Dienstag, 3. Juli 2018

Return Of The Living Dead III (Unrated Version) (1993)

https://www.imdb.com/title/tt0107953/

Julie und Curt, ein junges Liebespärchen, brechen in ein geheimes Armeegelände ein. Dort beobachten sie, wie Tote mittels eines Gases reanimiert werden. In der selben Nacht haben beide einen Motorradunfall, bei dem Julie tödlich verletzt wird. Curt sieht nur einen Ausweg: Er kehrt mit ihr zum Versuchsgelände zurück, um sie reanimieren zu lassen. Anfangs scheint das Experiment geglückt, doch dann lassen die Nebenwirkungen nicht lange auf sich warten. Julie bekommt einen unstillbaren Hunger auf menschliches Fleisch und setzt damit eine wahre Zombiewelle in Gang...

Was mit "Return Of The Living Dead" als parodistische Antwort aufs Zombiegenre begann endet mit dem dritten Teil in diesem Zombie-Frankenstein-Liebesfilm-Verschnitt. Dieser dritte Teil, der die Ähnlichkeiten nur durch das Gas Trioxin und dem Name hat, ist einer der besten Teile der Reihe. Das mag wohl daran liegen, dass man hier nicht versucht ein Genre durch den Kakao zu ziehen, sondern eher versucht auf ernsterem Wege einen Zombiefilm zu kreieren, der nicht bloß auf das aus ist, was man grundlegend erwartet, sondern das Genre zu revolutionieren. Denn wer kennt das Schema nicht, die Story, einen geliebten Toten ins Leben zurückzurufen, weil man noch so sehr an ihm hängt. Das gab es in der Filmgeschichte noch nicht allzu oft, lediglich die "Re-Animator"-Reihe machte es bis dato vor. Der Goregehalt von "Return Of The Living Dead III" dürfte zwar mit "Bride Of Re-Animator" auf einer Wellenlänge liegen, aber inszenatorisch sind Welten dazwischen. Vom Grundtenor der Geschichte und seiner Umsetzung ohnehin, denn "Return Of The Living Dead III" baut sich auf wie ein Road Trip in die Hölle. Denn nach der Mutation von Julie zum besessen Zombie, der zwar reden und denken kann, ist tragischer denn je. Der Konflikt der beiden ist schon, für einen Horrorfilm sicherlich, absolut herzerweichend dargestellt, denn Curt versucht mit allen Mitteln Julie in ihren Fressangewohnheiten zu zügeln, denn natürlich entwickelt sich ihr Gehirn aufs Gehirn aus, keine Frage. Aber diese Trostlosigkeit, dieses besessene Verhalten, dass selbst Julie ungewollt niederstreckt, katapultiert die beiden in immer extremere Konflikte, vor allem weil Julie sich immer wieder versucht dagegen zu wehren. Das klappt nicht immer, aber dass ist auch gut so, denn sonst wären die absolut abartigen und guten Splattereffekte eher Mangelware.

Und damit weiss "Return Of The Living Dead III" wieder zu überzeugen und zu begeistern. Aber heißer als jeder Goreeeffekt ist natürlich die Wandlung von Julie, die als Darstellerin einfach nur sexy dargestellt wird. Kein Witz, aber damit bekommt der Film eh schon einen superdicken Bonus, das alles passt eh blendend zu dem minimalistischen leicht aufbruchähnlichen Charme der 90er mit seiner pseudorebellischen Rockerattitüde. Die Kulissen sind indes eher spärlich, das Versuchslabor eher zwangsläufig Mittel zum Zweck errichtet, aber weiss dennoch seine Funktion zu erfüllen. Die Zombies sind bissig, die Masken gelungen, wenn nicht sogar abartig großartig, nur einzig Julie hat insofern noch menschliche Eigenschaften und kann sich wenigstens ansatzweise kontrollieren, auch wenn sie immer mehr zum Tier wird. Diese Wandlung und vorallem ihre Schmerzen mildert sie durch gewissen Körperschmuck wie Glasscherben, Sicheln, Nieten, Nägel und diverse andere spitze und tödliche Utensilien, die sie an ihrem Körper anbringt. Das ist nicht nur irgendwie leicht krank, sondern fasziniert auch noch den Zuschauer, nicht nur dass sie jetzt eine Art Panzerung hat, sondern damit auch noch rattenscharf aussieht. Kaum zu glauben, aber zumindest endet das Ganze dann in einem herrlich blutigen Massaker in einer Kanalisation. So süffig war ein Ende noch nie. Blut vermengt sich mit Kanalwasser. Ein herrlich morbides Bild, ein Zombie als beschmückte Rocker und Powerbraut und Kämpfe bis die Köpfe und Eingeweide rollen. Herrlich. "Return Of The Living Dead III" ist anders, aber vor allem tragisch, blutig, reizend und inszenatorisch absolut unterhaltend. Selten war Zombiekino so vielfältig, so charmant und bildhübsch. Aber vorallem: Gore en masse, das weckt jedes Splatterherz, und womöglich noch die Tränendrüse am Ende.

7,5/10

Von KOCH Media erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.