Dienstag, 16. September 2014

Brave 3D - Merida: Legende der Highlands 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1217209/

König Fergus (Billy Connolly) und Königin Elinor (Emma Thompson) haben es nicht leicht. Ihre Tochter Merida (Kelly MacDonald), ein Ass im Bogenschießen, ist ein echter Wildfang und Sturkopf. In ihrem Ungestüm verletzt die Prinzessin alte Traditionen, indem sie sich weigert, sich verheiraten zu lassen. Bei einem Turnier trumpft sie mit ihrer Schussfertigkeit auf, brüskiert damit ihre Brautwerber und zieht den Zorn der schottischen Lords auf sich. Als ihre Mutter nach wie vor darauf besteht, dass sich Merida um des Friedens willen der Tradition beugt, versucht Merida ihre Mutter mithilfe einer Hexe (Julie Walters) zu überzeugen, die ihr einen verhängnisvollen Wunsch gewährt. Um ihre Fehler wieder gut zu machen, muss Merida lernen, was wahrer Mut bedeutet, bevor es zu spät ist.

Es ist schon zu Beginn des Films zu merken, dass "Brave" der etwas andere PIXAR Film werden sollte. Die Geschichte um Merida, die sich gegen die Gesellschaftsordnung und Tradition (was im Film etwas theatralisch, als in Stein gemeißeltes Schicksal aufgebauscht wird) auflehnt und sich damit vor allem gegen die eigene Mutter stellt, hat tatsächlich Potential zu einen guten Drama. Doch leider traute sich wohl PIXAR letztendlich nicht, dieses auszuschöpfen. Merida muss für ihre Freiheit nichts opfern, im Gegenteil, gegen Ende wird eine Lösung aus dem Hut gezaubert, die irgendwie alle zufrieden stellt und alles ist besser, als es je war. Und dabei braucht die Geschichte auch noch eine kleine Weile bis sie richtig in die Gänge kommt.

Das Abenteuer über Selbstbestimmung, Akzeptanz und Toleranz, Werte, Normen und Traditionen das den Film bestimmt, ist ehrlicherweise nicht PIXARs größter Geniestreich, aber dennoch unterhaltsam. Es ist erfrischend, eine Prinzessin zu haben, die ihren eigenen (Dick-)Kopf hat. Und die drei kleinen Brüder, die den ganzen Film über fast alle (guten) Gags bestimmen und ständig auf der Suche nach Nahrung die irrwitzigsten Wege gehen sind schon eine Klasse für sich. Aber die wirklich interessanten Figuren bleiben relativ blass und dass hier die Emanzipation der Tochter irgendwie ziemlich schnell erreicht ist trübt ebenso den Gesamteindruck. Und dann kommt leider dazu, dass das Verrückte und Experimentelle von PIXAR nicht dabei ist. Klar, in einer märchenartigen Verfilmung ist dafür kaum Platz.

Wenn man es also auf das Minimum reduziert, ist "Brave“" dann eigentlich auch kaum mehr als eine althergebrachte Geschichte über einen aufmüpfigen Teenager, der sich mit seiner Mutter zusammenraufen muss. Aber ist er deshalb ein schlechter Film? Nein, ganz sicher nicht: er ist kurzweilig und bietet eine nette Gagdichte. Zudem ist er (gerade auch in 3D) echt schick anzusehen und aus dem Computer stammenden schottischen Landschaften sind eine echte Augenweide. Überall diese schönen Grüntöne und dazwischen immer wieder Meridas leuchtend rotes Haar... toll. Es ist sicher einer der optisch schönsten PIXAR-Filme, aber es fehlt auch ein wenig mehr Drumherum, um auch so einer der Besten zu sein.

7,5/10