Montag, 15. September 2014

The World's End (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1213663/

20 Jahre ist es nun her, dass fünf Freunde aus Kindertagen sich an einem epischen Pub-Crawl (12 Pubs in einer Nacht) versuchten und glorreich scheiterten. Jetzt ist Gary King (Simon Pegg) 40 Jahre alt, doch anders als seine Freunde (gespielt von Nick Frost, Martin Freeman, Paddy Considine und Eddie Marsan) ist er noch nicht erwachsen geworden. Es gelingt ihm, seine unwilligen alten Kumpel wieder zusammenzuraufen und sie zu überreden, den Sauf-Marathon zu wiederholen. Wie damals ist das Ziel des Schnaps-Parcours die legendäre Kneipe "The Worlds End" in ihrer Heimatstadt. Während die Freunde in ihrem Rausch versinken und sie Vergangenheit und Gegenwart miteinander aussöhnen wollen, bemerken sie nicht mehr, was um sie herum vorgeht. Denn während sie im Suff auf "The World’s End" zuschwanken, droht die restliche Menschheit in der Apokalypse unterzugehen.

Das ist also der Abschluss von Wrights Cornetto-Trilogie. Nun, vorweg, der Film ist definitiv schwächer als seine beiden Vorgänger. Das Regiehandwerk ist zwar einmal mehr hervorragend, gar keine Frage, vom Comedytiming, über Anspielungen auf die Reihe als Ganzes, flüssige und wuchtige Actionszenen bis hin zu den markanten Close-Up Quick Cuts, die das Dramatische im Gewöhnlichen zelebrieren. Das ist Edgar Wright durch und durch. Die Kampfszenen sind wunderbar choreografiert, die Dialoge wie immer spritzig und es kommt in diesem Film eine Komponente dazu, die mir bei den Vorgängern ein wenig fehlte. Hier finden sich tatsächlich fundamentale Fragen wie die individuelle Entwicklung, Zukunftsängste und Freundschaft anklang.



Woran es jedoch diesmal ein wenig krankt, ist das Drehbuch. Irgendwie will bei dieser Geschichte, abgesehen von der gemütlichen (und später umso ungemütlicheren) Kneipenatmosphäre, nicht durchgängig der gewohnte Charme aufkommen. Tatsächlich steckt in den Figuren aus "Shaun Of The Dead" oder "Hot Fuzz" nicht zwangsläufig mehr Tiefe, aber doch irgendwie mehr Leben, vielleicht auch, weil die Protagonisten, die Bühne mit ebenfalls liebenswerten oder denkwürdigen Nebencharakteren teilten, was hier leider weniger der Fall ist. Auch die Gags zünden im Schnitt minimal seltener als noch zuvor. Ohne näher darauf einzugehen, weiß ich zudem nicht ganz, was ich vom Ende halten soll. Aber alles in allem wurde ich dennoch gut unterhalten, weil Edgar Wright letztendlich ja doch immer weiß, wie man das Publikum ordentlich amüsiert. Und das gibt dem Film letztendlich einen wohligen Touch. Ab einem bisschen mehr als der Hälfte der Laufzeit verliert er sich irgendwie totzdem und es alles wirkt zu übertrieben. Keine Frage ein guter Film, aber doch hat er irgendwie meine sicher zu hoch angesetzten Erwartungen enttäuscht.

7/10