Freitag, 11. Januar 2019

Terrifier (2016)

https://www.imdb.com/title/tt4281724/

In der Nacht vor Halloween suchen die Mädels Dawn (Catherine Corcoran) und Tara (Jenna Kanell) nach der besten Party der Stadt. Doch statt den Abend mit Alkohol und hübschen Jungs zu verbringen, erleben sie die grausamste Zeit ihres Lebens. Als sie in einem kleinen Diner Halt machen und den Clown Art (David Howard Thornton) um ein Selfie bitten, ahnen Dawn und Tara noch nichts Böses. Aber als die jungen Frauen den gruseligen Maskierten in derselben Nacht wiedertreffen, beginnt der Horror. Denn Art ist ein Killer-Clown – und hat seine nächsten Opfer im Visier...

Das Selfies tödlich enden können, erfährt man derzeit nicht nur aus den Tagesnachrichten, auch in "Terrifier" gibt so ein gewagtes Selbstbildnis den Anstoß zu einer Gewalt- und Blutorgie, die derzeit ihresgleichen sucht. "Terrifier" darf sich mit Fug und Recht als der wohl sadistischste Film bezeichnen, den man jemals gesehen hat. Und dabei bieten die Gewaltspitzen, so zahlreich sie auch sein mögen, ein gar grausames Abbild des Horrors, der in dem alten, verlassenen Warenhaus Bahn bricht. Art der Clown ist wohl einer der kommenden Horror-Ikonen und wenn dieser unkaputtbare, bösartige Clown so weiter macht, läuft er sogar den alten Hasen - auch was die Gewalt betrifft - locker den Rang ab.

"Terrifier" besinnt sich zurück auf den schmuddelig-fettigen Grindhouse-Flair. Alles ist stimmig und dreckig, wenn auch visuell äußerst simpel gehalten. Denn "Terrifier" entspringt der Schmiede der kostengünstigen, handgemachten Splatterfilme für den Heimkino-Markt. Und da wird direkt in den ersten Minuten klar gemacht in welche Richtung auch diese Begegnung mit Art wieder geht, wenn ein Gesicht saftig deformiert wird.

Generell bietet "Terrifier" von beginn an guten Terror, wenn Regisseur Damien Leone den Clown in einem Restaurant auf das erste Protagonistenpaar treffen lässt. Das tolle Make-Up des Clown zahlt sich aus. David Howard Thornton sieht als diabolischer Clown einfach beängstigend gut aus und stellt selbst Pennywise aus dem letzten Jahr mit Leichtigkeit in den Schatten. Gerade, weil er keine digitalen Animationen braucht um furchteinflößend zu sein.

Generell überzeugt "Terrifier" in Sachen Gewaltdarstellungen und wann immer seinen Antagonisten auf wehrlose Opfer loslässt. Mit großer Liebe werden literweise Blut, Körperteile und Innereien über den Asphalt geschleudert und meistens sehr sadistisch inszeniert. Kein Wunder, dass die FSK damit ihre Problemchen hatte. Sicher ist die Story an sich nicht neu und dass hier ein Protagonist nach dem anderen dem Clown zum Opfer fällt, dürfte klar sein. Auch dass sich manche der Darsteller reichlich dämlich verhalten und wieder einmal nicht rechtzeitig die Cops rufen, dürfte ein ums andere Mal für Kopfschütteln sorgen. Dennoch bietet "Terrifier" abseits aller Grausamkeit auch erschreckende und angsteinflössende Suspense-Szenen, die für Gänsehaut sorgen. Begrenzt auf zwei Settings und wenig Menschen fehlt "Terrifier" zwar ein wenig Abwechslung und Kreativität, denn die Seherfahrung beschränkt auf zielgerichtetes Warten auf die nächste Eskalation. Das ist Terror und Horror der sicher nichts für jedermann ist, der aber durchaus einen Blick wert ist.

8/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 444 Stück limitierten Mediabook: