Sonntag, 6. April 2008

[KINO FFFnights] Frontière(s) - Frontiers (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0814685/

Während der Unruhen in den Pariser Banlieues verüben ein paar Kleinkriminelle einen Banküberfall, bei dem jedoch einer von ihnen getötet wird. Die Gang, zu der auch die schwangere Yasmina gehört, muss fliehen und verabredet sich in einem schäbigen Gasthaus im Niemandsland an der belgischen Grenze. Doch was sie dort erwartet, ist die Hölle auf Erden: Sie sind in die Fänge einer degenerierten Nazi-Familie geraten, die nur auf frisches Blut für das Ausleben ihrer wahnwitzigen Machtfantasien wartet. Als Yasminas Freunde auf unbeschreib-lich brutale Weise gefoltert und getötet werden, erwacht jedoch ihr Mutterinstinkt, um sich und ihr ungeborenes Kind zu retten. Ein blutiger, gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt!

Einmal im Jahr wächst das seltsame Verlangen noch kranken, abartigen aber auch mehr oder weniger, ganz vorsichtig ausgedrückt, "anspruchsvollen" Filmen. Als wir diesen Film damals - 2008 - bei dem Besuch unseres ersten FantasyFilmFestes sahen, kamen wir völlig geschockt aus dem Kino: noch nie zuvor hatten wir solch brutale und vor allem auch graphische Gewalt gesehen. Mittlereile lässt sich diese Aussage relativieren, denn es geht - wie wir ebenfalls festgestellt haben - immer höher, besser, weiter, schneller. Doch zum Film.

Auch heute noch bin ich zwiegespalten, was den Streifen betrifft. Auf der einen Seite, der Negativen, ist die Story einfach katastrophal bescheuert und könnte mit jeden beliebigen Backwood-Slasher mithalten. Auch die Hinarbeitung zur eigentlichen Handlung dauert mit einer knappen halben Stunde etwas zu lang. Die Haupthandlung an sich ist zwar ganz gut gemacht, versucht gegen Ende sogar noch sozialkritisch zu werden, nutzt aber diese Kritik nur als lapidare Rahmenhandlung, die dem geneigten Zuschauer nur dann und wann ins Gedächtnis gerufen wird. Den Hauptteil bildet der Überlebenskampf zwischen den fiesen Pseudo-Nazis und den Kleinkriminellen auf der Flucht vor der Polizei. Regisseur Xavier Gens, der mittlerweile in dem Genre bekannt ist wie ein bunter Hund, verstand es aber zumindest mit einigen brutalen Schockszenen und jeder Menge Blut und Gekröse den Thrill weit oben zu halten, sodass ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch aufs Gas getreten wird. So lässt sich auf der anderen Seite einiges an Potenzial erkennen. Zwar ist die Story ziemlich durch den Wind, aber die Schauspieler sind richtig gut. Ein jeder spielt seine Rolle überraschend toll und der von der Nazi-Ideologie zerfressenen Vater wird einfach großartig übertrieben von Jean-Pierre Jorris gespielt. "Frontièr(s)" ist auch zu Unrecht als "Torture Porn" Film gewertet, da deutlich der "Porn" Anteil fehlt. Der Film ist insgesamt ein ganz ordentlicher Horror- und Splatterfilm, der aber um Längen nicht an andere Vertreter des Genres, wie beispielsweise "Martyrs" rankommt. Er schockt zwar ordentlich und baut einiges an Atmosphäre auf, aber irgendetwas fehlt wie das Salz in der Suppe und so bleibt das Gesamtbild eines guten, soliden Schockers. 

7,5/10

Auch den Film gibt es nicht ungeschnitten in Deutschland. Man kann aber über Marketplace oder das deutschsprachige Ausland eine ungeschnittene Fassung erwerben. Ich hatte mich damals für das schicke limitierte Mediabook von Illusions Unltd. entschieden: