Donnerstag, 7. September 2017

Awake (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0211933/

Auf den ersten Blick führt Clay Beresford (Hayden Christensen) ein privilegiertes Leben. Als Erbe schwimmt er im Geld und schließt internationale Wirtschaftsverträge ab, während zuhause seine bildhübsche Verlobte Sam (Jessica Alba) wartet. Leider hat Clay aber nur ein schwaches Herz. Als ihm endlich eine Transplantation zugesagt wird, bittet er seinen Freund, den Chirurg Jack Harper (Terrence Howard), den Eingriff vorzunehmen. Trotz heftiger Einwände seiner Mutter Lilith (Lena Olin), die ihren Sohn lieber in den Händen eines erfahreneren Arztes sehen würde, legt Clay sich auf Jacks OP-Tisch. Doch die Narkose schlägt fehl. Vollkommen bewegungslos bekommt er mit, wie sein Herz den Körper verlässt - und wie die Chirurgen einen mörderischen Plan beginnen...

Die Grundidee ist ziemlich reizvoll. Die eigene Herz-OP bei vollem Bewusstsein mitzuerleben, ohne sich äußern zu können ist eine grauenvolle Vorstellung. Da steckt richtig viel Potenzial drin. "Awake" nutzt das leider nicht vollends nicht aus. Statt sich auf diese Situation und die dabei entstehende Gefühlswelt des bemitleidenswerten Protagonisten zu konzentrieren, (was z.B. in "Buried" oder "127 Hours" prima funktioniert hat) wird einem ein vollkommen überkonstruierter und nicht mal ansatzweise glaubhafter Verschwörungsthrillerplot aufgetischt, der sich unserem Helden (Hayden Christensen) anhand von Erinnerungen und Jenseitsgrenzerfahrungen erschließt. Gut für ihn, dass seine Peiniger ihren Plan und ihre Motive im OP nochmal haarklein aufrollen, somit ist er schnell voll im Bilde. Und der Zuschauer leider auch, der spätestens ab der Hälfte ahnt, wohin das Ganze geht. Damit hätte der gesamte Plot auch in einen Kurzfilm gepasst und mit 81 Minuten ist das Regiedebüt von Joby Harold ja eigentlich schon nicht lang. Aber man fühlt sich unterhalten und milde spannend ist die ganze Story auch noch.

Genau genommen erzählt "Awake" zwei Handlungsstränge gleichzeitig. Einmal von der Tatsache, das Clay seine OP mit erlebt und einmal von der, die im Trailer dummerweise gespoilert wird. Daher sollte man diesen - sofern man ihn nicht schon gesehen hat - ganz schnell links liegen lassen. Alle Schauspieler erbringen eine solide Leistung; Christensen, Howard und Alba sind in ihrer schauspielerischen Limitation völlig ausreichend für diese Art von Erzählung, aber wirklich überzeugen kann nur Lena Olin. Ein unaufdringlicher Soundtrack und schön gefilmte Bilder tun ihr übriges um einen Film zu liefern, der für einen guten Unterhaltungswert sorgt. Nicht zu lang, nicht zu schwer. Okay.

6,5/10