Sonntag, 4. November 2018

Flodder - Flodder: Eine Familie zum Knutschen (1986)

https://www.imdb.com/title/tt0091060/

Die Familie Flodder wird, weil die Sozialwohnungen knapp sind, aus einem Elendsviertel in eine superfeine Wohngegend umgesiedelt. Dort treffen zwei Welten aufeinander, denn die Flodders mit ihrer Schnapsbrennerei im Keller werden von den Nachbarn nicht akzeptiert. Da ist der Ärger natürlich vorprogrammiert, genau wie der Spaß für die Zuschauer...

Das "Flodder"-Franchise teilt sein Schicksal mit fast allen anderen filmischen Erzeugnissen niederländischer Herkunft: entweder man mag es oder man mag es überhaupt nicht. "Flodder", das ist so ein Ding, das man irgendwie aus der Kindheit mitgenommen hat, zumindest wenn man zu der ähnlichen Zeit groß geworden ist und sich gerne Filme angesehen hat. Niederländische Werke gibt es zwar einige, doch man kann wohl behaupten, dass man es hier mit einem der bekanntesten Filme aus unserem Nachbarland zu tun hat. Warum, das weiß wohl heute niemand mehr so recht. "Flodder" funktionierte in den 80er Jahren sicherlich gut, war damals respektlos, anarchisch und schlug deshalb wohl auch ein, doch aus heutiger Sicht hat dieser "Schinken" nicht mehr viel zu bieten. Dafür hat die Komödienlandschaft doch zu viele bessere Werke zu Tage gebracht. Die Figuren sind durch die Bank Originale, die Geschichte dagegen ist eigentlich altbekannt: nimm jemanden aus einer sozialen Schicht und schmeiß ihn in eine andere, heraus kommt (an manchen Stellen herrlich witziges und in diesem Fall auch groteskes) Chaos. Die Rahmenhandlung ist also simpel gehalten und lässt somit ausreichend Platz für zahlreiche mal mehr, mal weniger gelungene Sketche, die die Handlung meist wenig voran, aber den Zuschauer ab und zu zum Lachen bringen können. Auf Dauer ist zu wenig los, man wartet auf die Pointen und so manch eine lustige Idee verpufft dann in der Leere. Man kann da noch etwas Sozialkritik hineininterpretieren, muss man aber nicht und teilweise wusste ich einfach nicht, was man mit "Flodder" denn erreichen wollte. Wie bereits erwähnt, wird es damals sicherlich funktioniert haben, doch der derbe Humor erscheint heutzutage harmlos.

"Flodder" ist unterm Strich also eine Anarcho-Komödie, an der der Zahn der Zeit doch spürbar genagt hat, denn was früher vielleicht mal lustig war, ist heutzutage ziemlich fade und wäre da nicht der Nostalgie-Bonus, dann würde kaum noch bis gar nicht mehr funktionieren. Doch rein objektiv betrachtet, ist dies einfach keine gute Komödie, weil dafür einfach die guten Gags fehlen. Eine große Story braucht es ja nicht mal unbedingt, doch man hat es nicht geschafft, fast zwei Stunden Laufzeit solide zu füllen. Trotz solider Darsteller und einer guten Inszenierung geht so der Spaß flöten und in der Erinnerung war "Flodder" definitiv besser, als das, was man heute empfinden kann.

6/10