Freitag, 18. August 2017

End Of Days - End Of Days: Nacht ohne Morgen (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0146675/

Es ist kurz vor dem Ende des Jahres 1999: Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger) ist ein ausgebrannter Ex-Cop, der seit dem Mord an Frau und Kind jeglichen Glauben an etwas Höheres verloren hat und nun als Sicherheitsmann arbeitet. Als jedoch Satan (Gabriel Byrne) höchstpersönlich auf der Erde erscheint und sich im Körper eines Börsenmarklers auf die Suche nach der jungen Christine (Robin Tunney) macht,  muss Jericho seine Ansichten nochmal überdenken. Denn der Teufel muss in der Stunde vor dem neuen Jahrtausend mit der jungen Frau einen Nachkommen zeugen, nur so kann er aus seinem Gefängnis endgültig ausbrechen und eine Zeit der Finsternis einläuten. Christine selbst weiß aber von ihrer Bestimmung nichts, für die sie vor 20 Jahren geboren wurde. Jetzt hängt es an Jericho die junge Frau zu beschützen, denn nicht nur der Teufel und seine Anhänger, sondern auch eine kirchliche Sekte, die den Weltuntergang durch den Tod Christines verhindern will, ist ihnen bald auf den Fersen. Ein Wettlauf um die Zeit beginnt, während das neue Jahrtausend immer näher rückt...

Bei seiner düsteren Vision namens "End Of Days" setzt Regisseur Peter Hyams auf pyrotechnische Effekte als Transportmittel von pseudo-religiösen Versatzstücken. Abgesehen vom Vatikan als Anfangskulisse sieht man hier viele New Yorker Wolkenkratzer, Hubschrauber und immer wieder Verfolgungsjagden mit Ballerei. Die Stunts sind beeindruckend, einige Schocker erschrecken, die Dialoge flach ('Man tut seine Pflicht.') und der Held und Retter der Welt ist Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger). Sein Gegenspieler als leibhaftiger Satan ist Gabriel Byrne, der Mann mit diabolischem Blick und Habitus. Cane schafft es mit Muskel-Satan mit Zauberkraft. Dabei gibt es jede Menge optische Anleihen an "Omen" oder die Teufelsbegattung aus "Rosemary’s Baby" u.a.. Zwischen den beiden Kontrahenten, die als Verfolger bzw. Beschützer fungieren, steht die schöne Christine (Robin Tunney).

Das Ensemble wird durch Udo Kier und Rod Steiger prominent abgerundet, die aber nicht so ganz klar sehen, was sie hier sollen. Ebenso wie Margie, die Vertreterin der Polizei (CCH Pounder). Verfolgungsjagden und Action pur bringen aber auf Dauer keine Spannung, nur Unterhaltung. Etwas Langatmigkeit dank viel zu viel belanglosem Kontext im Mittelteil unterstricht diesen Eindruck. Inhaltlich wird mit religiösem Vokabular hantiert und der Destruktivismus scheint die Antwort auf alle Fragen zu sein. Beim fulminanten Finale und dem Erscheinen des Teufels vergisst man letztlich den Sinn des ganzen Films und übersieht auch gern, dass Arnie sich quasi als Heiland opfert. So gerät das "End Of Days" zum Fire-End-Game. Was nicht schlecht ist, aber auch keineswegs zum erwähnenswerten Meilenstein in der Karriere aller Beteiligten reicht. Einfach nur dezente Horror-Action mit vielen Erschreckern, Blut und dummen Gequatsche. Ab und zu recht fein.

6,5/10