Donnerstag, 17. August 2017

[KINO] Bullyparade: Der Film (2017)

http://www.imdb.com/title/tt5538704/

Aus mehreren Episoden bestehender Kinofilm, in dem einige der beliebtesten Figuren aus der Sketch-TV-Sendung "bullyparade" zurückkehren. In "Winnetou in Love" will Ranger (Christian Tramitz) seinen Blutsbruder, den Indianer-Häuptling Abahachi (Michael Bully Herbig) davor bewahren, leichtsinnig und vorschnell eine Ehe einzugehen, was jedoch dadurch erschwert wird, dass er selbst sich mit schurkischen Kopfgeldjägern herumschlagen muss. In "Wechseljahre einer Kaiserin" besucht das österreichische Kaiserehepaar Franz (Tramitz) und Sissi (Herbig) ein Geisterschloss in Bayern und erlebt dabei jede Menge gruselige Abenteuer. Captain Kork (Tramitz), Mr. Spuck (Herbig) und Schrotty (Rick Kavanian) landen hingegen auf dem "Planet der Frauen" und müssen dessen ausschließlich weibliche Bevölkerung retten. Jens und Jörg Kasirske (Tramitz und Kavanian) wollen ihrer 90-jährigen Tante den größten Wunsch erfüllen und reisen daher "Zurück in die Zone". Lutz (Herbig) und Löffler (Kavanian) versuchen sich in "Lutz Of Wall Street" mit Hilfe von Mr. Moneymaker (Tramitz) in der New Yorker Börsenwelt.

Wenn die Outtakes vor dem Abspann dem Zuschauer noch die meisten Lacher entlocken, dann sollte man dringend das Konzept des Films überdenken. Die "Bullyparade" war 1997 - 2002 in 6 Staffeln extremst erfolgreich, was zunächst am althergebrachten, aber irgendwie auch erfrischendem Konzept lag: ein paar in 2-3 Minuten lange Sketche verpackte Gags und fertig ist eine 25-minütige Show. Das hatten schon Heinz Erhardt, Loriot und Diether Krebs drauf und es gab Dutzende weitere Fernsehformate, die diese Art der Unterhaltung - der eine mehr, der andere weniger - erfolgreich kopierten. Vermutlich dürften sich beim hiesigen Film am ehesten noch die mit der "Bullyparade" älter gewordenen Nostalgiker unter den Herbig-Fans an der hiesigen Nummern-Revue erfreuen, wobei auch sie womöglich erkennen, dass sich die Komik des einstigen Fernsehformats nur sehr bedingt als heutige Kinounterhaltung aufbereiten lässt. Denn wenn man in 99 Minuten nur wenige echte Brüller auf die Leinwand zaubert und sonst eher nur zum Schmunzeln anregen kann, dann ist das für das eigentlich immer gern gesehene Trio Herbig/Tramitz/Kavanian schon traurig.

Natürlich lassen die einzelnen durch Erzählungen lose zusammenhängenden Episoden etwas Nostalgie an vor 20 Jahren aufkommen und die, neben den sowieso angespielten Persiflagen auf "Sissi" und "Winnetou", Verweise auf Serien und Filme ("Zurück in die Zukunft", "Forrest Gump", "Barbarella", "Star Trek und "Star Wars", sogar "Die nackte Kanone" (in einer, wie man zugeben muss, äußerst gelungenen Slapstickeinlage von Rick Kavanian), "Django Unchained" und "Baywatch") lassen einen auch die gesamte Laufzeit über bei der Stange bleiben, aber das alles reicht eben nur für ein kurzes Zucken mit dem Mundwinkel, mehr nicht. Da machen Gastauftritte von Til Schweiger (zum Glück hat der keinen Text!), Lena Meyer-Landrut, Peter Maffay oder Sky Du Mont rein gar nichts wett. Es ist zudem etwas schade, dass die meisten guten Gags schon für die vielen Trailer verbraucht worden sind, sodass letztlich "Bullyparade: Der Film" als Synonym für ausgemergelten Humor stehen bleibt. Bully-Fans werden enttäuscht aus dem Kino gehen, die jungen Zuschauer das meiste gar nicht erst verstehen. Immerhin sind die visuellen Effekte gut.

4/10