Der furcht- und ahnungslose Captain Lone Starr (Bill Pullman) und sein Copilot Waldi (John Candy) müssen zusehen, dass sie Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga) aus den Klauen des bösen Lord Helmchen (Rick Moranis) befreien - bevor es zu spät ist. Auf ihrer chaotischen Mission begleiten sie Pleiten, Pech und Pannen und es stellen sich ihnen allerlei seltsame Weltallbewohner in den Weg. Schließlich lehrt sie der weise Yogurt (Mel Brooks), wie sie über die gesamte Galaxis Frieden - und Merchandising-Produkte bringen können!
Ich bewerte ja Komödien allgemein etwas strenger als andere Genres. Das liegt nicht daran, dass ich das Genre nicht mag, sondern eher, dass ich finde, dass es schwer ist, einen Film, dessen einziges Ziel es ist, den Zuschauer zum Lachen zu bringen, auf eine Stufe mit den diversen "ernsten" Genres zu stellen. "Spaceballs" ist auch sicher nicht ganz so genial wie die früheren Filme des Zucker-Abrahams-Zucker-Trios ("Die nackte Kanone"), aber trotzdem höchst unterhaltsam. Zumal und erst recht, wenn man mit Brooks' Humor etwas anfangen kann. Mit "Spaceballs" schuf er Mitte der 80er-Jahre eine wohl nie vergessene Filmparodie, die einem bis heute von vorn bis hinten zum lachen bringen kann. Und egal wie oft man den Film sichtet, jedes Mal liegt man wieder vor Lachen auf dem Boden. "Spaceballs" ist laut, verspielt, albern und immer dann am besten, wenn er seine eigene Unvernunft mit einem echten Sinn für Timing verbindet. Der Film ist keine feine Parodie, sondern ein Gummihammer aus Gags, Running Gags und bewusst kindischem Unsinn; gerade deshalb trifft er manchmal sehr präzise. Die Grundidee ist simpel genug: Brooks nimmt die "Star Wars"-Mythologie auseinander und setzt sie als Klamauk wieder zusammen, mit Lone Starr (Bill Pullman), Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga), Barf (John Candy) und dem herrlich dämlich benannten Dark Helmet (Rick Moranis) als Spielfiguren in einem Universum, das ständig an seine eigene Blödheit erinnert wird. Das ist nicht subtil, aber Subtilität ist hier auch nie die Währung gewesen. Brooks zielt auf Wiedererkennung, auf den Punkt, an dem das Publikum sagt: Ja, genau so sieht die Originalszene aus - nur mit dickerer Nase, breiterem Grinsen und einer Pointe, die einen Sekundenbruchteil zu lang ausgekostet wird.
Rick Moranis ist dabei der heimliche Motor des Films. Als Lord Helmchen spielt er die Parodie mit jener ernsten Selbstverliebtheit, die eine gute Parodie braucht: Wer sich selbst zu ernst nimmt, wird komisch; wer sich zu sehr über den Witz bewusst ist, verliert ihn. Moranis bleibt immer an der Grenze zwischen Tyrann und Trottel, und genau deshalb funktioniert er so gut. Bill Pullman hat als heroischer Gegenpol weniger scharf umrissene Momente, aber er gibt dem Film eine gerade Linie, an der sich der Irrsinn abarbeiten kann. John Candy wiederum bringt den schweren, lockeren Körperwitz, den Brooks so liebt: halb Hund, halb Mensch, ganz Sidekick und liebenswerter Klotz im Weltall. Das eigentliche Problem von "Spaceballs" ist nicht, dass die Gags schlecht wären, sondern dass ein Teil von ihnen schon beim Start ein bisschen alt wirkt. Brooks hat viele lustige Einzelmomente, aber nicht immer eine gleich starke komische Architektur. Manche Szenen sind herrlich absurd - die Entdeckung der "lächerlichen Geschwindigkeit", das ständige Spiel mit den Franchise-Mustern, der boshafte Blick auf Merchandising und Kinoroutine - andere wirken eher wie Variationen eines Witzes, der sich selbst zu lange anschaut. "Spaceballs" fragt eben nicht, ob seine Witze elegant sind, sondern ob sie zünden und er hat die Art von anarchischer Energie, die nur aus einem sehr präzisen Verständnis von Genres entstehen kann: Brooks parodiert nicht ins Leere, er parodiert mit Kenntnis der Mechanik. Deshalb ist der Film oft dann am stärksten, wenn er die großen mythischen Bilder auf den Boden der Lächerlichkeit holt, ohne sie völlig zu zerstören. Am Ende bleibt "Spaceballs" ein Film, der mehr liebt, als er verspottet. Er ist keine perfekte Parodie und auch kein Klassiker der Pointe pro Minute, aber er ist ein sehr vergnügliches Stück Nonsense mit dem guten Instinkt, dass echte Komik nicht aus Cleverness allein entsteht, sondern aus Selbstvertrauen, Rhythmus und dem Mut, einen Witz auch mal bis knapp vor die Luftleere zu tragen. Und wenn er trifft, dann trifft er mit der kindlichen Wucht eines Gags, der so albern ist, dass er wieder klug wirkt. Unvergessliche Klassiker wie "Durchkämmt die Wüste!", "Nein Sir! Ich habe nicht gesehen, dass Sie wieder mit Ihren Puppen
gespielt haben!" oder "Das Raumschiff ist zu groß. Würd ich langsam
gehn, wär der Film vorbei" machen "Spaceballs" zu einem würdigen
Mitglied meiner ewigen Top 5 des Genres Komödie.
8/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: MGM/Brooksfilms

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen