Sonntag, 3. Juni 2018

Live By Night (2016)

https://www.imdb.com/title/tt2361317/

Im Bosten der wilden 20er Jahre fließt während der Prohibition der Schnaps fernab der Öffentlichkeit weiterhin in Strömen, Kugeln fliegen durch die Luft und ein Mann, Joe Coughlin (Ben Affleck), will sich ein Denkmal setzen. Er hat sich vom ehrlichen Leben, das sein Vater (Brendan Gleeson), ein angesehener Polizist, ihm vorgelebt hat, abgewendet und genießt den Nervenkitzel und den angsteinflößenden Ruf, ein Gangster zu sein. Die Situation wird für ihn jedoch schnell brenzlig, denn er verliebt sich unsterblich in die wunderschöne Emma Gould (Sienna Miller), die Freundin eines mächtigen Gangsterbosses. Bei der unausweichlichen Konfrontation kann er sich glücklich schätzen, dass er nur im Gefängnis landet. Nach seiner Freilassung schließt er ein neues Bündnis, das den abtrünnigen Polizistensohn nach Tampa führt, wo er schnell die Karriereleiter erklimmt und zu einer der mächtigsten Figuren im Alkoholschmuggelgeschäft wird und die Kubanerin Graciella Suarez (Zoe Saldana) kennenlernt. Doch mit seinem Aufstieg wächst die Zahl von Joes Feinden und auch seine Vergangenheit holt ihn ein...

Dennis Lehane hat in den letzten Jahren mit seinen Romanen "Shutter Island", "Mystic River" und "The Drop" schon Vorlagen für Filme geliefert, die zweifellsohne zu den besten Filmen geführt haben, die man sehen kann. Mit "Live By Night" ist ein weiterer Roman verfilmt worden - "In der Nacht", der Mittelteil einer Trilogie. Ben Affleck hat sich mal wieder für einen Film gevierteilt - er führt Regie, adaptierte das Drehbuch, produzierte den Film und übernahm auch die Hauptrolle. Er erzählt uns die Geschichte von Joe Coughlin, einem irischen Kleinganoven in Boston, der nach einem Verrat in den Knast gerät. Wieder draußen, lässt er sich von den Italienern nach Tampa, Florida bringen, um dort das Rumgeschäft in Zeiten der Prohibition aufzubauen und somit die Einnahmen zu sichern. Je erfolgreicher das Geschäft wird, umso gefährlicher sind die Konkurrenten vor Ort – genau wie die Fronten zwischen den großen Fischen der Iren und Italienern.

Wenn es um ein Gangsterepos geht, muss man zweifelsohne auch davon reden, dass wir immer wieder ein Biopic, egal ob von reellen oder fiktiven Personen, aufgezogen bekommen. Und bei beiden Bereichen, Gangsterfilm und Biopic geht es immer wieder um die stationenhafte Abarbeitung der Ereignisse von Aufstieg und Fall des Imperiums. Und hier ist immer die Frage, wo man sich storymäßig reinhängt und den Fokus setzt. Allein die Struktur selbst sorgt für eine gewisse Unflexibilität, so dass nur wenig bleibt, um zu variieren und sich von dem Rest des Genres abheben zu können.

 
"Live By Night" hat eine tolle Optik, atmet den Geist von Gangsterfilmen atmet und ist mit recht kurzweiligen und guten Momenten (z.B. der Shoot-Out am Finale oder eine frühe Autoverfolgungsjagd) schon gut geworden, so dass er gefällt. Aber bei all den Rollen, die Ben Affleck in diesem Film übernimmt, ist ihm vermutlich der Fokus etwas verloren gegangen. Seine gute, aber limitierte Mimik ist für seinen Hauptprotagonisten dann doch etwas zu wenig. Und storymäßig hat man stellenweise das Problem, dass hier viel zu viel gewollt worden ist. Die Story plätschert so vor sich hin, auch wenn Affleck über Montagen und schlichten Voice-Over-Narrationen einige Stationen der Handlungen abarbeitet. So ist dann doch ein wenig Potential auf der Strecke geblieben und die hohe Erwartungshaltung, geschürt von der großartigen Vorlage, ist nicht vollends erfüllt worden.

6/10

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