Montag, 19. Februar 2018

Tonight She Comes (Family-Friendly-Version) (2016)

http://www.imdb.com/title/tt5161376/

Als die junge Kristy (Dal Nicole) spurlos verschwindet, führt die Suche nach ihr ihre beiden besten Freundinnen Ashley (Larissa White) und Lyndsey (Cameisha Cotton) zu einer abgelegenen Hütte mitten in den Wäldern. In der Umgebung treffen sie auch auf den Postboten James (Nathan Eswine) und seinen sexbesessenen Freund Pete (Adam Hartley). Obwohl sie dem Mysterium um Kristys Verbleib noch nicht wirklich nähergekommen sind, wollen sich Ashley und Lyndsey auf eine vergnügliche Nacht mit den Jungs einlassen. Diese findet jedoch ein jähes Ende, als sie von einer blutüberströmten Frauengestalt überrascht werden, die sie attackiert. Die Teenager flüchten zur nahegelegenen Hütte und machen dort Bekanntschaft mit einer unheimlichen Hinterwäldler-Familie. Diese plant, die draußen wütende Dämonin mit einem mysteriösen Ritual zu bezwingen, und pocht dafür auf die Unterstützung der Neuankömmlinge. Doch hat diese einen hohen Preis...

"This film should be played loud… as hell" wird zu Beginn von Matt Stuertzs Film "Tonight She Comes" eingeblendet. Es ist ein Hinweis, den der Regisseur sicherlich zu dem Zweck erdacht hat, die atmosphärische Wirkung des Streifens noch zu intensivieren. Tatsächlich sollte man die Einblendung nicht nur als Hinweis, sondern als unbedingte Pflicht wahrnehmen, denn der Score von Wojciech Golczweski, der wieder einmal auf penetrante Weise vertraute Synthie-Klangmuster aus Horrorfilmen der 80er nachstellt, intensiviert sich eine anfangs recht unsympathische Story bis hin zum ekelerregenden Finale.

Der Anfang ist wirklich sehr plump und die Dialoge teilweise zum Fremdschämen unterirdisch. Um reißerisch wirken zu wollen, deutet man an, dass ein Mann, der die nackte Leiche der jungen Kristy findet, sich an ihr vergehen will. Kurz vorher wird er erwischt, wie er sich aus der Ferne sich entkleidende, Badende erblickend, selbstbefriedigen will. Man kann hier so sehr für Subtilität sein wie man will, aber warum man solche Szenen nicht wagt, auszuschöpfen, ist unverständlich. Das wäre zumindest spannender gewesen, als die mit Blut besudelte Kristy stets nackt herum laufen zu lassen, ohne diese Nacktheit plump hinzustellen. Das findet vielleicht bei Horrorneulingen Anklang, aber bei Horror geht es doch nicht nur um Blut.

Der Hauptteil der Story ist zwar nicht sehr vorhersehbar, aber in "Tonight She Comes" wird nur wenig bis überhaupt nichts gewagt. Nur andeutend, um den Zuschauer heiß zu machen und das Loch fehlender Spannung wird dadurch eher nur größer. Das schadet der Ernsthaftigkeit der Geschichte. So wird bei der Frage, wer im Raum eine Jungfrau ist, an einer Vagina geschnuppert, um sich von der Wahrheit zu überzeugen, aber diese ganzen Ansätze, Neues einzubringen, bleiben leider inhaltsleer und langweilig vom Niveau. Das konnte der ansatzweise ähnlich gelagerte "The Night Of The Virgin" wesentlich besser. Diesen Film hier kann man getrost auslassen. Es gibt relativ viel Blut und nach B-Movie sieht das auch nicht wirklich aus, aber der Inhalt zieht sich trotz kurzer Laufzeit von nur 82 Minuten zu sehr in die Länge, anstatt aufgeklärt zu werden. Schade.

4/10

Von Illusions, Unltd. kam der Film in einem Mediabook, welches den Film in HD, natürlich ungeschnitten und in der "Uncut Version" enthält: