Mittwoch, 30. August 2017

The Killing Fields - Killing Fields: Schreiendes Land (1984)

http://www.imdb.com/title/tt0087553/

Mitte der 1970er: Der Krieg im benachbarten Vietnam greift auf Kambodscha über. Sydney Schanberg (Sam Waterston), Kriegsberichterstatter der New York Times, streift mit seinem einheimischen Übersetzer und Helfer Dith Pran (Haing S. Ngor) durch die Hauptstadt Phnom Phen, um dem undurchsichtigen Kriegsgeschehen auf den Grund zu gehen. Die Lage wird von Tag zu Tag brenzliger, doch als die Roten Khmer, eine kommunistische Guerillaorganisation, 1975 die Macht an sich reißt, eskaliert die Situation in unzähligen Massakern und Gefechten. Schanberg und Pran können sich zunächst in die französische Botschaft retten, doch die neuen Machthaber erzwingen die Ausreise aller ausländischen Journalisten und die Auslieferung aller Einheimischen. Pran steht als gebildeter Kambodschaner vor der sicheren Hinrichtung, während Schanberg zurück in New York machtlos und schuldgepeinigt um das Leben seines Freundes bangt...

1973. In nur einem einzigen Jahr warfen die amerikanischen B52-Bomber mehr Bomben auf Kambodscha ab als im gesamten 2. Weltkrieg auf Japan. Und dabei bombten sie gar ganze acht Jahre lang, von 1965-1973. Mindestens 200.000 Menschen, vorwiegend Zivilisten, wurden so von den Amerikanern mit den Flächenbombardements ermordet. Der Hass der Menschen trieb sie in die Arme der Kommunisten und damit nahm der Aufstieg der "Roten Khmer" erst richtig Fahrt auf. Die Terrorherrschaft und der Genozid von Pol Pot kostete danach einigen Millionen Menschen das Leben. Die "Killing Fields" sind jene Orte, an denen Massenhinrichtungen stattfanden. Menschen wurden wegen Nichtigkeiten ermordet, so z.B. wenn sie eine Brille trugen, weil sie dann wahrscheinlich zur belesenen Elite gehörten (das ist kein Scherz, sondern Tatsache). Der Steinzeitkommunismus wollte Kambodscha in einen Bauernstaat umformen. Geldabschaffung, Bücherverbrennungen, Kirchen- und Moscheenschleifungen, Reisfeld-Arbeitslager und der Traum von der klassenlosen Gesellschaft durch die strenge Hand zogen ein.

Diese Hintergründe werden im Film leider nur sehr rudimentär vermittelt; wenn man mit ihnen nicht vertraut ist, tut man sich anfangs womöglich etwas schwer mit diesem Film, der fast dokumantarisch wahre Begebenheiten abhandelt. Vor Ort ist der amerikanische Journalist Sydney Schanberg und sein kambodschanischer Kollege Dith Pran (der später auch den Begriff "Killing Fields" prägte). Die beiden arbeiten sehr eng zusammen und sind auch befreundet. Als die Roten Khmer bei ihrem Vorstoß Phnom Penh einnehmen, fliehen die Journalisten in die französische Botschaft. Letztlich dürfen die westlichen Journalisten aber das Land verlassen, der Kambodschaner jedoch kommt ins Reisfeld-Arbeitslager, wo harte Arbeit, Folter und Umerziehung auf ihn warten. Seine noch rechtzeitig rausgebrachte Familie und der US-Journalist, der inzwischen gar den Pulitzer Preis erhält, warten auf ein Lebenszeichen von Dith Pran, um ihn heraus zu holen. Film, Regie (Roland Joffe), Drehbuch und Hauptdarsteller (Sam Waterston) waren für den Oscar nominiert, die Auszeichnung tatsächlich erhalten hat zurecht der Nebendarsteller (Haing S. Ngor), der Dith Pran darstellt.

"The Killing Fields" zählt wohl zu den Filmen die einen bedrückt und nachdenklich zurücklassen. Die Geschichte die hier erzählt wird ist leider wahr. Es geht um einen Kriegsberichterstatter und dessen Übersetzer die die Hölle im Kambodscha der 70er Jahre erleben müssen. Zu dieser Zeit herrscht Krieg zwischen der nationalen Armee und den kommunistischen Roten Khmer. Nur als dieser dann entschieden ist wird alles noch viel schlimmer. Regisseur Roland Joffé schafft es mit so selten gesehenen Bildern einen das Grauen des Krieges auf sehr direkte und ungeschönte Weise nahe zubringen. Einige Dinge die man hier sehen musste waren mit Sicherheit nichts für schwache Nerven. Hier wird vor allem das Leid der zivilen Bevölkerung gezeigt, also die Leute die am wenigsten für den Krieg können. Ganz großes Kino.

8/10