Dienstag, 30. Mai 2017

The Void (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4255304/

Sherrif Carter (Aaron Poole) verbringt eine gemütliche Nachtschicht in seinem Streifenwagen. Doch plötzlich rennt ein verwundeter Mann aus dem Wald ihm direkt vor die Motorhaube. Hilfsbereit wie er ist bringt Carter den blutenden Mann in das nahegelegene Krankenhaus, ohne zu wissen, was diese Geste für Folgen haben wird. Denn kurze Zeit später tauchen zwei geheimnisvolle Jäger auf, die dem Verletzten den Garaus machen wollen. Das ist aber erst der Anfang dieser unheilvollen Nacht: Schon bald können die Patienten und Angestellten nämlich kein Fuß mehr vor das Krankenhaus setzen, weil eine Schar in weiß gekleideter Gestalten mit scharfen Messern herumfuchtelt und jeden Fluchtversuch unterbindet. Als dann auch noch die ersten Menschen sich in gruselige Monster verwandeln, wird klar, dass die Hölle auf Erden ausbricht...

In praktisch jedem Review zu "The Void" fallen die Namen John Carpenter und Clive Barker. Und das passt ganz gut. Mal surreal, mal ziemlich widerlich ist "The Void" eine im Grundsatz sympathische Hommage an den Body-Horror aus den 80ern und wirkt wie eine gelungene Mischung aus "Hellraiser" und "Das Ding aus einer anderen Welt", gewürzt mit Kreaturen aus "Doom". Simpel und vorhersehbar am Anfang, um dann gegen Ende quasi gleich ganz am Rad zu drehen. Aber immerhin schafft es das multi-instrumentale Regie-Duo Steven Kostanski und Jeremy Gillespie (die zusätzlich noch beim Drehbuch, dem Soundtrack und den Effekten mitwirkten), die Story ordentlich durchzurütteln und die fast schon schläfrige Gewohnheit der Dramaturgie in einem Wirbelsturm des okkulten Irrwitz und der grässlichen Mutanten-Sideshow untergehen zu lassen.

Offensichtlich wurde bei "The Void" wenig gekleckert, sondern viel, sehr viel geklotzt. Von unheimlichen Kuttenträgern mit Messern, einer verrückt gewordenen Krankenschwester, aus der auch noch ein Menschenfresser-Monster platzt, fährt der Film einiges auf. Daher ist "The Void" fast schon so etwas wie ein 5-Gänge-Menü für Genre-Freunde. Von der Ausgangs-Lage, der Atmosphäre bis hin zu den Effekt-Entwürfen versammelt "The Void" nämlich ein Best-of des Horror-Kinos.


Was da nur noch fehlt, wäre eine bessere Geschichte gewesen, nicht bloß eine Aneinanderreihung von Schock-Momenten und Figuren, die im frühen Entwicklungs-Stadium verharren. Schließlich ist dies die elementarste Schwachstelle von "The Void": grob umrissene Charaktere, die beinahe alle irgendwelche Fehler verpasst bekommen haben. Und bei denen alle paar Minuten ein weiteres Gesicht plötzlich durchdreht oder sich als totaler Spinner entpuppt. 

Und wenn es das nicht ist, dann platzen eben wieder ein paar krass gestaltete Monster ins Bild. Aber am Lob kommt man nicht vorbei. Bei den Creature-Effekten und dem digitalen Trick-Zauber kennt "The Void" keine halben Sachen. Gillespie und Kostanski legen einen sehr überzeugend gemachten Low-Budget-Film vor, der auch mit Crowdfunding-Unterstützung gestemmt wurde. Was aus "The Void" nicht gerade den neuen Meilenstein im Horror-Genre macht, aber ein immerhin noch vergnüglicher Gore-Streifen, der bei Fans Begeisterungsstürme auslösen dürfte. Fragen nach einem eigenständigerem, strukturierterem Drehbuch oder höherem Budget, könnten da immer noch aufkommen. Diese könnten aber auch durch den schieren Willen von "The Void", einfach mal auszuflippen und zu übertreiben, etwas besänftigt werden. Einschalten und genießen wäre hier wohl die beste Devise, nicht das Fragen nach der Neu-Erfindung des Rads oder zumindest der des Horror-Kinos. Super.

7,5/10