht in dieser Rolle vorstellen konnte, bereitet diese Besetzung am Ende die meiste Freude. Auch musikalisch, wobei wunderbar die Disney-Songs übertragen wurden, überzeugt der Film und animiert zum Mitsingen. Leider sind die musikalischen Einlagen zu überdimensioniert, man hätte sich auf zwei, drei bekannte Stücke aus dem Zeichentrickfilm beschränken können und sollen. Der Rest des Films wird vor allem durch die überzeugenden VX-Effekte bestimmt, die den Unterhaltungsfaktor abrunden.


Die Realverfilmung des Zeichentrickklassikers "Aladdin" von 1992 ist eine gute Adaption, die nicht modernisiert, sondern einfach neu auflegt wurde, aus der Hand des Actionregisseurs Guy Ritchie. Dabei richtet dieser sein Augenmerk auf die gleichen Aspekte wie einst der Trickfilm und schuf eine unproblematisierte, auf alten romantischen Bildern beruhende arabische Fantasie-Welt und füllt sie mit sympathischen Charakteren, viel Humor und mitreißenden Songs. Bis auf die Besetzung, bei der viel Sorgsamkeit an den Tag gelegt wurde, modernisiert der Film nichts, sondern bietet genau das, was jeder von Disney erwartet und damit gleichermaßen wunderbare Unterhaltung.

6,5/10

Von WALT DISNEY Studios Home Entertainment gab es den Film exklusiv bei zavvi im limitierten Steelbook. Die Erstauflage beinhaltet den Film in 4K im Halbschuber.

Freitag, 11. Oktober 2019

[KINO] Joker (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7286456/

1981 in Gotham City: Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) fristet ein trostloses Leben. Wenn er nicht gerade auf den Straßen von Gotham City als Clown verkleidet Werbeschilder für Schlussverkäufe herumwirbelt oder von jugendlichen Schlägern verprügelt wird, kümmert er sich zuhause um seine kranke Mutter Penny (Frances Conroy). Flecks Geisteskrankheit wird durch die ständigen Demütigungen immer schlimmer. Mittlerweile schluckt er sogar sieben Psychopharmaka gleichzeitig. Sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er von seinem Kollegen Randall (Glenn Flesher) einen Revolver geschenkt bekommt, für den er kurz danach auch Verwendung findet: Als in der U-Bahn drei betrunkene Yuppies für Stunk sorgen, knallt er sie kurzerhand ab – und löst damit unbeabsichtigt eine Bewegung aus, die gegen die Oberschicht aufbegehrt. Trotz seiner instabilen psychischen Verfassung verfolgt Arthur seine Karriere als Stand-up-Comedian dennoch weiter und landet schließlich bei seinem großen Idol, dem Late-Night-Talker Murray Franklin (Robert DeNiro). Der hat für das Nachwuchstalent jedoch nichts als Spott übrig und führt ihn als unlustigsten Komiker aller Zeit vor ...

Als Fan von Superheldenfilmen wird man ja in den letzten Jahren geradezu verwöhnt: Nicht ein Jahr vergeht, in dem nicht mindestens drei Superheldenverfilmungen über die Leinwand flimmern und zwei neue Serien an den Start gehen. Manchmal geht das gut, und gerade MARVEL hat dafür ein Händchen, manchmal geht das eher schief - und leider ist das meistens bei DC der Fall. Schlimmer noch der Umstand, dass ein R-Rating, was gerade bei den düsteren DC-Verfilmungen angebracht wäre, oftmals vom Studio auf ein wesentlich familienfreundlicheres PG-13-Rating heruntergeschnippelt wird. Das Ergebnis ist dann eben recht unbefriedigend und gerade Fans von Comic-Kost, die auch härter sein darf, schauen in die Röhre. Erst mit "Logan" oder "Deadpool" wurde das Gegenteil bewiesen, nämlich das ein R-Rating eben kein wirtschaftliches Disaster werden muss. Und dafür mussten sich WARNER und DC ausgerechnet bei der Konkurrenz bedanken. Denn ohne diese Filme wäre man wohl niemals das Wagnis eingegangen, einen harten "Joker" zu drehen, der dieser faszinierenden und völlig verrückten Figur aber nur gerecht wird. Denn eines ist von der ersten Sekunde an völlig klar: "Joker" bricht mit allen anderen Comicverfilmungen und präsentiert sich beinahe als Arthouse-Movie im Superheldengewand.

Wer also bei "Joker" ein Actionfeuerwerk erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Regisseur Todd Phillips, der bisher eher Komödien wie "Hangover" oder "Road Trip" gedreht hat, legt den Fokus voll und ganz auf den größten Widersacher Batmans und geht Wege, die im Vorfeld so nicht zu erwarten waren. Dass der Film - ein Film über Superhelden, bzw. deren Antagonisten - mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde, ließ schon mal aufhorchen. Eine Comicverfilmung, die gegen anspruchsvolle Werke in Venedig antritt? Und dann auch noch den ersten Platz belegt und somit als Sieger hervorgeht? Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, um was für eine Art von Film es sich beim "Joker" handelt.


Todd Phillips beraubt den Superheldenstoff der üblichen Genre-Elemente und verhilft dem DC-Antagonisten zu einer Origin-Story aus dem zwischen Neoliberalismus und Populismus zerrissenen Amerika. Schon die erste Einstellung lässt erahnen, welche Richtung hier eingeschlagen wird. Der Joker spricht. Er erzählt von seinem Befinden – und das in einem sehr ruhigen, nachdenklichen Ton, die Kamera bewegt sich dabei fast überhaupt nicht. Und genau dieser Grundtenor wird sich in den nächsten 122 Minuten auch nicht mehr ändern. Der Zuschauer beobachtet Arthur Fleck, wie er sich von einer Niederlage zur nächsten schleppt. Als Clown und Stand-up-Comedian will er die Menschen zum Lachen bringen, schlussendlich ist es aber bloß er, der auf der Bühne steht und (auch aufgrund seiner psychischen Krankheit) über seine eigenen Witze lacht. Ein Lachen, das so ungeheuerlich wie verstörend ist, quälend in die Länge gezogen. Da steht er nun im Scheinwerferlicht, isoliert von all den Menschen um sich herum und unfähig, aus dem verführerisch wie bedrohlichen Lichtkegel auszubrechen. Am eindrücklichsten gestaltet sich jedoch ein anderes Bild: Eine riesige Treppe, die sich Arthur jeden Abend hochschleppt, um nach Hause zu seiner Mutter zu kommen, mit der er in einem trostlosen Apartment lebt. Nachdem er den ganze Tag von den Menschen der Stadt gequält wurde, wirkt diese gewaltige Treppe wie die letzte Hürde, die ihm das System täglich vor die Füße legt und hofft, dass er daran zugrunde geht. Monumental ragt sie in die Höhe – keiner der gewaltigen Wolkenkratzer von Gotham City wird auch nur ansatzweise so einschüchternd inszeniert wie dieser letzte Bußgang. Todd Phillips, der gemeinsam mit Scott Silver ebenfalls das Drehbuch zu "Joker" schrieb, zeichnet ein überaus auswegloses Bild für seinen Protagonisten, der schließlich mit dem Kopf voraus in eine Sackgasse rennt, ehe er im Wahnsinn und Chaos der urbanen Apokalypse seine Erfüllung findet.


Phillips zeichnet eine Charakterstudie auf die Leinwand, bei der die Hauptfigur dem Zuschauer näher gebracht wird und man deren traurigen Beweggründe sogar nachvollziehen kann, auch wenn man die Entwicklung mitsamt der grausamen Taten nicht gutheißen muss. Als Beobachter fühlt man dennoch eine gewisse Empathie, die den meisten Figuren in Gotham leider abhanden gekommen ist. Und doch ist es lediglich ein Spiegelbild der Gesellschaft, das selbst heute noch omnipräsent zu sein scheint. Wir leben in einer Welt aus Egoismus und es tut gut, wenn ein Film zum Nachdenken anregt und eben diese Dinge unterschwellig anspricht. Einzig die Glorifizierung des Jokers kommt etwas plötzlich daher, weil der Film sich so sehr auf seine Hauptfigur konzentriert, dass er das Drumherum und somit das große Ganze ein wenig zu viel vernachlässigt.

Und das ist bemerkenswert, zumal sich "Joker" in den letzten Minuten tatsächlich in ein unkontrollierbares Inferno verwandelt und die Distanz zu seiner Hauptfigur verliert. Joaquin Phoenix spielt die Transformation seiner Figur mit unglaublicher Hingabe und verschmilzt wahrlich mit seiner Umgebung. Eine Umgebung, die Todd Phillips stets in gelungenen Aufnahmen präsentiert, ihr allerdings viel zu selten die Möglichkeit zur Entfaltung gewährt. Meistens fokussiert sich "Joker" auch zu verbissen auf einzelnen Stationen, die der Film abgehakt wissen möchte, bevor er auf sein großes Finale zusteuert. Obgleich Arthur Fleck als unzuverlässiger Erzähler porträtiert wird, sind die Lücken in seiner Vergangenheit nicht vage genug, um die Ambivalenz, die sich im Kern der Joker-Figur versteckt, komplett auszureizen. Es stellt sich erneut die Frage, ob dies bei einer Figur wie die des Jokers überhaupt möglich ist. Von dem flüchtigen Gespenst, das Heath Ledger 2008 in "The Dark Knight" mit verblüffenden Nuancen verkörperte, ist Todd Phillips Version ein ganzes Stück entfernt. Trotz gewisser Überraschungen und der Variation vertrauter Motive aus der "Batman"-Mythologie erweist sich "Joker" gerade im Mittelteil als Film, der nicht aus seiner eigenen Durchschaubarkeit ausbrechen kann. Auf jede furiose Passage folgt eine lähmende Erklärung, wodurch sich "Joker" niemals komplett in die düstere Großstadtsymphonie verwandeln kann, die der Film mit jeder weiteren Einstellung heraufzubeschwören versucht. Todd Phillips hat für jede Frage eine Antwort parat, bevor sie überhaupt gestellt werden kann - als würde ihm die Fantasie für die Ungewissheit des Abgrunds fehlen, auf den Joaquin Phoenix mit seiner herausragenden Performance als Ausgestoßener zusteuert.

Und natürlich funktioniert solch ein Drama nur, wenn die Figuren genug Background spendiert bekommen und man die Hintergründe erfährt. Es ist klar, dass hierfür der Joker ein wenig entmystifiziert werden muss, Details der Vorlage hinzugedichtet werden und es einen neuen Interpretationsansatz gibt. Aber all diese Dinge sind nicht störend, im Gegenteil: Sie machen das Geschehen greifbarer. Christopher Nolan ist ein ähnliches Kunststück gelungen, jedoch in einer anderen Form und mit einer völlig anderen Art von Film. Die "The Dark Knight"-Trilogie und "Joker" unterscheiden sich in Gänze, selbst die Darstellung des Jokers ist ein komplett neuer Ansatz.
 

Joaquin Phoenix beweist hier endgültig, dass er zur absoluten Elite Hollywoods gehört und praktisch jede Rolle eindrücklich verkörpern kann. Er verleiht dem Antagonisten genau die Tiefe und Emotionen, die nötig sind – und mehr noch: Während Jared Letos Joker in "Suicide Squad" eher so wirkte, als würde ein durchgeknallter Drogendealer dem Joker nachahmen, hat man bei Phoenix durchgehend das Gefühl, diesmal den echten, ernstzunehmenden und absolut bösartigen Joker zu Gesicht zu bekommen. Und seine ausgeleuchtete Hintergrundgeschichte stört zu keinem Zeitpunkt; sie ist sogar sehr spannend, weil man selbst nicht weiß, worauf der Film letztendlich hinaus will und welche Wege die Geschichte beschreiten wird. Todd Phillips spielt mit den Erwartungen der Zuschauer, streut hier und da noch einen Mini-Twist ein und erschafft äußerst unterhaltsame zwei Stunden, in denen die Stimmung, die der Film vermittelt, ständig aufs Gemüt drückt.

Der Score des Isländers Hildur Guðnadóttir (der zuletzt mit "Chernobyl" einen richtig guten Score ablieferte) untermalt das Geschehen nahezu perfekt, ohne sich jedoch in den Vordergrund drängen zu wollen. Auch die Musikauswahl mit Songs von Sinatra und Durante (um nur zwei zu nennen) ist äusserst stimmig und nie aufdringlich. Die bedrückende Atmosphäre sowie die realistische Entwicklung sorgen dann für den letzten Punch in die Magengrube, wenn es expliziter wird und der Joker seine wahre Fratze zeigen darf. Aber auch hier bleibt der Film eher zurückhaltend. Ja, die Kamera hält drauf und ja, eine Handvoll Szenen sind ziemlich brutal. Aber das geschieht bis auf eine Ausnahme nie zum Selbstzweck und in einem sehr geringen Ausmaß.

Doch jedes einzelne Mal sitzt der Schock tief und erzeugt dabei eine Stille im Kinosaal, welche die Sogkraft des Films am besten wiederspiegeln vermag, vor allem in seiner aufwühlenden Traurig- und Einsamkeit, selbst wenn am Ende etwas Enttäuschung zurückbleibt, dass dieser Film nicht ungeheuerlicher ausgefallen und mit mehr feinen Zwischentönen ausgestattet ist. 

9/10

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Cold Pursuit - Hard Powder (2019)

https://www.imdb.com/title/tt5719748/

In Kehoe, einem verschneiten Skigebiet der Rocky Mountains, zeigt das Thermometer Minus 10 Grad an. Für den Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) sind das perfekte Bedingungen. Er führt mit seiner Familie ein bescheidenes Leben, was sich allerdings schlagartig ändert, als sich sein Sohn mit dem Drogenboss Viking (Tom Bateman) einlässt und kurz darauf auf dessen Anordnung ermordet wird. Nels will Rache und sieht keinen anderen Weg, als sich selbst mit dem Drogenkartell anzulegen. Schnell wird allen Beteiligten klar: Das Kartell hat Nels ganz gewaltig unterschätzt, denn der dezimiert die Gangsterbande nach und nach.Und während Viking seinen ehemaligen Rivalen White Bull (Tom Jackson) für das Ableben von Nels' Sohn verantwortlich macht, entsteht ein eiskalter Bandenkrieg, der die schneeweißen Hänge der Berge sind schon bald blutrot färbt...

Was viele nicht wissen: "Hard Powder" (so der deutsche Titel) oder "Cold Pursuit" ist ein Remake des norwegischen Films "Einer nach dem anderen" ("In Order Of Disappearance") von 2014. Damit hat "Cold Pursuit" zwar dieselbe Geschichte, aber zumindest am Anfang unterscheiden sich die meisten Charaktere doch ausreichend, dass man nicht sofort das Gefühl hat, bloß eine (schlechte) Kopie zu sehen. Zudem weiß die kanadische Schneelandschaft als Pendant zur norwegischen Einöde gut zu gefallen. Interessant ist dann noch, dass Regisseur Hans Petter Moland sowohl für Original als auch Remake verantwortlich war. Also drehte er zweimal denselben Film? Naja. Fast. Einerseits ist es absolut faszinierend, dass das Remake vom gleichen Regisseur mit fast exakt der gleichen Story daher kommt und trotzdem das Feeling nach der Sichtung von den beiden komplett unterschiedlich ist.

Liam Neeson als erbarmungsloser Rächer ... das Motiv hat man so schon mal irgendwo gesehen ... . Und ein paar Abnutzungserscheinungen schleppt der sympathische Nordire inzwischen mit sich herum, wenn er das Gesetz mal wieder in die eigene Hand nimmt, vor allen weil seine Vorstellungen diesbezüglich immer lustloser werden. "Hard Powder" arbeitet schnörkellos und konsquent sein ideenarmes Script ab, in dem der harmlos wirkende Schneepflugfahrer Nels Coxman ganz plötzlich Fähigkeiten eines Elite-Soldaten entwickelt um den Tod seines Sohnes zu rächen. Glaubwürdigkeit ist kein Faktor des Films, dem man besondere Bedeutung beimessen sollte. Die Story kommt ebenso von Reißbrett wie der Bösewicht, der als lächerlicher Snob mit übersteigertem Selbstwertgefühl zur kompletten Witzfigur verkommt. Ein Actionhighlight ist der Film freilich nicht, dazu hat er zu wenig in der Hinsicht zu bieten. Er hat seine Momente und kann mitunter sogar mit unerwartetem Humor und seiner kühlen Atmsophäre in der verschneiten Location punkten, zum richtigen Kracher fehlt ihm allerdings nocht viel. Das US-Remake kann durch seinen Cast und die Kompromisslosigkeit seiner Handlung halbwegs unterhalten, zu mehr als solidem Mittelmaß reicht es aber zu keiner Zeit.

6/10

Mittwoch, 9. Oktober 2019

[SERIE] Chernobyl (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7366338/

Die Serie zeigt die Folgen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 und stützt sich dabei weitgehend auf reale Gegebenheiten. Zentrale Figur ist der Wissenschaftler Waleri Legassow, der von der Regierung als Experte nach dem Unglück hinzugezogen wird und damit die Verantwortung für die Reaktion auf das Unglück übertragen bekommt.

https://www.imdb.com/title/tt8162428/
1. 1:23:45
Am 26. April 1988 nimmt Waleri Legassow eine Anzahl Tonaufnahmen auf, in denen er Anatoli Djatlow für die Katastrophe von Tschernobyl verantwortlich macht und Djatlow geringes Strafmaß anprangert. Nachdem er die Aufnahmen außerhalb seiner Wohnung versteckt hat, erhängt Legassow sich. Genau 2 Jahre und 1 Minute früher, in Pripyat beobachtet Lyudmilla, die schwangere Frau des Feuerwehrmanns Wassili Ignatenko, eine Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl. Im Kontrollraum von Block 4 des Kraftwerks ignoriert in dem Moment Djatlow die Einschätzung von Akimov, Toptunov und anderer Untergebenen, die realisieren, dass der Reaktor explodiert ist. Der Kern liegt frei, brennt und lässt sich unter keinen Umständen kontrollieren. Nachdem die Feuerwehr an den Ort des Geschehens gerufen wurde, sieht Vasily einen anderen Feuerwehrmann einen Geröllblock Grafit aufheben. Kurz danach erleidet dieser Feuerwehrmann nukleare Verbrennungen an seiner Hand. Viktor Bryukhanov und Nikolai Fomin erhalten einen Bericht von Djatlow, aber Falschinformationen und übermäßiges Vertrauen in das Design des RBMK-Reaktors verleiten Djatlow und das lokale Leitungskomitee von Pripyat den Vorfall gegenüber Moskau herunterzuspielen. Djatlow erkrankt an der akuten Strahlenkrankheit und Sitnikow, der auf der Gefährlichkeit des Vorfalls bestanden hat, wird auf das Dach des Reaktors geschickt, um sich noch einmal zu vergewissern. Er erhält eine tödliche Dosis. Auf Geheiß von Michail Gorbatschow wird Legassow von Boris Shcherbina mit dem Vorsitz des Untersuchungskomitees des Unfalls beauftragt. - 10/10

https://www.imdb.com/title/tt8482972/
2. Please Remain Calm
Sieben Stunden nach der Explosion entdeckt Ulana Khomyuk eine Steigerung von radioaktiven Partikeln in Minsk. Sie leitet daraus ab, dass es einen Vorfall in Tschernobyl gegeben hat. Nachdem ihre Bedenken vom Zentralkomitee zurückgewiesen werden, macht sie sich selber auf den Weg nach Tschernobyl. In Pripyats überfülltem Krankenhaus findet Lyudmilla heraus, dass Wassili mit anderen Strahlenkranken nach Moskau ausgeflogen wurde. In Moskau erklärt Legassow dem Vorsitzenden Gorbatschow, dass die Situation in Tschernobyl ernster sein müsse als dargestellt. Legassow wird mit dem immer noch skeptischen Shcherbina nach Tschernobyl geschickt. Vom Hubschrauber aus sieht Legassow die Graphit-Trümmer und macht blaue, ionisierende Strahlung aus. Dadurch ist klar, dass der Kern freiliegt. Shcherbina ist nun überzeugt und konfrontiert Bryukhanov und Fomin mit den Fakten, die ihrerseits Legassow Falschinformation unterstellen. Aber General Vladimir Pikalov fährt mit einem Dosimeter, das hohe Strahlungswerte messen kann, zum Reaktor und bestätigt die Befürchtung und hohen Werte. Legassow gibt nun die Anweisung an das Militär das Feuer durch den Abwurf von Sand und Bor zu löschen. Dabei werden Hubschrauber der Strahlung des Kerns ausgesetzt, einer stürzt durch den Zusammenstoß mit einem Kran ab. Als sich die Nachrichten vom Unfall verbreiten, wird Pripyat schließlich evakuiert. Khomyuk kommt auch in Tschernobyl an und warnt Legassow und Shcherbina über das Risiko einer großen Dampfexplosion, wenn der Kern sich zum großen Auffangbecken unter dem Reaktor durchbrennt. Legassow bittet Gorbatschow um die Erlaubnis einer tödlichen Mission, um das Wasser unter dem Kern abzulassen. Die Mitarbeiter Alexei Ananenko, Valeri Bezpalov und Boris Baranov melden sich freiwillig. - 10/10

https://www.imdb.com/title/tt9166672/
3. Open Wide, O Earth
Das Wasser im Keller wurde erfolgreich abgelassen, aber eine Kernschmelze hat nun begonnen, die zu einer Kontaminierung des Grundwassers führen kann. Shcherbina und Legassow überzeugen Gorbatschow, dass eine Kühlung unter dem Kern erforderlich ist. Dafür werden von Mikhail Shchadov Bergleute aus Tula rekrutiert, die von Glukhov angeführt werden. Sie sollen unter extremen Bedingungen und mit bloßen Händen einen Tunnel unter dem Kraftwerk bohren. Shcherbina warnt Legassow, dass sie unter der Beobachtung des KGBs stehen. Legassow schickt Khomyuk zum Moskauer Krankenhaus um die Überlebenden zu befragen. Djatlow verhält sich unkooperativ. Aber sie findet von den Sterbenden Toptunov und Akimov heraus, dass das Kraftwerk explodiert ist, nachdem Akimov die Notfallabschaltung gedrückt hat. Das ist ein Szenario, das für unmöglich gehalten wurde. Lyudmilla besticht Mitarbeiter des Krankenhauses und verschweigt ihre Schwangerschaft, um ihren todkranken Mann Wasilli zu sehen. Sie missachtet Anweisungen, hält sich länger im Zimmer auf und berührt ihren Mann. Dabei findet Khomyuk Lyudmilla und droht damit, alles dem Zentralkomitee zu melden, und wird von Mitarbeitern des KGBs verhaftet. Nachdem Legassow interveniert, wird sie wieder freigelassen. Shcherbina und Legassow tragen dem Zentralkomitee ihren Plan zur Dekontamination vor, der die Mobilisierung von Massen an "Liquidatoren" erfordert. Währenddessen steht Lyudmilla neben den Angehörigen von anderen Toten, die der Strahlenkrankheit erlegen sind. Wasilli wird in einem verschweißten Bleisarg in einem Massengrab beerdigt, das anschließend mit Beton versiegelt wird. - 10/10

ttps://www.imdb.com/title/tt9166678/
4. The Happiness Of All Mankind
Eine alte Frau weigert sich, die Sperrzone um Tschernobyl zu verlassen. Sie erklärt, dass sie auch vor früheren Gefahren nie geflohen sei. Ein Soldat zwingt sie mitzugehen, indem er ihre Kuh tötet, die ihr Milch gegeben hat. Der Einberufene Pavel wird zusammen mit dem Veteranen des Afghanistankrieges Bacho verpflichtet, in der Zone zu patrouillieren und verwahrloste Tiere zu erschießen und einzusammeln, da diese radioaktiv kontaminiert sind. Der Kommandeur der Liquidatoren, General Nikolai Tarakanov lässt Mondlandefahrzeuge auf dem Dach des Kraftwerks absetzen, um das Dach für den Sarkophag vorzubereiten und die radioaktiven Trümmer zu beseitigen. Nachdem ein westdeutscher Polizeiroboter aufgrund der völlig überhöhten Strahlung nahezu sofort seinen Dienst einstellt, ist Tarakanov gezwungen, 3.828 Liquidatoren aufzubieten. Diese müssen das Dach mit ihren Händen vom Schutt befreien. Jeder hat aufgrund der tödlichen Strahlung nur einmal 90 Sekunden Zeit. Khomyuk besucht das Archiv in Moskau und konfrontiert Djatlow mit dem Vorwurf, dass die Regierung nicht an der Wahrheit interessiert sei. Bei einem konspirativen Treffen ohne Beschattung des KGB wird Khomyuk von Shcherbina und Legassow informiert, dass sie als Sachverständige im Prozess gegen Djatlow, Bryukhanov und Fomin aussagen muss. Legassow wird vor der internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) aussagen. Khomyuk offenbart ihnen einen Bericht über einen ähnlichen, aber harmloseren Unfall im Kernkraftwerk Leningrad aus dem Jahr 1975, der vom KGB zensiert wurde. Sie sagt ihnen auch, dass Lyudmilla ein Mädchen zur Welt gebracht habe, das aufgrund der radioaktiven Verstrahlung nach vier Stunden gestorben sei. Khomyuk drängt Legassow dazu der IAEA die komplette Wahrheit zu erzählen. Shcherbina rät zur Vorsicht und warnt vor Vergeltungsmaßnahmen der Regierung. - 10/10

https://www.imdb.com/title/tt9166696/
5. Vichnaya Pamyat
Nach Legassows Aussage bei der IAEA in Wien, bei der er gelogen hat, wird Djatlow, Bryukhanov und Fomin der Prozess in der verlassenen Stadt von Tschernobyl gemacht. Schtscherbina wird als erstes aufgerufen, um seine Zeugenaussage zu machen. Er erklärt, wie ein Kernkraftwerk funktioniert. Khomyuk und Legassow bezeugen, wie es zu dem Unfall kam. Dabei stützen sie sich auf die Aussagen der Leute aus dem Kontrollraum. In Rückblenden wird gezeigt, dass der Auslöser des Unfalls ein Sicherheitstest war, der sich um 10 Stunden verzögert hat. Djatlows Ungeduld, den Test durchzuführen, führt dazu, dass der Reaktor zuerst zum Stillstand kommt und dann aufgrund der deaktivierten Sicherheitsmechanismen durchgeht. Akimov drückt den AZ-5 Knopf, die Not-Sicherheitsabschaltung, aber eine Schwachstelle im Design führt dazu, dass die Kontrollstäbe die Leistung des Reaktors verzehnfachen, bevor er explodiert. Legassow offenbart auch die zensierte Information über den Vorfall im Kraftwerk Leningrad. Damit gibt er zu, dass er bei seiner Zeugenaussage in Wien gelogen hat. Er wird vom KGB verhaftet und informiert, dass seine Zeugenaussage nicht in den Staatsmedien veröffentlicht wird. Zusätzlich wird ihm verboten, mit irgendjemanden über Tschernobyl zu sprechen. Er wird keine Anerkennung für seine Rolle bei der Bekämpfung der Katastrophe erhalten. Und er wird nie wieder arbeiten können. Das Ende zeigt Bilder und Videoaufnahmen des echten Legassow und anderer wichtiger Helfer und deren Schicksale. Es werden auch die anhaltenden Folgen des Unfalls gezeigt. - 10/10

Von POLYBAND erschien diese grandiose Mini-Serie im limitierten Mediabook mit einem 20-seitigem umfangreichem Booklet: