Freitag, 25. August 2017

The Island Of Dr. Moreau - Die Insel des Dr. Moreau (1977)

http://www.imdb.com/title/tt0076210/

Als sich Andrew Braddock (Michael York) gerade auf der Reise auf einem Schiff über das Meer befindet, gerät das Boot in Seenot und anscheinend ist Andrew der einzige Überlebende der Katastrophe. Er kann sich auf eine einsame Tropeninsel retten, wo er die Hilfe des Wissenschaftlers Dr. Paul Moreau (Burt Lancaster) erfährt. Wie ihm jedoch mitgeteilt wird, muss er sich damit arrangieren, dass er über einen längeren Zeitraum hier verweilen muss, kreuzt die Insel doch keine bekannte Seeroute. Erst später bekommt Andrew mit, warum es den Wissenschaftler auf solch eine verschlagene Insel getrieben hat. Er macht Experimente, die von der bekannten, westlichen Wissenschaftsgemeinschaft verurteilt wird. Er hat es geschafft mit Hilfe von Gen-Veränderungen, Tiere zu erschaffen, die jedoch humanoide Züge besitzen. Diese „Menschen-Tiere“ bewegen sich frei auf der Insel und Moreau ist für sie so etwas wie ein Vater und Gott. Doch als sich Andrew gegen den Wissenschaftler stellt, wird er weit tiefer in die Experimente integriert, als es ihm lieb ist...

Dass "Die Insel der verlorenen Seelen" (1933) mit Charles Laughton und Bela Lugosi bis heute als beste Adaption der Vorlage von H.G. Wells gilt, spricht nicht für die Filmindustrie. Was könnte man aus dem Stoff nicht alles machen, besonders heutzutage ließe sich die Thematik prächtig verwenden. Aber nein, optimal ist "Die Insel des Dr. Moreau" noch nicht auf die Leinwand gebracht worden, auch nicht von Don Taylor. Er hat Burt Lancaster und Michael York beileibe nicht schlecht in Szene gesetzt, es gelingt ihm sogar ab und zu ein wenig Spannung zu generieren, aber irgendwie ist das Ergebnis doch etwas zu mau geraten. Das liegt womöglich auch an der Entstehungszeit, die noch vollen Einsatz von den Maskenbildnern erfordete. Grundsätzlich ist die Pre-Computer-Arbeit sehr sympathisch, irgendwie jedoch auch etwas albern und komisch - was in diesem Fall keineswegs vorteilhaft ist.  


Aber dank Taylors routinierter, unauffälliger Regie ist diese Version von "Dr. Moreau" eher als Abenteuerfilm mit phantastischen Elementen einzuordnen. Der immer recht blasse Michael York darf schauspielerische Qualitäten zeigen, wenn er um seine Menschlichkeit ringt, und zeichnet Braddock im Vergleich zur Romanfigur als recht aktiven Charakter. Ähnlich wie in seinem Buch "The Time Machine" legt H.G. Wells seinen Protagonisten als passiven Beobachter an, der Tod und Teufel geschehen lässt und sich nur zwangsweise mit einem Lügengerüst vor den immer aggressiveren Tiermenschen schützt, bis er schließlich resignierend auf einen Ausweg wartet. Michael Yorks Braddock sucht die Konfrontation und führt den Film in ein konventionelles, aber durchaus unterhaltendes Feuer-und-Fäuste-Finale. Da sowohl die Masken der Tiermenschen überzeugen als auch und besonders einige beeindruckende Stunts mit Tierbeteiligung zu sehen sind, qualifiziert sich diese etwas oberflächliche Verfilmung als ansehnliches Filmchen. Durchaus okay.

6,5/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 333 Stück limitierten Mediabook: