Dienstag, 19. Juli 2016

Cube (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0123755/

Sieben Menschen - darunter der Polizist Quentin (Maurice Dean Wint), die Mathematikstudentin Joan (Nicole de Boer) und die Ärztin Helen (Nicky Guadagni) - erwachen in einem Gebäude, das aus einer Ansammlung würfelförmiger Räume besteht. Sie haben sich nie vorher gesehen und wissen nicht, wie sie hierher gekommen sind. Gemeinsam versuchen die Gefangenen, einen Ausweg aus dem mit Fallen gespickten Labyrinth zu finden. Als ihnen jedoch mehr und mehr die Gefährlichkeit ihrer Lage bewusst wird, lassen gruppeninterne Spannungen nicht lange auf sich warten...

Trotz eines limitierten Budgets von umgerechnet ca. 230.000 Euro, ist dem US-amerikanischen Regisseur Vincenzo Natali mit "Cube" ein grandioser Science-Fiction-Thriller gelungen. "Cube" ist ein Gefängnis der besonderen Art, in dem die sieben Gefangenen sich von Raum zu Raum bewegen, in der Hoffnung irgendwie dort herauszukommen. Perfiderweise sind einige Räume auch noch mit Fallen gespickt, die sich aber mit logischen Ansätzen wenigstens teilweise vorhersehen lassen. Der Plot ist ansprechend düster und bedrückend, auch weil man den Eindruck bekommt, dass die Gruppe sowieso keine Chance haben kann. Klautrophobisch sollte man hier nicht sein. Zudem ist "Cube" erfrischend einfallsreich und streckenweise geradezu nervenzerfetzend spannend, weil man nicht weiss, welche üblen Überraschungen im nächsten Raum warten und wie man ihnen begegnen kann.

Man muss für den Film allerdings auch etwas Geduld mitbringen, denn auf schnelle Schnitte, Jumpscares oder Action wird größtenteils verzichtet. Es wird viel Wert auf die Dialoge gelegt, auch wenn das schauspielerische Talent einiger Charaktere etwas zu wünschen lässt. Einzig Nicole de Boer sticht aus der Gruppe etwas heraus. Die Kulissen sind zwar schlicht, wirken allerdings nicht billig und obwohl nahezu alle Szenen des Films in einem einzigen "Cube" gedreht worden sind, ist es dem Filmteam gelungen, die Illusion eines viel größeren, aussichtslosen Todes-Labyrinths zu erzeugen.

Der Film schafft es damit beeindruckend, den Zuschauer in das Labyrinth der Räume hineinzuziehen, die Bedrohung zu spüren und ihn mitkriechen zu lassen, um die lauernde Gefahr möglichst zu unterwandern. Innovativ, wenn auch Charaktertechnisch etwas eindimensional. Was die Story angeht, lässt der Film seine Zuschauer mit vielen Fragen zurück, doch gerade dieser Fakt, die Tatsache, dass eben nicht erklärt wird, wer hinter dem Projekt "Cube" steckt, warum die Gruppe in den Todeswürfel gesteckt wurde und was nach der letzten Szene des Films passierte, macht eben den Reiz des Filmes aus. Er animiert den Zuschauer dazu seine eigenen Schlüsse zu ziehen. "Cube" ist auf seine Art ein kleines Meisterwerk der Filmgeschichte und gerade im Hinblick auf die Produktionskosten ein mehr als sehenswerter Streifen.

7,5/10