Sonntag, 27. Mai 2018

赤裸特工 - Chek Law Dak Gung - Naked Weapon (2002)

https://www.imdb.com/title/tt0341495/

Eine geheimnisvolle Organisation, angeführt von der nicht minder mysteriösen Madame M (Almen Wong Pui-Ha), kidnappt reihenweise junge Mädchen, um sie in einem geheimen Trainingscamp zu tödlichen Kampfmaschinen zu drillen. CIA-Agent Jack Chen (Daniel Wu) geht dem Fall jahrelang nach, bis er erfolglos und ohne jede Spur aufgeben muss. Doch als es zu einer Serie von ungeklärten Auftragsmorden kommt, hat Jack sofort einen Verdacht: Madame M ist wieder auf der Bildfläche erschienen. Tatsächlich wurden drei der besten Killerinnen ihrer Organisation freigelassen. Charlene (Maggie Q), Katt (Anya) und Jing (Jewel Lee) sollen besondere Aufträge für Madame M übernehmen. Doch als Charlene durch Zufall ihrer Mutter begegnet, beginnt sie an ihrer – durch Gehirnwäsche erreichte - Loyalität zu zweifeln. Zusammen mit Agent Jack kämpft sie fortan für ihre Freiheit...

"Naked Weapon" verspricht nicht nur viel nackte Haut, sondern auch eine gute Portion Action. Kein geringerer als Ching Siu-Tung zeichnet sich für Regieführung und Actioninszenierung verantwortlich. Aber Eyecandy allein garantiert jedoch noch lange keinen guten Film, wie sich in diesem Fall ziemlich schnell herausstellt. Wie der Titel schon erahnen lässt spielen die Reize der Frauen eine zentrale Rolle. Ihre Fähigkeit die Männerwelt um den Verstand zu bringen, macht sie gleichzeitig auch zur Bedrohung. "Naked Weapon" ist ein zweischneidiges Schwert. Positiv fallen der Hochglanzlook und die aufwendige Cinematographie auf. Die Bilder sind optisch sehr ansprechend gestaltet, was nicht allein den hübschen Darstellerinnen zu verdanken ist. Der Film sieht nach mehr aus als er eigentlich ist, denn hinter der glänzenden Fassade versteckt sich ein ziemlich durchwachsenes Skript. Die Idee mit den Killerdamen ist eigentlich ganz nett und verspricht einen routinierten Actioner mit etwas Trash. Ausgewiesene Feministen sollten lieber einen weiten Bogen um dieses Machwerk machen, denn das weibliche Geschlecht wird lediglich auf ihre körperlichen Attribute reduziert. Das männliche Publikum ist klar die Zielgruppe, was sich schon bei der perfekten Präsentation der jungen Damen zeigt. Die niederen Triebe werden bei soviel nackter Haut jedenfalls bestens befriedigt, wem interessiert da noch die Story?

Die Ausbildung ist hart und erinnert etwas an "G.I. Jane", trotzdem nimmt man es den zarten Damen nicht wirklich ab das sie kaltblütige Killermaschinen sein sollen. Es verhält sich in etwas so wie bei "Charlie's Angels", nur das man den Humor weggelassen hat. Das ist gleichzeitig auch ein Hauptproblem des Films, denn er nimmt sich ernster als nötig. Besonders negativ fällt in dem Zusammenhang die geschmacklose Vergewaltigung der Rekrutinnen auf, um zu zeigen dass sie für ihren Job jegliches Schamgefühl aufgeben müssen. Das Kinder erschossen werden, weil sie zurück nach Hause wollen ist ebenso fragwürdig. Es ist fraglich was Writer Wong Jing hier durch den Kopf ging, aber man sollte sich schon entscheiden können ob man einen leichtverdaulichen Actioner oder ein tiefschürfendes Drama erzählen will. Völlig unnötig ist auch die aufgesetzte Lovestory zwischen CIA Agent Chen und Charlene, die den Film kein Stück weiter bringt. Überhaupt erweist sich Daniel Wu’s Charakter als reichlich überflüssig und ist wohl auch nur dabei um neben all den Brüsten auch etwas für das weibliche Publikum zu bieten.

Einige Pluspunkte können dafür wieder die toll photographierten Martial-Arts-Szenen sammeln. Wer es etwas bunter mag kommt hier voll auf seine Kosten, denn Ching Siu Tung setzt wieder auf eine sehr ästhetische Inszenierung. Die Fights sind flott geschnitten, hin und wieder knackig hart und mit allerlei Gimmicks angereichert. Zeitlupen und reichlich Wirework dürften machen auch optisch einiges her. Die hübschen Damen, allen voran Maggie Q, machen eine wirklich gute Figur und können ihre zierlichen Körper erstklassig in Szene setzen. Gegen Ende driftet leider alles etwas sehr ins Phantastische ab und passt nicht mehr recht zur ansonsten bodenständigen Handlung. Da werden beispielsweise Glassplitter zu gefährlichen Geschossen und Darsteller verbiegen sich "Matrix"-mäßig wie Gummi. Wer es realistisch mag ist hier jedenfalls an der falschen Adresse.

Alles in allem dürfte"Naked Weapon" Actionpuristen aufgrund der optisch aufwendigen Inszenierung angenehm überraschen, dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Der Plot ist unausgegoren, einige Geschmacksentgleisungen stoßen ebenfalls sauer auf. Wer Action Marke Ching Siu Tung mag oder einfach mal ein paar hübsche Damen mit heißen Body bestaunen möchte, kann aber durchaus mal einen Blick riskieren.

6/10

Von NAMELESS Media kommt der Film ungeschnitten/unrated in HD im auf 1.000 Stück limitierten Mediabook:

Samstag, 26. Mai 2018

May - May: Die Schneiderin des Todes (2002)

https://www.imdb.com/title/tt0303361/

Die unscheinbare und schüchterne May (Angela Bettis) hat eine schwere Kindheit. Sie kämpft schwer mit der Behinderung ihres einen Auges und wird von den anderen Kindern gemieden. Aus dem Besitz ihrer Mutter (Merle Kennedy) bekommt sie schließlich eine Porzellanpuppe geschenkt und die Anweisung, sich stets an dieser Puppe zu orientieren, sie als eine Art Freundin zu betrachten. Das hat große Auswirkung auf die Psyche des jungen Mädchens. Mit Anfang 20 verliebt sie sich dann zum ersten Mal und entwickelt eine Vorliebe für einzelne Köperteile, unter anderem für die schönen Hände von Adam (Jeremy Sisto). Als diese Vorliebe zur Obsession wird, droht allen Beteiligten große Gefahr.

Hinter dem reißerischen (deutschen) Titel "May: Die Schneiderin des Todes" verbirgt sich nicht etwa ein Horror-Slasher, sondern ein melancholisch-grausames Märchen, in dem die tragisch-vereinsamte May (Angela Bettis) im Mittelpunkt steht. Ein sensibel-einfühlsam erzähltes, morbid-humorvolles Außenseiter-Porträt/Drama, verrückt-entrückt-entzückend von Angela Bettis gespielt. In Lucky McKees Debütfilm bekommt die dünne Fassade der Normalität schnell Risse und endet konsequent in einen poesievoll-makaberen Blutrausch. Begleitet von einen coolen Soundtrack wird der Zuschauer mit gestuften Wahnsinn konfrontiert, bleibt aber immer empathisch mit der Hauptperson.

"May" ist kein besonders aufregender oder spektakulärer Film, aber gerade das macht ihn sympathisch. Auf jeden Fall ist die Mischung aus Psychodrama und Horror interessant und das Drehbuch dazu wurde solide geschrieben. Gerade Angela Bettis ist es zu verdanken, dass das so gut funktioniert, denn sie spielt die titelgebende May echt stark. Daneben ist die Figurenzeichnung solide, die Inszenierung passend und die Atmosphäre eigenwillig. Auch wenn in der ersten Stunde nicht sonderlich viel passiert, ist das niemals langweilig und zum Ende hin lässt man dann doch noch etwas die Sau raus. "May" ist nicht frei von Längen, hat aber einen Sinn für guten, schrägen Humor und macht sich so selbst zu einem interessantem Film, den man mal gesehen haben sollte.

7/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD auch im auf 222 Stück limitierten und nummerierten Mediabook:

Freitag, 25. Mai 2018

[SERIE] How I Met Your Mother, Season 01

https://www.imdb.com/title/tt0460649/

Ted ist 27, angehender Architekt und Single. Zusammen mit seinem Freund Marshall teilt er sich eine WG im Big Apple. Während Marshall glücklich verlobt ist, befindet sich Ted noch auf der Suche nach der Frau fürs Leben - und der Mutter seiner Kinder, denen er im Jahr 2030 erzählt, wie er sie kennen lernte. Wie sich zeigt, hat Ted es sich nicht leicht gemacht. Und so rauscht er in seinen Berichten vor einer verrückten Beziehung in die nächste. Hinter welcher der zahllosen Affären sind allerdings am Ende die Mutter von Teds Kindern verbirgt, bleibt ein großes Geheimnis!


https://www.imdb.com/title/tt0606110/
1.1 Verliebt, Verlobt, Versagt (Pilot)
Es ist das Jahr 2030 und Ted Mosby möchte seinen Kindern erzählen, wie er deren Mutter kennen gelernt hat. Die Geschichte startet 2005, wo Marshall Eriksen seiner Freundin Lily Aldrin einen Heiratsantrag macht. Diese nimmt ihn an. Ted will nun auch endlich seine zukünftige Frau finden und trifft im MacLaren's Pub, der Stammkneipe der Gruppe, wo er mit Marshall, Lily, und Barney Stinson sitzt, auf Robin Scherbatsky. Ted verliebt sich gleich in sie und die beiden haben ein sehr erfolgreiches erstes Date, was aber sehr plötzlich und ohne einen Kuss endet, weil sie, als Nachrichtenmoderatorin, zu einer Story gerufen wird. Ted stiehlt für Robin sogar das blaue Horn aus dem Restaurant ihres ersten Dates. Ted geht zu Robins Apartment und sagt ihr, dass er sie liebt. Robin ist geschockt und Ted geht. Auf dem Weg überlegt er sich, ob er wirklich die Zeichen zum ersten Kuss übersehen hat. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0606111/
1.2 Die lila Giraffe (Purple Giraffe)
Ted will Robin nach ihrer Abweisung nicht mehr sehen, trifft sie aber schon bald in der Bar wieder. Sie hat ein Gespräch mit Lily geführt, diese erzählt Ted, dass Robin an nichts festem interessiert ist. Also versucht Ted sich "locker" zu geben. Ted gibt Robin daraufhin noch nicht auf und will eine Party für sie schmeißen. Das passt Marshall gar nicht, der für sein Studium eine sehr lange Arbeit schreiben muss und dabei schon Lily hat, die ihm nach der Verlobung mit einem starken sexuellen Verlangen begegnet. Ted feiert die Party trotzdem und Robin taucht nicht auf. Auch am zweiten Tag, als Ted die Party verlängert, noch nicht. Erst am dritten Tag, als Barney schon zu Ted gesagt hat dass sie nicht kommt, taucht sie dann auf. Robin und Ted beschließen am Ende der Party Freunde zu sein. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606117/
1.3 Frauen, Flieger, Freiheit (Sweet Taste of Liberty)
Barney will Teds Liebesleben wieder ein bisschen in Schwung bringen und nimmt ihn deshalb mit zum Flughafen, wo er Frauen aufreißen will. Nach einigen missglückten Versuchen treffen sie auf zwei Frauen, die nach Philadelphia fliegen. Barney kauft schnell zwei Tickets dorthin, jedoch stellt sich im Flugzeug heraus, dass die Beiden einen Freund haben. Da sie nun, nach ein paar Konflikten mit dem Gesetz, aber sowieso schon in Philadelphia sind, besuchen sie gleich die Freiheitsglocke und überzeugen sogar Marshall nach Philadelphia zu fahren. Währenddessen stellt Lily, die mit Robin in der Bar ist, fest, dass sie nicht so ein Männermagnet wie Robin ist. Sie fragt Marshall sogar, ob sie einmal ihren Verlobungsring abnehmen darf und findet zwar am Ende einen Flirtpartner, der ist aber schwul. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606112/
1.4 Gutes altes Hemd (Return of the Shirt)
Ted findet ein altes Hemd, das er einmal gehasst hat und denkt nun so auch über seine Ex-Freundinnen nach. Schließlich ruft er Natalie wieder an, die er drei Jahre zuvor an ihrem Geburtstag verlassen hat. Er will eine neue Beziehung mit ihr aufbauen und alles besser machen, da er denkt, er sei nun erwachsener. Das läuft zu Beginn auch sehr gut, allerdings macht er wieder am Tag ihres Geburtstags mit ihr Schluss, was sie sehr sauer macht. Natalie betreibt eine Kampfsportart namens Krav Maga, womit sie Ted dann verprügelt. Barney bezahlt Robin unterdessen dafür, dass sie in ihren Live-Shows schmutzige Dinge sagt. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606109/
1.5 Von Tänzern und Tauben (Okay Awesome)
Robin ist auf der Gästeliste für den angesagten Club Okay, wo die Gruppe den Abend verbringen will. Marshall und Lily wollen ihren Abend aber, laut eigener Aussage, nicht in einem Club verbringen, sondern zu Hause. Sie veranstalten eine Weinverkostungsparty, nach Aussage von Marshall mit langweiligen Leuten. Barney tanzt den ganzen Abend nichts ahnend mit seiner Cousine Leslie, als sie das schließlich herausfinden, sind sie sehr überrascht. Marshall hält es schließlich nicht mehr aus und flieht zu den anderen in den Club. Lily kommt schon bald nach. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606116/
1.6 Die Kürbis-Schlampe (Slutty Pumpkin)
Ted hat vor einigen Jahren auf einer Party auf dem Dach von seinem Apartment eine Frau kennen gelernt, hat jedoch ihre Nummer nicht mehr. Jetzt steht er jedes Jahr im selben Kostüm auf dem Dach und wartet auf sie. Marshall und Lily wollen den Kostümwettbewerb im MacLaren's gewinnen und haben sich als Jack Sparrow und sein Papagei verkleidet. Barney versucht Ted zu überzeugen mit ihm auf die Victoria's Secret Party zu gehen, anstatt auf dem Dach zu bleiben und wechselt dabei drei Mal sein Kostüm. Robins neue Beziehung zu Mike endet schon sehr bald durch ihr unpassendes Verhalten. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606108/
1.7 Kakerlake liebt Maus (Matchmaker)
Robin berichtet über Love Solutions, eine Partnervermittlung die 100% Erfolg garantiert. Ted und Barney gehen also dort hin, Ted um seine zukünftige Frau zu finden und Barney, um jemanden zu finden mit dem er eine Nacht verbringen kann. Der Computer findet für Ted eine Frau, die allerdings schon vergeben ist. Er sucht sie trotzdem auf und erfährt, dass sie bald heiraten wird. Währenddessen finden Lily und Marshall im Apartment ein gruseliges Tier, das sie die Kakermaus nennen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0606113/
1.8 Das Duell (The Duel)
Als Lily nach drei Monaten wieder in ihr altes Apartment kommt, stellt sie fest, dass dort ein China- Restaurant ist. Ted lädt sie einfach so ein, bei ihm und Marshall zu wohnen. Lily sagt zu und ändert sofort vieles, Ted ändert seine Meinung. Ted und Marshall kämpfen daraufhin mit Säbeln darum, wer von ihnen das Apartment behalten darf. Der Säbel trifft Lily und sie muss ins Krankenhaus. Robin ist währenddessen nicht einverstanden mit Barneys Theorie, dass man schon nach 5 Minuten weiß ob man mit der Person noch ein zweites Date will. Robin trifft sich also auf ein Date mit jemandem, wird aber von der Nachricht von Lilys Unfall unterbrochen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606104/
1.9 Wohltaten und Untaten (Belly Full of Turkey)
Robin und Ted beschließen an Thanksgiving bei der Essensausgabe für Obdachlose zu helfen. Dort treffen sie Barney. Erst fragen sie sich was er dort tut, es stellt sich allerdings heraus dass Barney wegen öffentlichen Urinierens festgenommen wurde und deshalb Sozialstunden absolvieren muss. Marshall und Lily sind in Minnesota und Lily bekommt nach einigen Bemerkungen von Marshalls Mutter Panik und flieht. Sie kauft einen Schwangerschaftstest, es gibt aber keine Toilette. Also macht sie den Test hinter dem Haus und wird festgenommen. Als Marshall zu ihr zum Gefängnis kommt, erfahren die beiden dass Lily nicht schwanger ist. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606115/
1.10 Der Ananas-Vorfall (The Pineapple Incident)
Am Morgen wacht Ted neben einer Frau auf, er kann sich aber an nichts erinnern. Durch die Erzählungen der Gruppe erfährt er langsam alles wieder und sie denken später sogar, dass die Frau Robin ist, da Ted sie mehrmals betrunken angerufen hat. Es stellt sich aber heraus, dass die Frau Trudy heißt und Ted sie in der Bar getroffen hat. Da erscheint Robin, die mit Ted über die Anrufe sprechen will. Ted möchte ihr zeigen dass er über sie hinweg ist und ihr Trudy vorstellen, diese ist aber schon verschwunden. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606114/
1.11 Silvesterlaune (The Limo)
Ted will mit seinen Freunden an Silvester etwas Besonderes machen und mietet eine Limousine. Er will mit ihnen innerhalb von drei Stunden fünf Partys besuchen und dann entscheiden, welche die beste ist. Dort bleiben sie dann. Zwischen den Partys treffen sie auf einen Mann, den sie für Moby halten. Nach einigen Komplikationen treffen alle wieder aufeinander und auch Robins Freund Derek taucht rechtzeitig auf. Ted ist traurig, dass er jetzt niemanden zum Küssen hat und steigt aus dem Wagen, doch Robin folgt ihm und küsst ihn, wie sie es ausgemacht hatten. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606118/
1.12 Hochzeitsgast plus eins (The Wedding)
Es ist die Hochzeit von Claudia und Stuart und Ted findet heraus, dass Robin sich von ihrem Freund getrennt hat. So lädt er sie ein. Ted erzählt das Claudia und Stuart und es gibt einen Streit darum, ob er jetzt noch jemanden mitbringen darf oder nicht. Sie trennen sich schließlich. Ted und Marshall reden mit Stuart und bringen ihn schließlich dazu, mit ihnen in die Bar zu gehen. Dort ist Claudia. Die beiden vertragen sich wieder. Nach einigen Drinks ist Claudia sogar einverstanden, dass Robin mitkommen darf. Diese wird aber im letzten Moment angerufen, dass sie zu einer Nachrichtensendung kommen soll. Dort geht sie hin, wodurch Ted schließlich doch allein zur Hochzeit muss. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606106/
1.13 Traum und Wirklichkeit (Drumroll, Please)
Es ist immer noch die Hochzeit von Claudia und Stuart. Ted, der allein kommen musste, trifft auf eine Frau, die sich später als Victoria vorstellt. Da sich Ted und Victoria darüber einig sind, dass Bekanntschaften, die auf Hochzeiten gemacht werden, nicht zu Beziehungen führen können, beschließen sie, einen tollen Abend zu haben und sich hinterher nie wiederzusehen. Sie beschließen sogar, dass sie sich nicht mal ihre wirklichen Namen sagen und tauschen auch keine Nummern aus. Ted bereut das später und ruft bei Claudia an, um herauszufinden wer Victoria ist. Gleichzeitig möchte Marshall von ihr wissen, woher der Kuchen bei der Hochzeit kam, da dieser so gut gewesen ist. Claudia erklärt, dass es keinen Gast namens Victoria gab. Robin erklärt schließlich, dass die Victoria an dem Abend gesehen hat und von ihr erfahren hat, dass sie die Torte gebacken hat. Als Ted sich dann an Victorias falschen Namen zu Beginn erinnert, weiß er auch welche Bäckerei gemeint ist. Als Ted bei der Bäckerei ankommt, fallen sie sich in die Arme und küssen sich. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0606119/
1.14 Nur nichts überstürzen (Zip, Zip, Zip)
Ted und Victoria sind mittlerweile seit mehreren Wochen zusammen. Sie haben bisher noch nicht miteinander geschlafen, doch eines Abends beschließt Victoria, einen Schritt weiter zu gehen. Sie gehen in Teds Apartment, das, wie sie denken leer ist. Lily und Marshall haben ihren neunten Jahrestag und sind aber in der Wohnung geblieben anstatt wie geplant weg zu fahren. Sie verstecken sich im Bad, als Victoria und Ted in die Wohnung kommen. Währenddessen hängt Robin mit Barney als sein „Bro“ ab, sie gehen in eine Zigarrenbar und spielen Lasertag. Als Barney sie schließlich verführen will, wird Robin wütend und gesteht, dass sie Gefühle für Ted hat. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0606107/
1.15 Spieleabend (Game Night)
Ted will, dass die Gruppe Victoria kennenlernt. Er bittet alle, Victoria nichts von Robin zu erzählen. Als sie sich schließlich treffen schlägt Marshall vor, dass sie ein Spiel spielen, das er erfunden hat. Dabei muss man sehr persönliche Dinge über sich erzählen. So erzählt jeder nacheinander seine peinlichste Geschichte und am Schluss erfährt die Gruppe, wie Barney vom Hippie zum Anzugträger wurde. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0606105/
1.16 Maßgeschneidert (Cupcake)
Victoria bekommt ein Angebot für ein Studium in Deutschland. Sie und Ted überlegen lange, was sie machen wird, denn eine Fernbeziehung wollen sie nicht führen. Marshall hat inzwischen ein Vorstellungsgespräch beim NRDC, dazu braucht er einen neuen Anzug. Barney ist natürlich gleich begeistert und begleitet Marshall zu seinem Schneider. Lily ist währenddessen mit Victoria und Robin in einem Brautmodeladen und probiert Kleider an. Als sie ein teueres anzieht, setzt sie sich versehentlich in eine Torte und muss das Kleid bezahlen. Marshall muss 4000$ für seinen Anzug bezahlen und Barney, der schon die ganze Zeit versucht Marshall zu überzeugen in seiner Firma, der AltruCell Corporation, zu arbeiten, schafft das schließlich, da Marshall das Geld braucht. Ted begleitet Victoria zum Flughafen, wo sie sich schließlich doch für eine Fernbeziehung entscheiden. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0756504/
1.17 Leben unter Gorillas (Life Among the Gorillas)
Marshall arbeitet nun wegen Geldproblemen bei Barney in der AltruCell Corporation. Seine Kollegen sind gar nicht wie er. Da er jedoch dazu gehören und passen will, ändert er sein Verhalten. Das passt Lily gar nicht. Die beiden finden schließlich bei einem Karaokeabend wieder zueinander, bei dem auch Barney und andere Kollegen anwesend sind. Derweil wartet Ted auf einen Anruf svon Victoria. Am Ende der Episode ruft Robin ihn an und fragt, ob er zu ihr kommen wolle. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0606103/
1.18 Der Anständige (Nothing Good Happens After 2 A.M.)
Ted wurde immer noch nicht von Victoria angerufen und fährt deshalb zu Robin. Er erzählt, er hätte mit Victoria Schluss gemacht, was er nicht hat. Er betrügt sie fast mit Robin, Victoria ruft aber in dem Moment an, als Ted im Bad ist und spricht mit Robin. Beide merken, dass Ted gelogen hat und Robin wirft ihn aus ihrer Wohnung und Victoria macht Schluss, wodurch er zwei Frauen verloren hat, die ihm wichtig sind. Barney will Lily und Marshall währenddessen überzeugen, dass nach zwei Uhr morgens noch wirklich gute Dinge passieren. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0788623/
1.19 Eine nette Nutte (Mary the Paralegal)
Robin erhält einen Preis und lädt alle ein, mit zu der Verleihung zu kommen. Robin will Ted eifersüchtig machen und kommt mir ihrem Kollegen Sandy Rivers, während Ted mit Mary kommt. Barney hat diese engagiert und behauptet Ted gegenüber, sie wäre eine Prostituierte. Ted findet Mary zu seiner Überraschung sehr nett, als er sie aber auf ihre Arbeit anspricht, stellt sich heraus, dass Barney gelogen hat. Sie ist Anwaltsgehilfin und reagiert sehr empört, als Ted sie "Nutte" nennt. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt0760776/
1.20 Nur zwei Monate (Best Prom Ever)
Lily und Marshall haben zu ihrer Überraschung einen Hochzeitstermin dort bekommen, wo sie am liebsten heiraten würden. Dieser ist schon in zwei Monaten. Sie brauchten aber auch noch eine Band, und so schleichen sie sich auf einer High School Party ein, damit Lily die Band The 88 hören kann. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0801608/
1.21 Das Super-Date (Milk)
Die Partnervermittlung Love Solutions, die Ted in der Episode Kakerlake liebt Maus besucht hatte, hat endlich Teds perfekte Frau gefunden. Währenddessen spielen Barney und Marshall, der gerade ein Praktikum bei Barneys Firma AltruCell Corporation macht, einem Mann namens Butterfield einen Streich, der sich anschließend dafür rächt. Am Abend ruft Lily bei Ted an, die mit Marshalls Fiero eine Panne hatte und liegen geblieben ist. Sie will zu einem Vorstellungsgespräch für ein Kunststipendium fahren. Als Ted den Reifen gewechselt hat fährt sie weiter und lässt ihn einfach stehen. Ted wird von Robin abgeholt und zurück nach New York gefahren. Zu Hause angekommen wird Ted bewusst, dass seine Traumfrau Robin ist und geht nicht zu seinem Date. Lily entscheidet sich schließlich gegen das Stipendium. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0774239/
1.22 Letzter Versuch (Come On)
Ted jagt nun wieder dem Wunsch nach, mit Robin zusammen zu sein. Er überrascht sie in ihren Apartment mit einem blauen Streichquartett, als eine Anspielung auf das blaue Horn, das er für sie geklaut hatte. Doch sie streiten und Robin erzählt Ted, dass sie am Wochenende mit ihrem Arbeitskollegen Sandy Rivers campen geht. Ted überlegt gleich, wie er das verhindern könnte. Er plant sich von Barneys Ex Penelope einen Regentanz beibringen zu lassen. Marshall erfährt währenddessen, dass Lily sich bei der Kunstakademie beworben hat, obwohl sie bald heiraten. Ted tanzt auf dem Dach des Apartments und schließlich beginnt es zu regnen. Er fährt zu Robin und sie werden ein Paar. Als Ted am nächsten Tag nach Hause fährt, sieht er, wie Marshall mit dem Ehering von Lily in der Hand im Regen auf der Treppe seines Hauses sitzt. - 9/10

Mittwoch, 23. Mai 2018

[KINO] Solo: A Star Wars Story 3D (2018)

https://www.imdb.com/title/tt3778644/

Han Solo (Alden Ehrenreich), der sich ohne Eltern in den rauen Straßen seines Heimatplaneten Corellia durchschlagen musste und später von der imperialen Flugakademie geworfen wurde, hat seinen eigenen Kopf. Den versucht er sich genauso zu bewahren wie seinen Idealismus. „Vertraue niemandem“, rät ihm dagegen sein Mentor Tobias Beckett (Woody Harrelson) – bevor ihn ein anderer zwielichtiger Gangster, Dryden Vos (Paul Bettany), für einen Zugüberfall rekrutiert. Begleitet wird Han dabei unter anderem von seinem neuen, treuen Freund Chewbacca (Joonas Suotamo) und von mehr oder weniger vertrauenswürdigen Kumpanen. Darunter sind Qi'Ra (Emilia Clarke), die für eine Gang auf Corellia arbeitet und Han von früher kennt, und Val (Thandie Newton), eine Meisterin am Blaster-Gewehr. Außerdem mischt Schmuggler Lando Calrissian (Donald Glover) mit, der Besitzer des Millennium Falken…

Seitdem Disney den Deal mit LucasFilm einging und das "Star Wars"-Franchise erwarb, feuert das Unternehmen aus allen Rohren. Gefühlt jedes halbe Jahr kommt ein neuer Streifen aus dem "Star Wars"-Universum, sehr zur Freude der einen Fans, zum Leid der anderen. Hatten sich viele Fans jahrelang beklagt, dass aus "Star Wars" viel mehr herauszuholen wäre und die Filme nur tröpfchenweise in den Kinos auftauchten, ist es nun eine wahre Flut. Und dieselben, die sich damals beschwerten, dass es zu wenige Filme gab, sind oft heute auch die, die sich beschweren, dass es zu viel wird. Man kann es eben nicht allen recht machen. Der neueste Ableger, "Solo: A Star Wars Story", führt den Zuschauer in diese weit entfernte Galaxis zurück in die Zeit etwa 10 Jahre vor "Eine neue Hoffnung" und die Frage ist: kann man sich mit Alden Heidenreich, der die ikonische Rolle des jungen Han Solo, in den alten Filmen so wunderbar verkörpert durch Harrison Ford, spielt, anfreunden und - mehr noch - ihm den jungen Han abnehmen?


Der 1977er "Star Wars" gehört sicher zu den Filmen, die die Leidenschaft für Film und Fantasie, Science-Fiction und Abenteur in vielen Menschen weckte und auch heute, fast 40 Jahre später, gehört "Star Wars" immer noch zu den Lieblingsgeschichten vieler Cineasten. Der Punkt ist, dass viele "Star Wars" einfach lieben, obgleich sie natürlich auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Filmen und ihren unterschiedlichen Niveaus an technischem Können und Storytelling erkennen. Sie sind auch willens, sich über Fehler zu beschweren und einigen Filmen gemischte Empfehlungen in ihren Reviews zu geben, auch wenn sie immer noch alle irgendwie mögen und wirklich jedem Teil zumindest eine Kleinigkeit abgewinnen können. Das bedeutet aber auch, dass die Reaktion auf "Solo: A Star Wars Story" sowohl in der Liebe zur Reihe als auch in einem starken Bewusstsein dafür, wie sich alles verändert hat und wie die Qualität der Filme variiert, verwurzelt ist. Die Voreingenommenheit, die  man nun auch immer für die Reihe hat, wird also zumindest ein wenig durch Erwartungen widerlegt, dass die Filme ihrem Versprechen und der Größe, die das "Star Wars"-Universum für diesen großäugigen kleinen Jungen vor vierzig Jahren ins Leben gerufen hat, gerecht werden. Und in diesem Sinne kann man auch bereits folgendes sagen: "Solo: A Star Wars Story" ähnelt nicht annähernd einem der bekannten "Star Wars"-Filme. Er gehört nun zum Universum, aber er offenbarte auch eine neuartige kreative Vision, die das alles vorantreibt. 


Während es hier und da ein paar kleine Patzer gibt, über die man sich ärgern könnte (und ich werde sie in diesem Review noch erwähnen), nimmt der Film einen aber auf überwältigende Art und Weise mit, sodass "Solo" ein großer Gewinn für das "Star Wars"-Franchise ist - eine mitreißendes Abenteuer mit einem passenden ud nicht übertriebenen Sinn für Humor, großartiger Action, einer ordentlichen Handlung und - nicht zuletzt - einer durchweg charismatischen Besetzung. Während einige der letzten "Star Wars"-Filme für einige Fans und Zuschauer etwas verstrickter und Ebenenreicher waren, wird "Solo" wieder mehr in der Form des früheren, einfacheren Storytelling-Ansatzes erzählt.

Und Alden Ehrenreich ist so großartig in der Hauptrolle, wie man es sich nur erhoffen konnte. So liegt nahe, dass das Drehbuch die Figur Han Solo auf eine bestimmte Art und Weise porträtierte und in gewisser Weise auf Ehrenreich zugeschnitten wurde, einfach weil er optisch gut in die Rolle passte. Lange stand nämlich auch ein anderer hinter vorgehaltener Hand im Gespräch, der ebenso gut in die Rolle gepasst hätte: Chris Pratt. Er bewies bereits in "Guardians Of The Galaxy", dass er das Zeug dazu hat und auch gut in die Rolle eines jungen Han Solo gepasst hätte. Vermutlich wäre der Film dann aber noch etwas komödiantischer, satirischer geworden. Dies war vielleicht auch die Vision, die die Regisseure Phil Lord und Chris Miller hatten, bevor Disney sie kurz vor der Fertigstellung des Projekts feuerte und durch Ron Howard ersetzte, der nun den Film fertigstellte und eine nicht geringe Anzahl an Reshoots anordnete. Was auch immer hier vor sich ging ist letztlich nicht entscheidend, denn Howards resultierender Film ist ein weiterer großer Erfolg für Disney/Lucasfilms "Star Wars"-Franchise. Und Ehrenreichs Performance ist genau das, was der Film braucht, um dem Zuschauer zu liefern, was immer für möglich gehalten wurde. Allein der Versuch, zu viel von Fords bekannter Darstellung nachzumachen, wäre fehlgeschlagen, auch wenn es im Allgemeinen eine anständige Imitation gewesen wäre; eine Version von Han Solo, die sofort als der Schmuggelschurke bekannt ist, den der Zuschauer kennt und liebt, aber auch so einzigartig, dass das Publikum etwas Neues mit dem Charakter erlebt und der Darsteller sich von nun an die Rolle zu Eigen machen kann.

Ehrenreichs Performance erinnert sehr daran, wie es wäre, einen jungen Dennis Quaid zu sehen, von seinem Aussehen bis hin zu seiner Körpersprache. Googlet man die Worte "Dennis Quaid" und "1978" und schaut Sie sich Bilder des jungen Quaid an, wird schnell verständlich, wie groß die Ähnlichkeit ist. Und dann stelle man sich vor, dass der junge Quaid Zeilen wie "Kind, ich bin von einer Seite dieser Galaxie zur anderen geflogen. Ich habe viele seltsame Dinge gesehen, aber ich habe noch nie etwas gesehen, das mich glauben lässt, dass eine allmächtige Kraft alles kontrolliert. Es gibt kein mystisches Energiefeld, das mein Schicksal steuert." von sich gibt. Aber dies nur am Rande.


Und so erhält man einen neuen "Star Wars", der gleichzeitig vertraut ist mit allem, was man an der klassischen Trilogie liebte und doch einen tieferen Einblick in einen Hauptcharakter bietet. Das ist der junge Han Solo, und während man anfänglich vielleicht anfängt zu jammern (auch über die in der deutschen Synchronisation etwas unpassende Stimme, die interessanterweise wohl darauf zugeschnitten wurde, auf den alten Han Solo zu passen, aber nicht so recht auf Ehrenreich), jemanden zu sehen, der nicht Harrison Ford ist, der diese, seine, Rolle spielt, kommt man schnell über die Trennung hinweg und umarmt sie, weil es einfach so gut funktioniert. Ehrenreich verdient einen großen Applaus für die Portraitierung der Figur, die fast ein No-Win-Szenario war. Emilia Clarke spielt Qi'ra, eine der neuen Figuren in Han's Welt, in einer Performance, die eine bereits gut geschriebene Rolle übernimmt und ihrem Charakter zusätzliche Nuancen verleiht. Vieles über Qi'ra ist entweder unbekannt oder wird nur angedeutet, und Clarke lässt zu Recht diese Ungewissheiten in der Luft hängen. Ihre Vergangenheit und Geheimnisse werden im Film an gewissen Stellen angedeutet, ohne diese aber näher zu beleuchten. So bleibt die Figur geheimnisvoll, bis kleinere Enthüllungen gerade genug Einblick geben, dass alles ein Ganzes ergibt. Ihre Verbindung zu Han ist real, aber wie viel davon existiert wirklich noch? Es ist aufregend, diese Frage nicht nur zu stellen, sondern sich viel mehr um die Antwort zu kümmern, als man es normalerweise für neue Nebenfiguren tut, die in einem Film mit alteingesessenen Ikonen auftreten.

Donald Glover als Lando Calrissian ist natürlich ein Szene-Stealer in seiner anschaulich perfekten Darstellung eines Fan-Lieblingscharakters. Sein Lando ist ein herrlicher, aalglatter Schurke und hat aufschlussreiche Momente, in denen sich seine "Devil-May-Care"-Haltung zumindest teilweise als Fassade entpuppt, die die starke emotionale Bindungen abschirmt, welche ihn kopfüber in ernsthafte Probleme reißen könnten. Es gibt Ähnlichkeiten zwischen Lando und Han, aber auch große Unterschiede - Han versucht nur zu überleben und hat persönliche, kleinere Ziele für sein Leben, aber er gerät immer wieder in ein größeres Schicksal; Lando hingegen sieht sich immer als einen Mann von Bedeutung, den ein größeres Schicksal erwartet. Man kann - ähnlich wie bei Ehrenreich - froh sein, dass Glover Lando so deutlich portraitiert - gerade auch in seiner Manier, Haltung und Persönlichkeit - als eine frühere, weniger raffinierte und doch endlos selbstbewusste, protzige Version des Mannes, der er in "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" eine so entscheidende Rolle spielte. Es wäre ein Fehler gewesen, ihn als Geschäftsinhaber mit vielen Verbindungen zur Unterwelt zu etablieren. Glover lässt in schwierigen Momenten oder wenn sein Selbstvertrauen getestet wird, kleine Zweifel an seiner Härte aufblitzen. Der Film lässt die Tür offen für seine unvermeidliche Rückkehr in zukünftige "Star Wars"-Veröffentlichungen, sei es eine Solo-Fortsetzung oder ein eigenständiger Lando-Film.


Phoebe Waller-Bridges L3-37 ist dann die erste Roboterfigur, die mit den Droiden C-3PO und R2-D2 konkurrieren kann. Selbst BB-8s niedliche Tour und die Fähigkeit, einen urkomischen Daumen nach oben zu geben, sind nicht gleichzusetzen mit der Droiden-Persönlichkeit von Waller-Bridge. Es ist kaum ohne Spoiler begreiflich zu machen, aber L3-37 ist witzig ohne sich im geringsten darüber bewusst zu sein und strahlt einen selbstbewussten Stolz aus, der selbst die enormen Egos von Han und Lando herausfordert. L3-37 hat auch ihre eigenen Pläne, und wenn es um deren Verwirklichung geht, ist sie großartig, selbstgerecht und manchmal auch "leicht" hysterisch. Die Interaktionen zwischen ihr und Lando gehören damit zu den Höhepunkten des Films. Woody Harrelson war eine gute Wahl für Tobias Beckett, einen Verbrecher, der ohne Umschweife kriminell ist und dessen einzige Sorge sich selbst und seiner Frau Val, gespielt von Thandie Newton, gilt. Es gibt klare Grenzen, innerhalb derer Tobias operiert, und man sieht hier und da Einblicke in seinen "Kodex", wenn Situationen schwierige oder harte Entscheidungen erfordern. Harrelson ist aber auch ein sehr guter Schauspieler, der es mit seiner Vielseitigkeit und seiner Fähigkeit immer schafft, dass sein Charakter einen Hauch von Sympathie und Anziehungskraft behält, selbst wenn er unappetitliche oder geradezu schlechte Menschen porträtiert. Er ist gut darin, böse Menschen darzustellen, die gute Dinge tun, oder gute Menschen, die schlechte Dinge tun, und man wünschte sich, er würde dafür mehr Anerkennung bekommen. Vorhergehendes kann man also auch sagen, denn Tobias ist definitiv entweder ein schlechter Typ, der vielleicht manchmal gute Dinge tut, oder ein guter Typ, der definitiv die meiste Zeit moralisch zweifelhafte oder böse Dinge macht, aber es ist nicht ganz sicher auf welcher Seite er wirklich steht, und er scheint sich der Antwort oft selbst nicht sicher zu sein. Aber er ist sympathisch, er versucht, Han Weisheit und Lebenslektionen zu vermitteln und er liebt Val, also mag man ihn, auch wenn man ihm nicht ganz vertraut.

Jonas Suotamo tritt bewundernswert in die Rolle von Chewbacca ein. Ja, es ist eine etwas stillere Rolle, aber die Körpersprache ist alles, wenn es darum geht, einen Wookie zu portraitieren und Suotamo gibt Chewie eine enorme Menge an emotionaler Resonanz und persönlichem Antrieb in "Solo". Er ist hier mehr als der gewöhnliche Kumpel und die zusätzlichen Dimensionen, die diese Geschichte für seine Beziehung zu Han bietet, sind willkommene Ergänzungen zu den "Star Wars"-Mythen. Paul Bettanys baufälliger Dryden hat nur ein paar Szenen, aber Bettany macht das Beste daraus. Die skrupellose Verbrecherboss-Figur ist in einer Geschichte wie dieser immanent, aber selten besitzt solch ein Charakter die Präsenz, die Bettany in seine Rolle einbringt. Die Art, wie er es genießt, sowohl das Ego eines anderen zu streicheln als auch mit ihnen zu flirten, dann die Decke unter ihnen wegzuziehen oder beiläufige Drohungen mit einem Hauch von Belustigung auszusprechen, verwandelt etwas, das leicht zu einem Standard-Charakter hätte werden können, in etwas weit besseres. Jon Favreau liefert die Stimme des CGI-Alien Rio, und obwohl es eine der kleineren Rollen ist, ist Rio eine Quelle von Humor und ein paar netten Gags.

Zusammen mit einem Drehbuch, das zu Recht als eines der besten der "Star Wars"-Universum galt, und das immense Filmemachentalent von Ron Howard ist "Solo: A Star Wars Story" ein Film, der trotz seiner problematischen Produktion so exzellent, originalgetreu und unterhaltsam ist, wie man es nur hoffen konnte. Howard bringt "Solo" das richtige Gleichgewicht zwischen Nostalgie und Neuerung: eine "Star Wars"-Geschichte, mit zurückhaltenden Referenzen an vorhergehende Filme. Und das Ergebnis ist eines der spannendsten und aufregendsten in der "Star Wars"-Saga. "Solo" fühlt sich mehr nach der Original-Trilogie an als die meisten anderen Filme, die nach den ersten dreien veröffentlicht wurden.


Die Action passt und fährt mit dem Zuschauer in einigen Szenen richtiggehend Achterbahn, zwischen denen gelegentliche Verlangsamungen gerade für einen noch größeren, schnelleren Spin herhalten. Einige der Szenen sind wirklich lobenswert und treiben einen ein fettes Grinsen ins Gesicht, aber der größte Teil des Films befasst sich mit Hans Geschichte und liefert dem Zuschauer eine wirklich gute Origin-Story. Die visuellen Effekte sind natürlich so beeindruckend, wie man es mittlerweile von diesem Franchise erwarten würde, gerade auch die Flüge mit dem Falken oder der Raubüberfall mit dem Zug. In einigen Szenen tauchen sogar altbekannte Joahn Williams-Themen im Score auf, der passend von John Powell adaptiert wurde. Letztlich könnte man am Film selbst eigentlich nur kleine Nebensächlichkeiten bemängeln (die fehlende, ikonische Laufschrift zu Beginn, kleinere Ungereimtheiten hier und da), aber diese verschwinden im hellen, euphorischen Licht von allem, was der Film so richtig hinbekommt. "Solo: A Star Wars-Story" ist genau das, was man sich erhoffen konnte. Er ist ein Wiedersehen mit alten Freunden mit einer ganz neuen Geschichte und einer Menge Geheimnisse, die es noch zu enthüllen gilt. Er wird Fans des Franchises sicher gefallen und eventuell sogar einige brandneue Fans gewinnen. "Solo" startet in eine ganz neue Ecke des "Star Wars"-Universums und letztlich kann man es kaum erwarten, wieder dorthin zurück zu kehren.

8,5/10

Dienstag, 22. Mai 2018

The Killing Of A Sacred Deer (2017)

https://www.imdb.com/title/tt5715874/

Der erfolgreiche, charismatische Herzchirurg Steven (Colin Farrell) und seine Ehefrau Anna (Nicole Kidman), eine angesehene Augenärztin, leben mit ihren Kindern Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) das scheinbar perfekte Leben: Man versteht einander und kann sich Luxus leisten. Steven hat eine Freundschaft zum 16-jährigen, vaterlosen Teenager Martin (Barry Keoghan) aufgebaut. Nachdem dessen Vater bei einer von ihm durchgeführten Operation starb, hat Steven den Jungen unter seine Fittiche genommen. Der Chirurg und Martin sehen sich regelmäßig und Steven lernt auch seine Mutter (Alicia Silverstone) kennen. Doch dem Teenager geht es nur um Rache. Er will Steven zu einer schrecklichen Tat zwingen, indem er ihn auf teuflische Art erpresst...

Der Film handelt von der gutsituierten Familie Murphy, die zu der amerikanischen Oberschicht gehört und in einem Vorort in einem großen Haus lebt. Der Vater Steven ist Arzt an einem Krankenhaus, die Mutter Anna ist Hausfrau. Die zwei Kinder, Tochter Kim und Sohn Bob, gehen zur Schule. Der Familie geht es gut. Der Vater fährt einen pompösen Wagen, das Familienleben ist harmonisch, offene Probleme gibt es nicht. Bis ein mysteriöser 16-jähiger Junge namens Martin auftaucht und sich zuerst mit dem Vater und dann mit der gesamten Familie anfreundet. Ab da beginnt die albtraumhafte Geschichte des Filmes.

Regisseur und Autor Yorgos Lanthimos machte zuletzt mit "The Lobster" auf sich aufmerksam, einer phytonesken Satire und Groteske. Und hier schon scheinen sich Hauptdarsteller und Regisseur gefunden zu haben, denn auch in "The Killing Of A Sacred Deer" spielt Colin Farrell die tragende Rolle. Der etwas ungewöhnliche, beinahe schon merkwürdige Filmtitel "The Killing Of A Sacred Deer" hingegen bezieht sich auf die griechische Mythologie in der es um Agamemnon geht, der zu Beginn des Trojanischen Krieges in einem Wald einen heiligen Hirsch tötete und daraufhin zur Strafe Artemis, der Göttin des Waldes, seine Tochter Iphigenia als Opfer anbieten musste. Darum geht es auch im weitesten Sinne in der Filmstory und desweiteren: im Film hat Kim Murphy, die Tochter des Arztes, eine Klassenarbeit über Iphigenie geschrieben.

"The Killing Of A Sacred Deer" wird als Drama/Horror geführt. Aber er ist mehr ein Drama. Ein Drama ohne Emotion, was erschreckender wirkt als die Vision an sich. Aber schaut man noch genauer hin, kann vom Horror kaum die Rede sein. Er schildert zwar beängstigend, gruselig und grausam wie sich das Familienleben, das bisher so gut funktionierte, von einer harmonischen Idylle zu einem egoistischen Kampf auf Leben und Tod untereinander entwickeln kann, aber der Film entlarvt auch, wie heuchlerisch und verlogen das Familienleben sein kann, das oft nur darauf ausgerichtet ist, nach außen hin eine heile Welt vorzugaukeln. Die gelegentlich vorgebrachte Auffassung, "The Killing Of A Sacred Deer" sei primär ein Rachethriller, ist daher Unsinn. Martin steht zwar mit seiner Vergeltung im Vordergrund der Geschichte, sein Handeln ist jedoch nur der Anstoß für die eigentliche Filmhandlung, die im Mittelpunkt steht, nämlich den schmerzliches Zerfall einer Familie.

Geradezu genial ist der originelle Plot, dessen Grundidee unverkennbar auf der oben skizzierten Episode aus der griechischen Mythologie basiert. Auch wenn die Story außergewöhnlich ist, kommt der Film dank der ausgezeichneten Inszenierung atmosphärisch glaubwürdig rüber. Alles wirkt steril, viel zu sauber und auf Hochglanz poliert, eine Filmsprache, die Yorgos Lanthimos hervorragend beherrscht. Schauspielerisch überzeugt vor allem Barry Keoghan, der brillant den Martin spielt. Seine monotone Art ist gespenstisch, fesselnd und vereinnahmend. Dass mit dieser emotionslosen Monotonie in der Stimme dramaturgische Effekte erreicht werden sollten, ist damit vollends gelungen. Es ist jedoch manchmal zu überspitzt. Das schmälert aber die insgesamt gute Bewertung des Filmes nicht. Schauspielerisch vorzüglich sind darüberhinaus - ganz klar - Colin Farrell in der Rolle des Vaters Steve Murphy und Nicole Kidman als Mutter Anna Murphy. "The Killing Of A Sacred Deer" ist unbedingt sehenswert, aber definitiv nichts für Mainstreamer oder einen leicht-unterhaltsamen Abend.

8/10

Der Film erschien in Deutschland von Alamonde Film ungeschnitten im limitierten Mediabook.

Montag, 21. Mai 2018

Insidious: The Last Key (2018)

https://www.imdb.com/title/tt5726086/

Parapsychologin Elise Rainier (Lin Shaye) wohnt mittlerweile mit den zwei Geisterjägern Specs (Leigh Whannell) und Tucker (Angus Sampson) zusammen. Gemeinsam sind sie die Firma Spectral Sightings, die auf das Austreiben von Dämonen spezialisiert ist, die aus einer Parallelwelt angreifen. Ihr neuester Fall führt das ungleiche Trio in Elises Vergangenheit – in ihr Elternhaus in New Mexico, wo sie als Kind Schreckliches erlebte und in dem nun eine andere Familie in Gefahr ist. Elise muss sich ihrer Vergangenheit und ihrer größten Angst stellen und es mit einer unsterblichen Kreatur namens Key Face aufnehmen, einem Dämon, den sie als Kind versehentlich befreite. Sollte ihr das gelingen, sind all die von Key Face gefangenen Seelen frei, doch sollte sie scheitern, wird auch Elises Geist für immer der Verdammnis anheimfallen...

Der australische Filmemacher James Wan besitzt das Geschick, bestimmten Genren neues Leben einzuhauchen oder diese gar neu zu erfinden, wie mit seinem Film "SAW". Er gab dem Haunting-House-Genre mit "The Conjuring" ein frisches Gewand und dem Genre des Dämonen-Horrorfilms mit seinem großartigen "Insidious" eine neue Dimension des Grusels. Auch bei der Fortsetzung von "Insidious" führte er noch Regie, aber danach machte sich die Reihe selbstständig, behielt aber Leigh Whannell als Drehbuchschreiber. Mit "Insidious: The Last Key" geht der Dämonengrusel in die vierte Runde.

Auch in diesem Teil schaffen die Filmemacher es, eine intensive Spannung aufzubauen. Die Geschichte wurde ebenso wie die ersten drei Teile von Leigh Whannell geschrieben und von Adam Robitel, welcher bisher wenige Erfahrungen als Regisseur gesammelt hatte, solide inszeniert. Der Film besticht durch eine neue Geschichte mit einer fast komplett unabhängigen Dämonengeschichte. Vor allem die Episoden, welche in der Vergangenheit spielen, besitzen durch ihren Retro-Charme und ihre wunderbaren Jungdarsteller eine besondere gruselige Atmosphäre, welche die Zuschauer durch die enorme Anspannung in die Sitze drückt. Dabei geht die Rechnung auf, mit falschen Schreckmomenten in die Irre zu führen und mit einem wieder einmal sehr unheimlichen Dämon Alpträume zu erzeugen. Leider kann diese Spannung nicht vollends auf die Geschichte in der Gegenwart übertragen werden. Das liegt vor allem an der Ausgestaltung der Rollen. Elise als Sympathieträger wirkt zu abgebrüht und ihre Geisterjäger-Assistenten blödeln zu viel herum, als dass sie irgendwelche Sympathien verdient hätten. An diesen Stellen scheitert auch der Versuch Humor hinzuzufügen. Ohne diesen wären Adam Robitel und seiner Crew ein durchweg unheimlicher Film gelungen, der zwar das Genre nicht neu erfindet, aber noch nicht so abgebrühte Gruselfreunde sicherlich erfreuen wird.

"Insidious: The Last Key", der vierte Teil Reihe, besticht mit seiner gruseligen Geschichte, oft sogar funktionierenden Jump-Scares und sehr guten Kinderdarstellern. Und obwohl manche Elemente aus Gründen der Unterhaltung zu sehr überzeichnet wurden, kann der Film mit seiner packenden Unterhaltung und der unvorhersehbaren Story immer noch gut und fesselnd unterhalten.

6/10

Sonntag, 20. Mai 2018

[KINO] Deadpool 2 (2018)

https://www.imdb.com/title/tt5463162/

Wade Wilson alias Deadpool, der im ersten Film fies entstellt und genetisch verändert wurde, wird vom Schicksal ein weiteres Mal so richtig ins Gesicht gepisst. Zum Glück nimmt ihn sein X-Men-Kumpel Colossus (Stefan Kapicic) mit ins Refugium der Mutanten, einem abgelegenen Anwesen. Hier trifft Deadpool seine Kumpanin Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand) wieder, die inzwischen erwachsen geworden ist – und lernt dummerweise auch den Superschurken Cable (Josh Brolin) kennen, der hinter dem wütenden Teenager-Mutanten Russell (Julian Dennison) alias Firefist her ist. Deadpool weiß, dass er Cable nicht alleine wird plattmachen können. Also trommelt er seine eigene Crew Superhelden zusammen, die X-Force, mit unter anderem Domino (Zazie Beetz), Zeitgeist (Bill Skarsgård), Weasel (T.J. Miller) – und dem Normalo Peter (Rob Delaney), der absolut gar keine Superheldenkräfte hat, aber die Stellenanzeige gut fand...

Deadpool ist zurück. Die Fortsetzung verspricht bereits in den Trailern derben Humor, bessere, härtere Action und neue, interessante Charaktere. Mit einem gewohnt gut gelaunten Ryan Reynolds, einem Josh Brolin als kantigen Gegenspieler und Action-Regisseur David Leitch, der mit "John Wick" und "Atomic Blonde" bereits gut unterhielt, sollte diesem Vorhaben nichts im Wege stehen. Und das tut es auch nicht.

Denn "Deadpool 2" bieten vor allem eines: mehr von der bewährten Formel. Die Geschichte ist hierbei noch am überraschendsten, entfernt man sich doch zunächst recht weit von der Klischee-Liebesgeschichte des Vorgängers. Auch wenn der Film gegen Ende wieder ein wenig an Vorhersehbarkeit gewinnt und gerade Comic-Fans nie überrascht sein dürften, stellt sich die Geschichte als angenehm frisch heraus. Innovativer hätte es aber trotzdem sein dürften, wirken die Versatzstücke doch teils bekannt. Dabei ist die "X-Force" noch der beste Gag. Aber ein frecher Deadpool darf auch gerne beim Drehbuch frecher sein. Dafür kann das Sequel mit deutlich emotionaleren Szenen punkten. So ist die Figur Deadpool doch eigentlich ähnlich tragisch, wie andere bekannte Helden. Das typische Augenzwinkern kann sich zwar meistens nicht verkniffen werden, die tragischen Momente sind nichtsdestotrotz wirkungsvoller als erwartet und fügen sich hervorragend ein.

Bei der "Deadpool"-Reihe geht es aber natürlich vor allem um die Gags und hier funktioniert die Fortsetzung hervorragend, wenn auch mit klitzekleinen Mankos. Ja, die Sprüche und Referenzen sitzen wie gewohnt, in der Ausführung fühlt man sich allerdings mehrfach an den Vorgänger erinnert. Das Schema ist dasselbe. Ryan Reynolds kopiert sich zwar nicht, aber er bedient sich doch sehr stark. Die originellen, neuen Ideen bleiben leider aus, wodurch "Deadpool 2" insgesamt leicht überraschungsärmer und routinierter ist. Was aber auch nicht wirklich schlimm ist. Punktum: hier kommt nicht viel Neues, aber es passt und reicht aus, um für Unterhaltung zu sorgen. Sollte man nun von einer Fortsetzung wie dieser einfach mehr zu erwarten? Vermutlich nicht. Ähnliches gilt auch für die Action. David Leitch ist definitiv ein guter und mittlerweile erfahrener Action-Regisseur; im Vorfeld auch schon groß gelobt, sollte die Action deutlich besser sein. Die Action und der Blut-Anteil ist auch besser, allerdings nur leicht. Von dem Geschick eines David Leitch ist nur wenig zu sehen. Tim Miller hatte mit "Deadpool" schon einen vernünftigen Job gemacht und wenn vorne nicht "David Leitch" draufgestanden hätte, dann wäre es kaum einem Kinogänger aufgefallen. Leitch verzichtet hier auffallend oft auf längere, choreographierte Kamerafahrten. Der Schnitt ist zwar gut und knackig, hinter der Härte und Brachialität eines "John Wick" bleibt "Deadpool 2" allerdings zurück.

Zum Glück kann man festhalten, dass "Deadpool 2" seinen kleinen, charmanten Underdog-Status beibehalten hat. Auch in die Fortsetzung floss nicht allzu viel Budget, was einerseits den Charakter und Charme des Films unterstreicht, andererseits aber auch Spielraum für größere Möglichkeiten, wie etwa der Etablierung in das "X-Men"-Universum oder überhaupt die MARVEL-Spielwiese lässt. Dafür können die neuen Figuren glänzten. Cable und Domino sind eine hervorragende Erweiterung. Beide funktionieren, sind cool und bringen frischen Wind in die noch frische Reihe - und noch mehr Gags. Auch hier allerdings wieder ein kleiner Kritikpunkt: Josh Brolin als Cable hätte gerne noch wuchtiger, brutaler und dreckiger daherkommen dürfen.

Alles in allem bietet "Deadpool 2" mehr vom Gleichen und bringt herrliche Gags (besonders noch in den Post-Credit-Szenen) und der kleine Maßstab des Vorgängers wurde beibehalten. "Deadpool 2" ist ein herrlicher, teilweise zum Brüllen komischer Spaß, der nicht ganz an den Vorgänger heranreicht, aber für absolute Unterhaltung sorgt.

8,5/10

Mittwoch, 9. Mai 2018

Knock Off - Knock Off: Der entscheidende Schlag (1998)

https://www.imdb.com/title/tt0120724/

In Hongkong freut sich der Amerikaner Marcus Ray (Jean-Claude Van Damme) bereits auf den Reibach, den er mit dem Verkauf von Markenjeans macht. Doch leider entpuppen sich die Hosen als nichts weiter als billige Fälschungen. Ray und sein neuer Partner Hendricks (Rob Schneider) stecken in der Klemme, erst recht, als sich ihre amerikanische Kontaktperson Karen Leigh (Lela Rochon) als CIA-Agentin herausstellt, die ihnen mit Gefängnis droht, falls sie nicht kooperieren. Doch damit nicht genug der Probleme. Bei einem Treffen mit dem CIA-Agenten Harry Johansson (Paul Sorvino) findet Ray heraus, dass dieser in Wahrheit ein Doppelagent ist und für die russische Mafia arbeitet. Johansson offenbart Ray außerdem Überraschendes zu seinem Partner Hendricks. Auch dieser ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Gleiches gilt auch für die imitierten Jeans: Die Beinkleider sind der im wahrsten Sinne des Wortes explosive Höhepunkt eines perfiden Plans der Russenmafia...

Van Damme in HongKong, das hat schon in "Geballte Ladung: Double Impact" sehr gut funktioniert - und tut es auch Jahre später ebenso in Tsui Harks "Knock Off", der zweiten Zusammenarbeit der beiden nach dem ebenfalls ordentlichen aber deutlich westlicheren "Double Team". "Knock Off" ist mal ein etwas anderer van Damme-Film. Nicht die üblichen One-on-One-Kämpfe, sondern eine abwechslungsreiche Story bekommt man hier zu sehen. Ein Manko ist aber, dass es zu viele Charaktere (und Statisten) gibt, die dauernd die Seiten wechseln. So sieht man am Ende nicht mehr richtig durch, wer denn nun zu den "Guten" und wer zu den "Bösen" gehört.

Van Dammes Kampfkünste sind hier weniger gefragt, ein viel effektiveres Mittel sind Schusswaffen, die in diesem Film oft zum Einsatz kommen. Allerdings heißt das nicht, dass man Jean-Claude van Damme gar nicht ohne Waffen in Aktion sieht. Vereinzelt kommt man dann doch noch in den Genuss seiner hervorragenden Kampfakrobatik; nur wird in "Knock Off" eben nicht soviel Wert darauf gelegt. Die Schusswechsel werden ziemlich oft in Zeitlupen-Studien serviert, was ganz nett anzuschauen ist. Jedoch tragen diese Zeitlupen dazu bei, dass man in der ganzen Hektik in manchen Szenen schon mal den Faden verlieren kann. Es wird einen nämlich teilweise ein Feuerwerk an (zum Teil auch harter) Action geboten. Das Ende stellt auf jeden Fall einen furiosen Höhepunkt dar.

Ein paar Unglaubwürdigkeiten gibt es auch. Da wäre zum Beispiel der Sprung des Autos auf den eisenharten Container. Der Sprung ist dabei noch gar nicht mal so unrealistisch, aber dass das Auto dann mit ein paar Beulen fröhlich weiter fährt, grenzt schon an ein physikalisches Wunder. Schauspielerisch kann keiner über sich hinauswachsen. Insgesamt bekommt man durchschnittliche Leistungen zu sehen. Wen ein humoriger Zusatz nicht stört, der wird an "Knock Off" definitv seinen Spass haben. Hier gibts Action satt, tolle Kulissen und darüberhinaus gut aufgelegte Darsteller. Über die leicht absurde Story sieht man da doch gerne hinweg.

7/10

Von NAMELESS Media kommt der Film ungeschnitten/unrated in HD im auf 222 Stück limitierten Mediabook:

Dienstag, 8. Mai 2018

7광구 - 7 Gwanggu - Sector 7 (2011)

https://www.imdb.com/title/tt1934381/

Südlich der Insel Jeju auf dem Ölbohrturm Eclipse ist Hae-jun (Ji-won Ha) Verantwortlicher für die Ausrüstung. Jeong-man, ein früherer Kollege von Hae-juns Vater, schließt sich der Crew als Kapitän an. Eigentlich soll er nur die Abberufung des Schiffes überwachen, aber er schlägt vor, ein letztes Mal eine Bohrung vorzunehmen. Nach dreiwöchiger Vorbereitung taucht Hae-jun mit dem neuen Rekruten in die Tiefe: Als das Equipment versagt, sinkt er auf den Boden des Meeres. Kurz darauf leben Crewmitglieder ab, einer nach dem anderen, und ihre Leichen sind bösartig verstümmelt. Die wenigen Überlebenden entdecken bald eine transparente Unterwasserkreatur. Hae-jun und seine Kollegen müssen ums bittere Überleben kämpfen...

Die Bohrinsel-Truppe im koreanischen Sci-Fi-Horror "Sector 7" ist durchweg sympathisch und bis das Monster auf der Bildfläche erscheint auch sehr amüsant. Die Story selber ist nicht brandneu. Sie erinnert schon etwas an "The Thing" oder "Alien", aber eben auf einer Bohrinsel und auf koreanisch. Natürlich muss man sich in einigen Momenten auf etwas Overacting einstellen, aber im Allgemeinen bleiben die Darsteller weitestgehend auf dem Teppich und machen ihre Sache solide. "Sector 7" ist optisch hervorragend. Die Bohrinsel bietet ein grandioses und atmosphärisch dichtes Setting. Außerdem muss man die tolle Kameraarbeit loben. Doch das größte Manko ist, dass das Monster sichtbar computeranimiert ist. Es sieht zudem aus, als wäre es direkt aus dem Spiel/Film "Doom" entnommen und hier platziert worden. Aber dafür sind das Design dieses CGI-Ungetüms und auch wie es ins Bild eingepflegt wurde große Klasse. Mit altbackener, hunderte Male durchgekauter Story und dem letztgenannten Manko unterhält "Sector 7" dennoch kurzweilig durch Humor, Dramatik und jeder Menge over the top-Action.

6,5/10

Mr. Holmes (2015)

https://www.imdb.com/title/tt3168230/

Sherlock Holmes (Ian McKellen) hat es mittlerweile auf stolze 93 Jahre gebracht und lebt zurückgezogen in seinem Landhaus in Sussex. Über Heldengeschichten, die im Kino über ihn erzählt werden, kann der in die Jahre gekommene Meisterdetektiv nur den Kopf schütteln, ist doch das meiste glattweg erfunden. Nie trug er die legendäre Kappe und überhaupt bevorzugte er schon immer Zigaretten. Tagsüber widmet sich Holmes nun der Bienenzucht und weist Roger (Milo Parker), den Sohn seiner Haushälterin Mrs. Munro (Laura Linney), in die Geheimnisse der Imkerei ein. Die beiden sind die einzigen, die er in seiner Nähe duldet. Doch manches Mal kommen die Erinnerungen an alte Fälle gegen seinen Willen auf, insbesondere an diesen einen, in dem eine wunderschöne Frau in Gefahr war: Ann Kelmot (Hattie Morahan). Ob Holmes den ungelösten Fall noch knacken kann, obwohl sein Gedächtnis schwindet?

"Mr. Holmes" ist ein äußerst liebevoll und detailliert ausstaffierter Film über einen Sherlock Holmes mit einsetzender Demenz, der sich als Hobbyimker an die Küste von Dover zurückgezogen hat. Die neueste Verfilmung um die Detektivlegende beschäftigt sich vordergründig mit dem Altern eben jener. Ian McKellen arbeitet als ein auf 93 Jahre gealterter Sherlock Holmes die eigene Vergangenheit auf, kämpft mit dem Vergessen und erzählt die Geschichte schließlich auf seine Art neu. Die Erzählweise ist dabei derart ruhig, sanft und beherrscht, dass derjenige, der die letzten, meist actionreicheren Holmes Verfilmungen kennt, möglicherweise kaum glauben mag, dass es sich hier um den selben Charakter handeln mag. Diese Ruhe macht allerdings gar nichts, da sie dem Mythos zu einer nie dagewesenen Glaubhaftigkeit verhilft und ihn dadurch um einiges greifbarer macht, als es zum Beispiel die Guy Ritchie-Filme taten.

Im Gegensatz zu anderen Holmes-Verfilmungen steht hier nicht ein nahezu unlösbarer Fall im Vordergrund, der dann spektakulär aufgelöst wird, sondern "nur" das rätselhafte Sterben seiner Bienen. In mehreren Zeitebenen wird hauptsächlich Holmes als Mensch, die Bewältigung seiner Demenz, das Verhältnis zu seiner Haushälterin und deren Sohn sowie die Aufarbeitung eines unglücklich verlaufenen Falls bearbeitet. Verglichen mit dem "Hund von Baskerville" klingt das erstmal langweilig, ist es aber keineswegs und die Balance zwischen Drama und Krimi wird mit gelegentlichen Humoreinlagen aufgelockert. Wie nicht anders zu erwarten, hat Ian Mc Kellen die Leinwand ab der ersten Szene fest im Griff und wird von hervorragenden Nebendarstellern unterstützt, ein Sonderlob gilt Milo Parker, der den scharfsinnigen Roger angesichts seines Alters schon bemerkenswert charismatisch spielt.

Klassische Spannung braucht man bei "Mr. Holmes" nicht erwarten, im Vordergrund steht ein Drama, das Hauptdarsteller Ian McKellen eine nuancierte, ungemein vielschichtige und auch ironisch gebrochene Interpretation seiner Figur ermöglicht. Und auch wenn man den Film nicht unbedingt als hochspannend bezeichnen kann, so fesselt er doch auf eine emotionale Weise, die einen nach dem Abspann zufrieden zurück lässt.

8/10

Sonntag, 6. Mai 2018

[KINO FFFnights] Ruin Me (2017)

http://www.imdb.com/title/tt4807272/

Eine Gruppe Fremder wird mit verbundenen Augen mitten im Wald ausgesetzt. Dort liegt für jeden ein Rucksack bereit, ausgestattet mit jeweils einem speziellen Gegenstand, der im Laufe des Spiels zur Anwendung kommen soll. So sitzt die arme Alex dank ihres Freundes Nathan nun also mit einem Haufen Gruselfreaks fest, die untereinander über Filmzitate und Horror-Klischees fachsimpeln. Und selbst für die Geeks sind Realität oder Fake in diesem Schreckszenario kaum zu unterscheiden, so unglaublich einfallsreich und perfekt in allen Details ist das Event gestaltet. Aber darum geht der Spaß ja auch, oder...? 

Jedes Jahr strömen tausende Horrorfans in Spukattraktionen und nehmen an Horror-Events mit Freunden teil um sich zu gruseln. Aber was passiert, wenn eine dieser Erfahrungen offenbar doch nicht nur gespielt ist und sich fürchterlicher verkehrt anfühlt? Genau das passiert in Preston DeFrancis Spielfilmdebüt "Ruin Me". Im Film spielt Marcienne Dwyer Alex, eine Frau, die von ihrem Freund Nathan zu einem 36-stündigen Camping-Ausflug namens "Slasher Sleepout" gezerrt wird. Während des Campingausflugs lösen Alex, Nathan und eine kleine Gruppe Fremder Rätsel im Stile eines 'Escape Rooms' oder des 'Geocachings' lösen, während "Slasher Sleepout"-Mitarbeiter alles versuchen, sie vor Ablauf der 36 Stunden zum Aufgeben zu bringen. Es ist alles Spaß und Spiel, bis nach und nach Teilnehmer der Gruppe verschwinden. Doch es endet nicht beid er Frage, wer dafür verantwortlich ist und nun, da alle "Sleepout"-Teilnehmer brutal ermordet werden, muss Alex, die, wie man erfährt ein größeres Drogenproblem hatte, herausfinden, ob diese Ereignisse echt sind, ein Teil des Spiels, oder ob ihr Verstand ihr Streiche spielt.
Es ist schon früh offensichtlich, dass "Ruin Me" nicht zu wissen scheint, was er sein will. Manchmal fühlt es sich an, als ob es "The Final Girls" sein möchte, aber mit weniger Humor, manchmal "Freitag, der 13." mit weniger Blut und Finesse. Es gibt Momente, in denen sich der Film wie ein Melodram anfühlt und dann tatsächlich so behäbig wird, dass es Augenrollen hervorruft. Was die Schauspielerei betrifft, spielt Marcienne Dwyer Alex überzeugend genug, um den Zuschauer hinters Licht zu führen, während sie gleichzeitig einlädt, sich um ihre Vorgeschichte und ihr Überleben zu kümmern. Allerdings fällt keiner der Schauspieler wirklich sehr auf. Alle sind einfach in Ordnung und machen sich so zu anständigen, entbehrlichen Opfern für einen Slasherfilm. Erst wenn der Film sich ins Dramatische verschiebt, werden seine Schwächen sichtbar, vor allem innerhalb der Beziehung von Nathan (Matt Dellapina) und Alex 'Ex-Freund Jared (Sam Ashdown).


Trotz dieser Mängel ist dieser Film nicht schlecht. Im Gegenteil, "Ruin Me" ist zum größten Teil sehr unterhaltsam und macht sogar Spaß. Es gibt sogar einige Witze und Anspielungen für Horror-Fans und es ist im gesamten Film interessant, etwas über Alex 'zwielichtige Vergangenheit und die Motivation für die "Slasher Sleepout"-Morde zu erfahren. Das Problem ist, dass "Ruin Me" sich aus so vielen Filmen und Genres auf einmal anlehnt. Daher verliert sich "Ruin Me" im Meer der Meta-Horror- und Slasher-Filme und wird weiter begraben unter Filmen, die diese Idee viel erfolgreicher ausgeführt haben (wie "Scream" oder "The Final Girls"). Nichts bringt "Ruin Me" wirklich in Verlegenheit - er ist brauchbar, aber nicht überragend.

6,5/10

[KINO FFFnights] The Cured - The Cured: Infiziert. Geheilt. Verstoßen. (2017)

http://www.imdb.com/title/tt3463106/

In The Cured hat die Menschheit den Ausbruch eines gefährlichen Virus' überstanden, der Menschen zu Zombie-ähnlichen Wesen mutieren lässt. Jahrelang brachten die Infizierten Tod und Verderben, doch das neue Heilmittel soll den sogenannten 'Maze'-Virus besiegt haben. Der nächste Schritt ist es nun, die Geheilten wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Doch das ist leichter gesagt als getan, wenn den Menschen die schrecklichen Taten der Ex-Zombies noch immer vor Augen stehen. Trotzdem willigt die junge Witwe Abbie (Ellen Page) ein, ihren Schwager Senan Browne (Sam Keeley) nach dessen Heilung vom Zombie-Virus in ihrem Haus bei sich und ihrem kleinen Sohn aufzunehmen, um ihm einen Neubeginn zu ermöglichen. Dieser Akt der Nächstenliebe stößt in der Nachbarschaft freilich nicht überall auf Gegenliebe. Vorurteile und Angst sind zu groß, um eine Vergebung zuzulassen. Senan hat unterdessen selbst Schwierigkeiten, die blutigen Gräueltaten zu vergessen, die in seinen vier Jahren als Infizierter begangen hat. So verhärten sich die Lager der Menschen und Geheilten zunehmend und eine terroristische Organisation wird immer stärker, die die Welt erneut ins Chaos stürzen könnte...

Regisseur David Freyne hat sich für seinen Debut-Spielfilm die beste Art von Prämisse gesetzt, die in ihrer Einfachheit so unwiderstehlich ist, dass Leute, die nicht daran denken, sich ärgern, weil sie nicht daran gedacht haben. Das liegt in der Natur der Sache mit solchen unwiderstehlich einfachen Ideen - sie sind eigentlich nicht leicht zu finden. Während frühere Horrorfilme nur Zuschauer mit entsetzlichen Geschichten über Freunde und Angehörige überflutet haben, die sich in fleischfressende, untote Monster verwandelten, "The Cured" stellt sich eine Welt vor, in der das, was diesen Schrecken hervorbrachte, tatsächlich ein Virus ist und für den eine Heilung gefunden wurde. Die Welt gehört uns, und das Land ist Irland.

Der Film beginnt mit einem blutigen Sneak und ein junger Mann atmet schwer, immer stärker, als ein blutrünstiger Ausdruck sein Gesicht erfasst. Das ist Senan, gespielt von Sam Keeley. Die schnellen Visionen seines früheren Selbst kommen in Rückblenden und Albträumen zu ihm. Nach einer Injektion und einem Krankenhausaufenthalt ist er wieder normal. Es gibt eine Markierung im unteren Weiß seines rechten Auges, der ein Zeichen seines früheren Zustandes ist. Er und andere Geheilte werden unter Aufsicht eines Militärs in die allgemeine Bevölkerung entlassen. Demonstranten und andere Menschen misstrauen ihnen. Die Geheilten trauen sich nicht. Weil sie sich daran erinnern können, was sie getan haben. Und was Senan tat, was besonders schrecklich war. Dennoch hat Senan ein Zuhause: das seiner Schwägerin Abbie (Ellen Page), ein e amerikanische Journalistin und die Witwe von Senans Bruder. Abbie und ihr kleiner Junge heißen Senan willkommen, aber die meisten der Geheilten sind nicht so glücklich. Da ist zum Beispiel Conor, der nach der Entlassung schwach und sanft erscheint; er hat eine Verbindung mit Senan, die sich in großer körperlicher Nähe artikuliert. Conor war einst ein prominenter Anwalt, jetzt ist er so etwas wie ein sanitärer Arbeiter, von der eigenen Familie abgelehnt. Als Conor versucht, Senan zu einem Teil einer aufständischen Gruppe zu machen und sich auch in Abbies Leben einzuleben, wandelt sich Conors Charakter von einem sanften Gemüt zu einem kraftvollen Anführerer einer Widerstandszelle. Die Aufführung von Tom Vaughan-Lawlor ist hier besonders lebhaft.

In einer medizinischen Einrichtung, in der das Gefängnis steht, wird eine Gruppe von resistenten Virusopfern, für die das Heilmittel nicht ausreicht, von der Regierung nach und nach ausgelöscht. Der Forscherin, die das ursprüngliche Heilmittel entwickelte, läuft die Zeit davon, um eine neue Version der Medizin zu synthetisieren, teilweise um ihre eigene Geliebte vor dem Tod zu retten. Senan wird dort als medizinischer Assistent angeworben. Er ist nützlich, weil die aktuell Infizierten nie einen ihrer Eigenen angreifen und sie erkennen immer noch Geheilte als einer von ihnen an. Dieser Fehler führt zu allen möglichen interessanten Komplikationen und Schlupflöchern. Freynes Schema nutzt auch die Ideen, die in George A. Romeros "Dead" -Reihe entwickelt wurden, besonders jene, die sich mit der Entwicklung der untoten Intelligenz in "Day Of The Dead" beschäftigen.
Das Ergebnis ist eine sehr gruselige, spannende Geschichte und dass der Film in Irland spielt, hat Potential für Allegorie und Metapher. Freynes Hand hier stilsicher; seine Weltsicht bauscht die Dinge nicht zu sehr auf, aber wichtige Punkte bezüglich Vertrauen, Misstrauen und Gewissens sind allesamt mit befriedigender Direktheit getroffen. Schließlich muss die Spannung zwischen den Charakteren und ihren individuellen Situationen brechen, und das ist der Punkt, an dem der Film zu seinem konventionellsten wird, mit Unruhen, Verfolgungsjagden und Beinahe-Unfällen in den Unheilbaren. Das Ende bleibt offen, aber das ist in diesem Fall gut so, denn es lässt Raum für Diskussion, Spekulation und Vermutung. "The Cured" ist auf jeden Fall einer der Genrefilme 2018 und für kommende Zombiefilme, die nicht auf altbekannten Pfaden wandeln wollen, wird es schwer sein, diesen hier an Idee zu schlagen.


7/10